Montag, 10. April

Man sagt von den Blättern eines Baumes, dass deren kaum zwei vollkommen gleich befunden werden und so möchten sich auch unter tausend Menschen kaum zwei finden, die in ihrer Gesinnungs- und Denkungsweise vollkommen harmonieren. Johann Wolfgang von Goethe

Die Erkältung löst sich langsam und die Sonne lacht. Das wird schon mal ein schöner Tag auf der Terrasse, für mehr fühl ich mich noch zu schlapp. Birgit war gestern Abend noch hier und hat mir Essen mitgebracht, sogar mit Osterwasser – Weißwein. Danach konnte ich gut schlafen. Heute kommt sie auch mit Mittag zu Mittag …

Sonntag, 9. April

Der Baum gibt sogar noch dem Schatten, der gekommen ist, ihn abzuschlagen. Weisheit aus Indien

Bei Tine, meiner Schwester, ist eine Heilerin im Dorf. Ihre Schwester ging in meine Klasse. Gestern Abend hab ich noch mit Tantchen telefoniert, da haben wir auch über sie gesprochen. Sie war auch vor kurzem bei ihr, und ich früher auch schon mal. Nun will ich Tine mal anrufen und fragen, wann ich kommen kann. Ich bin zwar mit Erkältung krank, hab aber seit Wochen eine gereizte Haut, besonders Kopfhaut, und könnte nur kratzen. Das hab ich lange ignoriert. Seitdem geht es mir schlecht und ich denk, das hängt damit zusammen. Ich hoff, dass es kurzfristig geht, nur dass jetzt grad Ostern ist.

Aniko aus dem Nachbarhaus war hier und hat mir einen schönen roten Halbschalen-Ledersessel gebracht. Der sollte auf dem Sperrmüll landen bei ihrem Bruder. Viel zu schade! Er passt richtig schön in meine Sitzecke am Fenster zum Markt. Der angestammte Korbstuhl da passt auch noch woanders hin.

Freitag, 7. April

Ich möchte die Dinge neu betrachten und meine eigene Meinung bilden, nicht nur meine Eltern simulieren, wie im Sprichwort „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Anne Frank

Was wollte mir das gestern sagen, warum zieh ich sowas an? Narzissten-Typ. Er ist nicht mal aufgestanden hinter seiner Trennscheibe bei der Verabschiedung. Nicht nur rechtlich unzureichend, auch sein Benehmen völlig daneben.

Nichts bei rausgekommen, außer den Kosten für die Beratung. Und das bei Vollmond in Waage – Ausgleich und Gerechtigkeit.

Wenn ich ein Problem hab, sag ich immer Alter Kracher, hat mir Jonte erzählt. Alter Kracher war das gestern auch. Das war wie ein Meteoriteneinschlag, oder – da wir zu zweit waren – ein Zusammenprall von zwei Kometen. Ich kann noch gar nicht fassen, was das war und wie das abgelaufen ist.

Donnerstag, 6. April

Am Ziel deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel. Marie von Ebner-Eschenbach

Oma Lena hat Jonte gestern abgeholt, ich konnte ihn nicht hinbringen. Jonte ist gesund nach Hause gefahren, jetzt bin ich erkältet, aber richtig. Kam über Nacht, ohne Vorzeichen, außer schlapp und müde am Tag vorher. Jetzt such ich die Unterlagen zu Guti-Gutshaus zusammen und geh um 12 zum Anwalt. Voriges Mal war er krank, jetzt ich, doch ich möchte das nicht nochmal verschieben. Mit Tablette werd ich wohl eine Stunde überstehen. Ich brauch ja nur über den Markt zu gehen.

Was für einen schönen Platz an der Sonne hab ich auf meiner Dachterrasse. Der Anwalt war ein Reinfall. Frauenhasser, hab ich schon nach den ersten 3 Minuten gemerkt, im allgemeinen und im besonderen in Bezug auf mich. Dazu keine Kenntnis der aktuellen Rechtslage – da weiß ich mehr alleine durch Google – und nur Monologe geführt: Wenn Sie mich denn mal ausreden lassen wollen … Er ist mir nur über den Mund gefahren, da hätte ich gleich gehen sollen. Immerhin hab ich dann das Gespräch beendet. Danke für nichts, könnte man es zusammenfassen.

Mittwoch, 5. April

Nur Dasitzen und Warten verlangt sehr viel Ausdauer und Geduld. Anne Morrow Lindbergh

Heute bring ich Jonte zurück. Den Termin bei Manja Nageltante, den ich damit verbinden wollte, sag ich ab und fahr nur hin und zurück. Ich hab mich gestern schon schlapp und k o gefühlt – jetzt ist Jonte gesund und ich bin krank. Michael arbeitet und kann ihn nicht abholen und Tamina ist auch noch krank.

Dienstag, 4. April

Was den Bäumen selbstverständlich ist – zu wachsen, zu blühen, sich zu verfärben und dann die Blätter fallen zu lassen – das kann der Mensch weder würdevoll noch schmerzfrei aushalten. Martha Gellhorn

Jonte ist ein sprechendes Buch. Opa Ralph hat Hüftschmerzen hat er mir heute erzählt. Das ist der Mann von Helena, Oma Lena, Taminas Mutter. Oh, hab ich gesagt. Ich hab ganz viele Peppa-Pig-Pflaster hat Jonte gesagt. Dann gib ihm doch welche davon. Er: Aber die reichen nicht, er hat an zwei Stellen Hüftschmerzen. Wer erzählt dem Kind so genau die Krankengeschichte von ihm, hab ich gedacht – er selbst, seine Frau oder Tamina, seine Tochter. Bis heute – Jonte wird Anfang August 4 – hab ich das Opa-Phantom nicht gesehen und kennengelernt. Dass er Schmerzen hat, ist ein Beweis, dass es ihn gibt. Er ist Sportredakteur und hat Hüfte.

Er hat mir auch erzählt, dass er ein Wissenschaftler-Kostüm hat und ist nochmal die Treppe runtergekommen, um mir den Mond zu zeigen, den er neben dem Kirchturm in fast voller Größe gesehen hat. Es sind die Menschen außerhalb des Wahrnehmungskreises der anderen, die sich mitteilen möchten und Verbündete suchen, weil sie sich unverstanden fühlen.

Oma Lena hat einen Opa und Opa Detlef – mein Exmann – hat eine Oma. Du hast keinen Mann, hat er heute festgestellt. Wobei ich noch froh sein kann, dass ich keinen Opa habe.

Montag, 3. April

Von einem Baum, der noch in Blüte steht, musst du nicht schon Früchte erwarten. Karl Gutzkow

Das Wochenende mit Jonte geht in die Verlängerung. Eigentlich bis gestern, nun bring ich ihn Mittwoch zurück. Michael und Tamina sind noch krank und Ostern wollen alle mit Taminas Eltern an die Nordsee fahren. Also hab ich jetzt schon mein vorgezogenes Osterwochenende mit ihm. Noch ein bisschen Husten, aber da hilft die gute Müritz-Luft! Sonnabend waren wir bei Christine und den Kindern, Bjarne und Franka, mit Oster-Werkstatt und Eier bemalen. Gestern bei Birgit – das hat ihm auch gefallen, mit den Matten, Bällen und Trampolins. Da gehen wir heute Nachmittag gleich wieder hin zum Kinder-Aikido. Gestern auch noch Puppentheater Hase und Igel, heute Spaziergang mit Frühstück beim Bäcker, Rossmann, Edeka und vor allem im Schaukelpferd-Spielzeugladen. Ein Auto von Lego City, 5+, hat er sich selbst ausgesucht. Da suchen wir jetzt noch einen Profi zum Zusammenbauen, ich bin’s nicht. Damit hat er die ganze Kassen-Schlange bei Edeka unterhalten. Und heute ist ein kleines Wunder passiert, er hat sich von selbst zum Mittagsschlaf hingelegt. Es war auf einmal so ruhig oben, da muss ich doch mal gucken gehen, hab ich gedacht. Da ist er mit Lothar-Teddy im Arm eingeschlafen. Sonst war an Mittagsschlaf nicht zu denken. Jetzt ist Gleichstand – sonst war nur ich k.o. …

Sonnabend, 1. April

In einem Buch müssen sich Sätze wie die Blätter im Wald bewegen, alle in ihrer Ähnlichkeit unähnlich. Gustave Flaubert

Beim Manifestieren üben war einer meiner Wünsche, immer genug Bücher zu haben. Jetzt hat Christine in der Schamanengruppe geschrieben, sie hat Krimis aussortiert und verschenkt sie. Wenn es nicht grad Krimis wären, würde ich sie gerne nehmen, hab ich geantwortet. Das hängt mit meinem beruflichen Vorleben zusammen. Heißt also, Wünsche genauer formulieren. Jetzt hat sie auch noch Romane abzugeben, von Marylin French und Jeffrey Archer. Von denen hab ich noch nichts gelesen und bin gespannt und freu mich.

Jonte schläft noch und ich trink meinen Kaffee in aller Frühe und in aller Ruhe. Als wir gestern angekommen sind, wollte Birgit, die zum Baden hier war, gerade losfahren. Coole Farbe, hat er zu ihrem Fahrrad gesagt, pink mit roten Reifen. Und dann fing er gleich an mit ihr zu erzählen, da er wie ich sehr kommunikativ ist. Sie haben sich zuletzt gesehen, als er noch ein Baby war, ich war ja immer mit ihm bei Heidi in Bandelstorf. Seine Tante, genauer gesagt Großtante, ist also neu für ihn.

Mein Fahrrad mit seinem Kindersitz stand auch draußen, war aber nass, weil es geregnet hat. Ich glaub, ich brauch auch so eine Regenplane für den Sitz, wie ihr sie zu Hause habt, hab ich gesagt. Ich kauf dir so eine Plane … Als ich ihn beim Schlafengehen gefragt habe, was er schönes träumen möchte, hat er gesagt: Dass du neben uns wohnst in Reutershagen.