Montag, 21. Juni, Sommeranfang

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Ein glücklicher Mensch ist zu zufrieden mit der Gegenwart, um sich viele Gedanken über die Zukunft zu machen. Albert Einstein

Sabine hat auch so eine Geschichte wie ich, nicht exakt gleich, doch im Grundmuster. Sie sagt, sie hat einen Apell – ich glaub, sie hat ein anderes Wort gesagt – an sich geschrieben: Lass ihn ziehen oder gehen und wünsch ihm ein glückliches Leben oder eine glückliche Zeit. Sei dankbar für das, was du hattest … Hab ich ja auch alles gemacht, nur damit ist es nicht aus der Welt und nicht vom Tisch und nicht mal aus dem Bett.

Nach 4 Hitzetagen hat es nachts geregnet und es weht ein frischer Wind …

Das war aber wieder brammig heute, der frische Wind war leider nur vormittags. In Villarriba feiert man schon, in Villabajo spült man noch … Das hab ich heute gesagt, als wir in den letzten Zügen lagen. Fritzi hat sich schlapp gelacht. Das hab ich noch gar nicht gehört! Das war die Fairy Ultra Werbung in den Neunzigern, folglich war er noch gar nicht auf der Welt.

Heute war ich so geistesabwesend aufgrund der Hitze oder warum auch immer, dass ich ein Essen an den verkehrten Tisch gebracht habe. Weil die Anzahl überschaubar war, hat sich das schnell aufgeklärt und fiel meinen Kollegen gar nicht auf.

Sonntag, 20. Juni

Heute Abend treff ich mich mit Birgit und Heidrun am Hinbergsee zu Picknick, Schwimmen und Sommersonnenwend-Feier.

Heidrun bringt Melone mit, Birgit Kartoffelsalat und ich hab ’ne Weile überlegt, ob gefüllte Champis oder überbackene Zucchini. Eierkuchen mit Blaubeer-Marmelade sind es dann geworden.

Abends im See und morgens ein Buttermilch-Bad. Kühlwasser …

Das war zauberschön. Das hat Sabine heute gesagt. Sie war der Überraschungsgast, weil sie aus der Hitze Berlins in ihr Paradiesle, ihre Ferienwohnung hier, geflohen ist. So wie meine nahe Rostock. So waren wir 4 Nymphen am Waldsee. Mit Google Maps und Anrufen mit Birgit haben wir über staubige, holprige Feldwege zu der Stelle gefunden, wo wir uns treffen wollten. Wir wurden reichlich belohnt mit einem himmlischen Pastell-Aquarell über Mittelerde zum Sonnenuntergang. Ich bin ein gutes Stück über den See geschwommen, in meinem Element. Am Ufer lagen 3 schöne große Muschelschalen, eine für jeden von uns. Für den Dispatcher da oben kam Sabine zu unverhofft. Das hat er nicht mehr arrangiert gekriegt.

Wir werden alle gut schlafen …

Mein Auto sah vorher schon aus, als hätte es ewig keine Wäsche mehr gesehen von dem Rotdorn-Klecker-Klebebaum, unter dem mein Stellplatz ist. Danach sah es aus wie nach der Rallye Paris – Dakar.

Sonnabend, 19. Juni

Wunscherfüllung! Guti-Gutshaus hat gestern abgesagt. Heute kommt eine Neue zum Probearbeiten. Ob ich auch Montag kann? Hab ich sofort zugesagt.

Das sind schöne Abende auf der Dachterrasse, kühle – mit Lars und Sabine an diesem Wochenende. Das ist meine dritte WG. Wir haben alle drei frei. Er, sie und ich. Wenn sie mit umgeschlungenem Duschtuch raus kommt, sieht sie aus wie ich, nur mit dunklen Haaren und eine Generation jünger. Ihre Naturfarbe ist Rot, wie bei mir. Und als sie mir das gesagt hat, hab ich gesehen, ihre Hautfarbe ist wie meine – blass und schnell von Sonnenbrand heimgesucht.

Unsere Terrassentüren sind offen und unsere Gespräche auch. Lars erzählt mir viel von Waren in der Zeit, als ich nicht hier war, um andere Erfahrungen in Rostock zu machen …

Freitag, 18. Juni

Nach der Stundenabrechnung für Juni – Stichtag: 18. d. M. – bleib ich im Schatten und rühr kein Glied. Schwimmen fahr ich, wie gestern, wieder abends von 18 – 20 Uhr.

Dadurch, dass Mitte des Monats abgerechnet wird, sind es mit bisher 4 Tagen im Juni 65 %. Im Mai war ja noch nichts.

Wer Lust hat, bei ü 30 Grad Fenster zu putzen, heut ist der Mondstand dafür optimal …

Donnerstag, 17. Juni

Heute bis Sonntag sind 32 Grad angezeigt, Montag 30. Wenn ich frei habe, geht das. Nur Sonnabend für Guti-Gutshaus brauch ich Abkühlung. Ich stell mir den kältesten Wintertag vor …

Als ich im Tabakladen war, hab ich auf dem Markt ein schönes blaues T-Shirt gesehen, mit einer ganz süßen Eule drauf, die den Kopf schief legt und mit Bernsteinaugen tiefgründig guckt. Vorne bei Tag, hinten bei Nacht. Das ist doch Jontes – HuHu, wo er das so schön nachahmt! Das war das letzte und der Standmann mit der Haut von dunkelbrauner Schokolade wollte es mir für’n Zehner verkaufen, statt 15. Ist zu groß, hab ich bedauert, 6 -8 Jahre. – Wie alt? – 2, noch nicht mal … Dann kann er es als Nachthemd anziehen. Ich hab’s nicht genommen.

Dann hab ich bei EDK die schönsten Fairtrade Rosen für Christa gekauft, nicht ganz nur aus Überzeugung, die Fairtrades waren die schönsten. Sie hat heute 60. Hochzeitstag. Der Diamanten-Bräutigam bezahlt in Abwesenheit die Feier, wollte 60 Rosen schicken, hat Petra, ihre Tochter, ihm aber auf 30 ausgeredet, da gar nicht so eine große Vase im Haus ist, und wünscht allen einen schönen Tag einschließlich Essengehen im Hotel Am Yachthafen am Sonnabend.

Damit hat er doch einen guten Beitrag zum Gelingen geleistet, hab ich zu Christa gesagt. Und ein Grund zum Feiern ist es auch, dass du so ein unkonventionelles Ehemodell lebst – du hier – er in Berlin. Damit schafft ihr die Eiserne noch.

Sie hat mir gestern und heute einen französischen Zopf geflochten und das auch für die nächsten 30-Grad-Tage angeboten. Sie meint, ihre arthritischen Finger können das nicht mehr so gut und sie ist aus der Übung, das hat sie bei Petra gemacht, als die noch Kind war. Ich bin zufrieden, damit ist es luftiger.

Dann bin ich nochmal runter zum Marktstand und hab gesagt, ich nehm das Nachthemd! Er hat am Nachbarstand meinen Schein gewechselt, ist auf mich zugekommen und hat gesagt: Liebe Frau, viel Spaß damit! Das war ein schönes Erlebnis.

Mittwoch, 16. Juni

Ich hab 3 Tage zur freien Verfügung – keine Termine, keine Treffen. Nur Birgit kommt mal her. Einzige Verpflichtung: Blumen wässern auf der Terrasse – früh und abends bei der Hitze.

Käse, Wein, Tomaten – Schwimmen, Sex und Schlafen – die ideale leichte Sommerkost. Auch ganz ohne Mann …

Es ist nur nicht die göttliche Fügung, das glaub ich nicht, dass das so vorgesehen ist.

Wenn ich auf die Uhr guck, ist es zu spät, aber mein Kirchturm zeigt seit 700 Jahren verlässlich die richtige Zeit an. Was sind da 15 JAHRE …

Dienstag, 15. Juni

Heut ist es kühler und nicht mehr so heiß. Die große Hitze kommt erst morgen und die nächsten Tage. Ein Tag Atempause …

Eine Freundin hat dich eingeladen, eine Seite mit „Gefällt mir“ zu markieren. Das ist Nicole von der Müritz-Saga und die Seite Freilichtbühne Waren. Da gibts ein Herz von mir. Das war 5 Sommer lang meine Leidenschaft, da mitzuspielen.

Ich bin so gut wie gar nicht mehr auf Facebook, nur bei bestimmtem Anlass wie heute. Da hab ich gesehen, das Bild hat sich gewandelt, von oberflächlichen zu tiefsinnigeren Inhalten. Rocco, einer der Hauptdarsteller auf der Bühne, hat einen längeren Text gepostet … Egal, wie groß dein Haus, dein Auto und dein Bankkonto ist, wir bluten alle rot und werden irgendwann von dieser Welt verschwinden.

Und ich hab das gefunden, von jemand aus einer Dualseelen-Gruppe:

Wenn sie dich liebt, lass sie nicht warten, lass sie nicht eine Option sein. Sie verdient es, eine Priorität zu sein.

Das hab ich mir schon selbst gesagt und mich dazu gemacht.

Nachmittags bin ich bei Dana – Fußpflege und Hoffnung aus dem Hut zaubern. Am 23. hat sie die dritte Gesichts-OP. Das tut mir schon weh, wenn ich es schreibe.

Auch bei Heidi und Horst große Sorge um ihre Tochter. Sie ist in der Geschlossenen seit Mittwoch. Ihr Freund, mit dem sie sich jetzt ein Haus gekauft hat, weiß von der Krankheit, hat sie aber noch nie miterlebt. Als er angerufen hat, hat sie gesagt, ich kenn keinen, der Jan hei8t, und aufgelegt. Heidi hat ihren Nebenjob sofort gekündigt und fährt zu ihr. Tun kann sie nichts. Vor 11 Jahren war das schon mal so schlimm.

Ich versuch zu trösten, so gut ich kann, in trostloser Lage. Der Tag mit Carmen Sternchen, Nationalpark mit Gabi und vor allem auch das Wochenende mit Jonte bei Heidi und Horst sind Balsam und Sonnenschein für Herz und Seele …

Ich würd gerne meine Tochter, die nichts von mir wissen will, in die Arme nehmen.

Montag, 14. Juni

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Heute habe ich nichts zu tun – außer lächeln. Paul Simon

Lächeln in Erinnerung an die innig-schönen Stunden mit Jonte an diesem Wochenende. Mein Engelchen …

23 Uhr steht ein herrlicher Viertelmond über’m Markt, er lässt sich nicht einfangen mit Handy-Cam. Lieber natürlicher Anblick … Das ist mit allem so.

Sonnabend, 12. Juni

Heute fahr ich nach Rostock. Als ich gestern um 12 Feierabend hatte, hab ich Michaels Nachricht gelesen: Hey Mutti, wie sieht es denn morgen bei dir aus? Ja, ich komme. Das wird zwar nur kurz, Montag zurück, aber ich hab gedacht, ich mach mir einen schönen Sonntag mit Jonti.

Ich hab grad mit Michael telefoniert. Sie wollen heute in den Zoo und um 18 Uhr hol ich ihn ab. Dann gehen wir morgen auf den schönen Bauernhof-Spielplatz in Bandelsdörp und abends bring ich ihn zurück. Ich wär noch länger geblieben, aber Montag Vormittag treff ich mich schon mit Tantchen.

Gekocht für ihren Abend zu zweit hab ich diesmal aus Zeitgründen nicht. Dafür gibt’s Chips Funny-frisch Chakalaka und Salsa Dip und Hula Hula Rittersport Kokoswaffel für Tamina …

Freitag, 11. Juni

Gestern kam ich direkt in die Guti-Gutshaus-Neumond-Transformation. Als ich ankam saßen Chef und Chefin, Anja und Fritzi zusammen und debattierten über die neue Speisekarte und über Preise. Martin war auch dabei, den kannte ich von früher, als er manchmal als Miet-und Event-Koch bei uns war, als wir noch nicht in der begünstigten Lage mit Fritzi waren. Den ganzen Tag war Probekochen und Probieren. So sah die Küche auch aus. Martin ist eine Woche hier und bleibt bis Sonntag. Das ist sozusagen ein Coaching für Fritzi. Für Martin ist Kochen eine Philosophie, für Fritzi ist Kochen Kochen. Anja meint, er ist mit der neuen Speisekarte überfordert. Das schafft der nicht, sagt sie.