Dienstag, 7. Dezember

Ich fühl mich wie im Februar mit Frost und Schnee, selten, so ein Wintergefühl im Dezember. Ich bleib bis Mittag im Bett und genieß die Ruhe, Wärme, Geborgenheit, Behaglichkeit und hüll mich darin ein …

Genauso genieß ich den Luxus, nichts tun zu brauchen, außer mal den Fußboden zu fegen, aber das muss nicht heute sein.

Gestern war ich bei Birgit zu Kürbissuppe zu Mittag eingeladen. Da lagen schöne Flyer mit goldenen Sternen und lichtgeschmückten Weihnachtsbäumen, davon hat sie 5000 drucken lassen:

Stell dir vor, es ist Frieden und alle machen mit! Lasst uns erinnern, was Menschen verbindet! Verschenke ein Lächeln und ein freundliches Wort an deine Mitmenschen und … wenn du Lust hast, singe mit uns Weihnachtslieder am 3. und 4. Advent, 15:00 Uhr, auf dem Mühlenberg (Lindenkreis Nähe Freilichtbühne). Es lädt ein der Warener Chor der Menschlichkeit.

Davon hab ich welche mitgenommen und im Bioladen Friedensstraße abgegeben. Die waren sehr freundlich.

Heute hab ich mit Gabi telefoniert und ihr davon erzählt. „Die sind ja alle ungeimpft, das ist nichts für mich“, war ihre Antwort. Wohlgemerkt, es ist draußen, bei Frost …

Die Einladung richtet sich an MENSCHEN, nicht an Kategorien! Dann kann sie sich mit mir auch nicht mehr treffen.

Montag, 6. Dezember

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Das einzige Mittel, Zeit zu haben, ist, sich Zeit zu nehmen. Winston Churchill

Mein Tageswerk hab ich heute schon getan und mir bei Aldi mein Weihnachtsgeschenk gekauft, eine dunkelblaue Kaschmirstrickjacke – Cardigan – und ein Strickkleid mit Kaschmiranteil in gleicher Farbe. Passt, beides, in 2 Nummern kleiner, als ich mal hatte. Das war der Ausgleich für gestern. Da hab mich fürchterlich über Guti-Gutshaus aufgeregt. Mein Selfie-Test hat nicht gereicht und es musste die beauftragte Test-Controllator-Kollegin, die es sich gerade auf der Couch gemütlich gemacht hatte, an ihrem freien 2. Adventssonntag antraben und den Test nochmal durchführen. Irrsinn ohne Grenzen!

Tamina hat mir ein Jonti-Video geschickt aus Schwerin, von der anderen Oma, wo der Nikolaus gestern schon war. Sehr schön und niedlich und wie er sich gefreut hat! Nur – barfuß auf’e kalten Steinfliesen, ich hätte ihn am liebsten hoch auf den Arm genommen …

Dafür hat mir Christa, der ich das alles erzählt hatte, abends schon eine Nikolaustüte gebracht, um meinen Ärger zu dämpfen – mit Lindor-Kugeln, Badezusätzen, Glühwein und Jagdkräuterlikör. Den Alkohol hab ich gleich in meine Blutbahn weitergeleitet!

Von den Großeltern in Schwerin gab es zum Nikolaus einen ganzen Zug – das ist für mich ein Weihnachtsgeschenk. Ich hab ihm eine kleine aufziehbare Baufahrzeug-Raupe gekauft, ich denk, da hat er Spaß dran …

Sonntag, 5. Dezember

Dana hat mir so einen wundervollen Adventskalender geschenkt – mit 24 Sternchen in einem großen Stern, die sie selbst gefüllt hat. Jeden Morgen schreib ich ihr, was drin ist und wie ich mich darüber freue:

Guten Morgen, liebe Dani, zum 2. Advent! Heute waren sonnengelbe Multivitamine drin, die hab ich mir gleich auf der Zunge zergehen lassen. Gestern hab ich die Geschenke für die Kinder gekauft und kam nur noch in den Laden, weil ich die Verkäuferin kenne … Hoffen wir auf friedliche und ganz besonders für Dich gesunde Zeiten!

Und dann schick ich ihr auch immer was Schönes – ein Bild, einen Spruch, ein Lied. Heute „So this is Christmas“ … Eine Hoffnung!

Sonnabend, 4. Dezember

00:48 Uhr – zwischen gestern und morgen. Manchmal denk ich, ich übersteh den ganzen Wahn hier nicht. Dann sag ich mir gleich, es kommen bessere und gute Zeiten, ganz gewiss!

Ich geh gleich ins Schaukelpferd unten, Spielzeug kaufen zu Weihnachten für Jonte und Karl, Heidis 7jährigen Enkel. Für Jonte eine HABA-Fädelraupe aus bunten Holzperlen, die hab ich schon gesehen, und für Karl wahrscheinlich ein Puzzle mit Autos oder Fahrzeugen. Sein Vater Stanley ist selbständig mit einer KFZ-Werkstatt im Dorf und Karl tritt eindeutig in Papas Fußstapfen.

Damit will ich erstmal vor allem mir eine Freude heute machen …

2G+ jetzt auch im Einzelhandel. Ich kam nur noch in den Laden, um die Geschenke für die Kinder kaufen zu können, weil ich die Verkäuferin, die den Impfstatus aller Kunden kontrollieren musste, kenne und wir öfter auf dem Hof – Rückseite des Geschäfts – erzählen und rauchen. Die Raupe für Jonte, eine Playmobil-Technik-Raupe ab 7+ für Karl und einen Gutschein für Bjarne und Franka, meine ehemaligen Nachbarskinder von Christine, die mir eine schöne Tüte mit Sachen für Jonte gegeben hat, als Dankeschön.

Ich glaub, ich zieh mich warm an, für das was kommt und schon da ist …

Donnerstag, 2. Dezember

Weiße Dächer …

Das ist meine Antwort auf eine E-Mail bzw. an eine Freundin, die aus der Vergangenheit wieder aufgetaucht ist:

Doch, doch, wenn das Schicksal einen Grund sieht, begegnen wir uns auch. Als Du in Waren warst, war ich zum ersten Mal seit einem halben Jahr bei meiner krebskranken Freundin und danach auf dem Weg zur Enkelbetreuung nach Rostock. Sie hat sich so eine seltene Form ausgesucht, dass ich denke, ich verbring noch Zeit mit ihr, weil es sehr ungewiss ist, wieviel ihr noch bleibt, mit 44.

Ja, es ging nicht ganz klar hervor – aber ich denke, Du bist eine Etage tiefer gezogen und Raini hat ein schönes Leben. Nicht beides zusammen. Wenn ich dein Foto sehe und lese, was du schreibst, denke ich, du machst das, was dich glücklich machtbist ja auch ein Weihnachtskind! Wünsche erfüllen …

Für meine Vorhaben, Wünsche und Träume wünschst du mir Glück – ich kann mich kaum erinnern, dass ich welche habe oder hatte … das ist alles recht bodenständig jetzt – Enkelkind als größte Freude, Guti-Gutshaus kennst du ja, wenn du Blog liest, als Taschengeld, meine vorübergehende Zweitwohnung in Bandelstorf, wo ich in den Vermietern ein zweites Zuhause und eine Familie gefunden habe und was mir wirklich eine sehr willkommene Ergänzung zu meinem Kirchturm hier ist, gerade in diesen Zeiten …

Meinen Schmerz, der sich gewandelt hat, in das größte Glück, das ich erlebt hab, kannst du nur verstehen, wenn es dir auch mal so ging. Dann wären es zwei gleiche Erfahrungen mit unterschiedlichem Ausgang.

Wollen wir das Beste hoffen und glauben auf unserem Weg und vor allem wieder auf humane Zeiten !!!

Herzliche Grüße bis bald, sag ich mal.

P.S. Wie geht es Annelen?

Dienstag, 30. November

Ja, hm. Gestern 2 Stunden Treffen mit Kay-Uwe – Spaziergang in Ecktannen, an der Müritz hin, die Fontanestraße zurück. Am Ausgangspunkt Flomala wollten wir einen Kaffee trinken, draußen. 2G. Kostenlose Tests sind möglich. Die Kellnerin schließt auf und ich sag, wir würden gern einen Kaffee trinken. Sie sagt: 2G – haben Sie einen Test? Kay-Uwe sagt: Na, dann machen wir einen. Sie: Sind Sie geimpft? Kay-Uwe sagt ja, ich kram in meinem Rucksack und sag nichts. Und Sie?, fragt sie. Ich zöger kurz und sag Nein. Es waren nur wir beide da, wer hätte wen anstecken sollen oder können?

An sich ein schönes Treffen, nur unter sehr widrigen Umständen. Zum Schluss hat er mich umfänglich umarmt und gesagt: Wir lassen das jetzt erstmal sacken …

Nachmittags hab ich Nicole angerufen, eine der 3 standhaften Säulen mit mir in Guti-Gutshaus, ich brauchte ein paar aufbauende Worte. Ich hab ihr das erzählt. Und? – hat er schon geschrieben: Danke für den schönen Spaziergang.

Bis heute früh hat er noch gar nichts geschrieben. Nun bin ich durch Wachstum nicht mehr Die, die bedürftig auf irgendwas wartet. Ich bin immer noch 1,60 – das mein ich nicht. Ich bin gespannt, ob er einen Arsch in der Hose hat oder – anders ausgedrückt – Leute ohne Rückgrat hab’n wir schon zuviel.