Heute ist Sonntag, der 1. August

Neuer Wochen-Gelassenheitsspruch am Sonntag:

Das Glück wohnt nicht im Besitz und nicht in Gold, das Glück wohnt in der Seele. Demokrit

Das ist auch witzig, gestern hab ich online noch einen Lotto-Tipp-Schein ausgefüllt – 3 Richtige.

Nachher fahr ich nach Rostock und hol Jonte ab. Weil ich auf Mittag nicht eingestellt war, besuchen wir mal Mc Drive – das ist gleich in Dummerstorf an der Autobahn, nur 2 km von Heidi und Horst entfernt. Veggie Burger TS, Pommes und ’ne Apfeltasche – ich hab mich vorher über das vegetarisch-vegane Angebot informiert.

Morgen dann sein 2. Geburtstag und Dienstag komm ich wieder zurück, weil ich mit Wolfgang und Sigi in die Klinik nach Plau fahre, wo er wieder einen Termin hat. Sonst wär ich länger geblieben.

Sonnabend, 31. Juli

Heute hab ich die ersten schönen roten Freilandtomaten auf dem Grünen Markt bekommen. Sie hatte vor 14 Tagen schon welche, hat sie gesagt, da war der Markt am Hafen, hab ich nicht gesehen und nicht gewusst.

Jubelschreie auf dem Markt unten – heute waren schon paar Hochzeiten, doch das ist die schönste. Die Braut sieht aus wie eine Fee mit Blumenkranz und Strauß in der Hand im elfenbeinfarbenen Kleid und der mittelmeerblaue Bräutigam sieht aus wie Ali Baba und kommt aus 1001 Nacht Märchen . Es regnet Rosenblütenblätter für das Brautpaar, so viele Gäste sind vor dem Rathaus-Standesamt versammelt. VIEL GLÜCK EUCH BEIDEN!

Eben seh ich auf der Terrasse – das ganze Dach ist voll kleiner weißer Papierherzen, die sich in den Spinnennetzen verfangen haben, eins ist sogar im Flur gelandet …

Und eins in der Küche und zwei sind durch das offene Fenster in mein Schlafzimmer geflogen.

Freitag, 30. Juli

Sturm – Hitze – Macke – hab ich gestern laut im Auto gesagt, als ich in Richtung Guti-Gutshaus gefahren bin. Jetzt bin ich doch ganz froh, dass ich erstmal 14 Tage Ruhe habe, erst am 14. 8., 17:00 Uhr, wieder, dann am 21. und am 28. – die Tagesmuttis von Jonte haben Betriebsferien und er ist noch nicht verplant, hat Tamina gesagt. „Du kannst ihn also abholen und mich kannst du auch einplanen!“ Aber ich denk, dass ihr Zeit für sich selbst auch ganz gut tut.

Um 10 war ich mit Anke beim Bäcker verabredet. Wir haben uns vorigen Sommer zuletzt gesehen, obwohl sie in Waren wohnt. 95 Prozent des Gesprächs waren ihr Anteil – überwiegend eine längere Krankheitsgeschichte – den bescheidenen Rest hab ich beigesteuert. Tat aber gut, beim Bäcker unterm Sonnenschirm zu sitzen und das Leben um mich herum zu genießen.

Zurück auf der Terrasse, hat Lars mir sein Herz ausgeschüttet. Beziehungsstress mit Sabine – seit 5 Wochen kommt sie kaum noch, redet aber auch nicht offen mit ihm, sondern nur ausweichend und er schiebt Frust. Um so mehr, als das jetzt die Dritte ist, mit der ihm das passiert.

Da fällt mir ein, was meine Tochter mal gesagt hat: Mutti, der einzige Grund, mit jemand zusammenzuleben, ist der, dass es einem zu zweit besser geht, als alleine. Das hab ich ihm auch so gesagt. Zustimmendes Nicken.

Der die Geschicke lenkt, führt in guter Absicht nach Jahren eine Fast-Begegnung beim Bäcker am Wasserturm, wo wir beide schon mal waren, herbei, und er erkennt es nicht und ist zu feige, sich ihr zu stellen.

Baby be cool – ist das W-Lan-Passwort in Guti-Gutshaus …

Donnerstag, 29. Juli

Manche Tage sind keine Lauftage. Da geht Guti-Gutshaus auf die Füße, die Beine, den Stütz- und Bewegungsapparat. Diese Schicht – es ist jetzt 1:00 Uhr – war so eine. Dafür gab es für jeden eine Tüte aus dem Schweden-Urlaub der Chef-Familie: Elch-Salami, Marabou-Schokolade, Blaubeersaft und – schwedische Salzlakritz. Die verschenk ich.

Wenn Jonte am Himmel einen Hubschrauber oder ein Flugzeug erst hört und dann sieht, macht er mit den Armen die Bewegung nach. Das sieht wie eine Qi Gong Übung und wundervoll aus.

Kleiner Jonti … ich denk oft an ihn. Morgens und abends, zwischendurch und an trüben Tagen.

Beim Gongschlag 10 war ich heute auf der Terrasse, früh Feierabend. Die Frau von einem Paar hat sich nach dem Essen noch einen Espresso bestellt. Mit Zucker?, hab ich gefragt. Nein, ich will noch schön werden, hat sie gesagt. Das ist ein alter Spruch aus meiner Jugendzeit. Sie sind schön, hat sie noch hinterhergeschickt. Ach herrje, was reden Sie denn da?, hab ich gesagt.

Mittwoch, 28. Juli

Läuft nicht so rosig gerade. Zum einen seh ich meine Tochter auf unbestimmte Zeit nicht – zuletzt war ich in der Adventszeit da und Weihnachten war ich – wie jetzt zum Geburtstag krank. Wie gesagt, schade und traurig.

Das andere Ärgernis ist Guti-Gutshaus, nämlich der Dienstplan für August und der ist gar nicht guti. Erst sollte ich meine Wunscharbeitstage angeben, das hab ich gemacht mit Mittwoch und Donnerstag wöchentlich. Dann kam die Frage, ob ich auch samstags kann, da brauchen sie die meiste Unterstützung. Das ist mir schon klar – Grillabend, und das meiste zu tun und die längsten Schichten! Dann bin ich ihnen entgegegengekommen und hab donnerstags und samstags angeboten. Dann kam auch so der Plan und als ich gestern Abend nach Hause kam, wurde nochmal ein korrigierter geschickt. Das heißt, die Donnerstage wurden gestrichen – zugunsten der beiden neuen Aushilfen aus Ukraina, die sie so gut wie rund um die Uhr einsetzen. Damit komm ich natürlich nicht auf meine Stunden. Einerseits mehr Freizeit, andererseits finanzielle Einbuße. Mir sind schon kontinuierliche Schichten wichtig.

Wenn sie im September wieder weg sind und Jasmin noch ihre Ausbildung beginnt, darf ich dann 3 Tage pro Woche. Dazu hatte ich mich schon bereit erklärt, aber nicht unter diesen Umständen. Abwarten, wer weiß, was noch kommt …

Dienstag, 27. Juli

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch am Dienstag:

Die Gelassenheit schärft den Blick für das Wesentliche. Weisheit aus China

Kurz vor 6 und zum Glockenläuten war ich zurück. Das war eine der schönsten Geburtstagsfeiern bei Heidi im Garten, wenn auch nachgeholt, mit Michael, Tamina und Jonte. Was ich zum Telefongespräch mit Andrea geschrieben habe, liest sich leichter, als es war. Wir haben uns zwar ausgesprochen und es blieb nichts ungeklärt in der Luft hängen, aber ihr Standpunkt und auch der von Paul ist: Sie möchten mit Un-Geimpften keinen Kontakt, so hat sie es betont, aus Gründen der Sicherheit. Damit bin ich gemeint. Ich hab gesagt, ich akzeptiere das. Auch, wenn ich es traurig und schade finde und – ich meine Tochter gar nicht so kenne, mit Sicherheitsdenken.

Sonntag war ich mit Jonte bei Martina im Garten und da hat er sich auch so köstlich amüsiert, wie Sonnabend bei Heidi und Horst, und wir uns mit ihm – ein Wasserschlauch kann das schönste Spielzeug sein!

Als abends alle weg waren, hab ich meinen Kopf an den Birnbaum gelehnt – da hängt jetzt ein Schaukelsessel im Garten mit Blick auf das abgemähte Kornfeld – und gedacht: Glück hat mehr als einen Namen …

Bei dem, was ich mit Maik erlebt habe und was ich über ihn höre – wer kann sich da vorstellen, was in mir vorgeht? Ihm ist jede recht, solange sie sein unantastbares Herz nicht berührt.

Jonte kam, als das Leben anfing, mir keinen Spaß mehr zu machen – also wie geschickt. Er wird Montag, am 2. August, 2 Jahre!

Donnerstag, 22. Juli

Mit Silvia kamen wir auf dem M-Weg auch auf ihn zu sprechen bzw. sie hat gesagt: Was der mit seinen Frauen macht … und was die mit sich machen lassen, hab ich den Satz vollendet.

Lange Zeit war es ganz ruhig und still um ihn. Erst jetzt kommt wieder was zum Vorschein und mir zu Ohren.

Sonntag hab ich jetzt frei und kann nachher in Ruhe nach Rostock fahren und am Wochenende mit Michael, Tamina und Jonte im Garten meinen Geburtstag nachfeiern. Mit Andrea hatte ich heute ein verabredetes Gespräch am Telefon. Das war gut und ich freu mich, dass wir uns ausgesprochen und Missverständnisse ausgeräumt haben. Es ist ein beruhigendes Gefühl der Klärung und trägt zum liebevollen Verhältnis zwischen Mutter und Tochter bei.

Mittwoch, 21. Juli

Das waren zwei Tage Aktivurlaub, heute Abend schon wieder Guti-Gutshaus. Und dann am Sonntag wieder, da will ich sehen, dass jemand anders für mich kann. Morgen will ich nach Rostock fahren und bis Dienstag bleiben. Ich müsste sonst extra herkommen und Montag wieder hinfahren. Das wär umständlich. Ich hab den ganzen Juli meine Zweitwohnung noch nicht genutzt, erst 2 Wochen krank, dann arbeiten, ging immer nicht.

Neulich wären wir uns in Rostock beim Bäcker am Wasserturm fast über den Weg gelaufen ...

Das hab ich heute erfahren, bei Manuels Anruf. Er hat überlegt, wann wohl der beste Zeitpunkt ist, mir das zu sagen – und dann heute für gut befunden. Das war so: In der letzten Juniwoche war ich mit Martina, Manuel und Sandra dort beim Bäcker, wo wir so gut wie nie sind. Sandra und Martina wollten noch in die nahegelegene Gartenanlage und sich ein Sträußchen für ein Mittsommer-Ritual pflücken und unters Kopfkissen legen, das bringt dann den Herzensmann. Ich wollte sie nur begleiten.

Wir saßen eine Weile, da hab ich ein Motorrad gehört und gesagt, mit Maik hab ich mich hier auch mal getroffen … Der ist aber nicht hier, hat Manuel schroff geantwortet. In dem Moment hat er einen Anruf von einem Freund bekommen und ist vor die Tür gegangen. Und – so erzählt er mir heute – da kam Maik auf ihn zu. Er wollte seine Freundin abholen, die er seit 2 Jahren hat und die da beim Bäcker arbeitet. Da hat Manuel gesagt, dass ich auch da bin, und er soll lieber nicht reinkommen. Somit hat er verhindert, dass wir uns nach über 3 Jahren wiedersehen …

Ach, das war noch länger her. Eben war eine Mail im Posteingang – weßes M auf blauem Grund, von Mynja von Horoskop-Tarot: Ihr werdet wieder zusammenfinden, Anita

Ist schon seltsam oder magisch, was alles so im Hintergrund passiert. Damit mein ich nicht die Mail, die ist ohne Bedeutung.

Mit der Freundin läuft es wohl ganz gut, hat er mir noch erzählt. Ja, so läuft sowas, wohl ganz gut.

Das hat mich jetzt nicht aus der Bahn geworfen, wie es das früher getan hätte. Na klar, hat er eine Freundin. Er ist nicht wählerisch. Er nimmt alle – Frau Doktor, Kosmetikerin, Bäckereifachangestellte, wenn sie’s denn ist, es herrscht ja Fachkräftemangel. Das sind nur 3 – in 3 Jahren, von denen ich weiß.

Zu Martina hat Manuel gesagt, er will mir das aber nicht erzählen. Dazu ist er viel zu neugierig, wie ich darauf reagiere, als dass er es hätte sein lassen können.

Dienstag, 20. Juli

Müritz Nationalpark Weg – Im Land der Tausend Seen

Der Müritz-Nationalpark Weg ist der längste Wanderweg durch einen Nationalpark in Deutschland. Über die Hälfte des Weges verläuft auf unbefestigten, z. T. naturnahen Wald- und Feldwegen. Erleben Sie die Naturbelassenheit der Landschaft, die sich in vielen urwüchsigen Wäldern und geheimnisvollen Mooren von ihrer wilden Seite zeigt.

35 km anspruchsvolle Strecke waren es gestern und heute, Wie urwüchsig das ist, haben wir erlebt – auf Ufer-Wurzel-Wegen, Zuckersand-Wüsten-Wegen, gefühlt waren es 50 km pro Tag. Anspruchsvoll heißt anstrengend, zum Teil mit sich lang ziehenden Steigungen. Das sah gar nicht so aus, kurz vor Wesenberg. Dafür ging es heute schön bergab …

Anspruchsvoll, anstrengend – aber jede Mühe wert!

Der M-Weg ist nicht nur der längste Wanderweg durch einen Nationalpark in Deutschland – er ist auch der längste Wanderweg in meinem Leben – und der magischste. Ob M nun Müritz oder Maik heißt …

Montag, 19. Juli

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Aus der Stille werden die wahrhaft großen Dinge geboren. Thomas Carlyle

Das glaub ich auch.

M – Müritz Nationalpark Weg – Das bei Google eingegeben, ist es der 1. Eintrag: Müritz Nationalpark Weg (Fernwanderweg) – Wanderkompass. Da sind die 9 Etappen ausführlich und schön beschrieben.

Auf dem Nationalpark-Weg wandern Sie von Boeker Mühle zu den Boeker Fischteichen. Von einem Beobachtungspunkt bei Zartwitz können Sie mit etwas Glück Seeadler bei der Jagd sehen. Sie folgen weiter dem blauen M nach Babke. In dem Dorf lädt ein Café zu einer Pause ein. Der Weg führt Sie am Havelstein und dem Jäthensee vorbei nach Blankenförde. Sie durchwandern das Dorf mit einer alten Fachwerkkirche von Nord nach Süd und queren die Havel. Hinter Blankenförde tauchen Sie wieder in den Wald ein. Der M-Weg biegt nach circa 500 Metern von der befestigten Dorfstraße halblinks auf einen Waldweg

Das heute ist Etappe 3 – von der Boeker Mühle nach Wesenberg. 1 und 2 kenne ich schon und bin ich schon oft gefahren, liegt ja direkt vor der Haustür. Schön, dass Silvia und Detlef mitkommen. Ich bin dann mal weg … Mein Pilgerweg heißt nicht Jakob und ich muss dafür nicht weit fahren.

M Die Ausschilderung – das blaue M auf weißem Grund …