Dienstag, 17. Mai

Man trinkt Tee, um den Lärm der Welt zu vergessen. Tien Yiheng

Erstmal trink ich Kaffee, damit fängt der Tag an, Tee kommt später …

Birgit, Christa, Aniko und Sigi hier, Telefonat mit Martina und Dana – zum Haushalt komm ich gar nicht richtig. Ulla hat mich überreichlich mit Urlaubsfotos aus Süddeutschland gesegnet. Auf einem hat sie ein tolles rosa Wickeloberteil an, darin sieht sie richtig gut aus. Das hab ich ihr geschrieben: Das wollte ich noch anmerken. Was sie sonst trägt, sind diese unsinnig buntgemusterten Einheitsschnitt-quadratischen Teile, die unserer göttlich-weiblichen Figur Unrecht tun. Die werden von Frauenverunstaltern entworfen, sag ich immer – und leider auch produziert. Männer tragen kaum sowas, wenn sie nicht grade auf Hawai-Hemden stehen, um den Bauch zu kaschieren, was niemals gelingt. Jürgen, Ullas Ehemann und Vater meiner Tochter, sieht immer gut aus in seinen einfarbig schönen Hemden und Pullovern. Das will ich ihr noch irgendwie verklickern, ohne ihr zu nahe zu treten.

Für Männer gibt’s sowas gar nicht – außer bei Camp David. Da sind die Männerverunstalter am Werk. Aber nicht so schlimm, wie bei Frauen.

Montag, 16. Mai

Wohlfühlen – Gönn dir genug Zeit für dich und deine Gedanken. Verbringe mehr Zeit mit deinen Lieblingsmenschen. Mach, was immer dir guttut. Schaffe dir einen Wohlfühlort, an dem du Kraft tanken kannst. Achte auf ausreichend Schlaf und ernähre dich gut. Schaffe dir jeden Tag einen kleinen Glücksmoment, der dich strahlen lässt.

Da hab ich mal bisschen vorgeblättert im Kalender, das passt ganz gut zum Vollmond heute.

Meine erste Radtour in diesem Jahr, zum Mai-Vollmond. Ich hatte vergessen, wie wohltuend der Grünfilter der Blätter auf die Augen wirkt, wie lieblich es duftet … Die Fahrt um den Tiefwarensee ist ein Uferweg, rundrum. Einen Meter neben mir plätschert das sonnenglitzernde Wasser. Jetzt ist Zeit, dass ich das Jonte alles zeige – den magischen Wald, die majestätische Müritz und die kleinen Prinzen und Prinzessinnen – die kleineren Seen.

Vom 6. – 17. Juni hab ich 2 Wochen frei im neuen Plan von Guti-Gutshaus. Das schließt das Wochenende 11. und 12. 6. mit ein. Da lade ich Michael und Tamina mit Jonte ein. Dann kann Michael mir den Kindersitz auf’s Fahrrad bauen und los geht’s …

Sonnabend, 14. Mai

Niemand außer dir kann dich glücklich oder unglücklich machen. Martin Opitz, 1597 – 1639

Das ist wohl wahr, aber ist doch auch schön, wenn jemand mit dazu beiträgt. Früher war ich mal verliebt im Mai, hab ich gestern gedacht. Der zweite Gedanke war gleich, ob das nüchterne Feststellung oder resignierte Weltsicht ist. Lars hat wieder eine. Schatzi – ich sag immer Schatzi zu ihr, erklärt er mir gleich in verliebter Tonlage – heißt Bettina. Er hat immer eine am Start mit nur wenig Zwischenraum, manchmal nur Tage. Das ist nix, was Bestand hatte bis jetzt, aber mit der Hoffnung darauf. Ich hab in über 10 Jahren, wo ich jetzt hier bin, noch keinen kennengelernt. Ob es nun daran liegt, dass sich nichts ergibt, oder ob ich gar nicht will.

Freitag, der 13. Mai

Neues wagen – Wann hast du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Was hindert dich daran, das zu tun, was du möchtest? Welche Träume und Wünsche hast du? Frag dich nicht, ob es richtig ist. Spüre, wie du dich dabei fühlst. Trau dich und mach es.

Das war im Sommer vor 4 Jahren. Es war affenheiß, über 36 Grad, aber ich hab gedacht: Ich bin noch nie auf einem Kamel geritten. Das war in der Reitarena von Zirkus Busch, zusammen mit Aniko. Ich hab die Fotos noch.

Hochzeiten unten vor dem Rathaus – Freitag, der 13.!

Donnerstag, 12. Mai

Mach was Neues und lebe den Moment. Sei offen für Veränderungen in deinem Leben und verlasse öfter mal deine Komfortzone. Damit du deinen Tag bewusst erlebst, mach hin und wieder etwas anders als sonst. Denn wenn man neue Dinge sieht, schmeckt oder tut, ist man ganz im Hier und Jetzt.

Das kam wie gerufen – der Anruf von Guti-Gutshaus. Ich hatte schon gedacht, wär schön, wenn das heute ausfallen würde. Ich muss nicht unbedingt kommen, hat Bettina gesagt, ob das in Ordnung ist? Ach, schön! Die wuseln da alle in der Küche rum, hat Anja gesagt, da kann ich zu Hause bleiben. Ja, sollen sie mal machen …

Da sitz ich hier auf meiner Terrasse am Kirchturm mit dem Eiermond neben dem Schornstein – Vollmond ist erst Montag – und da fällt mir ein: Guck doch mal auf die Seite vom Sprachenzentrum der Uni Rostock, an dem meine Tochter seit Dezember Leiterin ist. Mein Gott … hätte ich nicht gewusst, dass es meine Tochter ist, ich hätte sie nicht erkannt. Das Sprachenzentrum, wie auch die Uni, verkörpert das Prinzip Schneller, höher weiter – aus dem ich schon lange ausgestiegen bin. Karriere – um welchen Preis? Zu ihrem Bruder und Tamina hat sie kaum Kontakt und Jonte hat sie erst zweimal gesehen, zur Geburt und zum zweiten Geburtstag. Sie hat auch ein schlechtes Gewissen deswegen und weiß auch, dass es eine Frage der Priorität ist, hat sie mir neulich am Telefon erzählt. So lange mach ich das für dich mit Jonte, hab ich gesagt. Zu mir besteht der Kontakt – nur selten und nur telefonisch seit Corona – weil ihr wohl unbewusst klar ist, dass, wenn es keine Mutter geben würde, es auch keine Tochter geben würde.

Mittwoch, 11. Mai

Welches Leben wünschst du dir für dich? Gib deinen Wünschen und Träumen genug Raum und nimm dir jetzt einen Moment Zeit, um deinem Herzen zuzuhören.

Am Kirchturm zurück … nimm dir jetzt einen Moment Zeit, um deinem Herzen zuzuhören. Jonte hat gestern herzzerreißend geweint und ließ sich gar nicht trösten, als Michael ihn abgeholt hat. Er wollte dableiben. Die Male davor hat er mich nur nachdenklich und traurig angeguckt durch die Autoscheibe. Nun hab ich die Wahl – nächste Woche mal zuhause saubermachen nach Mondkalender oder mit ihm eine schöne Zeit verbringen. Die Antwort hängt am Küchenfenster: Der Abwasch kann warten, das Leben nicht. Abwasch, Wischen, Putzen – ist alles eins. Die Zeit mit ihm ist endlich und unendlich kostbar. Klare Entscheidung.

Er spricht jetzt in der 1. Person – nicht mehr Jonti und Omanita, sondern ich und du. Und er will alles selber machen. Als wir nach dem Bauernhof-Spielplatz im Garten im Strandkorb am Teich essen wollten, hab ich gemerkt: Ach, da fehlt ja noch eine Gabel. Ich hol die, du bleibst hier. Dabei hat er mir seinen kleinen Zeigefinger direkt in den Bauchnabel gebohrt. Ein glückliches Leben haben wir beide.

Sonntag, 8. Oktober

Das Leben schrumpft oder dehnt sich aus, proportional zum eigenen Mut. Anaïs Nin

Es dehnt sich aus, ist aber noch dehnbarer – also es ist noch Luft nach oben. Eben war Birgit hier und wir haben uns gegenseitig einen wundervollen Muttertag gewünscht. Jetzt pack ich Sachen, um nach der Café-Schicht von Guti-Gutshaus gleich nach Rostock zu fahren. Frisör, Martina, Jonte! Was bin ich froh, dass ich, anders als geplant, nicht heute Abend arbeite. Wurde paar Mal umgestellt, weil Anja jetzt wieder gesund ist. Dadurch hatte ich gestern frei und bin heute nur am Nachmittag da. Die Sonne lacht und der Mai zeigt sich von seiner besten Seite …

Sonnabend, 7. Mai

Kein gutes Buch oder irgendetwas Gutes zeigt seine gute Seite zuerst. Thomas Carlyle

Die guten Seiten – heute ist Grüner Markt unten. Da hab ich bei der Frau aus Deven silberfarbene Blumenkästen mit Inhalt gesehen. Wenn ich die enorm gestiegenen Pflanzenpreise sehe und an Erde schleppen denke, nehm ich lieber zwei von ihren hübschen fertigen Kästen. Reicht mir für die Dachterrasse, neben dem, was den Winter überlebt hat. Und wird auch nicht teurer und macht vor allem keine Arbeit. Und schon zeigt sich meine Terrasse von der schönsten Seite.

Freitag, 6. Mai

Das Leben findet heute statt – Warte weniger, lebe mehr! Greif nach den Sternen, träume groß – aber fang jetzt damit an! Was möchtest du heute in einem Jahr erreicht haben?

Mein nächstes Lebensjahr. Achtsamkeit – im Hier und Jetzt sein, da kann es einem doch egal sein, was in einem Jahr ist …

Heute bin ich bei Birgit zum Freitags-Frühstück von Mitwelt vereint. Das ist jeden ersten Freitag im Monat. Sie sind bis jetzt 9 Mitglieder. Ich bin Freundin und Förderin des Vereins, kein aktives Mitglied. Auf mehr hab ich keine Lust. Das steht auch nicht in meinem Seelenplan. Darin steht JONTE – ganz groß.