Montag, 15. August

Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall. Friedrich Dürrenmatt

Seit Juli hab ich ein vereinfachtes Verfahren. Was tut mir gut? Was tut mir nicht gut? Damit ist es viel leichter und schöner geworden. Kompromisse dazwischen geh ich nur ein, wenn ich mich dabei auch wohlfühle.

Gestern hab ich alle Blumen auf der Terrasse in den Schatten gerückt und irgendwelche Behälter gesucht, damit sie im Wasserbad stehen und ein paar Tage Hitze überleben. Heute fahr ich nach Rostock, eigentlich bis Sonntag, aber vielleicht komm ich zwischendurch nochmal her. Das hängt davon ab, ob ich Jonte nach Bandelstorf holen kann.

Sonntag, 14. August

Was gestern noch die Formel für den Erfolg war, kann schon morgen das Rezept für die Niederlage sein! (Arnold Glasgow)

Es ist alles im Wandel …

Das Gute an gestern war, dass ich nach Feierabend, als ich zum See gefahren bin, um besonders meine Füße zu kühlen, gesagt habe: Jetzt hab ich erstmal 14 Tage frei!

Wenn wir hier schon so schön beisammen sind, hab ich gedacht – die Chefin war auch anwesend – kann ich auch gleich sagen, dass ich kündigen werde. Mein Bauchgefühl hielt das aber nicht für den richtigen Zeitpunkt. Zum Herbstanfang reicht auch noch, da enden Kreisläufe natürlich.

Sonnabend, 13. August

Wir werden vom Schicksal hart oder weich geklopft, es kommt auf das Material an. Marie von Ebner-Eschenbach

100 Prozent, 50 Prozent, 25 Prozent – heute ist Tag 3/3 von Guti-Gutshaus. Bei weiteren Anfragen außer der Reihe ist meine Antwort: Mit 2 Tagen die Woche bin ich voll ausgelastet. Zu Anja hab ich gestern gesagt, es tut mir zwar für euch leid, aber ich bin nicht dafür verantwortlich, den Personalmangel hier auszugleichen. Schon gar nicht in einer Hitzeperiode – da muss sie sich paar jüngere Mitstreiter suchen. Gemeint ist die Chefin.

Freitag, 12. August

Jede Fähigkeit kommt dadurch in Gefahr, dass man sie zu übertreiben sucht. Dschuang Dsi

Alles stellen wir bei diesem Vollmond im Wassermann auf den Prüfstand, was durchaus zu Trennungen und Kündigungen führen kann. Wir erkennen im Licht des Vollmondes, was nicht mehr stimmig ist, was sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich uns zu oft weitreichenden Konsequenzen verleitet. So werden Partnerschaften beendet oder man kündigt seine derzeitige Arbeit, weil man keine Erfüllung mehr in beiden Bereichen findet. An nötigem Mut fehlt es für einen Neuanfang zumindest nicht. Mondkraft Alpenschau

Donnerstag, 11. August

Ein immenser Schaden wird durch den Glauben angerichtet, dass Arbeit eine Tugend ist. Bertrand Russel

Ich halte Faulheit für eine Tugend, oder vornehmer ausgedrückt, süßes Nichtstun. Das praktiziere ich heute reichlich …

Ansonsten glaube ich, dass die Arbeit, die Bestimmung, Lebensaufgabe und Herzensangelegenheit ist, davon ausgenommen ist. Guti-Gutshaus ist nicht meine Aufgabe, hab ich mir gestern grad wieder gesagt.

Geh da weg, geh da weg, geh da weg – hör ich nur. Heute kam die Anfrage, wie es heute und morgen bei mir aussieht. Heute sowieso nicht, weil ich nicht auf Abruf verfügbar bin und morgen hab ich widerwillens zugesagt. Nur noch wenige Tage …

Mittwoch, 10. August

Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit. Wilhelm von Humboldt

Nach meiner Café-Schicht bin ich neulich noch zum See gefahren. Der ist 3 Kilometer entfernt in Lexow-Ausbau. Da ist eine schöne kleine Badestelle, die nicht so überlaufen ist. Ich schwimm immer ein ganzes Stück raus. Als ich umgekehrt bin, hab ich ein Schwanenpaar mit Jungen am Schilf gesehen. Wo kommen denn die auf einmal her? Da hab ich an Land schon Respekt vor, erst recht im Wasser. Erst gründelten sie in sicherer Entfernung am Schilfrand rum, dann fiel ihnen auf einmal ein, auf die andere Seite vom See zu wechseln und meine Bahn zu kreuzen, in nur gut 10 Meter Entfernung. Ich kann ausdauernd schwimmen, aber nicht schnell, nur schneller. Ich hatte noch ein ganzes Stück bis zum Ufer. So hab ich drauf vertraut, dass sie meinen im Wasser schwimmenden Kopf nicht als Gefahr für ihre Jungen ansehen. Was blieb mir weiter übrig …

Als ich zurück war, war mein Kollege Chris mit Frau und Tochter im Wasser. Die hatten das beobachtet. Da wurd mir aber anders, hab ich zu ihm gesagt.

Das Bild ist noch nicht vollständig. Auf der rechten Seite, ein Stück weg von mir, war ein Ruderboot. Ein Vater mit seinen beiden Söhnen beim Angeln. Die hatten gerade einen großen Hecht gefangen. Die Kinder waren ganz begeistert. Ich und Angeln – mir tat er leid. Der hätte noch ein langes, schönes Leben in seinem See führen können. Die ruderten mit ihrem Fang erst in Richtung Ufer, drehten aber dann wieder um. Ich hab schon überlegt, ob ich sie frage, ob sie mir die Schwäne vom Hals halten können. War dann aber nicht nötig.

Heute fahr ich wieder hin nach Feierabend …

Dienstag, 9. August

Es ist ein Grundirrtum, Heftigkeit und Starrheit Stärke zu heißen. Thomas Carlyle

Eben hab ich ein Mini-Abo der Zeitschrift Landlust für 3 Monate bestellt, an die Lieferadresse von Andrea und Paul. Ich hab das aktuelle Heft Am See neulich im Presseshop-Tabakladen gesehen. Heute ist mir eingefallen, es zu kaufen und Andrea zu schicken. Ich hatte ihr schon mal ein Jahres-Abo zum Geburtstag geschenkt. Ich glaub, sie freut sich darüber. Heute hab ich das 3 x Abo online gesehen und mich dann dafür entschieden. Kleine Freuden versüßen das Leben …

Nach meinem Engelgang durch die Stadt – da werd ich da hingeführt, wo es was besonders Schönes auch noch günstig gibt, wie neulich das Hängerchen-Kleid oder heute ein Paar hübsche Schuhe – mach ich erstmal Mittagsschlaf. Wie alte Leutchen eben – oder kleine Kinder. Das tut mir gut.

Montag, 8. August

Mag dir dies und das geschehn, lerne still darüber stehn, sieh dir selber schweigend zu, bis das wilde Herz in Ruh. Christian Morgenstern

Sternschnuppen-Nächte, Sonnenfeuer-Tage, Wassermann-Vollmond, Löwenportal-Öffnung – das sind die Geschenke für diese Woche …

Das ist auch toll – ich bin zum Kaffee und Grillen eingeladen und bekomm noch eine schöne Wundertüte geschenkt, hab ich gestern zu Dana gesagt. Da waren drin: Kneipp-Bad und -Dusche, Wohlfühl-Duftkerze, Land-Eier und Blaubeer-Marmelade.

Sonnabend, 6. August

Die Waage gleicht der großen Welt: Das Leichte steigt, das Schwere fällt. Gotthold Ephraim Lessing

Gestern war Guti-Gutshaus außerplanmäßig. Grund: Die Hütte brummt – hat sie auch. Dafür war es wie von Zauberhand ein reibungsloses und vor allem harmonisches Zusammenspiel von Kollegen und Gästen, was längst nicht immer so ist. Heute wieder regulär – sonnabends wird gegrillt. Hoff ich mal, dass der gute Einfluss noch anhält …

Heute Vormittag bin ich genüsslich über den Markt unten geschlendert und hab mir die Rosinen aus dem angebotenen Kuchen gepickt. Ich sichte das Angebot erst immer von oben aus dem Wohnzimmerfenster und kann dann gezielt vorgehen bzw. runtergehen. Erstmal was Schönes aus Messing für Martina, mehr kann ich dazu nicht schreiben, sonst weiß sie es. An dem Stand lag auch ein kleiner, ovaler Jade-Stein mit besonders schöner Maserung – hätte nicht sein müssen, just for fun! Den Betrag hab ich vom Gute-Laune-Rubbel-Los, das ich im Tabak- und Presseshop immer zur Stange Zigaretten dazukaufe, gleich erstattet bekommen. Und einen einfarbig himmelblauen Badeanzug gab’s an dem Stand auch für mich. Hatte die Marktfrau gestern für ihre Tochter gekauft, der ist er zu klein. Ich denke, mir passt er.

So – und warum ich überhaupt runtergegangen bin – war ein Geschenk für Dana zu finden, um es morgen zur Einladung zum Grillen mitnehmen zu können. Von oben hatte ich einen Stand mit Türkränzen und allerlei anderem aus Holz- und Naturmaterial gesehen. War aber nicht so das passende. Was aber ist das Passende, wenn … das Leben nicht leicht wie ein Schmetterling, sondern leicht wie ein seidener Faden ist, an dem es hängt. Schmuckstand – Edelstein und Edelstahl. Da hing es: Der Baum des Lebens als Anhänger an einem Band.