Karfreitag, 10. April

Ein Philosophieprofessor stand vor seinen Studenten und hatte ein paar Dinge vor sich liegen. Als der Unterricht begann, nahm er ein großes Mayonnaiseglas und füllte es bis zum Rand mit großen Steinen. Anschließend fragte er seine Studenten, ob das Glas voll sei. Sie stimmten ihm zu. Der Professor nahm eine Schachtel mit Kieselsteinen und schüttete sie in das Glas und schüttelte es leicht. Die Kieselsteine rollten natürlich in die Zwischenräume der größeren Steine. Dann fragte er seine Studenten erneut, ob das Glas jetzt voll sei? Sie stimmten wieder zu und lachten. Der Professor seinerseits nahm eine Schachtel mit Sand und schüttete ihn in das Glas. Natürlich füllte der Sand die letzten Zwischenräume im Glas aus. „Nun“, sagte der Professor zu seinen Studenten, „Ich möchte, dass Sie erkennen, dass dieses Glas wie Ihr Leben ist! Die Steine sind die wichtigen Dinge im Leben – Ihre Familie, Ihr Partner, Ihre Gesundheit, Ihre Kinder – Dinge, die – wenn alles andere wegfiele und nur sie übrig blieben – Ihr Leben immer noch erfüllen würden. Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge wie z.B. Ihre Arbeit, Ihre Wohnung, Ihr Haus oder Ihr Auto. Der Sand symbolisiert die ganz kleinen Dinge im Leben. Wenn Sie den Sand zuerst in das Glas füllen, bleibt kein Raum für die Kieselsteine oder die großen Steine. So ist es auch in Ihrem Leben – wenn Sie all ihre Energie für die kleinen Dinge in Ihrem Leben aufwenden, haben Sie für die Großen keine mehr. Achten Sie auf die wichtigen Dinge – nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder oder Ihren Partner, achten Sie auf Ihre Gesundheit. Es wird noch genug Zeit für Arbeit, Haushalt, Partys usw. bleiben. Achten Sie zuerst auf die großen Steine, sie sind es, die wirklich zählen. Der Rest ist nur Sand.

Jetzt fällt vieles andere weg. Die Geschichte hatte ich gespeichert, jetzt passt sie.

 

Donnerstag, 9. April

Solche vollmundigen Träume hab ich nicht jede Nacht, dass ich morgens gleich weiß, was ich schreiben soll. Doch der gestern war sowieso so einzigartig, dass ich ihn aufschreiben musste. Während ich heute denke, ob der Ostereinkauf bei Lidl, Bärlauch-Kohlrabi-Suppe kochen und den nach wie vor ungeliebten Abwasch erledigt zu haben, überhaupt der Rede wert sind … In vollmundig kann das u auch durch ein o ausgetauscht werden.

Eben hab ich im WhatsApp-Status meiner lieben Freundin und einstigen Kollegin Antje aus dem Großraum Rostock die Zahlenfolge 151970 gesehen als Tachoanzeige. Ich hab gleich geantwortet: Hallo liebe Antje! Wie originell, dein Geburtsdatum im Kilometerstand! Wie geht es Euch? Ich hoffe doch, unbeeindruckt von dem ganzen Rummel, bestens. Jetzt könnten wir schön unsere geplante Radtour machen, wenn das Wörtchen wenn nicht wär … Ich wünsch euch sonnige, geruhsame und bunte Ostertage mit herzlichsten Grüßen von der schönen blauen, urlauberfreien Müritz!

Sie hat auch umgehend geantwortet: … Unsere Radtour findet in diesem Jahr statt! Ich weiß übrigens, warum wir seit langem so tolles sonniges Wetter haben: Das kommt von eurem Jonte. Ein zuckersüßes Kerlchen! Sieht doch aus, wie sein Papa in klein … Das hab ich gleich den Eltern geschickt! Sie hat ihn in meinem Profilbild gesehen.

Eben haben 2 Männer unten geheiratet, mit eingeschränkter, ausschließlich weiblicher Gästeschar. Vorgestern war auch eine Hochzeit im kleinen Corona-Kreis. Musiktitel dazu: Warum hast du nicht nein gesagt? Witzig, oder?

Mittwoch, 8. April

War das mal schön ruhig gestern, wenn auch ungewöhnlich: Nicht eine WhatsApp den ganzen Tag. Dafür heute 14 – das muss ein Empfangsloch gewesen sein, die kamen alle mit Verzögerung an. Von mir aus schreib ich meistens nicht, ist ja auch gerade nichts los. Kosmische Funkstille …

Ich hab ein bisschen die Terrasse aufgeräumt und den zweiten Teil Von der deutschen Sprache ihrem Niedergang zu Ende gelesen, war köstlich! Dazu hab ich auch was. Am Verkaufswagen vom Fischstand, der regelmäßig auf dem Markt ist, steht: Jedes letzte Wochenende im Oktober Sonntag Frauenfischen – Hab ich das jetzt richtig verstanden?

Abends bin ich mal die Entwürfe durchgegangen und hab 55 davon gelöscht. Da sind vier übriggeblieben. Die streu ich mal ein, wenn es passt oder mir nichts anderes einfällt. Das war was, was ich mal schreiben wollte, dann aber nur gespeichert habe. So zum Beispiel wie diesen Spruch hier:

„Ich glaube, daß kein Mann jemals ein rechtes Leben gelebt hat, der nicht durch die Liebe einer Frau gebessert, durch ihren Mut gestärkt und durch die Weisheit ihres Herzens geführt worden ist.“ John Ruskin, 1819 – 1900

In der Nacht hab ich geträumt; ich war in einer ganz anderen Welt. Einem Märchenland mit einem Schloss in krafvollen Farben, das immer größer wurde – immer neue Innenhöfe und Räume – dann hat es sich um Dimensionen vervielfacht und wurde dann wieder eins. Es gab Säle mit magischen Spiegeln, ein Prinz, die Hauptperson, war bei mir und hat mir geheimnisvolle Dokumente überreicht – auch ganz bunt und verziert, in einer verschnörkelten alten Schrift und teilweise verschlüsselt, doch ich konnte alles gut lesen und erkennen. Darunter war auch eine Reiseroute für meine Rückkehr, die er nochmal überarbeitet hat, wie er gesagt hat. Sowas hab ich noch nie gesehen und doch war es ganz real …

 

Dienstag, 7. April

Gestern hab ich mit viel Liebe ein Osterpäckchen für Michael, Tamina und Jonte gepackt und beim dritten Versuch, zur Post zu gelangen, auch abgeschickt. Die Filiale liegt etwas abseits vom Markt hinter einem Tordurchgang zum Fischerhof. Die Leute standen in der Entfernung, die sie für den Sicherheitsabstand von 1,50 m hielten, fast bis zur Straße, da immer nur 2 gleichzeitig rein konnten. Zweimal bin ich wieder gegangen, beim dritten Versuch am Nachmittag hielt ich es dann für zumutbar, mich anzustellen. Als ich alles schön verpackt hatte, hab ich gesehen, dass ich die kleine Windmühle, die ich vorher noch bei Rossmann für Jonte gekauft hatte, vergessen hab mit reinzulegen. Dann bekommt er die später.

Frühling, mit sommerlichen Temperaturen! Zum ersten Mal in diesem außergewöhnlichen Jahr geh ich barfuß und schlaf wieder mit offenem Fenster.

Wie schön war Mai als Kind, als heranreifendes Mädchen … Daran erinnere ich mich wieder – erst Kniestrümpfe, dann Söckchen, Sommerkleider, Blüten, Düfte, Sonne, Vögel, blauer Himmel, Käfer, Gras – ich kann es fühlen. Wie reich ich beschenkt bin mit allem. Und bei dem, was ich mir so gewünscht hab, hab ich eine kleine Änderung mit großer Erleichterung eingefügt: Irgendwann hab ich durch irgendwie ersetzt. Irgendwie wird es so kommen … So, wie jedes Jahr nach dem Winter der Frühling kommt, natürlich, von ganz alleine.

Jetzt ist er etwas unvollkommen, weil ihm ein k fehlt …

 

Montag, 6. April

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Die kleinen Freuden aufpicken, bis das große Glück kommt. Und wenn es nicht kommt, dann hat man wenigstens die kleinen Glücke gehabt. Theodor Fontane

Die schöne Herzchakra-Göttin lächelt mich vom Bild neben dem Fenster magisch an, denn die aufgehende Sonne fällt genau auf sie und lässt sie erstrahlen.

Das Poster hab ich mir mal aus USA bestellt. Das fällt mir ein, weil ich eben einen Aufruf von dort habe. Und einen aus Deutschland, jeden Morgen. Wenn ich den Laptop anschalte, ist einer schon vor mir da.

Heute mach ich die Terrasse fein, aber vorher noch Einkaufen. Ich hatte nur noch Marmelade zum Frühstück. Wie viele haben gar kein Frühstück …

Analytisches Denken fällt uns heute leicht. Man sollte bei Entscheidungen deshalb nicht der sogenannten Vergangenheitskosten-Täuschung verfallen. Das bedeutet, dass man oft in unguten Situationen, sei es im Beruf oder in der Partnerschaft, verbleibt, weil man so viel an Zeit und Mühen investiert hat. Natürlich gibt es manchmal gute Gründe, nicht aufzugeben. Aber was man schon investiert hat, sollte die Entscheidung darüber, ob man abbricht, nicht beeinflussen. In allem das Gute zu sehen, zu erkennen, dass alles im Leben für und nie gegen einen geschieht, ist ein zentrales Geheimnis und hilft uns, den nächsten großen Schritt nach vorn zu wagen.

Mondkraft Alpenschau mit Mond in Jungfrau von heute.

Auf einmal sind 19 Grad … Heut hab ich mir – für Ostern – ein Überraschungsei in Hasenform gekauft. Ohne langes Schütteln wie sonst, hab ich beherzt zugegriffen. Da ich bei Abwarten nicht die größte Geduld habe, hab ich gedacht, heute ist ein guter Tag dafür. Spiel, Spaß und – Überraschung: Zwei leuchtende Vögelchen auf einer grünen Brücke. Vier Teile – es hat eine Weile gedauert, bis ich die zusammen gefriemelt hatte. Jetzt freu ich mich!

Sonntag, 5. April

Nach zwei Wochen merk ich jetzt nochmal einen Unterschied – zwischen zur Ruhe kommen und richtig zur Ruhe kommen. Da hört auch das Plappern im Kopf auf. Meine durchschnittlichen Wörter pro Beitrag sind von 220 – wird angezeigt – auf unter 200 gesunken. Bei Gedanken, die ich sonst aufgeschrieben habe, folgt gleich: Nicht wichtig …

In meiner Antwort auf den Kommentar heute hab ich das nochmal näher erklärt.

Wieder ein bezaubernder Sonnenuntergang …

Ich weiß nicht, was ihn bewogen hat, das so lange aufrecht zu erhalten. Jetzt bin ich wieder so wie ich bin, ohne ihm gefallen zu wollen. Und vor allem ohne Angst, dass ich ihn verlieren könnte.

 

Sonnabend, 4. April

In unserer lebhaften Wohngemeinschaft ist es ruhig geworden seit dem Auszug von Christine mit Bjarne und Frankie. Es fehlen Kinder im Haus …

Vorher ist mir das nicht so aufgefallen, da hatte ich durch Guti-Gutshaus reichlich Kontakt mit allen Altersgruppen von ganz klein bis groß. Irgendwas ist anders jetzt, hab ich gedacht, und dann bin ich drauf gekommen. Sogar Ostern bleibt diesmal kinderlos und ohne bunte Eier!

Ein traumhafter Sonnenuntergang in meinem Wohnzimmerfenster … Korona ist die äußere Schicht der Atmosphäre der Sonne. Es ist doch makaber, was hier abläuft, mit dem Namen auszuzeichnen. Egal ob mit K oder C, den weiblichen Vornamen, der es auch ist, kann man in beiden Varianten schreiben.

Freitag, 3. April

Morgendliche Polit-Diskussion mit Lars auf der Terrasse. Wie kann man so schwarz sehen und pessimistische Zukunftsprognosen haben? Und das mit Anfang 40 … Wogegen ich überzeugt davon bin, dass das eine Wende zum Guten einläutet – neues Zeitalter. Na, ich lass dir deinen Glauben, sagt er.

Diese Krise kann mich auch nicht erschüttern. Ich hab schon andere erlebt …

Donnerstag, 2. April

Kaffee um 4 Uhr morgens … In der Nachbarschaft links und rechts ist es ruhig. Bei Lars ist es dunkel, das heißt, er ist nicht da, sonst brennt immer Licht. Ich vergess immer seine Schichtzeiten, die er mir sagt. Die wechseln alle paar Tage. In der Wohnung nebenan macht die Waschmaschine mal Pause, sonst läuft sie fast rund um die Uhr …

4 Uhr nachmittags – heute konnte ich keine Gesellschaft gebrauchen, außer meiner eigenen. So hab ich Sigi, die zum Käffchen kommen wollte, auf Morgen gelegt. Ein Tag Ruhe – kein Telefon, kein WhatsApp – und schon fühl ich mich erfrischt nach meiner Reise in meine Krebswelt, die auch immer Nächte in gewaltigen Traumdimensionen enthält. Dafür hab ich mich mal wieder den Karten gewidmet und Yonanda la Tura auf Youtube entdeckt. Sie hat den Kanal erst seit Januar und legt nur mit Tarot, Lenormand und Kipper – ergänzt mit Runen. Bei jedem Karten-Reading lernt man auch den Werdegang und die Persönlichkeit der Kartenlegerin kennen. Bei ihr finde ich das besonders interessant und ihre Art und Weise hat mich gleich sehr angesprochen. Die Chemie stimmt zwischen uns, was wichtig ist, damit ich auch was von ihr empfangen kann. Was sie noch wohltuend von der Masse abhebt: Sie hat keinen Shop, in dem sie Produkte anpreist, und bietet auch keine privaten Legungen und Termine an. Hauptberuflich ist sie Heilerin – Kartenlegen Hobby.

In ihrer Kanal-Info steht: Bedenke stets: Die Karten sind ein guter Diener, aber ein schlechter Herr. Hajo Banzhaf – Seh ich auch so.

 

Mittwoch, 1. April

Heute bin ich davon wach geworden, dass ich mich hab sagen hören: Ja, ist in Ordnung. Im Traum. Ich wüsste gerne, wozu ich Ja gesagt habe, kann mich aber nicht erinnern. Der Vorspann fehlt mir … und ist mir auch nicht wieder eingefallen.

Mittags war Tine Schwesterchen überraschend hier. Das war schön. Nur der Grund war weniger schön. Sie war heute zur Kontrolle beim Zahnarzt, nachdem er ihr gestern 4 Zähne gezogen hat! Jetzt hat sie oben ein künstliches Gebiss-Provisorium, bevor es eine Verbindung aus Brücke und Implantaten wird. Da bin ich ja noch gut dran mit nur einem Zahn und selbst da zähle ich schon die Tage, bis ich den Fremdkörper los werde im Mund, und die sind lang, wenn es sich um ein halbes Jahr handelt. Nie kam mir eine Zeitspanne so unendlich vor. Nicht mal die viel längeren Zeiten des Schweigens mit Maik.

Jetzt abends überlass ich mich dem gefühlvollsten Mond von allen – damit ist der Mond im Sternzeichen Krebs gemeint – weil ich merke, wie er mich wegspült. Ich seh unser erstes Treffen – wie ein Film, der am Ende des Lebens abläuft, wie gesagt wird. Wozu nur?

Halb 8 – jetzt läuten wieder für 5 Minuten die Glocken von beiden Kirchen, seit 2 Wochen schon …