Heute ist Donnerstag, der 1. Oktober

Ich hab mich verliebt! In den 3 Tagen in Rostock mit Katzen-Sitting bei Martina war ich auch einen Nachmittag bei Tamina, Michael und Jonte und gestern vor der Rückfahrt bei Andrea und Paul. Ich hab schon länger gedacht, es wär schön, mehr in ihrer Nähe zu sein. Bezahlbare Wohnungen im Zentrum von Rostock sind so gut wie aussichtslos. Außerdem macht meine Wohnung hier schon ein Drittel des Einkommens aus. Trotzdem hab ich abends, als ich zurück war, gleich gegooglet. Es hat eine Weile gedauert, aber dann hab ich gefunden, was ich mir vorstelle:

Liebevoll eingerichtete Wohnung auf dem Lande – in Bandelstorf, kurz vor Rostock, 1 Zimmer mit offener Küche, möbliert, 20 Quadratmeter, mit Dusche, Einliegerwohnung in EFH, der idyllische Garten kann genutzt werden, PKW-Stellplatz vor dem Haus, Pauschalmiete 310 €, Kaution 100 €, ab sofort verfügbar …

Dazu 8 Fotos und als ich die gesehen habe, hab ich mich sofort verliebt. Die Frage der Finanzierung wär dadurch gelöst, wenn ich auf Zigaretten, die mir sowieso nicht mehr schmecken seit Menthol-Glimmstängel vom Markt sind, verzichte. Ich ruf da heute gleich mal an und wenn sie noch frei ist, nehm ich sie …

Die Idee kam mir in Martinas Küche.

Mittwoch, 30. September

Zu Mittag bin ich zu Bäcker Nowak am Wasserturm gegangen, in der Nähe von Martina. Da hab ich mich mal mit Maik getroffen. Wenn er heute zufällig da wäre … Nein, ausgeschlossen! Doch irgendwie hat das Universum meinen Besuch der Gedenkstätte doch zu würdigen gewusst oder zumindest zur Kenntnis genommen: 1 Bowu ohne Brötchen, 1 Earl Grey, 1 Tüte Schoko Cookies für Andrea und Paul, macht 6,60! MA 66 ist mein Autokennzeichen …

Montag, 28. September

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

ERWARTE NICHTS. HEUTE. DAS IST DEIN LEBEN. Kurt Tucholsky

Keine Resonanz zu dem Spruch, ich versteh den Zusammenhang gar nicht.

Als ich nach meinem Babybrei-Mittagsschlaf gestern aufgewacht bin, war es 18:18 Uhr und ich wusste nicht, ob es morgens oder abends ist. Das war ein betrübter Sonntag mit Regen und so hab ich mich wenigstens richtig ausgeschlafen. Um 8 fahr ich nachher los nach Rostock …

Manuel hat morgen Geburtstag, vielleicht frühstücken wir ja zusammen oder gehen abends Essen.

Mittwoch Abend komm ich zurück, dann gehts hier weiter …

Sonntag, 27. September

Hast du Angst vor dem Tod?“, fragte der kleine Prinz die Rose. Darauf antwortete sie: „Aber nein, ich habe doch gelebt, ich habe geblüht und meine Kräfte eingesetzt, so viel ich konnte. Und Liebe, tausendfach verschenkt, kehrt wieder zurück zu dem, der sie gegeben. So will ich warten auf das neue Leben und ohne Angst und Verzagen verblühen.“

Ja, genau so. Der Kleine Prinz und seine Rose kamen in der Trauerfeier-Rede, die ein Freund für Bernd im Ruheforst gehalten hat, zu Wort. Familie, Tam und viele seiner vielen Freunde haben sich gestern von ihm verabschiedet, alle im Glauben, es ist kein wirklicher Abschied. Es war mehr Feier als Trauer, ganz in seinem Sinn. Das hätte ihm gefallen, oder hat ihm gefallen, kann ich wohl sagen. Ein anderer Freund hat auf der Gitarre To love somebodygespielt, als Einleitung. Wir haben den Refrain mitgesungen. Da, in dem Moment, wehten sachte Blätter von den Bäumen …

Er hat das Zeitliche gesegnet, ist ein schöner alter Ausspruch für das Gehen von dieser Welt. Wenn wir mal so eine Abschiedsfeier haben, hab ich zu Sigi gesagt, können wir uns glücklich schätzen.

Ich hab Appetit auf was Süßes, ohne mich anziehen zu müssen und zum sonntagsgeöffneten EDK zu gehen. Das einzige, was ich vorrätig habe, ist ein Gläschen Hipp Mango-Bananen-Grieß ab 6. Monat, das mal für Jonte bestimmt war …

Sonnabend, 26. September

Um halb 2 fall ich ins Bett, um Mitternacht war ich zuhause. Nicht die gastronomischen Leistungen schlauchen so, sondern die Befindlichkeiten der Kollegen …

Jasmin ist um halb 9 nach Doppelschicht gegangen, weil sie anschließend gleich in Dänemark-Urlaub gefahren ist. Von da an hat Fritzi 3 Stunden sein gesamtes Sexleben vor mir ausgebreitet. So einen Mann hab ich, hab ich gedacht, und es ist sehr aufschlussreich, was du mir erzählst.

Wann hat man schon mal so die Möglichkeit zu hören, wie ein Mann tickt. Er hat mir alles erzählt, vom ersten Mal bis jetzt, über einen Zeitraum von 10 Jahren. Warum er was angefangen und beendet hat, und was er dabei gefühlt und gedacht hat. Gefühlt war weitaus weniger, eigentlich gar nichts. Der Hauptteil war die bildhafte Schilderung von Sex.

Müde aufstehen um 8, um 11 ist Beerdigung von Bernd … und um 17:00 Uhr schon wieder Guti-Gutshaus, der letzte Grillabend dieses Jahr.

Freitag, 25. September

Um 5 Uhr Regen erwartet, zeigt das Handy-Display an. Jetzt ist es 4 … Aufgewacht, unruhig geschlafen, wirre Träume – unter anderem war ich Flugbegleiterin – da kann ich auch aufstehen und mich mit einem Kaffee an den Laptop setzen. Den Kaffee-Nachmittag gestern hab ich ausfallen lassen und auf nächste Woche verschoben und dafür lieber Buch und Couch vorgezogen.

Jonte kann alleine laufen, nicht mehr an der Hand! Michael hat gestern ein WhatsApp-Video geschickt. Das sieht so lustig aus, wie er los rennt und mit vorgestreckten Armen den Halt ausbalanciert. Kleiner Stolperbaustein im Weg, er schwankt, aber hält sich wacker. Er marschiert schon durch die ganze Bude.

Jetzt ist es halb 5 und es regnet …

Übern Markt stapft ein Kinderregenschirm mit blauen Gummistiefeln, an der Hand der Mutter. Das seh ich beim Frühstücksblick aus dem Fenster. Es gießt wie aus Kannen. Wärme und Geborgenheit – gleich wieder ins Bett …

Donnerstag, 24. September

Heute ist ein Tag zum Zuhausebleiben und Ausruhen. Sigi kocht Mittag und nachmittags gibt’s dann bei mir Kaffee mit ihr und Christa …

Das war nochmal richtig Sonnen-Vitamine tanken gestern. Heute frier ich wieder bei 14 Grad. Wärme und Geborgenheit sind mein Lebenselixier, deshalb lieg ich um 10 noch im Bett. Meine Haut prickelt und brennt, wie durch Berührung von unsichtbarer Hand …

Mittwoch, 23. September

Wollen wir noch ein Bier trinken gehen?, hat Gabi gestern nach dem Schlösser-und-Gutshäuser-Vortrag gefragt. Das haben wir gemacht und uns an der Strandbar den traumhaft schönen Sonnenuntergang an der Müritz angesehen, umgeben von Leuten, die das Schauspiel fotografiert haben.

Die paar Jahre, die ich noch hab hier, da freu ich mich, wenn öfter die Sonne scheint, als es regnet. Mit dem Gedanken bin ich heute aufgewacht …

Keiner weiß, wie lange er noch hat hier, also nochmal: Die Tage, die ich noch hab hier, da freu ich mich, wenn öfter die Sonne scheint, als es regnet.

Ich fahr mit Gabi mit dem Rad nach Klink und Sietow, bei allerschönstem Wetter. Treff um halb 11 …

Um 7 zum Sonnenuntergang waren wir zurück. Zu zweit macht alles doppelt Spaß. Der Himmel hatte ein Einsehen und hat mir eine Freundin für gemeinsame Unternehmungen geschickt. Das war ein ganz herrlicher Tag!

Dienstag, 22. September

Ein Tag ist vom Wetter her so schön wie der andere, noch über 20 Grad und sonnig, nur früh und abends kalt. Ich spür schon die Umstellung auf Herbst im Körper. Viel schlafen, gut essen, mäßig bewegen. Wie in der Natur – runterfahren auf Ruhephase. Alles langsam und ohne Eile …

Sonntag und Montag war Ruhetag – heute mach ich mal einen Spaziergang durch die Stadt und am Wasser entlang. Abends treff ich mich mit Gabi und eventuell auch Sabine zum letzten Vortrag der Reihe Sehen und entdecken – Schlösser, Guts- und Herrenhäuser. 17 Uhr ist bei mir schon abends. Und dann will ich mich heute anmelden zu einer Tour mit dem Ranger am Donnerstag in Schwarzenhof im Nationalpark: Hirschkonzert am Ostufer der Müritz. Die gibt es für Frühaufsteher um 05:30 Uhr und abends um 17:30 Uhr. Länge 6 km – das reicht mir auch. Ich hab mich für abends entschieden, weil es da noch hell ist. Die Vor-dem-Aufstehen-Tour lass ich mir für nächstes Jahr. Ich wär ja lieber spontan hingefahren, aber: Anmeldung 2 Tage vorher erforderlich!

Denkste!, kein Platzhirsch-Konzert. Die Tour ist sehr beliebt und seit Wochen ausgebucht, hat der Ranger vom Nationalparkamt mir heute am Telefon erzählt. Na, dann nehm ich die Frühvorstellung – auch nicht, alles voll, denn sie dürfen immer nur 10 Leute mitnehmen, aus den bekannten Gründen. Ist ja unglaublich … Dafür ist wenigstens der Vortrag heute gesichert, mit weniger Interessenten.