Mittwoch, 27. Januar

Die Müritz ([ˈmyːʁɪts]; wohl von slawisch „kleines Meer“, vgl. niedersorbisch mórjo, polnisch morze, „Meer“) ist ein See innerhalb der Mecklenburgischen Seenplatte im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist der größte See, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt. Der Bodensee ist zwar größer, an ihm haben aber auch Österreich und die Schweiz Anteile.

Die gesamte Müritz ist Bestandteil der Bundeswasserstraße Müritz-Elde-Wasserstraße[2] mit der Wasserstraßenklasse I; zuständig ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lauenburg.

Im Osten grenzt an den See der Müritz-Nationalpark an, Deutschlands größter terrestrischer Nationalpark.

Wikipedia-Geografie, etwas umständlich ausgedrückt. Also: Die Müritz ist mit rund 118 Quadratkilometern der größte Binnensee Deutschlands, der Müritz-Nationalpark mit einer Fläche von 318 Quadratkilometern der größte Nationalpark Deutschlands. Hier lebe ich.

Dienstag, 26. Januar

Das beständige Leben im Zimmer wird bald zur kränkelnden Vegetation. Wer Kraft und Mut und Licht mehren will, gehe hinaus in die Elemente. Johann Gottfried Seume

Es ist schon früh um 4 zu sehen, dass das ein schöner Wintertag wird. Der Mond steht über den Dächern am Markt und meiner raureifüberzogenen Terrasse. Ich geh jeden Tag hinaus in die Elemente, wenn es nicht gerade zu ungemütlich ist und mein Buch aus dem Reich der Mitte mich mehr fasziniert. Die Müritz samt Himmel und Wald ist manchmal ein schönes Pastell-Aquarell, und manchmal ist sie unsichtbar und gar nicht da und nur ein Nebelmeer.

Heute beim Spazierengehen fielen dicke Schneeflocken – die Bestätigung von heute früh.

Sonnabend, 23. Januar

Ernährung – ich verwende viel Zeit mit Alternativen, Richtung vegetarisch-vegan. In letzter Zeit hab ich viel Ballast in Form von Gewicht verloren – einfach, weil mir der Appetit vergangen ist. Allein zu Käse mit mikrobiellem Lab und Milchtierhaltung und zum Thema: Warum werden Kälber nach der Geburt von den Kühen getrennt?, kann man ganze Abende im Netz verbringen. Was kann ich denn noch essen, ohne im Leben und im Sterben furchtbar gequälte Tiere auf dem Gewissen zu haben? Nicht nur das. Den ganzen Sündenfall von Chemie und genmanipuliertem Futter, mit dem sie ernährt werden, will ich mir auch nicht einverleiben.

Ja, und vegan? Jonti liebt Gurken, hat Tamina gesagt. Im Januar gibt es keine Gurken in Deutschland, klimamäßig. In einem Forum, in dem ich mich über heutige Kinderernährung informiert habe, stand: Es wird davon abgeraten, Kleinkindern Gurken zu essen zu geben, weil sie dermaßen schadstoffbelastet sind. Tomaten gibt es auch nicht im Januar – die Sauce für seinen Brei war aus dem Glas von Alnatura.

Zweiter Punkt: Auf Youtube hab ich ein Video gefunden: Die Corona Krise aus schamanischer Sicht von Shamanic Medicine

Darin wird gefragt, was habe ich mit der Krise zu tun und was hat sie mit mir zu tun? Er sagt, das findet man nicht an einem Dienstag Nachmittag zwischen 3 und 4 raus – das erfordert Rückzug. Worum geht es bei der schamanischen Sicht auf Corona? Um 3 Themen – erstens Tod und Umwandlung, zweitens Rückzug und Reflexion, drittens um Lunge – Austausch.

Hier geht nichts mehr weiter, sage ich oft vor mich hin. Dann finde ich so ein hilfreiches und anregendes Video. Es will nicht belehren, es möchte eine Inspiration sein, sagt er, um mögliche größere Zusammenhänge im Hinblick auf das schamanische Weltbild der Qèros zu erkennen. Als Nachfahren der Inkas gelten sie als Bewahrer des alten Wissens und gehören zu den am meisten respektierten Mystikern der südlichen und zentralen Anden. (Inka World)

Am Ende des Videos ruft er auf: Lasst uns unsere Energie dort hineinbringen, in das Positive, in das Glücksverheißende, in das Lebensbejahende Das wäre ganz wunderbar, wenn wir da 2, 3, 4, – Millionen Menschen finden, die das tun!

Freitag, 22. Januar

Gestern hatte ich das drängende Gefühl, mich bei Tamina, Michael und Jonte zu melden und hab ihnen eine Sprachnachricht und ein Foto von mir und dem freundlichen Teddybär von Martina geschickt, der bei mir im Wohnzimmer sitzt und gute Laune verbreitet mit seinem Lächeln. Was soll Jonte denken von seiner Oma, die mal da ist und dann lange wieder weg. Tamina hat geantwortet, er hat gleich gewusst, wer da spricht und sich gefreut. Der Bär war ihm erst nicht geheuer, aber dann hat er mich erkannt … Darüber hab ich mich gefreut.

Nachmittags beim Spaziergang hab ich eine Weile am Hafen auf der Bank an der Müritz gesessen, über der die Sonne stand, und dem Wellenplätschern zugesehen und -gehört. Schade, ich hatte das Handy nicht mit, sonst hätte ich ein kleines Video aufgenommen und ihm geschickt. Das hätte ihn fasziniert.

Ich hab Jonte noch nie kauen sehen, er schiebt sich das Essen in den Mund und weg ist es. Als ich ihm eine kleine Banane in Scheiben geschnitten hab, hab ich gedacht, er schafft bestimmt noch eine. Als ich mit dem Nachschub zum Tisch kam, hab ich gefragt: Wo ist die Banane? Als ich das Michael erzählt habe, hat er gesagt: Ja, die ist schneller weg, als man schneiden kann …

Er isst fast alles – nur meinen Kartoffelpott Grünkohl meets India wollte er nicht, keinen Bestandteil davon. Hat er alles mit verächtlicher Miene wieder ausgespuckt.

Dafür hab ich ihm einen schönen Brei aus Gartenkartoffeln, Tomatensauce, Kräuterfrischkäse und Rosmarinbutter gekocht. Davon ist nichts übriggeblieben, den hat er restlos weggeputzt.

Donnerstag, 21. Januar

Ich denk daran, wie schön es mit Jonte und meinen Kindern war, als ich da war. Schöne Erlebnisse und Erinnerungen daran sind ein Quell der Freude. Ganz besonders jetzt … Meine Freunde gehören auch dazu.

Als ich ihn abholen wollte, musste er mir erst unbedingt noch zeigen, wie er einen Turm bauen kann. Dann ist er zielgerichtet in seine Spielzeugecke marschiert, um den Karton mit seiner Eisenbahn rauszuzerren, um sie mir vorzuführen. Oh nein, Jonti!, hat Tamina gesagt. Oh doch … Erst dann konnten wir fahren, aber eine Omi hat ja ganz was wertvolles – Zeit.

Er weiß ganz genau, was er will und kann auch furchtbar wütend werden, wenn es nicht klappt. Das hab ich abends erlebt, als ich ihn zurückgebracht habe. Oha, hab ich gedacht, er kommt nach Papa, Opa und Uropa.

Manchmal guckt er unvermittelt so unendlich traurig in die Ferne, da weiß ich, er ist ganz woanders. Ich hab ihm sanft über den Kopf und seine weißen Haare gestrichen und gesagt: Du lieber Engel, du bist so einen weiten Weg hierher gekommen. Ich geb ihm sicheres Geleit …

Mittwoch, 20. Januar

Ich umgeb mich mit schönen Dingen und leg viel Wert auf Ästhetik. Ein Radiowecker ist nicht nur unnütz für mich – ich fand die auch schon immer extrem hässlich. Jetzt freut Lars sich darüber, er sagt, er kann ihn gut gebrauchen – statt Handy als Wecker.

Das einzige bei mir, das nicht unbedingt schön, aber nützlich ist, ist mein Laptop mit Extra-Tastatur, denn mit der vom Laptop kann keiner was anfangen, der mit 10-Finger-System schreibt. Und da ich innig mit ihm verbunden bin, ist er in meinen Augen auch schön …

Die Vermieterin von dem Ferienhaus ist eine Fotografin aus Essen. Sie hat sich für mein Interesse bedankt und geschrieben, sie hat ein Dienstleistungsunternehmen gefunden und arbeitet nun mit dem zusammen. Auch gut, ich war erleichtert und hab ihr viel Erfolg in hoffentlich bald gastfreundlicheren Zeiten gewünscht. Damit bleibt mir Guti-Gutshaus mit meiner derzeit passiven Tätigkeit erhalten.

Dienstag, 19. Januar

Gestern war nur die Beständigkeit der Kirchturmglocken erwähnenswert und mein Montagsgebet, weil mich so die allgemeine Stimmung erfasst hat.

Am Nachmittag hat sich noch urplötzlich mein Laptop von selbst ausgeschaltet, obwohl kein Stromausfall war, und ging nicht mehr an. Um 3 kam Lars von der Frühschicht nach Hause und als er es versucht hat, ging er wieder, als wär nichts gewesen. Bei mir war nichts zu machen.

Überraschung! Eben hat der DHL-Bote geklingelt, um ein Päckchen für Lars abzugeben, kabelfreie Bluetooth-Kopfhörer. Er hat ihn gestern nicht angetroffen, seine Handy-Nummer hinterlassen und als Lars ihn zurückgerufen hat, haben sie vereinbart, dass er es heute bei mir abgibt, weil ich zuhause bin und er, wie gestern, erst wieder um 3 von der Frühschicht kommt.

Außer dem für Lars drückt er mir noch eins in die Hand, das an mich adressiert ist. Ein schönes Päckchen mit Weihnachtsmotiven und sogar wie früher mit Paketschnur verpackt; von Sigi und Angelika, Schwiegereltern meiner Tochter, bei denen unsere gemeinsame Weihnachtsfeier ausgefallen ist, weil ich krank war.

Eine hübsche Karte obenauf zeigt den mit Blumenornamenten verzierten Rücken einer Frau mit der Aufschrift: Sei wie du bist! Text: Liebe Anita, ein kleines Corona-Päckchen an dich, zugleich mit dem Weihnachtsgeschenk vom 25. – Bleib gesund, liebe Grüße Siegfried und Angelika!

Inhalt:

eine Tüte HARIBO Herzbeben – rosa Herzen, Geschmacksrichtung Sweet Cherry

ein Paar schöne selbstgehäkelte maigrüne Topflappen – gut, ein Paar von ihnen hatte ich mal an der Herdplatte versengt

eine Schachtel Vogue Bleue Claire mit der Warnung Rauchen bedroht Ihre Potenz und

ein extra eingewickeltes Päckchen mit dem Aufkleber: Öffnen & Freuen!

Halt dich fest! Drin war, was ich am wenigsten gebrauchen kann – ein Blaupunkt Uhrenradio CLR 120, 1,2″ Display / Dual Alarm mit der angezeigten Frequenz 92.2 des Geräts auf dem Karton, wo ich überlege, was das numerolgisch bedeuten kann? Dual Alarm? Enyoy it. Lautet noch ein Befehl auf der Schachtel!

Seit Jahr und Tag brauch ich kein Radio und keine Uhr und keinen Wecker! Uhrzeit lese ich auf der Kirchturmuhr ab oder wenn es dunkel ist auf dem Handy, auf dem ich mir auch den Timer stelle, wenn ich denn mal glaube, verschlafen zu können. Also nur, wenn ich früh einen Termin habe, was höchst selten vorkommt. Radio nervt mich extrem – egal welche Frequenz!