Mittwoch, 28. September

Ist die Birne reif, fällt sie von selber vom Ast. Aus Bulgarien

Heute kommt Tine, meine jüngste Schwester, weil sie um 17 Uhr Zahnarzttermin hier hat. Ich hab noch ihr Geburtstagsgeschenk – vom vorigen Jahr. Sie hat am 8. Oktober. Wir haben uns fast ein Jahr nicht gesehen.

Eine Stunde mit Tine heute – das ist ein Anfang, nach einem Jahr. Sie kommt in 14 Tagen wieder. Keine Einladung zu ihrem Geburtstag, der dazwischen liegt und zu dem auch ihre beiden Töchter mit Familie kommen. Ab einem gewissen Reifegrad an Jahren wird man unsichtbar – zur schrulligen Tante, zur verrückten Schwester, so geht‘ Birgit auch, zur Frau mit Macken. Das ist gut, denn dann weiß man, man ist auf dem besten Weg – zu sich selbst.

Dienstag, 27. September

Versuchen wir uns doch einmal entschieden auf die Seite des Positiven zu stellen, in jeder Sache. Christian Morgenstern

Gestern Abend war große Demo unten auf dem Markt. Möge es zu unser aller Bestem sein, zu unserem Allerbesten, was kommt. Auf die Seite stell ich mich, auf die Seite des Positiven.

Ich kann mich nicht entschließen, nach Rostock zu fahren. Manuel wird am Donnerstag 40 und Freitag hab ich einen Termin für meine Füße. Den änder ich um und Manuel rufe ich an. Dafür hab ich bei Müritz-Buch für Jonte „Dem Biber auf der Spur“ bestellt. Ich bin mit ihm in den Wald gegangen und hab ihm die Biberburg an der Kösterbeck gezeigt und am Weg die an- und abgenagten Bäume. Der Fluss ist da ganz flach und wir konnten bis ans Ufer gehen. Er fand das toll, sich mit seinen Gummistiefeln ins Wasser zu stellen und Steine reinzuwerfen. Platsch … hat er bei jedem Wurf gesagt. Die Biber sind natürlich erst abends aktiv, eine Familie mit zwei Jungen. Stanley, Karls Vater, hat sie beobachtet und ein Video aufgenommen.

Jonte hat allen erzählt – wir sind dem Biber auf der Spur …

Tagesorakel 27.9. von Dualseelenzauber – Redezvous der Karten: Neumond

Jedes deiner Worte ist ein Zauberspruch. Jeder deiner Gedanken ist ein Samenkorn. Jedes deiner Gefühle ist ein sich ausdehnendes Universum.

Das hab ich durch „Zufall“ gefunden.

Sonntag, 25. September

Es wird uns leicht, etwas durchzusetzen, sobald wir nur nicht ans Ziel getragen sein, sondern mit eigenen Füßen gehen wollen, und es nicht achten, wenn zuweilen ein hartes Steinchen die Sohle drückt. Friedrich Hölderlin

Der Weg ist mit reichlich Lernaufgaben gesegnet. Der, von dem ich hier schreibe. Ich mach gerne mal Semesterferien, um mich auszuruhen, bevor es wieder weiter geht, Stück für Stück. Heute früh bin ich beim Kaffee um halb 6 auf einen Blogartikel gestoßen worden?, der zu meinem jetzigen Ist-Zustand passt. Da hab ich gedacht, es kommt doch alles zur richtigen Zeit zu dir. Das war praktisch die Anleitung für die nächste Etappe. Für mich ist es der Artikel, für einen anderen ein anderer, je nachdem, wo man gerade steht, findet, was zu einem will, seinen Weg.

Am 1. Oktober geht es wieder weiter, da beginnt auch an den Universitäten das Herbstsemester …

Heute nochmal die Café-Schicht, die wird gemächlich, denk ich. Mit heute sind es dann 5 hintereinander. Die Nachmittagsschichten sind, selbst wenn viel ist, weniger anstrengend als die Abendschichten, selbst wenn wenig ist. Vor allem durch ein zeitlich begrenztes Ende – Punkt 6 ist da Feierabend.

Sonnabend, 24. September

Scheint dir auch mal das Leben rau, sei still und zage nicht, die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht. Wilhelm Busch

Diese Woche backe ich, bedingt durch die Café-Schicht. Buttermilchkuchen, Quarktorte ohne Boden, Schwedische Apfeltorte. Gestern hat ein Gast, der ein Stück Apfelkuchen bestellt hat, gefragt: Sind da die Äpfel drauf, die Sie eben geschält haben? – Die könnten es eigentlich nicht sein … Stimmt, das wär Zauberei, ich meine vom Grundsatz her? – Vom Grundsatz her, ja.

Noch ist beides da, Guti-Gutshaus und meine Wohnung in Bandelstorf auch.

Freitag, 23. September

Eine Kleinigkeit tröstet uns, weil eine Kleinigkeit uns betrübt. Blaise Pascal

Vor Guti-Gutshaus bin ich gestern zu OBI gefahren. Aniko, die vom Blumenladen zum Baumarkt gewechselt ist, hatte ein Foto mit Spreewald-Wichteln aus Heidekraut mit bunten Knollennasen im Status. Ich wollte sie erst fragen, ob sie mir einen mitbringt, hab dann aber gedacht, ich such mir selber einen passenden aus, mit Filznase in pink. Durch die aufgeklebten Wackelaugen haben sie auch alle einen anderen Gesichtsausdruck. Der Mann an der Kasse fand die auch gut – die hat die Kollegin gestern alle schon eingeräumt. Die hatte die Kollegin im Status, deshalb bin ich gleich hergekommen – so einen braucht man doch! Der macht gleich gute Laune.

Donnerstag, 22. September

Im Reiche der Wirklichkeit ist man nie so glücklich wie im Reiche der Gedanken. Arthur Schopenhauer

Woran liegt das? Das Reich der Gedanken ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Das Schauspiel, das der Himmel in diesen Tagen bietet, wirkt wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Jetzt, morgens um 6, liegt quer über dem Schwan auf dem Kirchturm behütend die abnehmende Mondsichel im sich ankündigenden goldenen Morgen. Die Wolken formieren sich zu Gemälden wie in Werken alter Meister. Was darunter liegt, muss ein gesegnetes Land sein. Kein Gedanke, dass es anders sein könnte, anders als das, was so erhaben wirkt.

Ist das Teil ein und derselben Welt, was sich oben zeigt und unten vor sich geht? Oder ist das als Erbauung für die künstlerischen Sensibelchen gedacht: Seht, so schön ist die Welt, auf die ihr gekommen seid, um euch mitzuteilen …

Mittwoch, 21. September

Wer sich früh Zeit lässt, ist am Abend am weitesten. Altdeutsche Weisheit

Genau. Erstmal hab ich bis halb 10 geschlafen, dann in Ruhe gefrühstückt. Wundervoll sonniges Herbstwetter! Ich hab die ganze Woche mit Fritzi das Vergnügen, von heute bis Sonntag, wobei ich nur nachmittags da bin, von 14 bis 18 Uhr. Da freuen wir uns beide, das wird schön, weil wir uns verstehen. So kann’s weitergehen …

Dienstag, 20. September

Wer sich selbst gefunden hat, der kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren. Stefan Zweig

Gestern hab ich alles nach meiner Overnight Beauty Mask durchsucht, die mir die Verkäuferin in der Kleinen Drogerie in Rostock als Probe mitgegeben hatte. Wenn ich bei Manja Nageltante bin, kauf ich mir da manchmal was Schönes von Charlotte Meentzen – Creme, Maske oder Ampullen. Als ich nirgends mehr suchen konnte, ist mir eingefallen, die hatte ich in Bandelstorf schon overnight einwirken lassen …

Die Kleine Drogerie in der Doberaner Straße – das ist ein Juwel. Ich hab da schon zu Ostzeiten eingekauft. Immer noch die gleiche Inhaberin, seit 44 Jahren – am 1. Juni 2022 war Jubiläum. Neben Drogerieartikeln und Düften führt sie auch schönen Schmuck und andere Geschenkartikel, wie Rezepte mit den dazugehörigen Gewürzen in Holzkästchen. Für Tamina zum Geburtstag im Oktober hab ich die Box Kürbis in Sherry-Schalotten ausgesucht. Dann gibt’s noch einen Hokkaido, ein Netz Schalotten und eine kleine Flasche Apfelessig als Ersatz für Sherry dazu. Als es als Geschenk verpackt war und ich bezahlt hatte, ist mir eingefallen, sie trinkt keinen Alkohol und mag ihn auch nicht beim Kochen. Umtauschen wollte ich es nicht mehr. Na, und den Koch für die Zubereitung hat sie ja schon, meinen Sohn.

In 11 Tagen bin ich in Waren seit 11 Jahren . Das stimmt nicht ganz. Ich bin hier schon mal zur Oberschule gegangen. Danach bin ich nach Rostock gezogen und hab gesagt, hierher komm ich nie mehr zurück. Heute sage ich, von dem Fleck kriegt mich keiner mehr weg. Ich wusste aus dem Bauch, mein Mann ist in Rostock – so war es auch.

Montag, 19. September

Zuweilen habe ich im Schlafe die Lösung solcher Probleme gefunden, die im wachen Zustand unlösbar schienen. Anton Hansen Tammsaare

Heute Nacht hab ich eine Filmkomödie geträumt, mit vielen Verwechslungen. Ich war immer in der falschen Wohnung bei fremden Leuten. Dann hab ich einen Mann getroffen, der Gynäkologe war und bei dem ich einen Termin haben sollte, aber nicht in seiner Praxis, auch irgendwo in einer Wohnung. Wir haben aber nur erzählt und gelacht. Von Art und Aussehen war er mir sympathisch und hat mir gefallen. Wach geworden bin ich von dem Bild, wie er mich umarmt und gesagt hat: Wir können uns gerne öfter sehen. Das geht nicht immer, aber oft. Nach der Sekunde, die ich gebraucht habe, um zu verstehen, was das bedeutet, hab ich Nein gesagt.