Heute ist Montag, der 22. Juli

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Es ist besser, zu handeln und es zu bereuen, als nicht zu handeln und es zu bereuen. Giovanni Boccaccio

Heute mal ganz früh, der neue Kalender-Wochenspruch – oder ganz spät. Für mich ist noch Sonntag. Um 01:20 Uhr gehe ich langsam schlafen. Boccaccio hat das Decamerone geschrieben.

Sex ist zu was geworden, von dem man nach einer langen, glücklichen Ehe weiß, dass es die Basis der Verbindung ist, ohne sich danach zu verzehren, wie am Anfang. Das sind die alten glücklichen Paare, die sich lächelnd an der Hand halten und dabei einen Eisbecher mit Sahne löffeln. Alles kann, nichts muss … Zu denen zähle ich mich auch, so unsinnig es scheinen mag.

Die 3 Glücksmomente heute:

Das ist Glück, hier zu leben, in der schönen Heimat meines Herzens – hab ich heute auf dem Weg zu Guti-Gutshaus gedacht.

Gebutterte gelbe Bohnen zu Mittag, die mir meine Schwester in den Fahrradkorb gelegt hatte.

18:30 Feierabend und morgen frei!

Morgen hat Frankie, die kleine Motte, Geburtstag. Sie wird schon ein Jahr alt …

 

 

Heute ist Sonntag, der 21. Juli

Mein Herz ist schwer, ich fühle nicht die Kraft zur nötigen Selbstliebe zu gelangen, und merke, wie ich mich durch (liebevollen) Kontaktabbruch meinerseits nur selbst belüge.

Ich hab mir nach Feierabend ein Video von Heart&Soul Readings angesehen. In den Videos geht es um einen selbst, nicht um das Gegenüber. Titel: Seelenpaare finden zusammen !! Plauderei aus dem Nähkästchen … Interessant und sehr zahlreich waren die Kommentare dazu – siehe oben.

Doch, doch, doch – schaffst Du! Hab ich darauf in Gedanken geantwortet. Was ich machen möchte und kann ist, denen, die noch nicht so weit sind, Mut zuzusprechen, ihrem Herzen zu folgen. Auch und gerade wenn ihnen im Außen die Liebe nicht lebbar erscheint, die sie im Innern fühlen. Kann ich es, können es andere auch …

Wenn ich mir vorstelle, ihn nie mehr berühren zu können … hat eine andere geschrieben. Mut, Kraft und Stärke – hab ich und brauch ich auch. Ich hab all die Stadien auch durch. Ich versteh sie alle, die darunter kommentiert haben, außer einer, die geschrieben hat: Mein Seelengefährte ist mein Hund, den ich mir aus dem Tierheim geholt habe. Na ja, wenn sie meint, wird es so sein.

Das war sportlich heute – Guti-Gutshaus. Wir waren zu dritt. Die Chefin ist noch mit eingesprungen, die schon auf dem Sprung in’n Urlaub war. Jetzt Mitternachts-Mond-Terrasse mit einer schönen Flasche Toro von uns als Zugabe 

Heute ist Sonnabend, der 20. Juli

01:01 Uhr: Feierabend mit Mondschein auf Terrasse. Ich muss mal mit dir reden – und mit den anderen auch, hat Anja mich heute empfangen. Es ist eine Trinkgeld-Diskussion im Gange: Die Festangestellten monieren, dass ich als Nebenjobler genauso viel bekomme wie sie. Sie meinen, mein Stundensatz ist unversteuert, also brutto gleich netto, und bei ihnen mit dem gleichen Stundensatz kommt dadurch, dass das Finanzamt die Hand aufhält, unterm Strich deutlich weniger raus.

Trinkgeld geben die Gäste, wenn sie zufrieden sind. Deshalb – meine Meinung – soll es auch zu gleichen Teilen unter denen ausgeschüttet werden, die dazu beitragen. Es kann nicht dazu dienen, ein angebliches Lohngefälle auszugleichen. Ich seh doch gar nicht ein, dass mir weniger zustehen soll, wo ich doch genauso zum Wohl der Gäste beitrage. Dann muss eben der Arbeitgeber einen Stundenlohn zahlen, dass sie gegenüber Nebenjob nicht benachteiligt sind. Und wenn wir schon von Steuer reden: Sie können ihre Fahrtkosten absetzen, ich nicht. Und da das Trinkgeld bei uns eh nicht üppig fließt, weil die Rechnungen alle aufs Zimmer geschrieben werden – das hab ich hier schon mehrfach erwähnt – und erst bei Abreise bezahlt wird, fällt es deutlich geringer aus, als bei täglicher Kassierung. Um mal eine Vorstellung davon zu haben, um welche Größenordnungen es sich handelt: Das sind mal 10 Eus, mal einiges mehr, mal weniger, mal gar nichts. Im Schnitt sind es 5 € pro Schicht – das deckt grad mal die Fahrtkosten. Und da haben wir die Gleichstellung Festangestellte – Nebenjob.

Ich hab mir mal andere Gedanken gemacht, wenn ich Feierabend hatte, emotionaler Natur. Kühler Rechner und Rationalist ist eigentlich gar nicht meine Schiene – so kann sich das Blatt wenden …

Heute ist Freitag, der 19. Juli

Grad wollte ich mich wieder hinlegen und noch schlafen nach dem Morgenkaffee mit Martina, die wieder nach Fleesensee unterwegs ist, da schreibt die Chefin, sie braucht heute die Stunden von uns. Sonst morgen, aber die Chef-Family fährt 2 Wochen nach Schweden in Urlaub, deshalb heute schon. Das heißt die nächsten 14 Tage sind wir noch zwei Leute weniger und damit zu dritt – Nicole als Frühstücks-Fee und A & A, Anja und Anita, die Abendbesatzung.

Peter kommt aus Rostock und holt Martina nachher ab und sie kommen zu mir und wir wollen in der Fischer-Stube am Hafen was zu Mittag essen. Und ab 14:30 Uhr schon wieder Abfahrt zu Guti-Gutshaus – bis open end – heute ist Grill- oder Barbecue-Abend, wie es bei uns heißt. Peter und Martina, ihre Mutter, Lebensgefährte und Beagle-Hundedame Leyla kommen dann zum Kaffee ins Gutshaus und anschließend fahren Peter und Martina zurück nach Rostock. Die Woche ist wie im Flug vergangen mit nur wenig gemeinsamer Zeit.

Und – das Maß noch nicht voll – schreibt Sigi, nachdem ich grad meine Stunden zusammengezählt hab: Bist du da, soll ich dir was zum Frühstück hoch bringen? Sonst gerne. Was ich grad am meisten brauch, ist Schlaf – kein Frühstücks-Tablett. Das teil ich ihr kurz per SMS mit und denk, nun kann ich noch ein Auge zumachen. Da ruft sie an! Meine SMS ist nicht angekommen – das glaub ich nicht!

Heute ist Donnerstag, der 18. Juli

Gestern, heute, morgen, Sonnabend, Sonntag, Montag – Guti-Gutshaus. Viel zu viel des Guten. Eigentlich wollte ich mit Martina schön in Ruhe frühstücken, bevor sie zu Muddern nach Fleesensee fährt, doch Frau Nachbarin hat ihren letzten Psycho-Termin in Demmin, das heißt um 10 losfahren. Feierabend war gestern um 11 und danach noch Terrass mit Martina … Sonntag will Michael mit Tamina und Jonte inside kommen und mir ihre Eltern vorstellen – Mittag und Kaffee und dann nahtlos gleich wieder zu meinem Sommer-Arbeitsplatz 6-days-a-week …

Mein 3-Glücksmomente-pro-Tag-Buch hab ich auch noch nicht angefangen. Ich würde jeden Tag dasselbe reinschreiben: Feierabend – Wein auf Terrasse – mein Bett …

Beim Frühstück hat Martina Lars kennengelernt. Könnte schlimmer sein, sagt sie. Könnte viel schlimmer sein. Ich mag ihn, immer freundlich und zuvorkommend.

Ich hab meine 3 Glücksmomente für heute:

16 Uhr Anruf von Guti-Gutshaus, ich brauch heute nicht kommen!

125 g Schachtel Lindt Pralinen vom Geburtstag

Bad Buttermilch-Zitrone mit Haarewaschen

Heute ist Mittwoch, der 17. Juli

Der Vollmond gestern war ein Schauspiel, denn er war optisch kein Vollmond. Mit partieller Mondfinsternis sah er um 23:00 Uhr aus wie eine geschwungene goldene Schale, die am Himmelszelt steht.

Martina hat mir erzählt, Manuel hat ihr gesagt: Ja, war gut, dass er hier war, aber es war nicht mehr so wie sonst und er hat sich auch gelangweilt. Und mit meinen Videos, sprich Karten-Readings, kann er auch nicht so mitgehen. Na klar, ich hab ihn auch nicht mit Rundum-Betreuung versorgt, wie sonst. Ferienlager bei meiner Schwester, Guti-Gutshaus … da blieb nicht viel Zeit für ihn. Und mit sich alleine kann er nichts anfangen. Er hat ständig aufs Handy geguckt und wurde auch mehrfach von Patienten angerufen, mit denen er eine telefonische osteopathische Behandlung durchgeführt hat. Ich hab ihm gesagt: Ein Arzt nimmt 59,60 für telefonische Beratung innerhalb der Sprechzeiten, außerhalb und im Urlaub ist er gar nicht zu erreichen. Du hast URLAUB! Ja, ich weiß …

Martina hat ihm gesagt: Das ist kein Wunder, dass es nicht mehr so läuft wie vorher, das war eine Verbindung zu dritt zwischen euch! – wobei Manuel das Verbindungsglied zwischen A & M war. Jetzt, wo das weggefallen ist, klappt es auch mit uns nicht mehr so richtig. Als wenn der Zweck entfallen ist. So wie ich mit seinen ganzen Themen nichts mehr anfangen kann, so er auch nicht mit meinen.

Heute ist Dienstag, der 16. Juli

Damit ich überhaupt zu komm, was zu schreiben, hier einfach mal die Antwort auf die Frage meiner Freundin und Podologin Dana, wie es mir geht?

Bei mir ist Land unter seit Juli. Erst Geburtstags-Vorbereitung und Geburtstag selber, danach gleich Manuel eine Woche zu Besuch, jetzt Martina. Ihre Mutter ist mit Mann und Hund diese Woche in einem Ferienhaus in Fleesensee. Sie schläft bei mir und wir pendeln hin und her. Letzte Woche hab ich meiner Schwester noch bei ihrem Abenteuer-Camp mit den Kindern mit geholfen und dazu noch jede Menge arbeiten. Das geht noch bis mindestens bis Ende August so, eher länger. Keine Leute, sprich Personal! Dafür haufenweise Gäste. Sonntag war da das Ende weg, beide Chefs, ihr elfjähriger Junior, eine Ferien-Aushilfe aus dem Dorf und ich – in der Mini-Küche von ca. 2 x 2 Quadrat. Totales Chaos, ich seh nur zu, dass ich zwischendurch zum Schlafen komm bis zur nächsten Schicht. Ganz zu schweigen davon, wie es hier aussieht. Seit Tagen will ich schon in die Badewanne …

Das hab ich jetzt mal geschafft – Bett beziehen und Tetesept-Sinnensalze-Bad. Aber erst nachdem Bjarne weg war, den Christine rüber geschickt hat, weil Frankie wieder mal 40 Fieber hat. Martina kommt heute Abend zurück von Fleesensee. Wir haben gestern noch lange auf der Terrasse vinifiziert und erzählt. Das war schön, auch wenn wir heute um 9:30 Uhr Frühstückseinladung hatten.

Heute ist Montag, der 15. Juli

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest. Rainer Maria Rilke

I found a love for me … I’m dancing in the dark … with you between my arms …

Perfect von Ed Sheeran ist mein ständiger Ohrwurm seit der Musikprobe in der Kirche zur Hochzeit. Auch schon davor in der Eiskunstlauf-Version der Olympic Champs Tessa Virtue und Scott Moir. Perfect! Ich sing es, ich summ es und beweg mich im Takt dazu.

Das ist Obstkuchen Aprikose-Pflaume, getauft mit Rosmarin … so hab ich einen Kuchen mit Worten dekoriert und erklärt, den Anja gebacken hatte und bei dem Bettina auf die Idee kam, ihn mit Kräutern zu bestreuen.

Heute ist Sonntag, der 14. Juli

Bis halb elf geschlafen und in drei Stunden schon wieder los … das reicht grad mal für frühstücken und baden. Heute ist es aber nur die Kaffeeschicht von 14 – 18:00. Manuel hat keine Lust nach Hause zu fahren und würde am liebsten hier bleiben. Morgen kommt Martina …

Das ist nun der Sommer – 8 Wochenenden durcharbeiten, dieses mitgerechnet. Frei war nur mein Geburtstags-Weekend. Die Zwischenzeit ist zum Ausschlafen, Abschalten und Relaxen …

Nur Zwischenzeit gibt’s nicht viel. Bis Ende August – mindestens – nur arbeiten. Heut hat die Chefin gefragt, wie viele Tage pro Woche ich arbeiten könnte. Theoretisch alle Tage, nur praktisch nicht. Das ist das absolute Chaos da, kein Personal! Heut hat schon ein Schuljunge aus dem Dorf mit ausgeholfen und der Junior der Familie, Friedrich, 11. Dann Chef und Chefin sowieso und ich. So schnell wird man zum Arbeitnehmer, hab ich zu Friedrich gesagt. Das war spaßig gemeint, denn er ist Sohn von Beruf.

Zwei Stunden vor Schichtbeginn kam die Anfrage, ob ich auch länger könnte als bis 18:00 Uhr. Ich hab erstmal Nein gesagt, weil ich morgen früh nach Rostock fahr. Dann ist es doch bis 21:00 Uhr geworden.

In dem Stress und Durcheinander gibt es auch schöne Momente. Ein netter junger Mann von den Gästen hat heute gefragt: Sie sind doch bestimmt nicht von hier, aus Mecklenburg? Doch, wieso? Sie haben so einen schönen Singsang in der Stimme  …

Manuel ist immer bestrebt, mir was von Maik zu erzählen, und wenn es nur ist: Ich hab keinen Kontakt zu ihm. Ich auch nicht. Er ist irgendwo verschollen. Was die Sache einfacher macht, ist Gewissheit statt Sehnsucht. Viel mehr drüber nachzudenken komm ich nicht …

Heute ist Sonnabend, der 13. Juli

Ich glaub, du wärst keine einfache Partnerin … hat Manuel gestern Abend nach der Müritz-Saga bei Wein auf der Terrasse zu mir gesagt. Das kannst du nicht einschätzen, hab ich gesagt. Was wir haben, ist Freundschaft. Ich glaube, das nimmt sich nicht viel, hat er gesagt. Oh doch, wenn man jemand mit den Augen der Liebe sieht, ist das was anderes und man verhält sich auch anders …

Wir haben eheähnliche Verhältnisse, wenn er länger bei mir ist. Ähnlich, weil ein wichtiges Kriterium fehlt. Wir haben auch über Lars gesprochen, mit dem er sich auch gut unterhält. Er ist nett, sympathisch, freundlich, hab ich gesagt – doch es funkt nicht. Glaubst du, er würde mit einer sechzigjährigen Frau was anfangen?, hat er gefragt. Ich glaube, wenn sich zwei verlieben, dann in den Menschen – nicht in sein Alter. Und sich verlieben oder mit einem was anfangen, ist grundsätzlich ein Unterschied. So, wie Manuel das dargestellt hat, klingt mein Alter wie ein Makel.

Dazu kommt, wenn ich eine Partnerin wäre, würde mein Mann mich lieben und keine nicht einfache Partnerin in mir sehen. Manuel ist über die Maßen selbstverliebt: Oh, seh ich heute wieder gut aus – höre ich jeden Morgen, wenn er im Bad ist. Komplimente an andere fallen ihm sehr schwer. Besonders an Frauen und besonders an mich. Das klingt immer wie gewollt und nicht gekonnt.

Distanzlos und vereinnahmend … mit der Kette ist sie zu weit gegangen. Ich hab mich den ganzen Tag wie  seelisch vergewaltigt gefühlt. Das sieht man dir auch an, hat Manuel gesagt. Als wir abends zur Müritz-Saga gingen, hat Wolfgang, der unten stand, gleich auf meinen Hals geguckt, ob ich sie umhabe. Ich hatte meine weiße Perlmutt-Kette um zu meinem Rosenkleid. Ich hab überlegt, wie ich es ihr erkläre, dass ich sie nicht trage, denn sie fragt – distanzlos – ganz sicher nach, warum? Von Notausflüchten wie Kontaktallergie oder: die kleine Frankie hat sie mir vom Hals gerissen, war ich nicht überzeugt.

Ich komm grad aus der Kirche, wo Christine mit zwei Freunden für eine Hochzeit geprobt hat, auf der sie spielen, während ich Frankie-Mäuschen betreut habe. Zwei Titel – Gesang mit Gitarre und Bratsche: Halleluja und Perfect … Da wusste ich, welche Antwort Sigi bekommt: Hier – Hand aufs Herz – ist der Platz für meinen Mann!

Die Goethe-Straße war wegen Festumzug zum Müritz-Fest gesperrt, so dass wir Instrumente, Verstärker und ich die kleine Mrs. Propper bis zur katholischen Kirche zu Fuß geschleppt haben bei reichlich Wärme. Jetzt bleibt noch Zeit für Badewanne und Mittagsschlaf, bevor ich schon wieder Richtung Guti-Gutshaus fahre …

Die Müritz-Saga-Vorstellung war mit Abstand die beste bisher. Kostüme, Bühnenbild, schauspielerische Leistung, Dialoge, Handlung – alles Superlative! Auf dem Weg hab ich eine kleine Eisenbahn gekauft mit JONTE-Holzbuchstaben …