Heute ist Sonntag, der 20. Oktober

Das war wirklich ein harmonisches Wochenende mit Manuel. Wir haben gestern Abend lange gut geredet und es war schon Mitternacht, als wir ins Bett gegangen sind. Sonst sind wir immer eher früh jeder in sein Bett verschwunden. Heute Ausschlafen und nach dem Bäckerfrühstück draußen ein schöner Spaziergang an Müritz und Tiefwarensee entlang.

Heute Nachmittag war ich bei meiner Schwester im Wohnwagen auf dem Dorf. Erst waren wir zum Kaffee eingeladen bei dem Paar, das jetzt für 3 Wochen nach Portugal in Wanderurlaub fliegt und bei denen sie in der Zeit das Haus hütet.

Dann – das war nicht harmonisch! – hab ich, wie vereinbart, die Abrechnung mit der Frau, auch da im Dorf gemacht, die mir die Wolle für das Seifen-Filz-Projekt zur Verfügung gestellt hatte. Unter Tränen hat sie mir gesagt, sie hätte sich das anders vorgestellt – das war nicht im Fluss mit uns. Wo soll da auch flow herkommen? Das ganze Ding hat mir nur Aufwand und Huddelei beschert – mal ganz abgesehen davon, dass die Zahlungsmoral der Schule zu wünschen übrig lässt bis heute. Ich will nicht auf die Einzelheiten eingehen, nur was sie übersehen hat: Ich hab das für sie in Vertretung gemacht! Auf solche unausgewogenen Sachen lass ich mich nicht mehr ein, bei denen am Ende beide unzufrieden sind.

Ja, nun ist es dreiviertel 7 und schon dunkel. Zeit für Kerzen und Rotwein …

Heute ist Sonnabend, der 19. Oktober

Zehn nach 10 – Ich hab mir grad noch die Haare gewaschen und schreib mit Turban. Manuel wollte gegen 12 kommen, das heißt bei ihm immer so um und bei. Das Wetter ist milde gestimmt – günstigerweise.

WordPress.com verändert immer mal wieder was – ungünstigerweise. Diesmal ist die Funktion Bearbeiten nicht da, wo sie immer war. Ich brauchte nur auf Blog gehen, dann war Bearbeiten eingeblendet. Irgendwo ist sie jetzt auch, ich hatte nur noch keine Muße zum Suchen. Somit entfällt erstmal, dass ich im Laufe des Tages noch was ergänze oder aus gegebenem Anlass noch was dazu schreibe. Das war immer ganz schön.

Oft hab ich ja auch nachts geschrieben, wenn ich wach war. Das bin ich jetzt auch und sitz auch mit einer Tasse Kaffee davor, seh mir die Statistik an und meist ist mir dabei was eingefallen über kurz oder lang. Die ganze Woche – niente, null. Dafür hab ich heut nachts um halb 3 ein Youtube-Video über HSP angeguckt: The gentle power of highly sensitive people oder: Die sanfte Kraft hochsensibler Menschen von Elena Herdieckerhoff, 15 Minuten, in English mit Untertiteln. Das war so berührend und herzlich und verständnisvoll, dass ich mich liebevoll in den Arm genommen gefühlt habe – und nicht auf den Arm, wie sonst oft Menschen begegnet wird, die anders sind.

Manuel hat grad angerufen – er weiß noch nicht, ob … die ständig schwankende Waage.

 

Heute ist Freitag, der 18. Oktober

Antoanetta hieß die Bulgarin, die heute Vormittag Vegane Köstlichkeiten gezaubert hat. Sie war sehr sympathisch und lebendig und ausgesprochen kreativ. Nicht nur in dem, was sie für uns gekocht hat – sie hat uns auch Fotos ihrer Kunstwerke gezeigt. Sie wirkt im Landhaus Die Arche in Zislow, nicht weit von hier. Das ist ein Bio-Vital-Hotel am Plauer See.

Manuel möchte dieses Wochenende kommen. Heute oder morgen?, hat er gefragt. Morgen! Ich hatte noch zu tun und eine Nacht reicht auch. Das Wochenende ist Guti-Gutshaus-frei und mal sehen, was wir dann machen – je nach Petrus. Unser Kino ist leider nicht sehr ergiebig und die Salzgrotte behalte ich ungemütlicheren Tagen vor. Wird sich ergeben …

Er hat sich am Telefon wieder darüber beschwert, dass er abends zu lange in der Praxis ist – gestern sogar bis 22:00 Uhr! Das kriegt er nicht in den Griff, sagt er. Das liegt an dir, hab ich erwidert. Ja, aber wenn sie nicht anders und nur zu den Zeiten können? – Sie können anders, sie wollen nur nicht – und müssen es auch nicht, so lange du nach ihren Bedingungen arbeitest … Kein Mensch würde auf die Idee kommen, einen Arzt um eine Audienz abends um 10 zu bitten. Manchmal hab ich den Verdacht, er fühlt sich wichtig dadurch: Ach, ich war gestern wieder bis um zehn in der Praxis! Mich kann er damit nicht beeindrucken.

Heute ist Donnerstag, der 17. Oktober

Gestern Nachmittag und Abend war hier auf dem Markt NDR-Veranstaltung: 30 Jahre friedliche Revolution in Mecklenburg-Vorpommern. Mit Bühne und Bierzelt und kleinem Lichtermeer vor’m Rathaus und weißen Stehtischen mit Kerzen über den ganzen Markt verteilt. Es waren einige Regenschirme da, aber nicht so viele, wie wohl erwartet. Dazu eine Großleinwand mit Zeitzeugen und Losungen wie „Visafrei bis Shanghai“.  Im Herbst vor 30 Jahren ist das Volk zum ersten Mal auf die Straße gegangen – und das war hier in Waren. Gegen Abend wurde der Weg der Demo nochmal nachgegangen vom Rathaus über die Marienkirche über die Georgenkirche zum Alten Markt … Das war vor 30 Jahren, das ist mein halbes bisheriges Leben!

Die Band hat Rock- und Poptitel gespielt, wie immer auch Kling Klang Du Und Ich …  was hier bei jeder Gelegenheit, egal welcher, gespielt wird. Das muss ein Erbpachttitel für Waren sein. Feuerland Ja –  nur FREIHEIT von M. M. Westernhagen hat gefehlt – das wär das Erste gewesen, woran ich gedacht hätte … Hier oben aus meinem Fenster ist der beste Blick …

Heute ist Mittwoch, der 16. Oktober

Jetzt Neu! Endlich auch versilbert und vergoldet – die Kraft der Unendlichkeit – gleich bestellen!, verspricht mir der Newsletter von: Aqasha-Shop – Das Beste für Dich! Und zeigt 2 Kettenanhänger der Lemniskate, der liegenden Acht, Symbol der Ganzheit und Einheit und unendlichen Möglichkeiten. Brauch ich nicht – ich hab sogar die liegende 9 – um 9 bin ich vorhin aus dem Tiefschlaf aufgewacht …

Der gasförmige Aggregatzustand des Morgens hat sich in einen flüssigen des Mittags verwandelt – Nebel in Regen. Da bleib ich doch im Bett …

Martina schreibt, ob wir nachmittags telefonieren können, sie fährt jetzt mit Peter zum Essen. Das krieg ich hin, ansonsten passiert heute nichts. Ich hab keinen Termin und fühl mich grad im Bette am wohlsten.

Heute ist Dienstag, der 15. Oktober

Die Geburtstagsfeier bei meiner Schwester war schön – ihre Freunde waren auch da, oder ein Teil von ihnen. Die kenn ich auch. Wir hatten gute Gespräche. Eine Freundin von ihr hat gerade Brustkrebs überstanden, jetzt ist bei ihrem Mann Verdacht auf Krebs aufgetaucht. Bei ihren Freunden aus der Nachbarschaft steht’s mit der Ehe nicht zum Besten. Er war alleine da, sie war zum Zigarettenholen in Polen. Ich mach das nicht mit, wenn das so weiter geht – ich hau ab, hat er gesagt. Und das zieh ich auch durch. Dadurch kamen wir auf Tines häusliche Situation. Ihr Ehemann hat durch Abwesenheit geglänzt oder ist nur mal mit grummeligem Gesicht in die Küche gegangen, um was zu essen. Weder hat er seine Freunde begrüßt, noch sonst irgendwie teilgenommen. Meine Schwester meinte: Zur Zeit hab ich nicht die Nerven für eine Trennung, das verstehen viele nicht. Und dann ging es um Lebenspläne – vielleicht zieh ich auch nach Rostock, hat sie gesagt. Da wohnt ihre jüngste Tochter mit Mann und Kind. Sie sieht ihr Enkelchen auch selten, aber doch öfter als ich …

Nein, du kommst mit mir mit – hat der Freund mit der wackligen Ehe gesagt, und wir ziehen irgendwo hin. Nein, ganz bestimmt nicht, war ihre Antwort, aber er blieb dabei – um so mehr, um so mehr Pfeffi-Likör er intus hatte. Wir haben viel gelacht, aber ich glaub, es war ihm ernst.

Ich würde nicht mehr nach Rostock zurück ziehen, auch nicht, um meinem Enkelkind näher zu sein. Es ist doch gut zu wissen, dass man am richtigen Platz und angekommen ist, und das Gefühl hat hinzugehören …

Rostock – Waren, das ist eine Distanz von 100 Kilometern Autobahn, die ist mit Verkehrsmitteln gut zu überwinden, da muss man nicht umziehen, um sich nahe zu sein.

Eben hab ich eine Sky-Laterne am Abendhimmel gesehen, das sind brennende Himmels-Lampions, die eine Zeit lang sehr beliebt waren. Wir hatten zur Hochzeit meiner Tochter im September vor 8 Jahren welche angezündet und in den Himmel geschickt. Ich hatte gestern nochmal um eine Antwort gebeten …

Heute ist Sonntag, der 13. Oktober

Der Kopf des Gefühlsmenschen wird vom Herzen erwärmt, das Herz des Verstandesmenschen vom Kopf gekühlt. Den Spruch hab ich gestern Abend im WhatsApp-Status von Susann gelesen …

Heute Nachmittag begrüß ich wieder Kopf- und Herzmenschen im Guti-Gutshaus-Sonntags-Café. Der Kuchen schmeckt allen gleich gut, ohne Unterschied. 21 Grad sind angesagt –  das ist ein Tag Sommer geschenkt! Kleidchen anziehen …

Halb 11: Auf dem Markt machen sie unten grad das Abschiedsgruppenfoto vom Zwillingstreffen, das dieses Wochenende war. Ich hab sie gestern schon gesehen, bei meinem Einkauf auf dem Grünen Markt. Alle im Erwachsenen- und reiferen Alter. Alle natürlich gleich angezogen und die Pärchen gleichen sich wie ein Ei dem anderen – alles doppelte Lottchen und Lotteriche. Spaßig!

Jetzt wären mir fast meine Pilze auf dem Herd verbrannt beim Schreiben … So recht hab ich keine Lust auf Gäste im Café heute – und je näher es rückt, um so weniger. Ist irgendwie traurige Stimmung heute – wehmütig, obwohl so ein schöner Tag ist. Ob’s am Vollmond liegt?, ich glaub übermüdet. Hoffentlich muss ich nicht noch Kuchenbacken …

18:30 Uhr zu Hause – ohne Kuchenbacken. Das war ’ne ruhige Kugel schieben, denn die Zahl der Gäste war sehr übersichtlich. Auch mal gut …

Diese Woche war ein Einbruch im Blog. Die Zahl der Aufrufe und damit der Leser hat sich drastisch dezimiert – wie auf geheime Absprache. Es wird nicht daran liegen, dass ich einen Tag nicht da war. Vielleicht ist in China ein Sack Reis umgefallen oder – was wahrscheinlicher ist – vielleicht sind Bücher und Filme mit Happy End beliebter. Trotzdem …

Ich hab neulich einen Filmtrailer gesehen – den Titel weiß ich nicht mehr. Da will eine Autorin ihr Buch an den Mann bringen und bekommt zur Antwort: Wenn eine Frau darin die Hauptrolle spielt, sollte sie am Ende verheiratet sein … Und sie zieht mit ihrem Manuskript wieder ab. Dann Cut – und sie sitzt ihm wieder mit ihrem Manuskript gegenüber und die erste Frage ist: Und – ist sie verheiratet?

Tja, damit kann ich leider auch nicht dienen. Meine Hauptrolle ist ein Solopart, ich hab nur mein inneres Wissen vom dualen System. Im Mittelalter wurden viele Wissenschaftler von der Inquisition gepeinigt: Widerrufe, widerrufe! Das Bild kam mir neulich so in den Sinn. Damals hätte ich wohl abgeschworen – dann wär die Welt eben eine Scheibe geblieben – und ich am Leben. Heute bleibe ich bei meiner Wahrheit.

Nachmittags kam ein älterer Mann ins Café geschlurft und hat sich einen Korn bestellt. Den zahl ich bar, hat er gesagt, muss ja nicht jeder wissen. Er meinte Familie. Ich hab ihm einen Doppelten eingeschenkt zum Preis von 0,02. Der kann es vertragen, hab ich gedacht. Er hat mir Löcher in’n Bauch gefragt, wie es hier so war zu Ostzeiten, und hat sich sichtlich gefreut, dass ich Zeit für ihn hatte. Später kam er nochmal mit der Brötchenbestellung und hat sich noch ein Bier bestellt. Das geht auf’s Zimmer … Er kam aus der Stellmacherei rüber, das ist eine der beiden großen Ferienwohnungen bei uns – die liegt ein Stück über den Hof. Für den Weg hat er länger gebraucht, als um sein Bier auszutrinken, hab ich zu den Frauen am Nachbartisch gesagt, als er wieder weg war. Glücklich war der nicht … Psychoberatung als Kellnerin war das.

Und ich hab mir eine schöne Flasche Toro zum Einkaufspreis mitgebracht, zur Feier des schönen Vollmondes auf der Terrasse – wenn ich sonntags schon arbeite. Das Etikett sieht aus wie die Tarotkarte Ritter der Schwerter …

Ich wollte schon ins Bett gehen, da hat Silvia geschrieben: Können wir uns am 22.11. treffen statt am 1. Advent? … Nächstes Jahr wird ein Mondjahr … Ich hab gleich gegooglet: Jahresregent 2020 – Tatsache, das ist mir noch gar nicht aufgefallen. Dann wird es mein Jahr hab ich geantwortet. Krebs ist Urprinzip Mond! Das klingt magisch, kam zurück.  Dabei hab ich gesehen – 1959, mein Geburtsjahr, war der Jahresregent Jupiter – Schütze – Maik. Das war eine kleine Offenbarung. Klein weil – ich hab keine Lust mehr, die ganze Arbeit alleine zu machen. Und auch, wenn es magisch klingt – die Magie ist mir unterwegs abhanden gekommen – obwohl ich sehr empfänglich dafür bin.

Das ist heute viel geworden zum Vollmond: 666 Wörter

Heute ist Sonnabend, der 12. Oktober

01:30 Es ist nur eine Stunde später als meine letzten Worte, die ich vorhin geschrieben habe. Ich bin bei meiner Schwester zur Geburtstagsfeier eingeladen, beginnend mit Frühstück, das wird nichts. Frühestens zu Mittag. Als ich meinen Sohn in Rostock besuchen wollte, hat er geschrieben, Taminas Mutter, Schwester und Oma sind dann auch da. Er hatte gerade Feierabend – und dann ist die ganze Gäng da. Wie wahrscheinlich jedes Wochenende. Das wird dann wohl zu voll, hab ich geantwortet – da wollte ich nicht auch noch aufkreuzen. Von meinem Enkelchen hätte ich jedenfalls wieder nichts gehabt – die anderen sind in der Überzahl und viel vereinnahmender als ich. Ich kann nicht viel Sympathie für sie aufbringen …

Äußerlich bewahr ich Contenance und würde mich nicht negativ äußern  – doch ich hoff, dass er die mal alle rauskatapultiert, wenn’s ihm zuviel wird. Sie haben eine 2-Raum-Wohnung mit Baby. Wie kann man nur …

Das hier im Blog zu schreiben ist anders, als wenn mich jemand in die Arme nehmen würde, wenn ich es ihm anvertraue.

In Büchern und in Filmen wendet sich das Blatt immer an der Stelle – wenn der Punkt erreicht ist, an dem alles aussichtslos erscheint und man die Hoffnung aufgegeben hat, dass sich noch irgendwas zum Besseren wenden könnte. Die Krise betrifft meist alle Bereiche – Liebe, Job, Freunde … Von da an wird mit Volldampf am Happy End gearbeitet …

Dann grämt sich der vor Amor Geflohene entsetzlich und ihm tröpfelt stetig schmerzlich ins Bewusstsein, was er doch für’n Plemmi war und welchen Schatz er da verloren hat. Und dann fasst er sich endlich ein Herz … in Büchern und in Filmen.

Geburtstagsfeier war schön!

Heute ist Freitag, der 11. Oktober

Oh, der Alte … hat meine jüngste Schwester angesetzt, kaum dass ich meine Geburtstagswünsche am Telefon ausgesprochen hatte. Welcher Alte? Es gibt 2 – ihr Alter und der Schwiegervater. Ihr Alter war gemeint. Den könnte ich bis zum Mond schießen und noch weiter … dann hat sie mir die jüngste Eskalation berichtet, an ihrem Geburtstag. Ich hab es mir angehört, weil ich weiß, das Herz ausschütten erleichtert schon, und hab nicht viel dazu gesagt. Sie leben wie Hund und Katz.

Warum bleibt sie in so einer Ehe? Blind für die Option Trennung … Die Antwort ist immer dieselbe: Lieber die bekannte Hölle als der unbekannte Himmel.

00:30 Uhr Guti-Gutshaus-Feierabend und vorher Rostock Nageltante und Martina. Völlig platt …