Das Leben ist ein Licht im Winde. Aus Japan
Achtsamkeitskalender am 1. August: Das, worauf es im Leben ankommt, können wir nicht vorausberechnen. Die schönste Freude erlebt man immer da, wo man sie am wenigsten erwartet hat. Antoine de Saint-Exupérie
Strahlende Morgensonne wie fast jeden Tag diesen Sommer beim Kaffee auf der Terrasse. Bei Lars war schon die Tür auf, da dauert es nicht lange, bis er rauskommt – und so ist es auch. Auf einmal hab ich meinen Milan über dem Dach kreisen sehen – oh, guck mal, ich hol schnell das Handy, weil ich ihn mal fotografieren wollte, mit Zoom müsste das gehen. Als ich wieder draußen war, hat Lars gesagt, jetzt ist er weg. Er will wohl nicht festgehalten werden, hab ich gesagt. Ich hab es neulich abends schon mal versucht, da ist er auch weggeflogen.
In der einen Stunde, in der Birgit gestern hier war, waren wir auch zu dritt draußen. Erst fiel ihr Blick auf seine Bermuda-Shorts mit Totenköpfen drauf: Was sehen meine Augen? Er guckt und sagt: Das sind nur Hosen. Ja, aber das bringt ja auch was zum Ausdruck. Er wieder: Das sind nur Hosen! Als ich dann gesagt hab, Lars hat jetzt jede Woche 2 Tage zusätzlich frei, weil er so viele Überstunden hat, sagt sie: Und warum bist du dann nicht am Wasser bei dem schönen Wetter? Weil es mir zu heiß ist. So wie früher in der Kindheit und Jugend von morgens um 9 bis abends um 9 am Strand, ist nicht mehr. Sie: Aber im Wald spazieren gehen, das geht doch, da ist es kühl und schattig … Ob er wohl in seinem Alter alleine weiß, was für ihn gut und richtig ist?, hab ich gedacht. Wenn Birgit hier wohnen würde, Lars, hättest du nicht so ein ruhiges Leben, hab ich heute gesagt und gelacht. – Dann würde ich die Tür zumachen, wenn es mir auf den Wecker geht, und sagen, lass mich in Ruhe.
Gestern zu Ultimo Juli hat Manuel mich noch angerufen. Zum Schluss, nachdem ich ihm erzält hatte, was für ein schönes Bild Jonte von mir gemalt hat, hat er mir noch mitgeteilt, dass er traurig ist, dass ich ihn nicht zu meinem Geburtstag eingeladen habe. Als ich das Martina erzählt habe, hat sie gesagt: Das hat er mir auch schon mindestens 20 mal gesagt. Ja, was soll denn das? Ich hab nur meine Kinder und Geschwister eingeladen und Martina, sie gehört ja sozusagen zur Familie. Andrea, mit der ich gestern auch telefoniert hab, hat gesagt: Mutti, an deinem Geburtstag geht es um Dich, nicht um ihn. Sie ist mit seiner Ich-Bezogenheit nicht gut auf ihn zu sprechen.
Vorher hat er gesagt: Ich muss dir noch was von Maik erzählen … Na? – Er hat sich wieder getrennt von der Frau, mit der er jetzt 4 oder 5 Jahre zusammen war. Ich hab die beiden voriges Jahr zu Pfingsten noch an der Tankstelle in Teterow gesehen, wo wir noch 3 Worte gewechselt haben, und danach nochmal vereint beim Bäcker in Kessin draußen sitzen sehen, auf dem Rückweg von Rostock nach Waren. Ich hätte zu Manuel sagen können: Das weiß ich schon, das hat er mir neulich im Traum erzählt. Da hat er zu mir gesagt: Frau … ist weg. Er hat den Nachnamen genannt, den ich nicht kannte, wusste aber, wen er meinte.
Martina hab ich gefragt, woher und wodurch kommt das jetzt wieder zum Vorschein? Erst die Frage von Antje nach ihm am Kreuzsee. Dann am Montag, als Christine, meine ehemalige Nachbarin, hier war, um ihr Päckchen abzuholen, das ich mit Vollmacht für sie von der Post geholt habe, dieselbe Frage von ihr: Und was macht Maik? Damit war er jetzt dreimal im Gespräch und das innerhalb einer Woche.
Auf meinem Waren-Kalender ist im August ein schönes Bild mit einem Regenbogen, der sich über die ganze Häuserreihe am Markt spannt, und damit auch über das Haus, in dem ich wohne. Es ist von der gegenüberliegenden Rossmann-Seite aus aufgenommen, mit der Marienkirche im Hintergrund, sehr schön. Nein, mit dem Kirchturm, es ist nur die Spitze zu sehen …