Mittwoch, 25. September

Es ist besser, zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen, dass man es nicht genossen hat. Giovanni Boccaccio

Manchmal sind Flaute-Tage, da meldet sich kaum einer, auch nichts in WhatsApp oder im Status, und wie auf geheime Absprache sind auf einmal alle da – am Telefon, mit Nachrichten, gesprochen oder geschrieben, oder es klingelt an der Tür. Heute Mittag war Aniko noch auf die Schnelle hier, hat mir was von ihrem Nudelauflauf gebracht und ich hab ihr endlich ihre Geburtstagstütchen gegeben. Vormittags Telefonat mit Nicole, ehemals Guti-Gutshaus, und um 15 Uhr bin ich bei einer Veranstaltung im Haus der Begegnung: Von Bier & Bockwurst zu Brot & Bratlingen. Da berichtet einer, wie er seine Ernährung umgestellt hat – ein Mann! – und im Anschluss: Leckere, gesunde und einfache Rezepte für jedermann & jede Frau zum gemeinsamen Zubereiten und Genießen. Vielleicht gibt’s da noch Anregungen für die „grüne Küche“ für Vegetarier und Veganer in meiner Family, mich eingeschlossen.

Dienstag, 24. September

Man muss das Leben so einrichten, dass jeder Augenblick bedeutungsvoll ist. Iwan Sergejewitsch Turgenew

Gestern hab ich mich spontan mit Carmen Sternchen und Hündin Fritzi verabredet, weil nochmal so ein schöner Tag war, warm und sonnig. Den Rest der Woche hat der Regen für sich gebucht. Als wir bei Janny’s Eis im Strandkorb gesessen haben, kam an den Nebentisch auch ein Paar mit einem Hund. Da ergab sich gleich ein Gespräch – der ist noch ganz jung, erst 9 Monate alt und sehr scheu, haben sie erzählt. Sie haben ihn aus dem Tierschutz. Für die kurze Lebensspanne hatte er aber schon eine stattliche Größe erreicht, eine Art Hütehund. Und wie heißt er?, wollte Carmen dann wissen. Ich dacht, ich hör nicht richtig – Maik. Treiben die da Oben etwa ihre Späße mit mir, den Hund so zu nennen.

Montag, 23. September

In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks. Heinrich Heine

Unser wundervolles Zeltplatz-Wochenende im Blockhaus mit traumhaftem Sommerwetter und 24 Grad, Schatzsuche und Nachtwanderung liegt hinter uns. Nach 4 Tagen mit dem sehr munteren Jonte brauch ich erst mal wieder Ruhe. 12 bis 13 Stunden täglich nonstop ohne Mittagsruhe, da hatte ich ganz schön zu tun. Und ihm hätte die auch gut getan – da gab’s dann auch mal schlechte Laune … Aber das liegt nicht an der Mittagsruhe, hat er immer wieder behauptet. Nein, an der Mittagsruhe liegt es nicht, hab ich gesagt, es liegt an der fehlenden Mittagsruhe. Nein, auch nicht! Wir haben das dann noch geklärt, indem ich ihm erklärt hab, dass gegenseitiges Verständnis zum beiderseitigen Wohl beiträgt, da hat er genickt.

Donnerstag, 19. September

Liegt nicht in jedem Augenblick gleichviel, ob er hell oder dunkel, richtig oder falsch, ein Glück? Christian Morgenstern

Andrea und Paul sind in der Bodega Bay/Jenner, nördlich von San Francisco, direkt am Pazifik. Das ist die letzte Station ihrer Reise, bevor es am Freitag nach Hause geht. Ich nerve alle Mitreisenden – außer Paul sind das ihre Schwiegereltern und Onkel und Tante von Paul – damit, dass ich ihnen vorjammere, in Phoenix sein zu wollen. Ich bin einfach kein California Girl und werde wohl nie eins sein, schreibt sie. Ja, in Phoenix hat sie ja auch gelebt und studiert. Am Sonnabend landen sie wieder in Germany.

Mittwoch, 18. September

Und keinen Tag soll man verpassen. Johann Wolfgang von Goethe

Gestern Nachmittag waren Bjarne und Franka, die Kinder meiner damaligen Nachbarin Christine, nach der Schule und Kita hier. In der Schule war Elternversammlung und Björn, der Papa hat noch gearbeitet. Er hat sie dann nach 18 Uhr bei mir abgeholt. Das war schön, wie in alten Zeiten, als sie noch bei mir nebenan gewohnt haben, nur dass sie jetzt schon 9 und 6 sind. Wir haben erst ein bisschen erzählt, dann sind sie nach oben gegangen, wo noch die Duplo-Kiste von Jonte auf dem Teppich verteilt war. Das Spielzeug stammt noch von Michael und ich sag ihm immer, damit hat dein Papa schon gespielt. Da wird sich Jonte wundern über das neue „Bauwerk“, wenn ich ihn morgen von Schwerin geholt habe zu unserem Vollmond-Nachtwanderung-Schatzsuche-Blockhaus-Zeltplatz-Wald-Räuber-Wochenende auf dem Campingplatz „Zur hohlen Eiche“ in Klockow. Und das Beste: in der hohlen Eiche da – ist der Schatz vergraben. Der muss natürlich erst gesucht werden, mit 4 Schatzkarten an unterschiedlichen Stellen. Der mystische Vollmond heute wirkt dann immer noch am Freitag und das wird bestimmt ganz wundervoll …

Für Bjarne und Franka hab ich zwei Geschwisterschals gestrickt, die sie schon voriges Jahr zu Weihnachten bekommen sollten. Nun haben sie sie gestern mitgenommen und sich sehr gefreut darüber. Als wir beim Abendbrot auf der Terrasse waren, hat Björn auch schon geklingelt, um sie abzuholen. Sie sind auch über Nacht bei ihm geblieben und Christine hatte – nach der Elternversammlung – mal einen kinderfreien Abend. Das sind alles kurze Weg hier – Björn wohnt schräg gegenüber auf dem Markt über dem Altstadt-Café, wir können uns vom Fenster aus sehen, und Christine und die Kinder in der Kirchenstraße, das sind auch nur ein paar Schritte beim Rathaus um die Ecke.

Das war eine gute Adresse, wo ich heute war. Heute hab ich mal verstanden, was ein Osteopath macht.

Montag, 16. September

Das Herrlichste der Welt ist, einen neuen Tag zu sehen. Maxim Gorki

Und heute ist es auch noch eine neue Woche … Gestern war ich den ganzen Tag mit Aniko zusammen, das war spontan. Vormittags waren wir zum Straßen-Flohmarkt im Wiesenweg in der Nähe vom Bahnhof, wo vor fast allen Häusern ein Flohmarkt im Garten abgehalten wurde – mit allerhand Sachen, die man braucht oder nicht braucht. Ist doch eine feine Sache, wenn das, was im Haushalt überflüssig ist, die Besitzer wechselt und die neuen sich darüber freuen. Ich hab für Jonte einen schönen warmen Pullover gefunden, mit der Vorstellung bin ich auch hingefahren – und Aniko hat sich ein Metronom, Made in German Democratic Republic ausgesucht, N-Ostalgie. Dann haben wir bei mir auf der Terrasse einen Imbiss genommen mit Brötchen und Matjes und Weißwein alc-free, und weil es so schön war, ist Aniko gleich bis abends geblieben, dann mit Grauburgunder mit Prozenten. Kurz vor 8 ist sie dann gegangen. Das war ein sehr schöner Sonntag zusammen, doch dann war ich auch mit durch. Nach über 9 Stunden war ich noch vor 9 im Bett.

Sonntag, 15. September

Die schönste Zeit im Leben sind die kleinen Momente, in denen du spürst, du bist zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Verfasser unbekannt

Andrea und Paul sind nach New York, Phoenix, Arizona, und Utah jetzt in Kalifornien im Sequoia Nationalpark. Paul hatte gestern Geburtstag, ich hab ihm über WhatsApp gratuliert. Da gibt es keine Entfernungen und Begrenzungen, da staun ich immer wieder. Nach 3 Wochen Urlaub kommen sie am 21. September zurück. Andrea hatte vor dem Flug nach Phoenix geschrieben: Hab schon öfter daran gedacht, dass ihr damals mein Studium in Phoenix ermöglicht habt. Das hat mich sehr geprägt in allem, was ich auf Arbeit tue und es ist sehr besonders für mich, wieder dorthin, in meine alte Heimat, zurückzukehren. Da hab ich mich gefreut, also ich, Mama.

Im Profilbild hat sie ein Foto von einer Packung Philadelphia mit Preisschild: Philly Reduced Fat Soft Cream Cheese Tub, 5,49 $ – im Angebot! Was kostet der denn sonst?