Montag, 5. Februar

Wer seinen eigenen Weg geht, dem wachsen Flügel. Aus dem Zen-Buddhismus

Tamina ist für die nächsten 8 Wochen in der Klinik. Sie hatte vorige Woche einen Termin in der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie in Schwerin und wurde stationär aufgenommen. Ich hab gestern mit Michael telefoniert. Sie hat schon länger Überlastungssymptome, die sich jetzt besonders in der Ausbildung zur Erzieherin gezeigt haben, nach dem Schulwechsel von Rostock nach Schwerin. Ich hol Jonte nächste Woche ab und unterstütz sie weiter nach meinen Möglichkeiten von hier aus. In Schwerin ist ja Taminas Familie. Michael fährt an zwei Tagen nach Rostock und arbeitet sonst im Homeoffice. Jonte geht weiter in die Kita, damit möglichst wenig Veränderung für ihn eintritt – neben der, dass die Mama die ganze Woche über nicht zu Hause ist, und nur am Wochenende kommt.

Sonnabend, 3. Februar

Dem Geduldigen laufen die Dinge zu, dem Eiligen laufen sie davon. Aus China

Was hier nachts um 2:20 Uhr noch Leute auf dem Markt unterwegs sind, ich dachte, da schlafen alle …

Martina hat für Oktober eine Schottlandreise gebucht und noch 5 Tage Dresden in diesem Jahr. Carmen Sternchen ist im März weit weg, Vietnam – Kambodscha – Thailand. Dana fährt mit Tino und Vivi im Februar eine Woche nach Thüringen und ist ab Ende Februar einen Monat auf Reha in Hessen.

Ich fühl mich hier am Kirchturm am besten aufgehoben, mich zieht’s nirgendwohin. Vielleicht weil Winter ist und ich im Sommer alles hier habe, was ich brauche, vor allem Wasser. Ich leb hier ja an einem der schönsten Urlaubsorte. Und das ist meine Heimat.

Dienstag, 30. Januar

Nicht der Dumme sucht das Glück in der Ferne. Der Kluge lässt es unter seinen Füßen sprießen. Aus China

Ja, sprießen ist das Stichwort. Birgit hat mit dem Einzug in Bocksee auch einen Garten gepachtet. Da haben wir Sonntag, das war der erste schöne, milde Tag, in der Sonne gesessen. Von vorne war es warm, aber im Rücken kalt. Wo sie ehemalige Beete erkennt, seh ich nur Gras wachsen. Also das muss erstmal urbar gemacht werden und das sind 600 Quadratmeter, mit alten Obstbäumen und einem Walnussbaum. Ein Wasseranschluss ist da, was ja schon mal wichtig ist. Ich kann mir vorstellen, da mitzumachen und ihr zu helfen. Andrea hat geschrieben: Das ist lustig, Mutti, du als Gärtnerin … Aber das wird dir sehr gut tun und dir tiefe Befriedigung geben. Ich hab gesagt, ja, wer hätte das gedacht, ich als Gärtnerin. Ich glaub auch, dass es mir guttut, über die tiefe Befriedigung reden wir später.

Für Birgit fängt die Gartensaison am 1. Februar an, sagt sie, bei mir am 1. März oder – nicht vor dem 1. März. Februar ist noch Winter.

Sonntag, 28. Januar

Der tiefe Fluss ist ruhig, der wissende Mensch ist bescheiden. Aus der Mongolei

Das war ein schöner Sonntag, ruhig und friedlich. Nach dem Frühstück ins warme Badewasser und dann bin ich zu Birgit gefahren. Wenn man von der Hauptstraße abbiegt, sind es noch 8 Kilometer zu ihr, vorbei an Feldern, über einen Bahnübergang, durch ein Waldstück und drei kleine Dörfer – Schwastorf, Groß Dratow, Klein Dratow und dann kommt Bocksee. Wir hatten ein längeres Gespräch über ihre Lage und darüber, wie es weitergehen kann bei ihr. Zur Zeit, nach Aufgabe ihrer Selbständigkeit aus gesundheitlichen Gründen, ist sie ohne Einkommen und lebt vom Ertrag eines privaten Landverkaufs. Das ist aber nicht langfristig und nicht mal längerfristig möglich ohne Zusatzeinkünfte. Ich glaub, das hat ihr gutgetan, mal in Ruhe darüber reden zu können. Ihr Motto ist ja immer: Das Geld ist da. Ja, ja, das wissen wir ja, hab ich gesagt, aber jetzt mal konkret … Es gibt einen Spruch: Es kommt nicht darauf an, über das Wasser wandern zu können, sondern auf der Erde gehen zu können.