Donnerstag, 12. Oktober

Zwischen Himmel, Körper und Herz gibt es eine Brücke. Aus China

Gestern wollten wir mit Birgit in die Pilze. Wir waren auch im Wald, nur sie hat gar keine gefunden und bei mir war es nur eine Handvoll. Das wurde mit einer Zwiebel, zwei Eiern und Petersilie eine Mini-Mahlzeit, die wir uns dann geteilt haben. Jetzt hat es zwar geregnet, aber die Wärme fehlt. Auf jeden Fall war es ein schöner Waldspaziergang. Am Wochenende gehen wir nochmal gucken …

Waldspaziergang, Pilzesammeln – so schön einfältig ist es nicht. Ich hab zu tun, die Vielfalt auf allen Ebenen unter einen Hut zu bringen. Die ganze Gefühls- und Gedankenwelt.

Dienstag, 10. Oktober

Zeit ist Medizin. Aus Korea

Meine Nichte Katrin hatte gestern im Status stehen: Jeder vierte Erwachsene leidet innerhalb eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. Schnelle Hilfe? Fehlanzeige. Betroffene und Angehörige verzweifeln an der Suche nach einem Therapieplatz. 3 – 9 Monate Wartezeit sind an der Tagesordnung. Psychotherapeutin Rammiya Gottschalk fordert auf WeAct von Gesundheitsminister Karl Lauterbach: Er muss jetzt mehr Therapieplätze schaffen! Dann der Link dazu zur Unterzeichnung …

Freie Therapieplätze gibts hier jede Menge – im Wald, am Wasser, auf der Wiese … wollte ich erst schreiben, hab es dann aber nur gedacht. Das wär falsch angekommen. Ich weiß ja, was sie meint, und auch, dass der Anteil in Mecklenburg-Vorpommern besonders hoch ist. Nicht nur Zeit ist Medizin, auch Natur – und davon haben wir hier auch jede Menge. Das wird nur meistens nicht als Therapieform erkannt. Der ganze Sums an oft jahrelanger Therapie hilft nicht, wenn man nicht bereit ist, selbst was dazu beizusteuern.

Sie kommt diese Woche mit Oskar und Anna Sophia zu Birgit. Dann kann ich immer noch was dazu sagen, wenn sie auf das Thema zu sprechen kommt. Seit ich aufgehört hab, ungefragt meine Meinung zu allem kundzutun, leb ich bedeutend ruhiger und gesünder.

Montag, 9. Oktober

Der Gütige lässt die Art, wie er einen geliebten Menschen behandelt, auch den Ungeliebten zuteilwerden. Mengzi

Carmen Sternchen und Tamina haben heute Geburtstag. Zusammen werden sie 100! in unterschiedlichen Anteilen. Herzlichen Glückwunsch!

Gestern hab ich nach der Pilzausstellung im Müritzeum noch eine kleine Radtour bis Eldenholz gemacht, 10 Kilometer bei schönstem Sonnenschein. Heute bei Regenwetter fang ich Martinas Schal an …

Sonnabend, 7. Oktober

Ein großer Mensch ist, wer sein Kinderherz nicht verliert. Mengzi

Ich bring Jonte die Natur und den Wald nahe und den achtsamen Umgang damit. Unsere Radtour durch den Nationalpark ist ein Beispiel dafür. Jetzt hab ich im Katalog vom Kopp Verlag, der für Birgit noch an meine Adresse kommt und den ich nur mal durchgeblättert und gedacht hab, kann man alles haben, braucht man aber nicht, doch was schönes gefunden. Ein Kartenset für Kinder –

Wilder weiser Wald Achtsame Botschaften, die Kinderseelen stärken! Herzensworte für kleine Herzen

42 Karten, die liebevoll gestaltet sind, mit 48-seitigem Begleitbuch. Das bestell ich für uns …

Donnerstag, 5. Oktober

Der Anfang deiner eigenen Entwicklung liegt in dir selbst. Ying-an

Von den 3 Tagen mit Silvia und Detlef, Antje und Lena und Jonte und mir, war unsere Radtour mit Grenzerfahrung das größte Erlebnis. Wir waren in der Wildnis des Nationalparks. Unsere Gruppe hat sich zweimal geteilt. Antje, Lena und Detlef wollten auf der Etappe 8 zwischen Kratzeburg und Federow lieber den Radweg nehmen, der aber eine andere Streckenführung hat, als der Wanderweg des M-Müritz-Nationalparkwegs. Silvia, Jonte und ich sind auf der Original-Route geblieben. Das waren 27 Kilometer über Stock und Stein, gefühlt 54 Kilometer. Ich hatte noch über 20 Kilo Gewicht auf dem Gepäckträger im Kindersitz. Immer wieder haben wir Jonte absteigen und laufen lassen – er ist meistens gerannt, auch die langen oder steilen Anstiege bergauf – und ohne seine Ausdauer, wär es kaum zu schaffen gewesen. Als wir nach einem Drittel der Strecke bei Birgit in Bocksee Pause gemacht haben, waren unsere Kräfte schon zum großen Teil verbraucht.

Der Schwierigkeitsgrad des Wanderwegs ist mit schwer angegeben und ich hab gesagt, entweder wird es mit Fahrrädern leichter oder noch schwerer. Das zweite war es. Alle waren am Ende, als wir uns dann in Federow getroffen haben, von wo aus wir dann mit dem Nationalparkbus mit Fahrradanhänger zurück nach Waren gefahren sind. Das war auch so geplant, nur dass die 3, die den Fahrradweg genommen haben, auch mit im Bus saßen, obwohl sie die 9 Kilometer bis Waren noch locker schaffen wollten. Das war eine Tagestour von 8 Stunden mit Zuckersand-Wegen, Schotterwegen, Graswegen, Uferwegen mit Wurzeln, umgestürzten Bäumen im Weg, Steine im erst noch kleinen Rinnsal der Havelquelle, die da entspringt, über die wir die Fahrräder heben mussten – Jonte wieder runter, Jonte wieder rauf – und alles bergab, bergauf. Das ist die Endmoränen-Gabel da, wie es auf einem Schild stand. Nicht nur Gabel, auch Messer und Löffel, war mein Kommentar, als ich völlig fertig, mal wieder abgestiegen bin.

Jonte hat zwischendurch nur einmal gesagt, ich kann nicht mehr, und für seine gerade 4 Jahre ist das eine herausragende sportliche Leistung. Er hat bestimmt ein Drittel der Strecke im Laufschritt zurückgelegt und noch gesagt: Wir machen ein Wettrennen – Junge gegen Fahrrad und ich gewinn! Als er seinen Tiefpunkt hatte, hab ich gesagt: Es gibt einen Spruch, Jonte. Egal, ob man sagt, ich schaff das, oder ich schaff das nicht, man wird immer Recht behalten. Wenn man sagt, ich schaff es – schafft man es, wenn man sagt, ich schaff es nicht, schafft man es nicht. Als ich dann später durchhing, nach einer langen Strecke Zuckersand im Wald bergauf, hat er mich aufgebaut. Oma, wenn ich das schaff, schaffst du das auch!

Wir waren uns alle einig – das war eine tolle Tour. Hinterher, als wir sie geschafft hatten.