Heute ist Sonnabend, der 1. Juli

Schöner als der vollste Besitz ist die Erwartung des Glücks. Emanuel Geibel

Schon 61 Tage! Jetzt sollte man langsam Überlegungen anstellen, womit man Silvester eigentlich die Raketen zünden will.

Das Buch haben wir gestern fertiggeschrieben. Ich hab dabei als schamanische Beraterin mitgewirkt und das Happy End noch mit einer prächtigen Wiedersehensfeier im Wald ausgeschmückt. Das war mir vorher zu farblos und nüchtern – Das ist alles? – und Birgit hat es aufgenommen. Aus sie feierten 3 Tage lang wurde so sie feierten 3 Tage und Nächte lang mit Beschreibung eines rauschenden Festes aus meiner emotionalen Farbpalette.

Gestern noch ein ausgelassenes Fest im Wald, wo ich Birgit schon angeregt habe, den Wildschweinschinken gegen Wachtel-Eier-Salat auszutauschen – warum soll das Wildschwein als Schinken mitfeiern! – da schickt mir die Mutter meiner ehemaligen Nachbarin Christine heute Bilder von einem mongolischen Buffet mit dem Zusatz Fröschlein verspeist. Oh Gott, da triffste mich ja grade richtig, Kerstin, mit Fröschlein verspeist – lieber nicht solche Bilder zu mir und Minchen muss es auch komisch sein dabei. Ihre Tochter Yasemin ist Vegetarierin.

Ich bin auf Visionssuche – den Namen für meine schamanische Begleitung. Ich lass mir alles durch den Kopf klickern, was reinfällt – Spiritreise, Spritpreise … Wenn da mal nicht ARAL seine neurochemischen Finger im Spiel hat seit dem Pfingsttreffen in Teterow.

Freitag, 30. Juni

Mit dem Glück verhält es sich wie mit den Uhren: Die einfachen gehen am besten. Nicolas Chamfort

Gestern war auch schon ein Glückstag. Nachmittags hab ich mit Andrea telefoniert und ihr gesagt, dass ich am nächsten Sonntag Jonte zurückbringe und dann meinen Geburtstag feiern möchte und dass es schön wäre, wenn wir uns treffen können in … Klein Kussewitz?, ist sie mir zuvorgekommen. Ich wollte eigentlich sagen in Reutershagen bei Michael und Tamina. Ja, bei euch, das wär auch schön. Abends hab ich Michael und Tamina gefragt und sie haben auch gleich zugesagt und sich sehr gefreut. Sie haben sich auch schon lange nicht gesehen. Nun sind wir Sonntag, am 9. Juli, bei Andrea und Paul auf dem Dorf und feiern da.

Schon 60 Tage! Na super! Gerade jetzt, da etwas gegen brennende Augen durch Zigarettenqualm erfunden wurde, hören Sie mit dem Rauchen auf. Na, 2 Monate ist schon eine Zeit – da hab ich schon ein gutes Stück geschafft.

Und noch was schönes zu Glück: Nachher kommt Birgit – sie hat vor einiger Zeit angefangen, Waldbilder zu malen zu jedem Monat und dann einen Text dazu geschrieben. Daraus ist die Idee, Inspiration, entstanden, das als Buch herauszugeben. Wie der Waldschrat Rulum seine Freu(n)de wiederfand. Als ich Dienstag bei ihr auf dem Dorf war, haben wir die erste Hälfte Korrektur gelesen, heute kommt die zweite ran. Also wir machen das Lektorat. Ein Satz lautete: Verdammt, wieder sind meine Freunde nicht Zuhause … Verflixt! Keine Verdammnis im Kinderbuch, hab ich mein Veto eingelegt.

Donnerstag, 29. Juni

Ich kann auch gleich mit Glück anfangen:

Ein Glück, dass es Dich gibt.

Schon 59 Tage! Wenn Sie in der Hypnose Hilfe suchen wollen, achten Sie unbedingt auf Professionalität. Ja, unsere leitende Schamanin bietet auch Hypnose zur Entwöhnung an, aber das schaff ich ja wohl auch alleine.

Nachdem ich gestern den halben Tag verschlafen hab – ich hör von allen Seiten müde, müde, müde – hab ich weiter Sachen für den Hof-Flohmarkt am Sonntag bei Martina im Garten zusammengesucht. Ein Blutdruckmessgerät in Apotheken-Qualität, kaum benutzt, ein Tom-Tom-Navi, eine Keramik-Armbanduhr, Sachen, Bücher und, und und … Manuel und Nick machen auch mit, Sandra und Susanne, Peter und noch andere. Das wird bestimmt ein Spaß!

Mittwoch, 28. Juni

Du glaubst nicht, wie schön es hier im Walde ist … Betty Paoli

Ja, und damit geht mein Kalender Uralte Weisheiten der Bäume seinem letzten Blatt entgegen. Da alles Erneuerung ist, schenke ich ihn meiner Cousine Angelika zum Geburtstag am 4. Juli und der Reigen der Baumweisheiten geht weiter … Sie hat für mich einen magischen Wolfs-Traumfänger gestaltet und sich dafür mit mir verbunden, hat sie gesagt. Zwei Kreise mit Wölfen darin, das dritte Bild fehlt noch, doch da kam ihr die Erleuchtung. Noch nicht verraten, Angelika – das wird dann noch eine Überraschung – auch zu meinem Geburtstag, 3 Tage später.

Im Walde ist es schön und kühl – und auf dem Dorf bei Birgit auch. Entweder sind wir an ihrem Wohnwagen Pilgrim oder bei Hendrik, der ihr sein schönes Holzhaus in Teilzeit überlassen hat, wenn er arbeitet und sie sich um die Hunde Tula und Merle kümmert und um die 3 Laufenten. Ich war gestern auch den ganzen Tag da – wundervoll entspannend war das, auch für die Augen mit dem Grün der Bäume, die dörfliche Ruhe überhaupt. Birgit hatte gestern die Idee, dass der Traumfänger auf meine Visitenkarte für die Schamanische Begleitung kommt. Ja, da war ich gleich begeistert – nur der Name fehlt noch und so denk ich, es hat noch Zeit damit … zur richtigen Zeit wird er schon kommen.

Schon 58 Tage! Der Entzug fällt um ein Vielfaches leichter, bewegt man sich in einem Umfeld, das ungezügeltes Rauchen eh nicht zulässt. Genau, hab ich ja.

Für morgen und übermorgen gibt es einen Überbrückungsspruch und weil der Juli für Angelika und mich Geburtstagsmonat ist – gibt es den ganzen Monat Glückssprüche!

Montag, 26. Juni

Je dunkler, je schattiger ein Baum, umso lieber singt ein Vogel darauf. Herrmann Lingg

Schon 56 Tage! Nach 56 rauchfreien Tagen geht Ihnen wohl nicht so schnell die Puste aus.

Krokodili, dem Schwimmreifen, haben wir aber doch mit der Pumpe zu seiner Gestalt verholfen. Heute wollte ich gleich vormittags wieder an den See, musste aber erst zu O2, das Handy hatte sich ausgeschaltet und die oder den PIN nicht angenommen, obwohl’s richtig war. Vom O2-Guru wieder die bekannte Ansage: Ihr Handy hat die Lebensdauer erreicht. Er hat den Arbeitsspeicher noch bisschen freigeschaufelt und dann ging’s wieder – erstmal. Ich bekomm ja das abgelegte von Andrea und da Mutter und Tochter sich sowieso demnächst treffen wollen nach langer Pause, können wir das gleich verbinden.

Da das eine Weile gedauert hat, war ich dann erst mittags am See. Ich hab mich so dicht, wie es ging, im Schatten einer Eiche ans Wasser gelegt – mit Seerosenblick – und trotzdem war es noch heiß. Also immer im 20-Minuten-Takt ins nasse Element und schwimmen … bis 15:15 Uhr, dann zog Gewitter mit Sturm und Regen auf und ich bin geflüchtet. Es ist immer interessant und man kann die unterschiedlichsten Leute da treffen. Heute kam unter anderem ein Pärchen mit einer französischen Bulldogge namens Harald, die war echt witzig und hätte gar keinen anderen Namen haben können. Ich hab noch ein Foto von Harald gemacht, wobei Frauchen mich unterstützt hat. Am Wochenende war Dackel Willi da, auch der perfekte Name für ihn. Ich bin so froh über meinen See-Liegeplatz und dankbar dafür, besonders bei diesen Temperaturen …

Sonntag, 25. Juni

Im Wald lehnt sich Baum an Baum, also warum lehnen wir uns nicht Mensch an Mensch? Weisheit aus Serbien

Schon 55 Tage! Besiegen Sie den kleinen Teufel in Ihnen und bleiben Sie weiterhin standhaft.

Es ist wieder heiß und Jonte spielt – mit durchdringenden Geräuschen. Michael holt ihn heute am späteren Nachmittag ab. Dann tut auch eine Ruhephase wieder gut. Um 12 macht Jannis Eis unten auf, dann gehen wir da erstmal hin und pflanzen uns mit 2 Eisbechern unter die roten Sonnenschirme …

Sonnabend, 24. Juni

Einsam musst du wandern, willst du innige Zwiesprache halten mit Baum, Blume und Wolkenzug. Hans Gaefgen

Schon 54 Tage! Um wirklich als frischer Nichtraucher durchzugehen, müssen Sie natürlich auch Ihre Kleidung entqualmen.

Den ganzen Nachmittag mit Jonte und Birgit am See – das war herrlich. Krokodili, sein Schwimmreifen und heute so getauft, hatte Premiere. Damit ist Jonte schneller im Wasser gepaddelt, als ich geschwommen bin. War das ein Spaß mit ihm im Wasser … Und Jonte hat alle Leute am See unterhalten. Zu jedem, der ankam, ist er hingegangen oder mit Krokodili hingeschwommen und hat gesagt: Hallo, ich bin Jonte, und wie heißen Sie? Und schon war er mit ihnen im Gespräch. Auch das war herrlich.

Freitag, 23. Juni

Manche Menschen muss man rütteln und schütteln wie die Bäume, wenn man von ihren Früchten essen will. Julie Eyth

Heute ist es trüb-bedeckt und wir sind ziemlich müde. Noch haben wir keinen richtigen Plan … am Nachmittag zum Wisentgehege mit Fütterung. Wir wollten was mit Birgit zusammen machen, sie hat sich auch noch nicht gemeldet, geht auch nicht ans Telefon. Ist ein bisschen undefiniert heute …

Nach unserem Koma-Mittagsschlaf war die Wisent-Fütterung vorbei und wir sind zum Hafen gegangen. Vorher hatten wir ein Boot gekauft für den Schiffsschrauben-Springbrunnen. Die Wasser-Propeller werden hier bei MMG seit vielen Jahren – schon vor der Wende Ost West – hergestellt – beim Mecklenburger Metallgußwerk – und gehen in alle Welt. Immer in doppelter Ausführung, falls einer ausfällt. Bei den Transporten zum Rostocker Überseehafen ist mit Verzögerungen zu rechnen.

Die Frau mit den XXL-Seifenblasen war am Hafen, wir mit unserem „Booti“ und dieser wundervollle Nachmittag in den Abend hinein hat uns, alle Warener und Urlauber, verzaubert und ein Mann – der mit seinem Sohn da war und mich gefragt hat, ob ich von hier bin und wo man hier gut essen gehen kann – Schweinemedaillons – im Ratskeller – hat gesagt: Die einfachen Dinge sind die besten!

Danach ist mir was eingefallen, woran ich noch nie gedacht hab: Mary Moon heißt – Mein Mann im Mond. Zeit, dass er auf die Erde kommt. Bei dem Mann mit dem Sohn hab ich die Vibrationen von ihm und seinem Sohn gefühlt – ich wünsche ihnen eine gute Frau und Mutter. Auch bei der Sommersonnenwende war ein einzelner Mann dabei – sehr selten. Micha, wie mein Sohn. Alles zeigt mir nur – Wie soll denn einer kommen, wenn du schon einen hast?

Donnerstag, 22. Juni

Ein Charakter ist wie ein Baum und der gute Ruf wie sein Schatten. Abraham Lincoln

Schon 52 Tage! Mit zunehmender Fitness stellen sich erste kleine Erfolge ein. Auf Platz Eins die Schildkröte auf dem Bild, auf Platz 2 die Schnecke und auf Platz 3 die eigenen Turnschuhe.

Das war eine wundervoll wunderschöne Sommersonnenwende – erst am Strand, mit insgesamt 7 Leuten, dann wir beide, Bianka und ich, unter der prachtvollen Kastanie in der Jugendherberge Tanzhaus in Ribnitz-Damgarten bis nachts halb eins. Reden und Verbundenheit. Schöne Zeiten, die da auf uns zukommen … Nach einem Frühstück im Grünen nach einer ziemlich turbulenten Nacht mit Schulklassen und Erziehern hab ich mittags Jonte abgeholt. Jetzt machen wir uns ein schönes Wochenende!

Das war die beste Entscheidung zur Sommersonnenwend-Feier an den Ostsee-Strand zu fahren. Ich hatte das Lehrerzimmer in der Jugendherberge. Eigentlich kannst du gleich anfangen, hat Bianka gesagt. Worauf wartest du noch? Darauf, dass die Sachen sich finden.