Sonntag, 29. September

Freude lässt sich nur voll auskosten, wenn sich ein anderer mitfreut. Mark Twain

Fritzi, ehemals Guti-Gutshaus-Koch, ist Onkel geworden. Er hat ein süßes Babyfoto mit Herz im Status – Pablo, Willkommen! Ich gratulier ihm nachher gleich …

Anderer Status, anderes Bild. Nachdem bei unserem Hausmeister eine Woche Fotos von seinem Italienurlaub zu sehen waren, steht da heute: Deutschland, das Land, wo du dir dein Geschlecht, aber nicht deine Heizung aussuchen darfst. Heizung ist das Stichwort – meine ist nämlich kalt. Ich wohn ganz oben und da müssen die Heizkörper im Herbst alle entlüftet werden, sonst kommt nichts an. Da kontaktier ich ihn morgen gleich.

Sonnabend, 28. September

Ist das Leben nicht hundertmal zu kurz für Langeweile? Friedrich Nietzsche

Frohes Neues Jahr – gestern war hier großes Feuerwerk wie zu Silvester …

Es war nicht zu überhören – Warens Schützenfest ist eröffnet. Die Mitglieder der Zunft feiern bis Sonntag ihren 350. Geburtstag, auf dem Neuen Markt gab’s zur Eröffnung heute Abend die offizielle Zeremonie. Die Party geht jetzt im großen Zelt auf dem Festplatz weiter, gegen 21.30 Uhr steigt ein Feuerwerk, schreibt Wir sind Müritzer.

Ja, und ich konnte es sowieso nicht überhören – direkt unten vor meinem Fenster auf dem Markt. Das war wie ein Staatsakt mit Singen der Nationalhymne und anschließenden Salutschüssen, das hat ordentlich gekracht. Für das Feuerwerk am Amtsbrink hatte ich auch vom Wohnzimmerfenster aus den besten Logenplatz.

Dass der September zu Ende geht und der Oktober naht, heißt noch nicht, dass es auch ruhiger wird. Heute ist noch der vorletzte Grüne Markt und das jährliche Apfelfest und dann zieht noch die Schützen-Gilde mit Schalmeienkapelle und ihrem Festumzug über den Markt. Langeweile kommt hier gar nicht auf. Mag nicht jedermanns Sache sein, aber ich finde, es passt gut hierher zu unserem Kleinstadt-Flair.

Freitag, 27. September

Man muss wählen zwischen Herz und Verstand. Ich gehorche dem Herzen. Eleonora Duse

Tagesmotto der Mondkraft mit dem Mond im Löwen heute: Genießen wir das Leben und die Liebe!

Beim Spaziergang war die Müritz so grau und stürmisch wie im Märchen Vom Fischer und seiner Frau, als er zum Butt geht und ihm sagt, seine Frau, die Ilsebill, will jetzt Papst werden, König reicht ihr nicht mehr.

Mittwoch, 25. September

Es ist besser, zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen, dass man es nicht genossen hat. Giovanni Boccaccio

Manchmal sind Flaute-Tage, da meldet sich kaum einer, auch nichts in WhatsApp oder im Status, und wie auf geheime Absprache sind auf einmal alle da – am Telefon, mit Nachrichten, gesprochen oder geschrieben, oder es klingelt an der Tür. Heute Mittag war Aniko noch auf die Schnelle hier, hat mir was von ihrem Nudelauflauf gebracht und ich hab ihr endlich ihre Geburtstagstütchen gegeben. Vormittags Telefonat mit Nicole, ehemals Guti-Gutshaus, und um 15 Uhr bin ich bei einer Veranstaltung im Haus der Begegnung: Von Bier & Bockwurst zu Brot & Bratlingen. Da berichtet einer, wie er seine Ernährung umgestellt hat – ein Mann! – und im Anschluss: Leckere, gesunde und einfache Rezepte für jedermann & jede Frau zum gemeinsamen Zubereiten und Genießen. Vielleicht gibt’s da noch Anregungen für die „grüne Küche“ für Vegetarier und Veganer in meiner Family, mich eingeschlossen.

Dienstag, 24. September

Man muss das Leben so einrichten, dass jeder Augenblick bedeutungsvoll ist. Iwan Sergejewitsch Turgenew

Gestern hab ich mich spontan mit Carmen Sternchen und Hündin Fritzi verabredet, weil nochmal so ein schöner Tag war, warm und sonnig. Den Rest der Woche hat der Regen für sich gebucht. Als wir bei Janny’s Eis im Strandkorb gesessen haben, kam an den Nebentisch auch ein Paar mit einem Hund. Da ergab sich gleich ein Gespräch – der ist noch ganz jung, erst 9 Monate alt und sehr scheu, haben sie erzählt. Sie haben ihn aus dem Tierschutz. Für die kurze Lebensspanne hatte er aber schon eine stattliche Größe erreicht, eine Art Hütehund. Und wie heißt er?, wollte Carmen dann wissen. Ich dacht, ich hör nicht richtig – Maik. Treiben die da Oben etwa ihre Späße mit mir, den Hund so zu nennen.

Montag, 23. September

In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks. Heinrich Heine

Unser wundervolles Zeltplatz-Wochenende im Blockhaus mit traumhaftem Sommerwetter und 24 Grad, Schatzsuche und Nachtwanderung liegt hinter uns. Nach 4 Tagen mit dem sehr munteren Jonte brauch ich erst mal wieder Ruhe. 12 bis 13 Stunden täglich nonstop ohne Mittagsruhe, da hatte ich ganz schön zu tun. Und ihm hätte die auch gut getan – da gab’s dann auch mal schlechte Laune … Aber das liegt nicht an der Mittagsruhe, hat er immer wieder behauptet. Nein, an der Mittagsruhe liegt es nicht, hab ich gesagt, es liegt an der fehlenden Mittagsruhe. Nein, auch nicht! Wir haben das dann noch geklärt, indem ich ihm erklärt hab, dass gegenseitiges Verständnis zum beiderseitigen Wohl beiträgt, da hat er genickt.

Donnerstag, 19. September

Liegt nicht in jedem Augenblick gleichviel, ob er hell oder dunkel, richtig oder falsch, ein Glück? Christian Morgenstern

Andrea und Paul sind in der Bodega Bay/Jenner, nördlich von San Francisco, direkt am Pazifik. Das ist die letzte Station ihrer Reise, bevor es am Freitag nach Hause geht. Ich nerve alle Mitreisenden – außer Paul sind das ihre Schwiegereltern und Onkel und Tante von Paul – damit, dass ich ihnen vorjammere, in Phoenix sein zu wollen. Ich bin einfach kein California Girl und werde wohl nie eins sein, schreibt sie. Ja, in Phoenix hat sie ja auch gelebt und studiert. Am Sonnabend landen sie wieder in Germany.

Mittwoch, 18. September

Und keinen Tag soll man verpassen. Johann Wolfgang von Goethe

Gestern Nachmittag waren Bjarne und Franka, die Kinder meiner damaligen Nachbarin Christine, nach der Schule und Kita hier. In der Schule war Elternversammlung und Björn, der Papa hat noch gearbeitet. Er hat sie dann nach 18 Uhr bei mir abgeholt. Das war schön, wie in alten Zeiten, als sie noch bei mir nebenan gewohnt haben, nur dass sie jetzt schon 9 und 6 sind. Wir haben erst ein bisschen erzählt, dann sind sie nach oben gegangen, wo noch die Duplo-Kiste von Jonte auf dem Teppich verteilt war. Das Spielzeug stammt noch von Michael und ich sag ihm immer, damit hat dein Papa schon gespielt. Da wird sich Jonte wundern über das neue „Bauwerk“, wenn ich ihn morgen von Schwerin geholt habe zu unserem Vollmond-Nachtwanderung-Schatzsuche-Blockhaus-Zeltplatz-Wald-Räuber-Wochenende auf dem Campingplatz „Zur hohlen Eiche“ in Klockow. Und das Beste: in der hohlen Eiche da – ist der Schatz vergraben. Der muss natürlich erst gesucht werden, mit 4 Schatzkarten an unterschiedlichen Stellen. Der mystische Vollmond heute wirkt dann immer noch am Freitag und das wird bestimmt ganz wundervoll …

Für Bjarne und Franka hab ich zwei Geschwisterschals gestrickt, die sie schon voriges Jahr zu Weihnachten bekommen sollten. Nun haben sie sie gestern mitgenommen und sich sehr gefreut darüber. Als wir beim Abendbrot auf der Terrasse waren, hat Björn auch schon geklingelt, um sie abzuholen. Sie sind auch über Nacht bei ihm geblieben und Christine hatte – nach der Elternversammlung – mal einen kinderfreien Abend. Das sind alles kurze Weg hier – Björn wohnt schräg gegenüber auf dem Markt über dem Altstadt-Café, wir können uns vom Fenster aus sehen, und Christine und die Kinder in der Kirchenstraße, das sind auch nur ein paar Schritte beim Rathaus um die Ecke.

Das war eine gute Adresse, wo ich heute war. Heute hab ich mal verstanden, was ein Osteopath macht.