Sonntag, 12. Mai

Wenn man etwas mit ganzem Herzen tut, braucht man keinen Helfer. Aus Japan

Tamina hat heute früh geschrieben, sie kommt mit dem Zug von Rostock nach Waren. Sie hat bei Freunden übernachtet und ist um 12:30 Uhr auf dem Bahnhof. Da hol ich sie ab. Michael und Jonte kommen dann mit dem Auto aus Schwerin am Nachmittag. Es ist prächtiger Sonnenschein zum Muttertags-Sonntag und ich freu mich auf einen schönen Tag zusammen …

Sonnabend, 11. Mai

Die Seligkeit eines Augenblicks verlängert das Leben um tausend Jahre. Aus Asien

Der stärkste Sonnensturm seit fast 20 Jahren – in einigen Quellen steht 2003, 2004 oder 2005 – mit der Stärke 4 von 5 hat gestern früh begonnen und erreicht heute Vormittag gegen 11 Uhr seinen Höhepunkt. Da muss ich mich nicht wundern, warum es mir so geht, wie es mir geht, von meiner Hüfte mal abgesehen – und viele andere auch nicht. Ich hab das gestern schon massiv gemerkt, dachte aber, es liegt am Portaltag. Die Sonneneruption ist eine Erklärung dafür, nur macht es das nicht gerade leichter.

Das hatte ich zufällig bei den Google-Vorschlägen entdeckt. Ich wollte nochmal nach der Bedeutung der Lebenszahl 11 gucken, die eine Meisterzahl ist. Andrea mit dem Geburtstag 9. 11. 1980 ist auch eine 11, wie die Mutter so die Tochter. Überschrift: Empathie und Sehnsucht nach Zugehörigkeit – das schließt eine hohe Spiritualität mit ein und ist eng mit einer Lebensaufgabe als Lehrer, Heiler oder Berater verbunden. Andrea ist als Leiterin des Sprachenzentrums der Uni Rostock ja teilweise auch noch als Lehrer tätig, das ist aber nicht damit gemeint, sondern im spirituellen Bereich. Sie hat sich vor Jahren auch schon mal damit beschäftigt, zum Beispiel mit Numerologie, ist aber wieder davon abgekommen. Mal sehen, wie sich das im Laufe ihres Lebens noch entwickelt. Jetzt scheint ihr Weg erstmal vorgegeben – im öffentlichen Dienst bis zur Berentung? Wer weiß, was noch kommen wird …

Ich hab neulich die Karte Sensibilität gezogen – deine Sensibilität hat mit deiner Hellfühligkeit zu tun … Ich werd immer mal wieder drauf gestoßen, besonders, wenn ich das mehr als Last denn als Gabe empfinde und mir das tiefe Fühlen alle Kraft zu rauben scheint. Das potenziert nicht nur Freude und Glücksgefühle, das lässt sich noch gut aushalten, sondern auch die Gegensätze dazu und da verlassen mich manchmal meine Kräfte.

Freitag, 10. Mai

Die Weisen verstehen einander, ohne dass sie erst der Worte bedürfen, sie reden zueinander ohne Worte. Lü Bu We

Ich bin ja ein Freund der Worte, aber je höher oder weiter ich komm im Leben, merk ich, was soll das ganze Gerede, lieber weniger sagen oder mal den Mund halten. Besonders – je mehr man zur Ruhe kommt, um so stiller wird es.

Gestern waren wir in Schwarzenhof erst bei Üdis Imbiss im Grünen – der war gut besucht und sie hatten auch ein Duo aus Mann und Frau mit Livemusik der 70er da. Da das ja praktisch mitten im Wald liegt, gab es eine große Mückenplage. Das ist doll dieses Jahr. Bei Anne und Willi in Treckinghosen ging das noch, aber ich mit Rock und dünner Strumpfhose hab eine gute Angriffsfläche geboten. Danach sind wir noch weiter nach Speck gefahren und zum Priesterbäcker See gelaufen und haben dort lange am Wasser in der Sonne gesessen – ohne Mücken, obwohl der See mitten im Wald liegt. Anne hat Bachstelzen fotografiert und mich in die Grundkenntnisse der Fotografie eingewiesen. Den Horizont immer gerade halten und ungefähr ein Drittel des Bildes einnehmen lassen, nichts abschneiden, wie Füße oder Details im Bild und noch einiges anderes. Das glitzernde Wasser war ein herrlicher Anblick, dazu das Konzert der Schilf- oder Teichrohrsänger. Das konnten wir nicht richtig zuordnen. Beim Sitzen hab ich aber schon gemerkt, dass meine Hüfte anfängt zu muckern – hin ging ganz gut, aber dann noch den Rückweg von ca. anderthalb Kilometern, also 3 km insgesamt. Wenn es gegangen wäre, hätte Anne das Auto geholt, doch am Dorfende von Speck ist die Schranke – Freigabe nur für den Nationalpark-Bus und Anlieger. Also – zu Fuß zurück. Die Strecke ist eigentlich ein Spaziergang, aber da ich seit Wochen nicht über das Markt-Karree hinausgekommen bin – und erstmal gesehen habe, wie schön grün der Wald im Mai ist – war es eine Wanderung. Das hab ich abends deutlich zu spüren bekommen.

Da hab ich mich erstmal erst mit Kaffee und dann mit Wein auf der Terrasse erholt, mit ordentlich Sonne im Gesicht vom Nachmittag. Mit Musik-Beschallung von 3 Bühnen im Umfeld, eine auf dem Markt, zwei am Hafen, oder eine am Hafen und eine am Müritzeum, trotzdem nicht zu laut und zu durcheinander. Durch das Müritz-Sail-Flair das ganze lange Wochenende über hab ich das Gefühl, ich bin hier im Urlaub …

Donnerstag, 9. Mai

Gute Erinnerungen tragen unser Leben. Aus Japan

Ich war gestern die letzte Patientin beim Doktor. Er hat mir jetzt noch einen Cox-2-Hemmer dazu verschrieben, gegen die Entzündung. Das Prednisolon wirkt nicht, hab ich gesagt. Na, wart mal ab … hat er gesagt. Das soll ich weiter nehmen, aber die anderen Schmerzmittel weglassen. Nach meiner Hüfte hat er noch ein längeres Gespräch über die politischen Zustände geführt. Davon hab ich nur Putin, Ukraine-Krieg und die Grünen verstanden. Das Etoricoxib ist auch ein schweres Geschütz, aber das erste, was gleich gewirkt hat. Nach 6 Wochen kann ich wieder Durchatmen und Luftholen – das war eine Tiefenerschöpfung. Neumond und Christi Himmelfahrt fallen dicht nebeneinander, die Heilungsenergien lass ich auf mich wirken.

Es ist ein strahlender Himmelfahrtstag. Von heute bis Sonntag ist Müritz-Sail. Auf dem Markt unten sind auch Stände – alles einheitliche weiße Baldachinzelte, was von oben sehr hübsch aussieht – und eine kleinere Bühne, das meiste aber ist am Hafen. Anne und Willi holen mich ab und wir fahren nach Schwarzenhof im Nationalpark …

Dienstag, 7. Mai

Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen. Aus China

Danke, dass ich nach dem gestrigen Schmerztag gut durch die Nacht gekommen bin und bis halb 8 schlafen konnte. Morgen um 12:10 Uhr bin ich wieder beim Doktor, nach der regulären Sprechstunde, die bis um 12 geht. Das Prednisolon zeigt keine Wirkung, die Schmerztabletten wenig mehr. Ich hoffe, er hat, wenn kein As im Ärmel, eine brauchbare Alternative. Bis dahin bin ich weiter Schildkröte …

Sonntag, 5. Mai

Wo Menschen sich freuen, freue dich mit! Aus Japan

Das war eine Freude, wir bei Birgit gestern. So haben wir 3 Schwestern noch nie geredet zusammen, wir haben unsere Gefühle und Gedanken ausgesprochen und sind auf uns eingegangen und haben uns gesehen, wo es sonst nur an der Oberfläche blieb. Das war so schön und wohltuend, trotz schlimmer Schmerzen wieder gestern und heute auch. Ich hab das Gefühl, das ist jetzt der Höhepunkt vom Tiefpunkt, wo sich die Spirale wieder aufwärts drehen kann …

Sonnabend, 4. Mai

Mit jedem Tag des Lebens kommt ein Stück Weisheit hinzu. Aus Vietnam

Bei Schmerzen bin ich mit meiner größten Angst konfrontiert – allein zu sein.

Lars hat ab heute 2 Wochen Urlaub und ich hab Gesellschaft hier oben. Christa kommt heute von einer Woche Haus und Kater hüten bei ihrer Tochter und Schwiegersohn zurück, die in Urlaub waren. Tine kommt am Nachmittag und wir fahren zu Birgit, ihren Geburtstag nachfeiern. Jeden Tag tausch ich mit Martina Sprachnachrichten aus oder wir telefonieren. Dazu kommt die Verbindung zu meinen anderen Freundinnen. Kinder hab ich auch noch und langsam vermisse ich Jonte jetzt nach so langer Zeit. Wir haben uns zuletzt am 17. März gesehen, als er wieder mit nach Hause fahren wollte, weil die Mama in der Klinik war und er bei Papa sein wollte. Sigi und Wolfgang unten, Aniko in der Nachbarschaft. Ich hab reichlich Nähe und Zuwendung, daran mangelt es nicht. Es ist, davon unabhängig. das Alleinsein mit mir. Wenn mich die Schmerzen piesacken, sag ich mir, ich bin in bester ärztlicher Behandlung, und doch ist es schwer auszuhalten.

Freitag, 3. Mai

Die Welt ist ein Meer und unser Herz ist das Ufer. Aus China

Wir haben ein Problem … fing der Doktor gestern die Auswertung vom MRT an. Er hat mir jetzt Prednisolon verschrieben. Die Kortison-Behandlung soll das Ödem und die Entzündung in der Hüfte heilen – und möglichst bald die Schmerzen, hoffe ich. Er meint, das wirkt schnell.