Dienstag, 30. April

Ein süßes Wort erfrischt oft mehr als Wasser und Schatten. Siddharta Gautama Buddha

Um mal nicht nur über meine Hüfte und Schmerzen zu schreiben – es steht noch gar kein Maibaum auf dem Markt, wie er sonst jedes Jahr mit viel Brimborium vom THW und der Feuerwehr aufgestellt wird. Entweder wird das morgen noch gemacht oder fällt dieses Jahr aus – das wär schade.

Montag, 29. April

Das größte Glück erreichst du, indem du gerne tust, was du tun musst. Sathya Sai Baba

Am Sonnabend war Automesse am Hafen und heute wird das Festzelt zum 1. Mai unten auf dem Markt aufgebaut. Der Sonntagskuchen war gestern ein Anruf von Sabine aus Berlin, die ja hier ihre ständige Ferienwohnung im Paradiesle hat, die sie nur nicht ständig, sondern zur Zeit nur sehr selten nutzen kann, da sie sich um ihre Eltern, die im Allgäu leben, kümmert. Da fährt sie oft dahin, da sie alt und krank sind, was von Berlin aus auch nicht so einfach ist. Das tat gut, mal wieder zu reden. Wir haben auch über Tanz in den Mai gesprochen – ja, daran hab ich neulich auch gedacht, das war doch immer schön – im nächsten Jahr, haben wir uns vorgenommen.

Sonnabend, 27. April

Suche die kleinen Dinge, die dem Leben Freude geben. Konfuzius

Heute geh ich mal beim Bäcker frühstücken, hab ich gedacht, als ich neulich vom Doktor kam. Nicht im Altstadt-Café, da sind 4 Stufen zu steigen, sondern bei Junge … Da hab ich noch einen gemütlichen Zweier-Tisch gefunden, die meisten anderen Plätze waren besetzt, von Grüppchen und Gruppen meistens älterer Gäste in angeregter Unterhaltung. Dass ist ein beliebter Treff da. Dass es den Rentnern schlecht geht, war da nicht zu erkennen. Ich hab einen mittleren Kaffee Crema und ein Baguette bestellt. Warmmachen? Ja, gerne. Dann konnte ich die 4 Mitarbeiter hinter dem Tresen beobachten, die alle Hände voll zu tun hatten. Ein Glück bin ich Gast, hab ich gedacht. Als ich aufgestanden bin, kam ein älterer Mann lächelnd auf mich zugesteuert – das passt ja prima!

Freitag, 26. April

Die tiefe Ruhe ist die Bewegung in sich selbst. Laotse

Martina und Peter sitzen schon im Zug nach Dresden. Um 9:00 Uhr würde ich in Waren dazusteigen. Bei Martina hat sich gestern ihr rechter Fuß mit Schmerzen bemerkbar gemacht. Und überall, wo man auch hinguckt, sind „Widrigkeiten“, sagt sie. Bei Sandra, bei Manuel und Carmen Sternchen hat mir gestern ein Foto geschickt. Sie hat sich einen Zeh gebrochen und liegt mit Schwedenkräuter-Umschlag im Bett. Ich hab gestern nach der manuellen Therapie mit Ultraschall abends noch Rotlicht auf die Hüfte geflutet, ein Muskelentspannungsbad genommen und die doppelte Ration Tilidin genommen. Das waren bis alles oder eins davon gewirkt hat, aber immer noch 2 Stunden mit stechenden Schmerzen, danke, es reicht.

Donnerstag, 25. April

Wenn ihr frei sein wollt, erkennt euer wahres Selbst. Es hat keine Form, keine Erscheinung, keine Wurzel, keine Grundlage, keinen Ort, aber es ist munter und voller Leben. Linji Yixuan

Freitag, 13 Uhr, das wär unsere Ankunftszeit in Dresden mit Martina morgen, da hab ich jetzt MRT-Termin. Die Fahrkarte hab ich gestern storniert gegen Gutschein, abzüglich 10 Euro Bearbeitungsgebühr. Bis einen Tag vorher ist das möglich. Um 10 treff ich mich heute mit Nicole im Altstadt-Café unten, sie gehört auch zu denen, die in Guti-Gutshaus gekündigt haben.

Mittwoch, 24. April

Das Wasser haftet nicht an den Bergen, die Rache nicht an einem großen Herzen. Aus dem Zen-Buddhismus

Da bin ich heute schnell rangekommen, beim Chiropraktiker. Das Wartezimmer war fast leer, im Gegensatz zu sonst, wie ich es noch von früher kenne. 2020 war ich zuletzt da, hat sie mir an der Rezeption gesagt. Ich dachte, das ist länger her. Dann im Sprechzimmer: Das kann sein, dass du ganz schnell eine neue Hüfte brauchst – er redet mich mit Du an – wenn die Schmerzen schlimm genug sind, bettelt man förmlich darum. Was ist denn in ihn gefahren, hab ich gedacht, hat er seine Religion geändert? So eine Meinung hat er damals, glaub ich, noch nicht vertreten. Jedenfalls Ruck-Zuck-Schnuck, das letzte Drittel ist sein Name – Einrenken und dann leichtfüßig die Praxis verlassen, war nicht. Er hat mir eine Überweisung zum MRT gegeben, wo ich jetzt schon für Freitag, 13 Uhr, einen Termin in der Radiologie im Krankenhaus habe. Privatpatient geht fixer. Außerdem Verdoppelung der Schmerzmittel-Dosis, es ist kaum auszuhalten.

Er selbst kam mit zwei bandagierten Unterarmen ins Sprechzimmer. Er kommt von einer Stunde Physiotherapie, hat er mir auf meinen fragenden Blick gesagt. Der Doktor geht zum Doktor, hab ich gesagt … Ja, das kann auch mal vorkommen. Was ich beruflich mache, hat er noch gefragt. Ich bin im Ruhestand, hab ich gesagt. Jetzt weiß ich immer noch nicht ihren Beruf, hat er sich an die „Schwester“ gewandt. Als ich dann konkreter geworden bin, hatten wir noch ein schönes kleines Gespräch. Er macht auch Psychotherapie und interessiert sich sehr für die Geschichten seiner Patienten.

Dienstag, 23. April

Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. Laotse

Achtsamkeitskalender Reminder: Du bist schon so weit gekommen!

Genau, und bin ich bis hierher gekommen, komm ich auch weiter … Nach einem Cappuccino in der Sonne auf der Dachterrasse /fast/ ohne Schmerzen, wirkt Linderung schon wie ein Wunder! Dann hat meine ehemalige Kollegin und Jetzt-Freundin Nicole angerufen. Sie kommt übermorgen nach Waren, sich ihr Handy einrichten lassen im Mobilfunkladen und dann treffen wir uns unten im Café beim Bäcker. Fritzi Koch hat zum 31. Mai bei Guti-Gutshaus gekündigt und sie werden diese Saison und alle weiteren ohne ihn auskommen müssen. Mir hatte er das gestern schon geschrieben, Nicole hat er angerufen und es ihr erzählt. Er ist jetzt der sechste in der Reihe derer, die da gekündigt haben. Auf unser Treffen freu ich mich!

Ein Anruf in der Praxis zur chirotherapeutischen Behandlung hat ergeben, was ich schon geahnt habe – Kommen Sie in die Akut-Sprechstunde und dann sehen wir weiter … Da geh ich also morgen früh hin und hoffe auf gut Glück. Sie hatten am Freitag noch einen Wasserschaden in der Praxis, hab ich am Telefon erfahren und müssen erstmal sehen, wie sie Patienten annehmen können. Die Frage: Waren Sie schon mal bei uns?, konnte ich mit Ja beantworten, auch wenn das schon Jahre her ist. Damit sind die Aussichten schon mal günstiger als bei Neupatienten, denk ich mir.