Heute ist Montag, der 28. April

Er ist wieder weg, aber hier liegen noch seine Sachen rum: Jogginghose und T-Shirt, Pfeife und Tabak-Dose, auf dem Tisch sein Spiegelneuronen-Buch „Warum ich fühle, was du fühlst“, auf dem Schrank meine Tarot-Karten in trauter Eintracht mit seinem Buch: Shaolin „Du musst nicht kämpfen, um zu siegen“, seine ganzen Bad-Utensilien und seine furchtbaren Sallos-Salmiak-Drops, die er mir schmackhaft machen wollte mit „Maik isst die auch“. Deswegen muss ich die noch lange nicht lutschen. Es ist, als wenn er hier ist, oder ein Teil von ihm. Ich freue mich jeden Tag, wenn ich seine Stimme am Telefon höre. Ich finde, sie klingt wie meine. Ich hör meine eigene Begeisterung darin schwingen. Er hat mir mal gesagt: „Es ist nicht, was du schreibst, sondern, wie du schreibst! Genauso, wie es bei deiner Sprache die Stimmlage ist, die dich so anziehend macht.“

Seit er weg ist, schlafe ich in seinem Bettzeug. Es riecht nach seinem Adidas-Duft. Da macht es gar nichts, dass ich weiß, dass er anders orientiert ist. Auf mich wirkt er wie ein richtiger Mann. Ist er auch. – „’n richtigen Kerl“, sagt Ria, die mir heute die Haare schönmacht – einmal komplett neu. Die äußere Typ-Veränderung folgt nur meiner inneren Wandlung. Ab jetzt ist es anders. Manuel bringt es auf den Punkt: „Er merkt, es weht ein anderer Wind …“

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