Er ist natürlich nicht zu mir gekommen. Er hat mir nur suggeriert, dass er hätte kommen können. Das kann er gut. Er kommt mir grad vor wie Grandpa oder Väterchen Frost. Ich weiß nicht, wohin er gestern gefahren ist. Ich weiß nur, er fährt nicht in meine Richtung …
Ich hab Post vom Verlag bekommen. Mein Manuskript wurde angenommen. Ich kann es kaum fassen und bin mindestens vierundzwanzig Stunden lang happy. Manuel freut sich mit mir. Er strahlt: „Stell dir mal vor, du bist jetzt Autorin!“ – „Ja, die Erotik-Autorin und ihre Osteopathen-Männer. Jetzt ist der Ausgleich da, Manuel. Der Ausgleich zu seiner Familie ist jetzt mein Schreiben. Und eine zweite Zahnbürste neben meiner macht sich auch gut im Bad.“ Am Tage denk ich an Manuel. Nachts denk ich an Maik … Neulich, auf dem Seminar, fragt mich eine von den Hexen, die, die mir am nächsten steht, ohne Vorwarnung: „Ist er ein Gigolo?“ – „Ja, so ähnlich.“ – „Bist du verrückt, ein Gigolo!“ – „Ich komm klar damit. Die Zeit, wo es mich mein Leben gekostet hätte, ist vorbei. Ich sterb nicht mehr für ihn.“
Heute ist Beltane – Walpurgisnacht. Das ist ein Feiertag für uns. Eine besondere Nacht …
„Oh Mann, es ist Mai. Wonnemonat! Erschwerende Umstände kommen hinzu. Du glänzt durch Abwesenheit und betörende, betäubende Düfte vernebeln mir zusätzlich das Hirn. Sinnenrausch – wo ich sowieso schon von Sinnen bin. Im Mai-Maik-Sinnestaumel den ganzen Tag in frühlings-betörenden Walddüften und ohrenbetäubenden Vögelgeräuschen badend – rosenstolze Feen und Elfen küssen meinen Mund – kehre ich abends glückselig-verwirrt heim in mein Refugium, das mir nun, seit Du hier warst, nicht mehr allein gehört. Halb ohnmächtig fall ich vom Bad ins Bett und ergebe mich – nach all den Irrungen und Wirrungen – meinem Lustschicksal. M A Y D A Y – Bei mir geht’s tief runter, mein Herr: Wenn Sie mir bitte folgen wollen ….“ Das ist aus meinem Fragment von Liebesgeschichten, Teil 2: „Wünsch dir was … noch mehr M“. Dazu hat er sich nicht mehr hergegeben und herbegeben – Er: Maik, mein Geliebter …