Meine Freundin war hier. Ich hab ihr von unserem Trio-Plan erzählt. Sie fragt: „Wie fühlst du dich dabei, kannst du ihn teilen?“ – „Ja, jetzt ja …“ Ich hab es bei Manuel gesehen: Er möchte auch Kinder, ein bis zwei, und er kann auch eine Frau lieben, sagt er, aber er möchte auch einen Mann. Ich wünsche ihm, dass er so eine Frau findet, die das toleriert, und so einen Mann. Warum soll es die nicht geben? Ich glaube, bi heißt, man kann mit dem Einen nicht glücklich sein ohne das Andere. Ich sag meiner Freundin, ich hab gar keine Lust mehr auf den Sonnen-Mann. – „Ja, weil du alles hast, was du brauchst!“
Wir spielen es im Vorfeld in Gedanken durch, Manuel, Maik und ich. Ich schreibe an beide: „6 Lippen, 6 Hände und 30 Finger – und das ist noch lange nicht alles … drei schöne Hinteransichten, zwei ordentliche Stäbe, vier pralle Kugeln, zwei schöne Spielbälle, eine feuchte Gletscherspalte … und im Kopf hat jeder Vorstellungen, Wünsche und Variationen, die zueinander finden. Alles ergibt sich von selbst. Jeder merkt, was der andere möchte oder nicht möchte. Worte sind kaum nötig, dafür ein Blick oder eine Handbewegung, die Ja oder Nein oder Vielleicht sagen. Wir fühlen und spüren uns, wie wir es so noch nie erlebt haben. So schön stelle ich es mir vor …“ Maik antwortet fragend: „Bei den Gedanken kann man doch nicht gut schlafen, oder?“ – „Doch, sehr gut. Du nicht?“ Weiter schreibe ich ihm: „Manuel schreibt gar nichts mehr von One-Night-Stands, sondern er geht Einkaufen statt fast-food, macht seine Bude am Wochenende statt Party und spricht von Rotwein-Abend mit mir, der schön wäre …“ – „Ja, alles ist irgendwie anders“, empfindet auch mein Geliebter.