Ich lese Henry Miller, „Wendekreis des Krebses“, und denke: Du musst als Schriftsteller einigermaßen verrückt sein, um gut zu sein, und darfst keine Scheu haben, es zu zeigen. Alle Frauen nennt er grundsätzlich Pritschen. Wie herrlich sexistisch! Nur die Huren nennt er beim Namen – nämlich Huren. An einer Stelle schwört er darauf, was bei Frauen ein Wechsel in der Besamung ausmacht. Der Wechsel bei mir warst Du, nur was machst Du mit mir? Sperma-Verweigerung – das ist ein probates Mittel in der S/M-Szenerie. Für mich hat es den gleichen bitter-herben Geschmack wie Liebesentzug. Seit 8 Jahren bin ich chronisch unterernährt und dehydriert, was die Nahrungsquelle „Sinnlicher Sex als Lebenselixier“ angeht. Nur die Zeit, darüber zu lamentieren, ist vorbei. Erstaunlich, wie lange man so überleben kann. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Bei mir manifestiert sich derartige Mangelernährung körperlich in Form von Schmerzen. Auf Deutsch gesagt: Fickst Du mich nicht, sagt mir mein Körper, fordere es von ihm ein! Und genau das verbietet mir mein feinfühlig-vornehmer Geist. Könnt Ihr euch ein größeres Dilemma vorstellen?