„Sakrileg“ und „Illuminati“ von Dan Brown sind die meistverkauften Bücher des Jahres 2004. Aus gegebenem Anlass und zur mahnenden Erinnerung heute ein Zitat aus Sakrileg:
„Die Tage der Göttinnen waren vorbei. Das Pendel hatte zur anderen Seite ausgeschlagen. Mutter Erde war zu einer Männerwelt gemacht worden. Die Götter der Zerstörung und des Krieges forderten ihren Tribut. Das männliche Ego hatte Zwei Jahrtausende lang ohne den mäßigenden Einfluss seiner weiblichen Ergänzung über die Stränge schlagen können. Die Bruderschaft von Sion, die Prieuré, vertrat die Überzeugung, dass diese Ausblendung des Weiblichen aus dem modernen Leben die Ursache dessen war, was die Hopi-Indianer Nordamerikas koyanisquatsi nannten, aus dem Gleichgewicht geratenes Leben, eine instabile Situation, die gekennzeichnet ist durch Kriege, eine Überfülle an frauenfeindlichen Gesellschaftssystemen und einer wachsenden Missachtung von Mutter Erde.“
Warum aus gegebenem Anlass? Zum Bergfest der diesjährigen Vorstellungen der Müritz-Saga hab ich mir mit meiner Freundin und Mann das Stück angesehen. Wie immer auf der Freilichtbühne auch dieses Jahr die bewährte Mischung aus Liebe, Action, Intrigen, Spaß und Spannung. Fünf Sommer in Folge war ich mit Körpereinsatz selbst dabei und habe die letzten beiden Jahre als Renate meinem Lover Loddar das Leben versüßt. Dieses Jahr wollte ich Sommerurlaub machen, aber der sogenannte Sommer wollte nicht. In diesen fünf Jahren habe ich die Brutalität der Soldaten, Plünderer und Räuber im 30jährigen Krieg, auch gegenüber Frauen und Kindern, auf der Bühne hautnah miterlebt. Doch bei dem, was ich in diesem Jahr als Zuschauer gesehen habe, frage ich mich – oder vielmehr den Drehbuchautor und den Intendanten: Ist es wirklich nötig gewesen, die raue männliche Gewalt des 30jährigen Krieges durch einen K.O.-Faustschlag ins Gesicht der Freifrau zu demonstrieren? Fesseln und Knebeln – sie soll entführt, vergewaltigt und anschließend ermordet werden – hätten’s doch bestimmt auch getan. Auch nicht die feine englische Art, aber allemal besser als Das! Und es hätte möglicherweise noch einen erotischen Kick bei einigen Zuschauern ausgelöst …
Erst habe ich überlegt, ob ich mich dazu äußere. Dann stand folgender Tagesspruch im Kalender: „Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. Darauf kann man eigentlich auch alleine kommen, dazu muss man nicht LAOTSE sein. Also Ja!
Und gegebener Anlass Dualseelen? Maik habe ich dieses Zitat auch geschickt, mit der Ergänzung: Das Weibliche ohne das Männliche ist umgekehrt auch eine instabile Situation … Und als es mir an diesem Abend aufgefallen ist, schreibe ich ihm: „Du bist immer da und liest Alles.“ – „Ja. Gern sogar.“, schreibt er zurück.