Sonntag, 19. Juni

Wofür empfindest du Dankbarkeit?

Zum Teil auch für meine Arbeit – Guti-Gutshaus. Als ich zu EDK gegangen bin, lag eine Karte im Kasten mit Friedrich vorne drauf und Vielen Dank! Der jüngste Sproß unseres Chef-Ehepaars hatte Konfirmation und wir haben gesammelt und eine Karte geschickt. Das ist ein schönes Foto von ihm. 5 Jahre erlebe ich nun schon seine Entwicklung, vom kleinen Friedrich zum fast jungen Mann.

Sonnabend, 18. Juni

Je mehr du alleine bist, umso näher bist du deinem spirituellen Kern. Swami Krishnananda

Immer noch krank, eine Woche jetzt schon und noch keine Besserung. Heute bin ich nur Tanken gefahren und hab bei Bergmann-Gartencenter eine Blumenschale für Horst gekauft. Bei der Trauerfeier am Sonntag im Garten war ich ja nicht dabei. Ich hoffe, dass es bis Montag wenigstens etwas besser ist. Da fahr ich wieder nach Rostock, Manja Nageltante und, wenn es schon geht, natürlich Jonte.

Donnerstag, 16. Juni

Was wir haben, können wir verlieren, aber doch niemals, was wir sind. Wilhelmine von Hillern

Was wir haben möglichst auch nicht, damit mein ich Jontes geliebtes Bandelstorf und meins auch. Ich seh bloß zu, dass ich mit so wenig Anstrengung wie möglich über den Sommer komm. Am besten mit gar keiner, was sich arbeitsmäßig, wenn schon nicht ganz verhindern, aber wenigstens auf das nötigste reduzieren lässt.

Mir reicht meine Zeit mit Jonte. Neulich bin ich mit ihm im Bollerwagen durch das Miniland MV gezogen. Das ist nur ein paar Kilometer entfernt, in Göldenitz. Das hat Spaß gemacht. Danach waren wir nebenan im Bistro „Können und Gönnen“. Alles frisch und selbstgekocht. War lecker, hat Jonte zum Inhaber und seinen Waffeln mit warmen Kirschen mit Sahne und Schokoraspeln gesagt. Heidi hat mir erzählt, er ist mit Stanley, ihrem Sohn, zur Schule gegangen und stammt aus dem Nachbarort. Im Frühling hat er das Bistro eröffnet und betreibt es ganz alleine. Mein Gemüse mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise war auch frisch und lecker. Ein Apfelsaft dazu und 10,40 € auf der Rechnung. Nächstes Mal fahren wir ins Landschulmuseum, das auch da ist, und gehen wieder bei ihm essen. Alles Gute liegt vor der Tür – ohne weite Wege.

Mittwoch, 15. Juni

Es ist wenig, was man zur Seligkeit braucht. Friedrich Schiller

Die richtigen Entscheidungen treffen, wie damals mein Umzug nach Waren. Wäre Jonte schon dagewesen, hätte ich es nicht gemacht. So eine Läuterung – das ist ein altes Wort für Reinigung – wie jetzt durch Krankheit, kommt meist dann, wenn auch wieder was altes rauskommt und eine Entscheidung fällig ist. So will ich am 31. August mit Guti-Gutshaus aufhören. Das sind dann genau 5 Jahre. Da es aber die finanzielle Grundlage für meine schöne Zweitwohnung für mich und Jonte in Bandelstorf bei Heidi und Horst ist, überlege ich, wenigstens kürzerzutreten, da es mir schon lange zu anstrengend ist, besonders im Sommer, aber auch sonst. So sind am Wochenende wieder über 30 Grad angesagt, aber das fällt ja aus wegen Krankheit. Aber es kommen garantiert noch mehr davon. Ja, und Jonte sagt jedesmal: Das ist immer schön in Bandelstorf! Und Karl, Heidis Enkel, hat neulich gesagt: Jonte ist wie mein Bruder. Das war rührend. Er ist und bleibt nämlich Einzelkind.

Dienstag, 14. Juni

Nein“ ist ein ganzer Satz.

Heute war unsere Mitarbeiterversammlung, zu der ich nicht da war. Das ist eine von den Erkältungen, die mehr als einfach Husten und Schnupfen sind und vielleicht alle zwei Jahre mal auftreten. Reinigung und Entgiftung. Nur Wasser trinken und fast nichts essen. Auf die Frage, ob ich schon weiß, ob ich am Wochenende kommen kann, hab ich gesagt: Muss ich abwarten … Sonntag Nachmittag das Café vielleicht, aber Sonnabend zum Grillen eher noch nicht.

Montag, 13. Juni

In der inneren Stille hört jede Bewegung des Denkens auf und das Herz fängt an zu sprechen. Weisheit der Indianer

Birgit ist hier zum Baden und zum Frühstück und dann leg ich mich gleich wieder ins Bett. So doll war ich lange nicht krank. Ich trink nur Wasser und schwitze. Michael hat gefragt, ob ich diese Woche hinkomme, Jonte ist auch noch krank und kann noch nicht zur Tagesmutti. Schade, ich hätte ihn gerne zu mir geholt.

Sonnabend, 11. Juni

Seinlassen – Loslassen. Versuche nicht, etwas festzuhalten, das dich unglücklich macht. Lass dich öfter mal fallen und vom Leben überraschen. Was andere denken, ist nicht so wichtig wie das, was du denkst. Was möchtest du gerne loslassen? Was würde dir in deinem Leben nicht fehlen, wenn du es nicht hättest? Akzeptiere, wie wunderbar und einzigartig du bist.

Das ist – wäre – mein schönes freies Wochenende, wo Michael mit Jonte kommen wollte. Jetzt ist er krank und Tamina ist mit Jonte zu ihren Eltern nach Schwerin gefahren. Die sind auch beide erkältet und an den zwei Tagen, die ich Jonte in Bandelstorf hatte, hab ich mich bei ihm angesteckt. Ich hatte ihn schon öfter, wenn er krank war, bei mir, ohne mich anzustecken. Das zeigt mir – Immunsystem im Keller. Dann weiß ich, der Grund ist Stress, um genau zu sein, das Pfingstwochenende in Guti-Guthaus mit 3 Tagen.

Krank, ausgefallenes Besuchswochenende und der vermaledeite Kaktus gestern – das reicht eigentlich an unerfreulichen Begebenheiten. Scheinbar nicht. Ich finde es zwar schade, dass sie nicht kommen, aber da könnte mir das Universum ja auch eine Alternative anbieten, hab ich gedacht. Hat’s auch gemacht und mich mit Erkältung bedacht. Und: Eine Sprachnachricht, in der ich mir Luft mache, dass Kerstin schon wieder eine lange, detaillierte WhatsApp geschickt hab, ging nicht wie beabsichtigt an Martina, sondern an KERSTIN. Läuft, nur schief.

Freitag, 10. Juni

Weil man an sich selbst glaubt, versucht man nicht, andere zu überzeugen. Weil man mit sich selbst zufrieden ist, braucht man die Zustimmung anderer nicht. Weil man sich selbst annimmt, akzeptiert einen die ganze Welt. Laotse

Und das an diesem Tag – der Spruch. Als ich mich mit meinen Sachen hochgeschleppt hab, lag das Monster von Stachelkaktus mitsamt der Erde verstreut auf dem Treppenabsatz. Das war nur eine Frage der Zeit, bis der mal kipplastig wurde. Das hätte aber nicht gerade heute sein müssen. Dafür hat Lars mich auf der Terrasse in den Arm genommen und gesagt: Guck mal, fällt dir was auf? Er hat angefangen, seine Fenster zu putzen – 3 von 8. Das erste Mal in drei Jahren, wo er hier ist.