Montag, 6. September

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Beginne jeden Morgen mit einem guten Gedanken. Carl Hilty

Ja,die Glocken läuten und die Sonne scheint …

Es ist goldgelbes Kürbiswetter. Gestern gab es Kürbissuppe von unserem Rent & Event-Koch Martin, der diese Woche da ist, um mit Fritzi gemeinsam die 35 Teilnehmer vom BootCamp, die diese Woche bei uns sind, vegetarisch-vegan zu bekochen. Die konnte man essen, aber meine schmeckt mir besser und sieht auch farblich besser aus.

Die Truppe – 35 Sportler, 2 Männer, davon einer Trainer, alles andere Frauen – zu beköstigen, ist nicht einfach. Hinter ihrer Namensliste steht bei jedem, was er mag, was er weniger mag und was gar nicht. Das sieht dann so aus, neben Gluten-und Lactose-Intoleranz sowieso:

„Ich bin Vegetarier, esse aber gerne Fisch.“

„Ich hasse Fisch und alle Meeresfrüchte.“

„Sellerieunverträglichkeit“

Und noch diverse andere, so setzt es sich fort …

Sie haben nur Leitungswasser getrunken, einer eine Apfelschorle. Und 4 Weißweinschorle – für die Trainer! Die hab ich gut gemixt im Verhältnis 60 : 40 Wein : Wasser.

Auf ihrem Transporter steht: Gib deiner Jogginghose eine Bedeutung! Wer möchte, kann mal googlen, was BootCamp ist. Nachdem ich das gemacht hab, hab ich zu Anja gesagt: Unser BootCamp ist Guti-Gutshaus … Während der Vorstellungsrunde im Rosenrondell saß ich mit Anja, völlig unsportlich, rauchend auf der Eingangstreppe.

Das Essen – neben Kürbissuppe – eine Handvoll Quinoa, darauf eine dünne Längsscheibe Zucchini mit Gewürzen und Blüten drapiert – fanden sie gut, aber nicht ausreichend. Heute haben sie zwei Trainingseinheiten, eine mehr als gestern. Die sollen ja auch lernen, langsam zu essen, hat der Coach zum Koch gesagt. Manchmal ist Guti-Gushaus doch ganz interessant. Ich bin ja gespannt, was das heute wird …

Sonntag, 5. September

Heute nur kurz – von 17 – 22 oder 22:30 Uhr. Das schaff ich, glaub ich …

Vorgestern waren 2 Paare da, die zogen ein Gesicht … und guckten mich an, als ob ich ihre Beziehung kitten könnte. Ich wollte fragen, gefällt es Ihnen bei uns?, merkte aber, da hängt der Haussegen schief. Dann bin ich immer besonders freundlich.

So schön war noch nie ein Feuerwerk zu sehen, wie gestern zur 19. Müritz-Sail. Die Abendveranstaltung fand auf der Freilichtbühne der Müritz-Saga statt. Deshalb war es diesmal am Tiefwarensee. Der liegt nur 100 Meter links von mir und von meinem Schlafzimmerfenster aus hatte ich den besten Blick …

Sonnabend, 4. September

Es ist grade mal 2 Monate her und ich bin schon wieder erkältet. Morgen und die nächsten 3 Tage sag ich Guti-Gutshaus ab. Es zieht auch immer wie Hechtsuppe da – alle Fenster und Türen auf und Durchzug. Das vertrag ich nicht. Oder von den beiden ukrainischen Kolleginnen angesteckt, die umschichtig krank waren und sind und trotzdem arbeiten, das wird geduldet. Unsere Frühstücks-Fee ist auch schon ausgefallen.

Freitag, 3. September

Feminismus hat ein Ende, wenn der Richtige da ist. Kommunismus endet bei 2.500 € netto und Atheismus, wenn das Flugzeug vibriert.

Manchmal hat unser Hausmeister richtig gute Status-Sprüche auf Lager.

Das war ein kurzer Moment der Heiterkeit. Heute früh hat Dani geschrieben. Ich hab am Mittwoch gedacht, nun ist schon September und wie es ihr wohl geht. Wir sind noch nicht über den Berg, hat der Professor gesagt, wie es Ärzte zu tun pflegen, sich und den Patienten als wir zu bezeichnen. Er hofft, dass sie bis zum Jahresende fertig sind. Da ist wenigstens Land in Sicht, auch wenn es noch dauert. Was sie aushält – ich kann gar nicht sagen, wie weh mir das auch tut, das zu lesen. Gerade, weil ich so eine niedrige Schmerzgrenze habe – ich wüsste nicht, wie ich das überstehen würde. Sie hat Angst vor dem Tag, an dem der Verband abgenommen wird. Mit der Komplikation der Entzündung ist es noch komplizierter als ohnehin schon. Ich wollte ihr schreiben, wenn du das überstanden hast, bist du unsterblich, aber für solchen „Humor“ ist es zu früh, wenn überhaupt vielleicht hinterher.

Jetzt nochmal Guti-Gutshaus 14 – 18 Uhr …

Donnerstag, 2. September

Mir fällt grad ein, Andrea und Paul haben heute 10jährigen Hochzeitstag. Ich hab ihnen gratuliert mit einem Herz aus Rosen und Lavendel und ihrem Hochzeitsfoto. Meine schöne Tochter … Ich back einen Buttermilchkuchen in Guti-Gutshaus zur Feier des Tages! Kurz darauf, am 1. Oktober, bin ich nach Waren gezogen.

Ich hab gleich 3 gebacken – einen original mit Kokosraspeln, einen mit Mandeln und einen mit Haselnüssen. Ging gut weg … Gestern war nix los, heute full house, aber zum Glück erst, als ich mit Backen fertig war.

  1. September 4 Jahre Guti-Gutshaus!

Heute ist Mittwoch, der 1. September

Der September wird herbstlich und arbeitsreich …

Die Geschichte beim Bäcker am Wasserturm hat noch einen Hintergrund. Wir waren mit Martina und Sandra da, weil Martina gelesen hatte, die Schwedinnen pflücken sich zu Mittsommer einen Strauß mit 7 Blumen und legen ihn sich über Nacht unters Kopfkissen. Das soll ihnen dann ihren Mann bringen. Dazu wollten wir in die wild-romantische Gartenanlage in der Nähe. Ich brauch keine Blumen, hab ich gesagt, ich lass sie auch lieber wachsen, als sie abzupflücken. Als sie ihren Strauß zusammenhatten, hab ich gesagt, wir merken uns mal das Datum – es war in der letzten Juniwoche – und gucken mal, was passiert. Da hat Sandra gelacht und gesagt: Wahrscheinlich triffst Du in der nächsten Woche deinen Traummann und wir gehen leer aus. Ich hätte ihn noch am gleichen Tag getroffen – er war da. Manuel war – rückwirkend betrachtet – nur mitgekommen, um die Begegnung zu verhindern.

Traummann ist nicht die richtige Diagnose. Ich fühl nur die Zusammengehörigkeit und das von Anfang an bis heute oder unendlich.

Heute Guti-Gutshaus, die Café-Schicht – 14 bis 18 Uhr, sonnig und mild …

Ich hab eine halbe Stunde länger gemacht und war um 7 zu Hause, immer noch eine gute Feierabendzeit. Der Abend ist noch schöner als gestern, ruhig und friedlich. Der Himmel im Osten am Kirchturm ist um halb 9 noch so hellblau wie mein jahrealter Sommer-Leinenrock.

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Dienstag, 31. August

Der letzte Tag im August …

Das kurze Zwischenspiel, dass ich ihm geschrieben hab, kommt mir vor, als liegt es schon lange zurück. Dabei war es erst vor ein paar Tagen. Als wenn er sich aufgelöst hat und gegangen ist.

Du hast mehr verloren als ich, hab ich noch geschrieben. Das mein ich in materieller Hinsicht. Und auch, wie es meiner krebskranken Freundin geht und der Tochter meiner Vermieterin in der Psychiatrie. So gesehen bin ich sorgenlos mit meinem kleinen Jonte Sonnenschein. Mit einer Antwort hab ich nicht gerechnet und so ist es, als hätte es diese paar Tage und Sätze überhaupt nicht gegeben.

Vielleicht steht in der Akasha-Chronik, sie ist nochmal auf ihn zugegangen, als sie erfahren hat, dass er zur gleichen Zeit am gleichen Ort war wie sie. Da, wo sie sich beide schon mal getroffen haben. Sie hat ihre Festung verlassen – obwohl sie geschworen hat, das nicht zu tun. Er nicht.

Es ist so ein schöner Spätsommerabend …