Montag, 27. Februar

Deine erste Pflicht ist, dich selbst glücklich zu machen. Bist du glücklich, so machst du auch andere glücklich. Ludwig Feuerbach

Gestern war ich zum Sonntags-Puschen-Café. Dazu hatten Heidrun und Falk in Klein D. jetzt das dritte Mal eingeladen, die anderen beiden Male war ich immer in Rostock. Birgit wollte mitkommen, hat aber abgesagt, krank. Das ist sehr schön und gemütlich bei ihnen auf dem Dorf und ich dachte, das wird eine kleine Kaffeerunde. Es waren aber bald 20 Leute da, mir fast schon zu viele. Im ersten Raum – Thema Krieg. Im zweiten Raum – Thema Krebs. In der Küche, wo ich dann gelandet bin – Thema Ehestreitigkeiten. Ich hab die Blaumeisen im Garten beobachtet und mich über das friedliche Bild gefreut.

Mein Apfelkuchen wurde hoch gelobt und ich wurde nach dem Rezept gefragt. Das kann ich nicht verraten, das ist ein Geheimnis der Fa. Coppenrath & Wiese. Den hatte ich auf dem Rückweg von Rostock mitgebracht, da ich durch das Seminar nicht zum Backen gekommen bin – und war auch gut.

Sonntag, 26. Februar

Dieses ist das erste Vorgefühl des Ewigen: Zeit haben zur Liebe. Rainer Maria Rilke

Wir haben gestern Bänder mitbekommen, die zu einem Armband geflochten werden sollen. Wir sollen 30 Wünsche aufschreiben und sie da mit reinflechten. Und dabei auch aufschreiben, was die Stimme sagt, die dafür spricht und die, die dagegen spricht. Es geht um das Es, Ich und Über-Ich, die drei Instanzen der Persönlichkeit. 30! – mir fallen nicht mal 3 ein.

Ich zeig nicht immer die größte Bereitschaft, vor allem, wenn’s in die Tiefe geht. Da kommt aber keiner drum rum. Unsere leitende Schamanin hat gestern Abend noch geschrieben: Ihr seid tapfer – Wir sind auf dem Weg, und ich finde auch, dass das tapfer ist.

Sonnabend, 25. Februar

Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean an Wille und Verstand. Blaise Pascal

Jedes Schamanen-Seminar ist auch gleichzeitig Therapie für uns und heute hatte es die Körperarbeit in sich. Für zwei von uns ganz besonders, wir haben eine halbe Stunde überzogen. Nach 12 Stunden bin ich zurück am Kirchturm. Ich hatte zwischendurch paar Ermüdungserscheinungen und wollte mich bisschen rausziehen, das klappt da aber nicht. Dafür bin ich ab und zu mal vor die Tür gegangen, statt nicht hundertprozentig bei der Sache zu sein.

Freitag, 24. Februar

Alles ist gut, wir sehen uns, wenn ich wiederkomme. Kuss – Ich setze keinen Punkt hinter den Kuss, denn er hat kein Ende, er dauert an bis in alle Ewigkeit. Aus LIEBE

Die Freude mit Dana hat nicht lange gewährt. Sie hat einen akuten Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule mit Lähmung beider Hände. Das noch dazu zu dem, was ihr so schon das Leben schwer macht. Morgen fahr ich erstmal nach Rostock zum Schamanenkurs. Früh hin, abends zurück. Das war noch entspannter, als ich meine Wohnung noch bei Heidi hatte, da bin ich schon einen Tag vorher hingefahren, von da aus zum Seminar, danach noch da übernachtet und am Sonntag zurück.

Donnerstag, 23. Februar

Warum kann es nicht zu Ende sein? Sie verlassen sich. Ihre Herzen bluten. Grausam. Sie durchleben nebelgraue Monate, trübselige Tage, unter Menschen ohne Belang, weil sie nicht der, nicht die andere sind. Mit der Zeit werden sie heilen. Sie werden jemanden treffen. Sie werden erneut beben. Ein Leben voller Liebesgeschichten. Aus LIEBE – das schönste Gefühl der Welt

Bis die Kausalkette unterbrochen wird und nur noch eine übrigbleibt. Dann schaltet sich das Navi ein: Sie haben Ihr Ziel erreicht – und du weißt, du bist angekommen.

Mittwoch, 22. Februar

Der Kuss entsprang dem Wunsche, alles zu sagen, ohne etwas auszusprechen. Weisheit aus Portugal

22.2. …

Heute war ich bei Dana. Es war schön, sie wieder in ihrer Praxis zu sehen, wenn auch nur, weil eine neue Mitarbeiterin zum Probearbeiten da war. Da hat sie gefragt, ob ich mich mit meinen Füßen als Probandin zur Verfügung stelle. Danach hat sie mir geschrieben: Nita, wir haben eine neue Mitarbeiterin ab April. Das ist eine gute Nachricht! Dana ist jetzt schon seit 2 Jahren krank und wir hoffen alle sehr, dass sie es übersteht. Übersteht heißt, überlebt.

Dienstag, 21. Februar

Keiner ist so verrückt, dass er nicht noch einen Verrückteren findet, der ihn versteht. Friedrich Nietzsche

Das gefällt mir.

Anja hat aus Sri Lanka in der Guti-Gutshaus-Gruppe geschrieben: Hier ein paar Impressionen von meiner Reise. Vielleicht könnt Ihr verstehen, dass es mir schon ein bisschen schwerfällt, in ein paar Tagen wieder zurück ins nasskalte Deutschland zu kommen. Danke für die schönen Bilder, Anja, hab ich geantwortet. Hier ist es nicht nur nasskalt, auch stürmisch. Ich würde dableiben.

Das mein ich im Ernst. Seit den 80er Jahren ist sie dort jedes Jahr für ein paar Wochen. Sie hatte sogar einen familiären Bezug dahin, wenn man das so sagen kann. Das hat sie mir mal erzählt. Das ist also ihre zweite Heimat, wenn nicht die erste, und daran hängt ihr Herz. Was hält sie hier? Es gibt nur zwei Dinge im Leben – Arbeit und Liebe, Siegmund Freud. Und was ist wohl wichtiger? Mir hatte sie geschrieben, ihr ist da einiges klar geworden – da wär das doch die logische Konsequenz. Die Arbeit hier können auch andere machen – damit mein ich natürlich nicht mich. Ich bin raus da.

Gestern wollte ich mal ein etwas aufwänderiges Rezept kochen. Dauer: one hour – Dazu brauchte ich Wirsing, aber weder bei Edeka, noch bei Netto Wirsingkohl im Angebot, nur Weiß- und Rotkohl. Also gar keiner, nicht nur nicht im Angebot. Da ich im Winter mit dem koche, was es im Winter gibt, und im Sommer … Da ist es schon mal dumm, wenn im Rezept zwei saisonal völlig verschiedene Zutaten vorkommen. Wo gibt es jetzt saftige Pfirsiche? In der Dose …

Montag, 20. Februar

Habe ich dir beigebracht, was Liebe ist? Hast du die Gutenachtgeschichten verstanden? Die Märchen, deren Enden ich für dich neu erdacht habe? Hast du behalten, dass Prinzessinnen es mit Drachen aufnehmen können? Dass Mädchen weder auf einen Prinzen noch auf eine Kutsche oder eine Fee warten müssen, um die Welt zu erobern? Aus LIEBE

Die letzte Winterwoche – und dann ist es auch genug. März zählt schon als Frühling, vom ersten Tag an. Gestern schien auch die Sonne, aber die schien auch im Wohnzimmer. So hab ich lieber mein Buch zu Ende gelesen, das war das reinste Vergnügen …

Dschibuti?“ echote der Kommissar. Wo ist das denn? Weiß ich nicht, erwiderte Staatsanwalt Ranelid, aber solange es auch nur weiter als zwanzig Kilometer von Åkers Styckebruk entfernt liegt, schwächt es meine Theorie ganz erheblich

Die mangelnden Geographiekenntnisse von Kommissar und Staatsanwalt sind nur ein Beispiel für den herrlichen Humor und den fantastischen Schreibstil von Jonas Jonasson, der zieht sich von der ersten bis zur letzten Seite. Ich les Bücher nicht nach dem aktuellen Stand, sondern so, wie sie zu mir kommen. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand hatte mir Birgit mitgebracht.

Sonnabend, 18. Februar

Ich suchte dich und habe mich gefunden. Franz Grillparzer

Menschenkette für Frieden – heute 10 – 11 Uhr, Schweriner Damm in Waren. Heute und am 25. wieder, da hab ich Schamanen-Seminar in Rostock. Heute geht …

Gestern hab ich auf YouTube ein Video von Heike Michaelsen, Kosmische Universität, gesehen: Tor der Finsternis + Erneuerung – Mega-Event im Wassermann. Darin ging es darum, jetzt seinem Herzen und seiner Berufung zu folgen und die alten Strukturen, die nicht mehr stimmig sind, zu verlassen. Fast alle in den Kommentaren haben eine spirituelle Berufung gefühlt. Nur einer hat einen Biergarten eröffnet – was Praktisches. Wenn alle nur noch Coach oder Reiki-Meister sind, was ist dann mit den anderen Berufsgruppen, die genauso gebraucht werden? Man kann seine Berufung auf jedem Gebiet leben, denk ich, jeder auf dem, zu dem er sich hingezogen fühlt. Sonst würde es bald keine Klienten mehr geben und wenn’s auch ’ne Brezel im Biergarten gibt, würde es mit der Versorgung schlecht aussehen, zumal es nur ein Saisongeschäft ist und nicht ganzjährig.

Am Ende der Kommentare hat jemand gefragt: Sehen wir im Außen, dass sich alte Strukturen selbst abbauen? Ich sehe das nicht. Antwort: Es geht um die alten Strukturen jedes Einzelnen. Erst wenn die fallen, fallen sie auch im Außen. Das ist ein kosmisches Gesetz.

Siehste, und deshalb ist Schluss mit meinem Job, zu dem ich keinen Bezug mehr fühle – keine Hingabe. Die Kündigung hab ich nur noch nicht ausgesprochen, um die noch ausstehende Zahlungsmoral nicht noch weiter zu schwächen. Mein letzter Arbeitstag war am 17. Dezember und das bleibt er auch.