Sonntag, 7. Mai

Ein Baum spiegelt das Sein. Er wandelt sich. Verändert stellt er sich selbst wieder her. Und bleibt immer der gleiche. Weisheit der Ojibwa

Schon 5 Tage! Bei unterstützenden Hilfsmitteln der Entwöhnungskur, z. B. Nikotinpflaster, empfiehlt sich ausschließlich die vom Hersteller vorgesehene Handhabung. Also kein Feuerzeug ranhalten – ist diesmal der Humor …

Jonte und Michael sind um halb 4 wieder losgefahren nach Rostock. Jonte war ganz schön aus dem Häuschen vor Freude, als sein Papa gekommen ist. Jetzt ist ruhiger Sonntag für den Rest des Tages.

Sonnabend, 6. Mai

Nichts ist für mich mehr Abbild der Welt und des Lebens als der Baum. Vor ihm würde ich täglich nachdenken, vor ihm und über ihn … Christian Morgenstern

Schon 4 Tage! Eine der wichtigsten Fragen frischer Nichtraucher lautet: Wie beschäftige ich meine Hände und wohin damit? Na, heute hatte ich 13 Stunden action mit Jonte, nur eine Stunde davon Mittagsruhe, nicht mal Mittagsschlaf. Wir haben mit Birgit auf dem Dorf ihren Geburtstag gefeiert, mit Kindern, Erwachsenen und 2 Hunden, Trampolin und Lagerfreuer – und vorher mit Jonte einen Kuchen gebacken. Was fandest du am schönsten?, hat er mich auf dem Rückweg gefragt. Ich weiß gar nicht, ich fand alles schön, und du? Ich fand am schönsten, dass wir so einen tollen Kuchen gebacken haben!

Von morgens um 8 bis abends um 9 – die meiste Zeit an der frischen Luft. Was sind Kinder für Energiebündel! Bei mir war die Luft raus. Beim Verabschieden hat er zur Tischrunde gesagt: Leider kann ich morgen nicht zu euch kommen, weil ich wieder nach Hause fahre … Er kann sich Gehör verschaffen, wenn er mit seiner eindringlichen Stimme anfängt zu reden, hören ihm alle zu.

Freitag, 5. Mai

Wir lieben die Stille. Es stört uns nicht, wenn die Maus bei uns spielt, wenn der Wind im Wald mit den Blättern raschelt – wir fürchten uns nicht. Weisheit der Native Americans

Schon 3 Tage! Reflexartige Angewohnheiten gilt es zu erkennen und vor allem zu vermeiden (Kekse drückt man nicht im Ascher aus). Ich sag doch, Humor!

Heute Nachmittag hol ich Jonte ab für’s Wochenende, vorher Mittagessen mit Martina, dann Manja Nageltante – die letzte Vorstellung. Sie stellt mir den natürlichen Zustand wieder her. Es sah toll aus und ich hab mich lange sehr wohl damit gefühlt. Jetzt ist es Zeit, mich von Gel-Nägeln zu verabschieden …

Donnerstag, 4. Mai

Wenn die Bäume des Waldes, die edlen Tannen, ihre Fächer mit Schnee belastet tragen, als hätte das Christkind schon lauter Christbäume gesetzt, die in Zucker und Edelsteinen flimmern, so schlägt das Gemüt der Feier entgegen, die da kommen soll. Adalbert Stifter

Das ist so’ne Sache mit zeitlosen Kalendern …

Dafür ist mein 100-Tage-Kalender aktuell: Schon 2 Tage! Sollten sich, aus welchen Gründen auch immer, noch Zigaretten in Ihrem Haushalt befinden, schützen Sie diese und sich vor unkontrolliertem Zugriff. Was sich noch in meinem Haushalt befindet, ist eine Packung Nikotin-Kaugummis. Die hatte ich noch, nicht extra gekauft. Wie der Schutz vor unkontrolliertem Zugriff aussehen kann, zeigt das Bild: Eine Zigarette auf der Mausefalle. Der Kalender ist auch psychologisch witzig.

Heute ist Montag, der 1. Mai

Erst im Wald kam alles zur Ruhe in mir, meine Seele wurde ausgeglichen und voller Macht. Knut Hamsun

Auf einmal war gestern Ruhe unten – das letzte Lied hab ich gar nicht gehört, weil ich beim Schreiben nicht drauf geachtet habe. Ich glaube, es gibt keins – es gibt ja immer neue …

Eins der Wunder gestern in der Sonne war, dass Birgit zu mir gesagt hat: Ich finanzier dir den zweiten Kurs – entweder, du gibst es mir zurück, wenn du kannst – sonst ist es ein Geschenk oder du gibst es an jemand anderen weiter, der es braucht. Ich hatte ihr erzählt, dass parallel zu unserem Aufbaukurs zwei weitere Kurse für jeweils 6 Monate an der Paracelsus-Schule angeboten werden, die auch unsere Schamanin leitet: Tierkommunikation und spirituelle Lebensberatung. Spirituelle Lebensberaterin interessiert mich, das passt zum Schamanenkurs und ergänzt auch meine Ausbildung zur psychologischen Beraterin, die ich 2008/2009 an der Schule absolviert habe. Ja, und da hat sie mir das wundervolle Geschenk gemacht! Danke dafür, Birgit!

Unsere Seele ernährt sich von den Dingen, über die wir uns freuen. Mondkalender-Spruch für Mai

Ja, und dann, dann gab’s noch was, was nicht an ein Wunder grenzt, sondern eines ist. Birgit hatte mir erzählt, dass ihre Tochter Sandra am Sonnabend zu ihr kommt und da sie sich gut mit Andrea versteht, haben sie Paul und Andrea auch eingeladen. Und, kommen sie?, hab ich gefragt. Ja, Andrea alleine. Nun hab ich meine Tochter fast zweieinhalb Jahre nicht gesehen, weil sie eine Kontaktsperre verhängt hatte, weil ihre Mutter unbelehrbar war, was Injektionen mit einer bestimmten Substanz angeht, um es mal so zu sagen. Wir haben nur telefoniert. Was ich machen konnte, war nur, sie gehen zu lassen und zu beten. Als ich jetzt gehört habe, dass sie herkommt – das war ein Gefühl! Ich hab mich gefragt, wie es ihr wohl damit geht, dass sie nach Waren zu meiner Schwester kommt und zu mir nicht.

Birgit hat mir gestern erzählt: Das war ein sehr schöner Tag zusammen und weißt du, was Andrea gesagt hat? Wusste ich natürlich nicht. Sie hat gesagt, ich will mal Mutti anrufen, dass wir uns verabreden und uns treffen. Sie ist immer so herzlich, ganz anders als Pauls Mutter, die ziemlich unpersönlich ist. Und Paul hat auch gesagt, er hat meine Mutti sehr gern mit ihrer herzlichen Art. Kann sich einer vorstellen, welche Last da von mir abgefallen ist? Es gibt einen Spruch, der heißt: Die Dauer macht das Leid – 2 1/2 Jahre! Danke, liebe Engel, danke!

Dann kam noch das zweite Wunder – die Kursgebühr von Birgit. So mit Glück überhäuft wurde ich gestern.

Sonntag, 30. April

Wie schön, hier zu verträumen die Nacht im stillen Wald, wenn in den dunklen Bäumen das alte Märchen hallt. Joseph von Eichendorff

Heute ist Walpurgisnacht … und Tanz in den Mai unten auf dem Markt. Diesmal hat die Stadt bis 1 Uhr genehmigt, sonst ist hier immer um Mitternacht Schluss mit Remmidemmi.

Birgit hatte mich zu Kaffe und Torte eingeladen und wir haben den ganzen Nachmittag auf dem Bahnhofsvorplatz bei ihr auf der Bank in der Sonne gesessen. Und während wir da saßen und geredet haben, sind zwei große Wunder passiert …

Als ich um 7 zurückgekommen bin, kamen mir Sigi und Wolfgang entgegen. Die hatten meinen Autoschlüssel. Den hatte Maik von Jannys Eis in der Tür stecken sehen und ihnen gegeben. Ich hatte noch was aus dem Auto geholt, bevor ich zu Birgit gegangen bin, und ihn stecken lassen. Das zählt aber noch nicht zu den Wundern, es zeigt nur, dass Waren ein sicheres Pflaster ist und hier auf dem Hof die Nachbarschaftshilfe funktioniert.

Vorgestern, als ich die Terrasse gefegt und aufgeräumt habe, hab ich in dem Zug gleich meinem goldenen Engel draußen seinen Arm und seine Flügel wieder angeklebt. Die lagen die ganze Zeit neben ihm, nachdem er vor Monaten Opfer meiner Regenrinnen-Zisterne geworden ist. Das heißt, bei Regen dreh ich das Dachrinnen-Knie nach unten und fang das Wasser auf und bei trockenem Himmel dreh ich es wieder nach oben auf das Dach. Dabei ist es mal auf ihn runtergefallen und – Arm und Flügel ab. Als wenn er sich heute gleich dafür bedankt hat und losgeflogen ist, um Wunder zu bewirken …

Den ganzen April war ich krank und wie im Koma, da hätte ich sterben können, ohne es zu merken. Als wenn sich jetzt zum Mai ein neues Portal öffnet – weil ich dem Engel die Flügel angeklebt hab? Weil ich gesagt habe – Durchhalten und Weitergehen? Das war die Botschaft aus einem Buch, das ich gelesen habe, und die sich mir erst zum Schluss offenbart hat. Weil ich mir, unabhängig davon, immer gesagt habe – go-go-go-go? – wie der Herzschlag!

Ich hab YouTube-Videos über gelebte göttliche Weiblichkeit gesehen auf der einen Seite und von Shaolin-Meister und Mönch Shi Heng Yi auf der anderen – Durchsetzungskraft, Wille, Ausdauer – weil ich sie auch brauche, diese männlichen Kräfte – um weitergehen zu können.

Unten ist Tanz in den Mai, ich schreib mich in den Mai, das ist meine Walpurgisnacht. Ich warte noch auf den Titel des letzten Liedes, bevor ich ins Bett gehe. Mai – noch ein k dazu, dann wird aus einem Monat ein Leben …

Freitag, 28. April

Dort in Sonne und Schatten halte ich Äste oder schlanke Stämme liebevoll umfasst, ringe mit ihrer harmlosen Stärke und weiß, dass die Lebenskraft von ihnen auf mich übergeht. Walt Whitman

Nicht Äste, nicht Stämme – Lebenskraft ist das Schlüsselwort. Nachdem ich den ganzen April krank war, hab ich mich selber therapiert, war einfacher, als ich dachte und besser als Symptombeseitigung, wenn ich zum Arzt gegangen wär. Jetzt freu ich mich auf Mai …