Versuch es doch noch mal – so zu formulieren, dass ich darauf eingehen kann und möchte.
Autor: dualseelenherzmary
Heute ist Sonntag, der 2. März
Ich bin Sonne und ich bin Mond. Mein Name ist Programm. Du gibst vor, Interesse an dem zu haben, was ich schreibe, an meiner Trilogie. Doch in Gedanken höre ich dich murmeln: Ich würd dich gern trilogisch ficken, du Mondsonne …
Heute ist Sonnabend, der 1. März
Frühlingsanfang. Meteorologischer. Das Wetter stimmt zu. Die Gefühle weigern sich.
Heute ist Freitag, der 28. Februar
Ich habe dir geantwortet. Du hast mir wieder geantwortet. Ich dir … Der Inhalt unserer SMS ist gänzlich unverfänglich. Wir vermeiden beide tunlichst, auf eine Mine zu treten: „Lass es dir gut gehen!“ – „Ja, Du dir auch, liebe Grüße.“ Es ist ein Tanz auf dem Vulkan. Du bist ein Spieler. Doch das wird nicht die von der Sternen-Frau verkündigte große Freude und dein Comeback. Das merke ich schon bald nach meiner ersten Freude und deinen ersten Worten. Sie sind aus deinem Text-Bausteinkasten. Einen Ergänzungs-Bausatz hast Du nicht. Ich trau jetzt nur noch meinem Gefühl und meiner Wahrnehmung. Nach drei SMS ist wieder Ruhe. Du bist auch ein Wanderer.
Heute ist Donnerstag, der 27. Februar
Heute ist schwarzer Donnerstag. Himmel schwarz. Stimmung schwarz. Alles schwarz. Die dunklen Nächte der Seele, die alles durchdringen, die jeder durchlebt. Raum und Zeit sind aufgehoben.
Heute ist Mittwoch, der 26. Februar
Du hast mir aus dem Winterurlaub geantwortet. Zum ersten mal, seit Du gegangen bist. Auf meine empörte Forderung, unsere Fotos vor deinen Kindern zu verschließen, kommt: „Ja.“ Es war nicht spektakulär. Einfach noch „wie geht es dir und was machst du?“ Es war nur eine Frage der Zeit.
Heute ist Dienstag, der 25. Februar
Ich möchte am Ende meines Lebens Tränen der Liebe am Grab meines Mannes weinen – oder er an meinem? Ich möchte keinen Mann, der vielleicht gar nicht zu meiner Abschiedsfeier kommen kann, weil seine Frau vielleicht gerade heute zufällig Geburtstag hat. Oder der Anlass nicht so wichtig ist. Flagge auf Halbmast!
Heute ist Montag, der 24. Februar
Zwei der mir liebsten und wichtigsten Menschen haben mir kurz nacheinander und völlig unerwartet zu verstehen gegeben, was ich für sie bin und nicht bin. Du im Oktober und meine Tochter zu Weihnachten. Sie hat mir das Messer in die Brust gestoßen und mir mit ihren Worten erklärt, dass ich nicht die Mutter bin, die sie gerne hätte. Ich konnte zwar wie eine Königin darauf reagieren, aber es hat mich tief getroffen und verletzt. Ich weiß, es war nicht deine Absicht. Und ihr unterstelle ich es auch nicht. Ich habe für beides momentan nicht genug Kraft, um die Wunden zu heilen.
Heute ist Sonntag, der 23. Februar
Heute sagt mein Yogi-Teebeutel-Orakel: „Ein Versprechen ist ein Geschenk im Voraus.“ Damit erinnert er mich an das Versprechen, das wir uns damals gegeben haben, vor sehr langer Zeit. Einmal lautete ein Spruch ganz anders, als der seiner gebeutelten Kollegen: „Du bist unverkäuflich.“ „Stimmt“, habe ich gesagt. Das war das Aus für Escort – und Micha, Jörg, Rene – und wie sie alle hießen. Und außerdem: Die fünf Tage am Monatsanfang, wo die Männer hierzulande über Geld verfügen, habe ich sowieso meine Tage. Es war ein Versuch und eine Erfahrung. Ich würde gerne wissen, wer ihn da für mich rein getan hat zur Bekehrung.
Heute ist Sonnabend, der 22. Februar
Seminar. Ich bin Azubi. Drei Jahre „Der Weg zur weisen Frau“. Mein spiritueller Weg. Ich habe schon viele Wege eingeschlagen. Zwei davon erwiesen sich schon auf den ersten Metern als Irrwege. Hospiz-Ausbildung und ein Testballon als Escort-Lady: „Hallo, ich bin Mary …“ Ich will nicht Menschen begleiten, die bewusst oder unbewusst beschlossen haben zu sterben. Ich will leben. Ich will jetzt leben. Ich will nicht Männer „begleiten“, die es nicht mehr bringen, oder die traumatisiert sind, weil ihnen zum Beispiel die Frau weggelaufen ist, und die nur hören wollen, sie sind der Größte oder haben den größten. Und für die übrigen will ich nicht Mutter Theresa spielen. Ich will lieben. Ich will jetzt lieben.