Donnerstag, 3. Oktober

Die größte Sehenswürdigkeit ist die Welt – sieh sie dir an! Kurt Tucholsky

Nur ist heute denkbar ungünstiges Wetter für eine Radtour nach Müritzhof und sich da die Welt anzusehen. Bis Mittags noch Regen und 10 Grad, gefühlt 8. Huddelig und nasse Kälte, da fühlt sich meine Hüfte nicht wohl, drinnen schon nicht, und zeigt es auch. Ab morgen wird es besser und nächste Woche klettert der Wetterfrosch sogar wieder bis auf 18 Grad auf seiner Leiter. Aber morgen fahren Silvia und Detlef schon wieder zurück. Die beiden waren auch gerade erst erkältet, da ist das bestimmt keine gute Idee.

Dienstag, 2. Oktober

Wer an Wunder glaubt, vollbringt sie. Ernst Moritz Arndt

Heute Nachmittag treff ich mich mit Silvia und Detlef erstmal beim Altstadtbäcker unten und wir planen dann für morgen. Trotz Erkältung bringen sie die Fahrräder mit und wir werden wahrscheinlich die ohnehin schon eingekürzte Radtour zum Wisentgehege und zum Fischer nochmal etwas reduzieren und nach Müritzhof fahren. Das ist ein schöner Landschaftspflegehof, auch mit Tieren, im Nationalpark mit guter Gastronomie vom Lebenshilfswerk, nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen. Wer was Fleischliches bestellt, hat dann aber auch auf dem Teller, was er dort sieht von Schwein, Rind oder Schaf. In diesem Jahr war ich noch nicht da und Silvia sagt, das ist bezaubernd da. Stimmt!

Heute ist Dienstag, der 1. Oktober

Nicht in ferne Zeit verliere dich! Den Augenblick ergreife, der ist dein. Friedrich von Schiller

Am 1. Oktober vor 13 Jahren bin ich hier eingezogen am Kirchturm – da war mein Umzug von Rostock nach Waren. Das waren 5 Sommer Mitwirkung bei der Müritz-Saga, 5 Jahre Guti-Gutshaus und dazwischen hab ich 3 Jahre bei Dana in der Praxis mitgeholfen. Mal sehen, was im vierzehnten Jahr auf mich zukommt. Auf jeden Fall eine Renovierung im nächsten Jahr oben im Schlafzimmer mit neuem Fußboden und Malern.

Montag, 30. September

Es gibt Augenblicke in unserem Leben, in denen Raum und Zeit tiefer werden und das Gefühl des Daseins sich unendlich ausdehnt. Charles Baudelaire

Es sind goldene Herbsttage. Gestern hab ich mich zu einer Radtour aufgeschwungen und mein Dasein bis nach Eldenholz ausgedehnt, an der Müritz entlang, um schon mal die Gelenke zu ölen für unsere Radtour mit Silvia und Detlef am 3. Oktober zum Wisentgehege und zum Fischer nach Jabel und zum Damerower Werder. Im Vergleich zu unserer großen Tour voriges Jahr zu sechst mit Jonte ist das eine kleine Runde, gesundheitlich und somit fitnessmäßig bedingt. Es geht zwar durch den Wald, ist aber eine asphaltierte Fahrradstraße und es geht nicht über Stock und Stein und wer weiß nicht noch alles wie auf dem M – Müritz-Nationalparkweg, der ja ein Wanderweg und kein Fahrradweg ist. Da fehlen uns noch 3 Etappen: Wesenberg – Fürstensee, Fürstensee – Carpin und Carpin – Neustrelitz. Das ist dann nächstes Jahr dran …

Sonntag, 29. September

Freude lässt sich nur voll auskosten, wenn sich ein anderer mitfreut. Mark Twain

Fritzi, ehemals Guti-Gutshaus-Koch, ist Onkel geworden. Er hat ein süßes Babyfoto mit Herz im Status – Pablo, Willkommen! Ich gratulier ihm nachher gleich …

Anderer Status, anderes Bild. Nachdem bei unserem Hausmeister eine Woche Fotos von seinem Italienurlaub zu sehen waren, steht da heute: Deutschland, das Land, wo du dir dein Geschlecht, aber nicht deine Heizung aussuchen darfst. Heizung ist das Stichwort – meine ist nämlich kalt. Ich wohn ganz oben und da müssen die Heizkörper im Herbst alle entlüftet werden, sonst kommt nichts an. Da kontaktier ich ihn morgen gleich.

Sonnabend, 28. September

Ist das Leben nicht hundertmal zu kurz für Langeweile? Friedrich Nietzsche

Frohes Neues Jahr – gestern war hier großes Feuerwerk wie zu Silvester …

Es war nicht zu überhören – Warens Schützenfest ist eröffnet. Die Mitglieder der Zunft feiern bis Sonntag ihren 350. Geburtstag, auf dem Neuen Markt gab’s zur Eröffnung heute Abend die offizielle Zeremonie. Die Party geht jetzt im großen Zelt auf dem Festplatz weiter, gegen 21.30 Uhr steigt ein Feuerwerk, schreibt Wir sind Müritzer.

Ja, und ich konnte es sowieso nicht überhören – direkt unten vor meinem Fenster auf dem Markt. Das war wie ein Staatsakt mit Singen der Nationalhymne und anschließenden Salutschüssen, das hat ordentlich gekracht. Für das Feuerwerk am Amtsbrink hatte ich auch vom Wohnzimmerfenster aus den besten Logenplatz.

Dass der September zu Ende geht und der Oktober naht, heißt noch nicht, dass es auch ruhiger wird. Heute ist noch der vorletzte Grüne Markt und das jährliche Apfelfest und dann zieht noch die Schützen-Gilde mit Schalmeienkapelle und ihrem Festumzug über den Markt. Langeweile kommt hier gar nicht auf. Mag nicht jedermanns Sache sein, aber ich finde, es passt gut hierher zu unserem Kleinstadt-Flair.

Freitag, 27. September

Man muss wählen zwischen Herz und Verstand. Ich gehorche dem Herzen. Eleonora Duse

Tagesmotto der Mondkraft mit dem Mond im Löwen heute: Genießen wir das Leben und die Liebe!

Beim Spaziergang war die Müritz so grau und stürmisch wie im Märchen Vom Fischer und seiner Frau, als er zum Butt geht und ihm sagt, seine Frau, die Ilsebill, will jetzt Papst werden, König reicht ihr nicht mehr.

Mittwoch, 25. September

Es ist besser, zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen, dass man es nicht genossen hat. Giovanni Boccaccio

Manchmal sind Flaute-Tage, da meldet sich kaum einer, auch nichts in WhatsApp oder im Status, und wie auf geheime Absprache sind auf einmal alle da – am Telefon, mit Nachrichten, gesprochen oder geschrieben, oder es klingelt an der Tür. Heute Mittag war Aniko noch auf die Schnelle hier, hat mir was von ihrem Nudelauflauf gebracht und ich hab ihr endlich ihre Geburtstagstütchen gegeben. Vormittags Telefonat mit Nicole, ehemals Guti-Gutshaus, und um 15 Uhr bin ich bei einer Veranstaltung im Haus der Begegnung: Von Bier & Bockwurst zu Brot & Bratlingen. Da berichtet einer, wie er seine Ernährung umgestellt hat – ein Mann! – und im Anschluss: Leckere, gesunde und einfache Rezepte für jedermann & jede Frau zum gemeinsamen Zubereiten und Genießen. Vielleicht gibt’s da noch Anregungen für die „grüne Küche“ für Vegetarier und Veganer in meiner Family, mich eingeschlossen.

Dienstag, 24. September

Man muss das Leben so einrichten, dass jeder Augenblick bedeutungsvoll ist. Iwan Sergejewitsch Turgenew

Gestern hab ich mich spontan mit Carmen Sternchen und Hündin Fritzi verabredet, weil nochmal so ein schöner Tag war, warm und sonnig. Den Rest der Woche hat der Regen für sich gebucht. Als wir bei Janny’s Eis im Strandkorb gesessen haben, kam an den Nebentisch auch ein Paar mit einem Hund. Da ergab sich gleich ein Gespräch – der ist noch ganz jung, erst 9 Monate alt und sehr scheu, haben sie erzählt. Sie haben ihn aus dem Tierschutz. Für die kurze Lebensspanne hatte er aber schon eine stattliche Größe erreicht, eine Art Hütehund. Und wie heißt er?, wollte Carmen dann wissen. Ich dacht, ich hör nicht richtig – Maik. Treiben die da Oben etwa ihre Späße mit mir, den Hund so zu nennen.