Donnerstag, 4. Juli

Zuerst die innere Haltung, dann die äußere Form! Es ist wie beim Malen, bei dem man Glanzlichter zuletzt aufsetzt. Konfuzius

Heute kommt Martina mit Peter aus Rostock. Er will ein Starthilfekabel mitbringen. Die Werkstatt wollte jemanden herschicken, aber weil sie unterbesetzt sind, ist das noch nicht passiert. Wenn es anspringt, fahr ich gleich damit in die Werkstatt. Ich hab das Gefühl, mein Auto will nicht mehr – es hat noch die äußere Form, aber die innere Haltung hat es aufgegeben …

Mittwoch, 3. Juli

Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gibt. Siddharta Gautama Buddha

Gestern gab es zwei gänzlich gegensätzliche Erfahrungen. Das Gute zuerst – Sabine war hier und wir hatten einen schönen Nachmittag zusammen und außerdem noch viel Spaß mit einer besonderen Aktion. Das bleibt aber unter uns, Sabine.

Dann gab es noch eine ganz hässliche Sache mit Anne. Am Nachmittag hat sie mir eine SMS geschickt: Bin im Klinikum Neubrandenburg. Willi geht es nicht gut, schwaches Herz und Vorhof-Flimmern. Nun warte ich, wie es weitergeht. Gruß Anne – Antwort von mir: Oh je, ich drück die Daumen, dass alles gut geht. Wenn ich dir irgendwie helfen kann, sag mir bescheid. Mein Auto fährt aber nicht, die neue Batterie sagt keinen Mucks. Ganz liebe Grüße

Rückmeldung von ihr: Denkst du, ich erwarte, dass du hierher kommst? Keine Sorge. Ich gehöre ja nicht zu deinem Freundeskreis. – Damit hat sie es besiegelt. Nach 3 Monaten und 3 Wochen beende ich den Kontakt und das war jetzt der Ausschlag dafür. Martina hat gesagt, das ist richtig boshaft! Ja, es ist sogar richtig bösartig. Auf sowas lass ich mich nicht mehr ein. Das sind Giftspritzen von ihr. Ich glaub sogar, wenn ich das abbreche, werd ich auch wieder gesund. Daraufhin hab ich nicht reagiert. Wenn sie sich nochmal meldet, sag ich – das hat keinen Zweck, Anne, das wird nichts mit uns.

Sonnabend, 29. Juni

Ich habe drei Schätze, die ich hüte und hege. Der erste ist die Liebe, der zweite ist die Genügsamkeit, der dritte ist die Demut. Laotse

Siebenschläfer, Sonnenregendusche und Mondmagie nachts im offenen Schlafzimmerfenster – wenn man die Magie einlädt, kommt sie auch. Ich hatte meiner Cousine Angelika, die mit ihrem Bodo auf dem Hausboot in Röbel auf der Müritz wohnt, erzählt, dass ich diesmal den Vollmond gar nicht gesehen habe, weil er wohl hinter den Dächern war. Sie sehen natürlich alle Sonnen- und Mondauf- und -untergänge auf dem Wasser. Der ging erst spät in der Nacht auf, gegen halb eins, hat sie mir erzählt. Die Bilder davon hab ich in ihrem Status gesehen. Heute nacht bin ich um 3 wach geworden und da hat der Halbmond, der gestern war, in mein Schlafzimmerfenster geleuchtet und mich geweckt. Dann hab ich mir einen Kaffee gekocht und bin damit auf die Dachterrasse gegangen und hab ihn von da aus bewundert.

Freitag, 28. Juni

Einen Tag lang ungestört in Muße zu verleben heißt, einen Tag lang unsterblich sein. Aus China

Gestern war ich bei 32 Grad zu platt, um ans Wasser zu fahren. Da kam das Wasser zu mir … Am Nachmittag fing es an zu grummeln, dann ein Sonnenregen und dann kam so ein starkes Gewitter mit Regen aus allen Schleusen, dass es sich von jetzt auf gleich um 12 Grad abgekühlt hat, von 32 auf 20. Ich hab mir mein altes blaues Sommerkleidchen übergeworfen und bin barfuß auf die Terrasse gegangen und hab mich einmal richtig abregnen lassen und mich dabei um mich selbst gedreht. War das herrlich erfrischend – magisch.

Bei Lars war die Terrassentür zu, er hatte sich wohl hingelegt, weil er abends in die Nachtschicht ging. Ich war mir aber nicht sicher, sonst hätte ich nackt die Regendusche genossen.

Donnerstag, 27. Juni

Nimm dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen. Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt. Siddharta Gautama Buddha

Als Kind, als man noch an Magie geglaubt hat, weil alles Magie war, war jeder Tag ein Wunder. Heute ist Siebenschläfer – schon der Name dieses kleinen Tierchens, das für die nächsten 7 Wochen das Wetter bestimmen soll, bringt wieder was davon in Erinnerung …

Dienstag, 25. Juni

Die Verantwortung für sich selbst ist die Wurzel jeder Verantwortung. Aus dem Zen-Buddhismus

Aus diesem Grund sag ich allen, die spirituellen Redebedarf haben: Die Praxis ist diese Woche geschlossen.

Gestern Abend zur Demo-Zeit, was sowieso schon nervt zusätzlich zum Kreislauf-Wetter, hat meine Cousine Angelika angerufen. 18:18 Uhr – ich bin nicht rangegangen. Sie nimmt gerne einen geäußerten Satz von mir als Aufhänger, um sich das Wort zu erteilen. Birgit will heute auch kommen. Sie hat sich das Alte Testament für Kinder bestellt und ist – enttäuscht. Es entspricht nicht ihren Erwartungen. Na sowas! Da würde sie gerne mit mir drüber sprechen. Christa unten hat gesagt, da kann sie mit einem Kirchenvertreter drüber reden, die teilen gerne ihr Wissen. Ich werd sie mal an Carl Martin verweisen, den hab ich über die Notfallbegleitung MV kennengelernt. Da waren alles alte bärtige Kirchenmänner und er sieht sogar aus wie god father. Oder ich frag mal Lars, ob er Interesse an einem tiefschürfenden philosophischen Austausch hat. Er hat heute noch frei. Mit mir nicht, ich hab hitzefrei …

Tagesmotto der Mondkraft heute: Man kann es nicht immer allen recht machen!