Dienstag, 22. November

Echte Liebesgeschichten gehen nie zu Ende. Marie von Ebner-Eschenbach

Ich wollte den wundervollen Spruch gestern so stehen lassen in seiner Herrlichkeit …

Mein Kalender mit schönen Bildern und Zitaten bringt Farbe und Wärme in diesen Monat, der das dringend nötig hat. Nicht nur in diesen, mit seinen 106 Blättern – ich hab gezählt – begleitet er mich liebevoll durch den ganzen Winter, bis zum 1. März. Ich freu mich, dass ich ihn gefunden habe. Es sollte eigentlich ein Geschenk zur Hochzeit sein, jetzt hab ich ihn selber behalten und freu mich jeden Tag darüber. Das fing mit der ersten Seite schon an, am 16. November, wobei das aus der Mitte war. Deshalb hab ich ihn eigentlich gekauft, weil ich das besonders schön fand. Es vereint Herz, Magie und Erotik.

Montag, 21. November

Und es gibt ja auch Augenblicke, da sich ein Mensch vor dir still und klar abhebt von seiner Herrlichkeit. Das sind seltene Feste, welche du niemals vergisst. Du liebst diesen Menschen fortan. Das heißt, du bist bemüht, die Umrisse seiner Persönlichkeit, wie du sie in jener Stunde erkannt hast, nachzuzeichnen mit deinen zärtlichen Händen. Rainer Maria Rilke

Sonntag, 20. November

„Warum haben wir uns nie geküsst?“ „Weil wir nie gleichzeitig frei waren.“ „Ah … Und in den nächsten zwanzig Jahren, hast du da schon was vor?“ Aus LIEBE

Ist doch herrlich, mein neuer Kalender …

Glockenläuten und Schneefall, damit bin ich wach geworden um halb 10 – und einer Einladung von Carmen Sternchen zum Weihnachtsessen von PSNV am 8. Dezember in Oh Julia. Da hab ich mich mal in ehrenamtlicher Mission bei Notfallbegleitung mit eingebracht, bin aber schon zwei Jahre raus. Carl Martin möchte mich einladen, als Dank für geleistete Arbeit, schreibt sie. Na, da freu ich mich doch. Passt auch, am 9. Dezember bin ich schon wieder in Rostock. Heute Nachmittag mach ich einen Winterausflug zu Guti-Gutshaus, wird nicht viel los sein am Totensonntag. Einmal kam eine Frau von ihrem Mann auf dem Friedhof und hat mir ihre Lebensbeichte abgelegt. Sie war froh, dass sie jemanden zum Reden hatte … Gestern kam übrigens auch die Anfrage, ob ich abends kommen kann. Hab ich genauso beschieden, wie die für Silvester und war froh, dass ich bei dem Wetter nicht vom Hof brauchte.

Ein Hauch von Magie liegt heute in Timos Lichtblick Kartenlegen …

Sonnabend, 19. November

Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst, sie liegt in unseren Herzen eingeschlossen. Fjodor Dostojewski

Vorgestern hatte ich gerade ausgerechnet, wie viel mir durch nicht gezahlte Zuschläge für Sonn- und Feiertage in diesem Jahr entgangen ist. Das sind 100 Stunden. Gestern fragt die Chefin von Guti-Gutshaus: Hallo Anita, könntest du Silvester arbeiten? Es gibt auch einen schönen Zuschlag. Du willst doch wohl nicht etwa Silvester arbeiten, hab ich gleich zu mir selbst gesagt. Dann hab ich mich mit meinem Buch auf die Couch gelegt und auf die passende Antwort gewartet. 3 Stunden später hab ich ihr geschrieben: Ja, Hallo Bettina, Silvester bin ich raus, hab den letzten Tag des Jahres ohne Arbeit geplant. Rakete dazu. – Ok!

Freitag, 18. November

Wer Vertrauen hat, erlebt jeden Tag Wunder. Peter Rosegger

Seit Sonnabend, dem ersten Schamanen-Kurs, gab es schon zwei Wunder. Nicht nur das Guti-Gutshaus-Gespräch hat was in Gang gesetzt, auch – und das vor allem – ist die seit 2 Jahren eingefrorene Beziehung mit meiner Tochter wieder aufgetaut.

Neulich Nacht hab ich mich im Traum mit einem Mann umarmt, er war überdimensional groß und stark. Er war nicht von hier, ich glaub, er kam von den Sternen. Ich hab gewusst, dass es dich gibt, hab ich gesagt, aber ich wusste nicht, wo du bist und wann du kommst. Ist doch auch ein Wunder …

Donnerstag, 17. November

Geliebt zu werden, macht uns stark. Zu lieben macht uns mutig. Laotse

Der November ist eine Zeit … vor 41 Jahren, Ende November und Anfang Dezember, haben sich meine Eltern verabschiedet, mitten aus dem Leben. Da war Andrea erst ein Jahr alt. Michael, der 13 Jahre später geboren ist, hat seine Großeltern nicht mehr kennengelernt.

Neulich war in Timos Lichtblick, den ich jeden Morgen sehe, seine Aussage: Du hast einen langen Kampf mit deiner Tochter geführt, auf hohem Energieniveau. Ja, als ich vor 2 Jahren die Wohnung in Bandelstorf gemietet habe, genau zu Andreas Geburtstag am 9. November – war es nicht nur wegen Jonte. Andrea und Paul wohnen auch in der Nähe, ein paar Dörfer weiter. Da war ich noch zu ihrem Geburtstag, und danach nochmal in der Adventszeit. Seitdem haben wir uns nicht mehr gesehen, nur telefoniert. Selten, zu Weihnachten und unseren Geburtstagen. Dann Kontaktabbruch von ihr – weil ich selber über meinen Körper entschieden habe und zu allen Anfeindungen deswegen gesagt habe: Die persönliche Gesundheit ist kein solidarisches Allgemeingut. Ich war es leid, darüber zu diskutieren und mich zu rechtfertigen.

Während dieser Zeit – und das ist ein gutes Beispiel für das Resonanzgesetz – hab ich viele Frauen in meinem Umfeld gehabt, die Probleme mit ihrer Mutter haben, wie meine Tochter. Unter anderem auch die zweite Mieterin bei Heidi, Christin. Wie die gegen ihre Mutter zu Felde gezogen ist … Eure Mutter hat euch das Leben geschenkt, eure Eltern. Könnt ihr vielleicht mal DANKE sagen dafür?

An Andreas Geburtstag war ich in diesem Jahr bei Manja Nageltante und hatte überlegt, ob ich um die Ecke zu ihr in die Uni gehe, um ihr Geschenk abzugeben. Ich war da und doch nicht da. Ich hab gedacht, ich geh einfach hin, die Uni ist ein öffentliches Gebäude, Kontaktsperre ja oder nein. Erst hab ich das Sprachenzentrum nicht gefunden, obwohl ich früher schon da war – der Campus ist ein großer Komplex. Es war nicht gut ausgeschildert – oder ich hab es nicht gesehen. Schließlich stand ich dann doch oben im 4. Stock mit weitem Blick über Rostock auf den Turm des Steinkohlekraftwerks im Hafen. Der Eingang zum Sprachenzentrum ist eine Glaswand. An der Tür steht: Zutritt des Gebäudes nur mit Maske. Ach herrje – dann fiel mir ein, ich hab noch eine ganz unten in der Handtasche – eine bunte, noch von Guti-Gutshaus. Nein, ich setz keine Maske mehr auf – dann bin ich gegangen, mit dem guten Gefühl, mal da zu sein, wo meine Tochter jeden Tag arbeitet, Homeoffice-Tage ausgenommen.

Wir wollten abends telefonieren, sie waren aber Essen und sie hat geschrieben: Mutti, wir können auch morgen telefonieren. Ich weiß ja, dass du nicht so gerne lange auf bist. Das haben wir dann auch gemacht in der Mittagszeit. Ich hatte mein Auto bei Stanley in der Werkstatt im Dorf, Heidis Sohn. Der Auspuff hat röhrende Geräusche von sich gegeben und so war ich ohne Auto und konnte Jonte nicht abholen und auch nicht zu Martina, hatte dafür aber Zeit zum Telefonieren. Gut, dass wir einen KFZ-Meister in der Familie haben, hab ich zu Heidi gesagt. Er hat das schnell behoben.

Andrea ist jeden Tag liebevoll in meinen Gedanken und war es auch die ganze Zeit. Heidi sagt öfter: Wie kann sie ihrer Mutter das nur antun? So empfinde ich es nicht, auch nicht als Kampf, sondern als Loslassen auf hohem Niveau. Jetzt kommt Bewegung in die vorher festgefahrene Lage, seit wir telefoniert haben. Dabei ging es auch um das Land, das hinter unserem Elternhaus liegt und von dem Birgit ihren Anteil jetzt verkaufen will.

Ich hab mit Andrea gestern Abend noch geschrieben – sie prüft gerade bei der Sparkasse die Finanzierungsmöglichkeit. Sie findet, es sollte wieder in Familienbesitz sein. Ich hab dann noch beschrieben, wie ich es mit den Augen meiner Kindheit gesehen habe und hab gefragt – ich weiß nicht, an wie viel du dich noch erinnern kannst? Sie war bis zum Alter von 3 – 4 Jahren da, als meine Großmutter da noch weiter gewohnt hat, bevor sie nach nebenan zu meiner Tante Gisela, ihrer Tochter, gezogen ist. Ich erinnere mich an alles, kam sofort ihre Antwort – mit zwei erhobenen Fingern.

Mittwoch, 16. November

Um dir zu gefallen, trage ich … einen Hauch Puder, zwei Lidstriche (einer davon ging ins Auge), sieben Haarnadeln, neunundsechzig Perlen, achtundvierzig Zentimeter Spitze, ein Band (versteckt), drei Spritzer Parfum, dreihundertsiebenundzwanzig Gramm Kleid. Macht zusammen eine Stunde dreizehn vor dem Spiegel. Und was dich verführt … ist mein Lächeln?

Das ist aus Liebe – ein zeitloser Kalender, den ich mir gestern gekauft habe. Daraus sind jetzt meine Sprüche. Die 365 Inspirationen, achtsam zu leben haben nur für ein halbes Jahr gereicht. Also falsches Versprechen. Dann hab ich mir welche zusammengesucht, aus meinem immerwährenden Kalender Gelassenheit oder aus dem Status meiner WhatsApp-Kontakte ,,,

Einige im Schamanenkurs, besonders Jüngere, entschuldigen sich ständig und sagen: Ihr denkt bestimmt, ich bin verrückt, wenn ich sowas sehe … Wieso eigentlich? Hier sind nur Verrückte, die sehen, hören und fühlen mehr als andere.

Gestern hab ich seit früh um 8 die Terrasse winterfest gemacht. Um 17 Uhr hab ich überlegt, ob ich meinen Ficus Benjamin noch reinhole – weil ich k. o. war und es bei seiner Größe ein körperlicher Akt wäre – oder ob er es noch eine Nacht draußen aushält, bevor die Kälte kommt. Genaugenommen, hab ich ihn gefragt. Ich hab ihn dann doch reingeschleppt. Kann man verrückt nennen, ist für mich aber normal.

Mittags, als ich von der Gärtnerei kam, hab ich noch bei Sonne, milden Temperaturen und Windstille an der Müritz gesessen, als Jana kam. Sie ist Tanztherapeutin und gibt bei Birgit auch Kurse. In der Hand eine Bestecktasche, wie früher in der Schulspeisung, und einen Thermobecher, wahrscheinlich mit warmem Wasser. Sie wollte zu Leddermann, um sich das gastronomische Angebot anzusehen, vegetarisch-vegan. Da bin ich proaktiv eingestellt, nur sie macht alles, was Ernährung angeht, unheimlich kompliziert. Du rauchst mit Menthol-Aroma?, hat sie gefragt, das kann doch auch nicht gesund sein. Nein, aber schmeckt. Das war bestimmt nicht die richtige schamanische Antwort – und vielleicht auch nicht Verhaltensweise – es sollte nur zeigen, erlaubt ist, was gefällt!

Dienstag, 15. November

Wenn die Macht der Liebe über die Liebe zur Macht siegt, wird die Welt Frieden finden. Jimmy Hendrix

Gestern hat Sabine Sonnig gefragt, wie es am Sonnabend war. Ja, darüber hab ich noch gar nichts geschrieben. Es war so selbstverständlich, als wenn ich schon immer da war. Statt 7 Teilnehmerinnen waren es jetzt 11, also sind wir mit der Dozentin 12. Nach der Vorstellungsrunde ging es gleich los mit einer Trommel-Trancereise zum Happy Place, den Ort, den die Seele kennt, ihren Ursprung. So kraftvoll ging es weiter. Nach der Mittagspause mit – Ich sehe Dich. Dabei meinem Gegenüber zu Trommelrhythmen in die Augen sehen und sagen, was ich in ihm sehe. Das ging gefühlt 10 Minuten, obwohl es weniger waren. Wohlgemerkt – wir haben uns gerade erst kennengelernt. Anschließend die Hände aufeinander legen – absichtslose Berührung. Weiter ging es mit den 7 Huna – Lebensprinzipien, Hawai. Das 5. ist Pono – die Wahrheit lebt im Unbequemen …

Abends konnte ich dann, ganz passend, noch draußen am Feuer sitzen, mit Heidi und Andy und Christin im Garten. Ein schöner Abschluss des Tages. Und gleich am nächsten Tag, Sonntag, hatte ich die günstige Gelegenheit, auf die ich schon länger gewartet habe. Guti-Gutshaus – Gespräch mit der Chefin und mündliche Änderung des Arbeitsvertrages. Künftig mache ich nur noch Café-Schichten.

Das ist die schamanische Basis-Ausbildung. Ich geh auf jeden Fall weiter diesen Weg. Das wird einem auch nahegelegt – von Oben. Wer sich fragt, in welcher Form das passiert – man fühlt es. Also ich fühle es.

Abends war ich wie gerädert danach, alles tat weh, wie Muskelkater. Doch seit Sonntag fühle ich mich wie mit neuer Energie aufgeladen …

Sonntag, 13. November

Wenn das Wasser sich nicht bewegt, wird es klar. Aus Tibet

Von Bandelstorf direkt wieder zu Guti-Gutshaus und nach 8 Stunden, am Sonntag, zurück zum Kirchturm. Heute war die Chefin mal da und sonst nur Fritzi. Die Gelegenheit war günstig für das Gespräch, das ich schon lange mit ihr führen wollte. Fritzi ist diskret solange rausgegangen und hat Lilli mitgenommen, die sich über Gassigehen gefreut hat …