Heute ist Dienstag, der 12. März

Gestern Abend war meine Schwester noch kurz hier und hat mir eine Packung Landeier mitgebracht, als Dankeschön für den Sonntagskuchen. Jetzt hab ich 30 Eier im Haus. Ich hatte mir am Wochenende schon zwei Packungen von Guti-Gutshaus mitgebracht, das heißt, von Steffens Hühnern. Er wohnt gleich nebenan und ist Hausmeister und gute Seele in einem dort …

Als ich mit Martina telefoniert habe, hat sie gesagt, sie macht sich Sorgen um Manuel. Dem geht es richtig schlecht. Seit er bei mir weggefahren ist, hat er sich nicht mehr gemeldet. Ich denk, das beste ist, ich lass ihn in Ruhe. Zu ihr hab ich gesagt, da brauchst du dir keine Gedanken machen, um ihn kümmern sich genug Leute. Bei mir hat er auch Aufnahme gefunden. Sie hat genug mit sich selbst zu tun, aber – mitfühlend wie sie ist – richtet sie ihre Aufmerksamkeit auf andere.

Ich denke, er muss mal ganz auf sich gestellt sein. Das ist die beste Chance auf Heilung. Zu ihr hat er gesagt, er muss diese Woche wieder arbeiten, sonst hält er das nicht aus. Das war am Donnerstag. Freitag schon wieder ganz anders – er kann noch nicht arbeiten. Er schwankt immer hin und her … Sabinchen hat mir zum Blog geschrieben: Der entwurzelte Manuel … Das stimmt nicht ganz – er hat noch nie Wurzeln gehabt. Was er dafür gehalten hat, bricht gerade weg  …

Heute ist Montag, der 11. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Heute habe ich nichts zu tun – außer lächelnPaul Simon

Stimmt –  und das gilt für die ganze Woche, wenn nicht gar für den Rest meines Lebens. Selbst wenn ich was zu tun habe, sind das meine Guti-Gutshaus-Schichten. Und dabei kann ich auch lächeln.

WordPress.com ist auf Englisch umgestiegen, sehe ich gerade im Menü. Was soll das denn? Also, das hab nicht ich so eingerichtet.

Heute ist Sonntag, der 10. März

Lars holt mich aus meiner Bequemlichkeits-Zone. Er hat mich gestern gefragt, ob ich mit ihm Einkaufen fahren kann, Hagebau und Dänisches Bettenlager. Er braucht noch Farbe und Gardinen für die Wohnung und hat kein Auto. Ja, können wir machen … Um 10 ? – Okay! Eigentlich wollte ich vormittags schlafen, weil ich am Nachmittag Guti-Gutshaus-Schicht hatte. Heute auch …

EINLADUNG zum Sonntagsessen für Aniko und mich bei Sigi und Wolfgang unten. Gibt Schweinebraten mit Klößen und Rosenkohl – Wunsch-Essen von Aniko. Lars ist auch eingeladen, weil er ihnen ihren Receiver installiert, weil Wolfgang technisch und handwerklich zwei linke Hände hat.

Das ist so schön einfach hier – alles. Wir essen zusammen, wir gucken zusammen Film, wir leben zusammen …

 

Heute ist Sonnabend, der 9. März

Die Rostocker Wahrzeichen

Sieben Türen in die Sankt Marienkirche,
sieben Straßen von dem großen Markt,
sieben Tore, durch die man ins Land geht,
sieben Kaufmannsbrücken am Strande,
sieben Türme, die auf dem Rathaus stehen,
sieben Glocken, die zugleich schlagen,
sieben Linden auf dem Rosengarten.
Das sind die Rostocker Kennzeichen.

Da war ich gestern, bei Manja Nageltante und Martina. Die Rostocker 7 – das sind die Rostocker Wahrzeichen. Mein Geburtstag ist der 7.7. ! Das klingt sehr verheißungsvoll.

Wenn mich jemand fragen würde, was ich damit verbinde, wär die Antwort: 2 Ehen und eine Affäre … Die Affäre ging auch 7 Jahre – der aktive Teil davon. Was ich hier schreibe, ist Erinnerung. Nicht mehr wahr und trotzdem noch da …

 

Heute ist Freitag, der 8. März

Sei sein Zuhause, sei seine Sonne, sei seine Frau … sagt die Geistige Welt in einem Karten-Reading. Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Seine Frau gibt es bei ihm nicht, nur Frauen. Wie kann ich es also umsetzen? Mit  Blog schreiben …

Manuel hat es gerade mal 2 Tage bei mir ausgehalten. Er wollte die ganze Woche bleiben. Er war unruhig und gereizt. Das war schwer auszuhalten. Ich hab immerzu gedacht: Fahr nach Hause … Nach 2 Tagen ist das wohl in seiner Aura angekommen und er hat gesagt: Ich glaub, ich muss zurück fahren. Ist das in Ordnung für dich? Ja na klar, sehr in in Ordnung. Das nach dem Komma hab ich ihm nicht gesagt.

„Es geht dir so elend, aber GR geht immer, die Wurzel allen Übels. Frag dich doch mal, was zum Teufel du da suchst, außer deiner Standardantwort: Ich brauch was für untenrum. Wenn du gesund werden willst, wirst du nicht drum rum kommen, dich deiner Sex-Sucht zu stellen, Manuel.“ Bei ihm sind es Männer, bei Maik Frauen.

Als er weg war, hab ich noch seine schlechte Energie gespürt. Ich konnte sie förmlich riechen und hab erstmal ein Räucherstäbchen abgebrannt.

Als ich mir heute morgen meinen Kaffee aufgebrüht hab, hat die Tasse einen Sprung bekommen. Ja, unsere Freundschaft hat einen Sprung bekommen, hab ich gedacht, oder meine Liebe …

Heute ist Donnerstag, der 7. März

Ein prächtiger Morgen ist das heute früh um Sieben … Wir haben gestern noch lange geredet. Ich weiß jetzt schon, dass ich nächste Woche noch nicht behandeln kann, hat Manuel gesagt. Wenn er da auch noch zu Hause bleibt, werden es 4 Wochen Auszeit. Ich fühl, wie dünnhäutig ich bin, hat er gesagt, und verletzlich. Ich will nicht mehr alleine sein, ich will einfach nur ganz normal mit jemandem zusammenleben. Das deckt sich mit dem Ansinnen der Weltbevölkerung. Was ihm fehlt, ist Urvertrauen, dass alles gut ist. Ich habe es.

Mir geht es gut, ich bin sportlich, ich bin glücklich vergeben … hat Maik zu ihm gesagt. Glücklich vergeben war er bei der davor auch, hab ich gesagt. Stimmt, sagt Manuel. Wenn ich das höre, weiß ich, das hat er nicht Manuel gesagt, sondern sich selber. Er spielt weiter seine Maskerade. Er spielt weiter Bäumchen wechsle dich … Ob er verheiratet ist oder geschieden, er ist immer vergeben. Damit hält er mich auf Distanz. Das ist gar nicht mehr nötig.

 

Heute ist Mittwoch, der 6. März

Wo ich das jetzt wieder höre: Die nächste Frau von vielen … Meine Intention ist, aufzuschreiben, wie es weiter geht – langfristig – nach dem, was mal zwischen mir und ihm gewesen ist. Sonst hätte ich schon lange aufgehört mit Blog-Einträgen, bei dem Stand der Dinge. Bei ihm kann ich nur schreiben, was ich auf diesem Weg über Manuel oder andere erfahre. Mein eigenes Erleben fließt direkt in meine Tagebucheinträge ein.

Vor ein paar Tagen habe ich gerade gedacht: Das, was es war, ist vorbei und was anderes war es für ihn nicht. Damit kann ich leben. Und nun kommt, wie zur Bestätigung, diese Kunde … Na egal, mein Blog ist eine Langzeit-Studie auf Lebenszeit …

Heute ist Dienstag, der 5. März

Ich könnte dir was erzählen von Maik, wenn du was wissen willst, sagt Manuel, der Götterbote. Sie haben vor 2 Tagen telefoniert. Das ist nicht nötig, hab ich gesagt. Und dann ist es ihm später doch raus gerutscht: Er hat eine neue Freundin. Er wird noch mehrere neue Freundinnen haben. Mehr Kommentar hatte ich zu der Botschaft nicht. Mehr wissen wollte ich darüber auch nicht. Die Zeiten, wo mich das erschüttert, sind vorbei. Ich bin nur müde, das zu hören. Ich schließ eine Baustelle nach der anderen bei mir ab, langsam aber stetig. Da sind solche Mitteilungen Randglossen. 

Seit gestern ist ein Höllen-Sturm, als wenn das die Antwort des Himmels darauf ist …

Heute ist Montag, der 4. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Ein Herz in Ruhe sieht in allem ein Fest. Weisheit aus Indien

Nachdem er sich zwei Wochen bei Loan – eine seiner Ersatzmütter – in Rostock einquartiert hat, hat Manuel mich angerufen, als ich gestern grad im Ausgleich zu Sonnabend eine ruhige Kugel – drei Kreuze! – in Guti-Gutshaus geschoben hab. Er hat gefragt, ob er ab heute für eine Woche zu mir kommen kann. Er hält’s alleine zu Hause nicht aus.

Ja, komm mal … hab ich gesagt. Ich spür seine Zerrissenheit. Er ist völlig haltlos, das Ergebnis seiner Sex-Sucht … Es geht ihm so beschissen, dass er jetzt schon die dritte oder vierte Woche allen Patienten abgesagt hat – und das heißt einen Monat ohne selbständiges Einkommen – dass ich sogar darauf verzichte, meine Lebens- und Liebes-Philosophie zu proklamieren. Er hat sich dreimal dafür bedankt, dass er herkommen kann.

Mein Herz ist in Ruhe. Seins ist es nicht …