Heute ist Mittwoch, der 15. Mai

Na, wie ist dein Befinden?, hab ich Lars gestern gefragt, als er raus kam. Geht so, es war schon besser. Ja, bei mir auch …

Ein halbes Jahr ist nicht viel, seit dem Totenstille zwischen uns herrscht, gemessen an zwölf Jahren. Und doch ist es eine Ewigkeit.

Questico schickt mir ab und an noch Werbepost, zusammen mit einer Tarot- oder Engelkarte. Diesmal Asmodiel – Engel der Zuversicht. Ich bin zuversichtlich, außer in Liebesdingen. Text auf der Rückseite der Karte: Seine Themen sind – Stabilität, Ausdauer, Gelassenheit, Selbstvertrauen, Intuition und Entscheidungskraft.

Es kamen nochmal alle möglichen unschönen Gefühle hoch in den letzten Tagen. Ich weiß, das ist kontraproduktiv, doch ich hab alles Recht der Welt, sie zu haben. Merkur ist der Rechtsanwalt unter den Jahresregenten …

Die sind alle anders als ich – von der Natur und vom Wesen her. Von der Weiblichkeit auch, als wenn er sich beweisen will: Es muss eine andere sein, als du … Das hat gedauert, es nicht persönlich zu nehmen und zu verstehen, warum er das macht.

Er ist da irgendwo mit irgendwem, denk ich jetzt. Vorher war es auch nicht besser, nur konkreter: Praxis und Ehefrau im Eigenheim. Je mehr andere Frauen er hatte, um so weniger schmerzhaft wurde es für mich, weil bedeutungsloser. Verrat spürt man nur beim ersten Mal existenziell.

Die letzte Eisheilige Sophie ist heute – ich bin fast erfroren …

 

Heute ist Dienstag, der 14. Mai

Was ist das bloß für ein Jahr? Der schönste Monat verkommt zum Arbeitsmonat, an den Wochenenden. Alles, was mit Mai zu tun hat, sehe ich nicht oder es ist nicht da, bis auf die Maiglöckchen von Sabinchen …

Ich hab bis um Elf geschlafen. Jetzt fahr ich mit dem Auto zum Parkplatz Pension Fledermaus und geh in den Wald. Mein Fahrrad steht immer noch im Keller. Ich bin noch um keinen See gefahren und war auch noch nicht im Nationalpark. Das war noch in keinem Jahr so. Entweder war es zu kalt, oder ich war krank oder hab gearbeitet oder war k.o. und hab lieber mit einem Buch auf der Couch gelegen …

 

Heute ist Montag, der 13. Mai

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Die besten Dinge verdanken wir dem Zufall. Giacomo Casanova

Um halb 10 ist heute unsere Zusammenkunft von Notfallbegleitung, bei der auch die Bereitschaftspläne für die kommenden 4 Monate ausgefüllt werden. Bei mir ist das easy diesmal, ich klink mich über Sommer aus. Der Guti-Gutshaus-Front-Einsatz reicht mir, da sind mir zusätzliche ehrenamtliche Bereitschaftswochen einfach zuviel.

Gestern Abend kam die Anfrage, wie es nächstes Wochenende bei mir aussieht. Um 23:40 Uhr. Nächstes Wochenende kann ich, nur das darauf nicht. Da ist die Hochzeit in Berlin. Zu Anja hab ich gesagt: Na, wir haben ja ein tolles Profil – souverän, liebenswert, schnell und humorvoll. Das ist ein schönes Gäste-Feedback, hat Lars auch gesagt.

Wenn ich spätabends noch die Motoren der Biker bis zum Anschlag dröhnen höre, denk ich – Fahr dich tot, wenn du den Kick brauchst …

Manche Tage sind einfach gut, wenn sie vorbei sind. Heute ist so einer.

Heute ist Sonntag, der 12. Mai

Ist das schön, mal mich auszuruhen, nach zwei arbeitsreichen Tagen. Mehr mache ich heute nicht. Das ist mehr als genug. Heiliger Sonntag …

Alles Liebe zum Mutti-Tag war heute früh das Erste, was ich gehört habe. So schön hat Lars mich auf der Terrasse begrüßt.

Na, das war der Knaller heute – mit meinem ruhigen Sonntag! Um Eins hat Aniko gesagt, sie hat 5 VIP-Karten für das Prinzen-Konzert in der Marienkirche. Ein Prinz war bei ihr im Blumenladen, sie hat ihm zwei Sträuße gebunden und hatte danach die Zusage für 5 Konzert-Plätze. Sigi und Wolfgang hatten keine Lust und ich auch keine große, doch dann sind wir spontan mitgegangen. Es war toll – das war ihr 6. Konzert in unserer schönen Kirche und anderthalb Stunden mitreißende Stimmung. Mann im Mond – Ich wär so gerne Millionär – Alles nur geklaut – Küssen verboten …

Wir saßen in der abgesperrten reservierten Reihe als VIP-Gäste – Klasse!

Hallo liebe Mutti, das ist hier jetzt zwar kein Fleurop-Blumenstrauß, aber anlässlich des Muttertages möchte ich dir sagen, dass ich die kleine rote Frau mit den roten Haaren – das hatte mal ein kleines Mädchen im Guti-Gutshaus über mich gesagt – ganz gerne als Mutter habe. Smiley – WhatsApp von meiner Tochter! Ich denk, das ist schöner als ein Fleurop-Strauß, der nur verwelkt. Das ist das erste Mal, dass meine Tochter sich zum Muttertag gemeldet hat. Sonst immer nur mein Sohn …

Heute ist Sonnabend, der 11. Mai

Nach unserem ersten Treffen hätte ich mich nicht mehr gemeldet, wenn er danach nicht gefragt hätte: Na, was sagt deine Nase? Das war auch das erste und letzte und einzige Mal, dass er die Initiative ergriffen hat. Warum denk ich an das erste Treffen und nicht an das letzte? An das erste kann ich mich erinnern, beim letzten wusste ich nicht, dass es das letzte war.

Das hab ich mir nachts nach Feierabend eine Stunde lang auf Youtube angesehen:

Tessa Virtue & Scott Moir (Olympic Champions 2018) – Perfect – Ed Sheeran

Das ist überirdisch schön. Sie im roten Kleid, er ganz in Schwarz. Tanzen und Eistanz sind die einzigen Sportarten, die ich mir ansehe, weil ich es nicht als Sport sehe, sondern als getanzte Leidenschaft.

Gestern war ich um Mitternacht zuhause, heute auch wieder ab 16:00 Uhr Spätschicht.

Eben, 09:00 Uhr, kam eine Mail von unserer Chefin. Betreff Abendbrot – Kaum die Augen auf und schon gelobt! Vielen Dank! Und das Lob hat sie gleich mitgeschickt: Liebe Bettina, es war sehr gut bei Euch, es hat wunderbar geschmeckt und auch die beiden Frauen waren toll, souverän, liebenswert, schnell und humorvoll, Gruß Jo und Eva

So macht es doch Spaß! Anja und ich sind auch ein tolles Team. Wenn es auch anstrengend ist, merkt uns das doch keiner an …

Sabinchen hat mir gestern einen Strauß Maiglöckchen geschenkt – herzlichen Dank!

Heute ist Freitag der 10. Mai

Gestern morgen ist mir eingefallen, mal zu gucken, an welcher Stelle ich stehe und hab bei Google Blog über Dualseelen eingegeben. Da ist Blog Dualseele als Vorschlag aufgetaucht. Ich bin da rauf gegangen und stand an 11. Stelle und damit am Ende von der ersten Seite. Das kann sich schon mal sehen lassen … Das ändert sich aber natürlich ständig und hängt von der Zahl der Aufrufe ab. Als ich es 5 Minuten später nochmal gemacht habe, war ich auf Platz 12 – am Anfang von Seite 2. Nach mir kam Dualseelen? Wir Dualseelens Webseite! Untertitel: Dualseelen? Dein Seelenpartner wird tausendfache Gründe finden, warum nicht sein kann, was nicht sein darf. Du wirst tausendfach daran zerbrechen. – Okay …

Das hat er schon und das bin ich schon. Über das Stadium sind wir also weg. Mein Blog unterscheidet sich von den anderen dadurch, dass ich nicht Beitrage über das Thema verfasse und veröffentliche. Ich schreib einfach Tagebuch und schilder mein Empfinden und Erleben. Als Untertitel bei mir zeigt Google an: Erfahrungsbericht gelebte Dualseelenliebe … Dann steh ich auf und setz mich mit einem Kaffee an den Laptop und schreib Blog. Bei Lars brennt auch Licht … (Eintrag vom 5. 5.)

Ich schreib jetzt das dritte Jahr – und die Besucherzahlen und Aufrufe steigen. Ich bin jetzt schon bei 555 Besuchern und fast 1500 Aufrufen. Das ist mehr als im ganzen ersten Jahr zusammen. Vielen Dank, liebe Verbündete!

10.5. 08:00 – 7.!

Heute ist Donnerstag, der 9. Mai

Gestern hab ich mit erheblichem Aufwand meine 3 großen Pflanzen im Wohnzimmer umgetopft. Je größer, um so schwieriger. Frau Marante aus der Familie der Pfeilwurz-Gewächse hatte ich schon vorher bedacht. Den anderen in der Wohnung verteilten, für die die Erde nicht reicht oder ich keinen passenden Topf habe, vertröste ich: Ihr seid beim nächsten mal dran …

Lars hat mir dabei geholfen und wir haben über Arbeit und Einkommen geredet. So eins sieben, eins acht wären gut, hat er gemeint. Wenn es gut läuft und er zwei Nachtschichten im Monat mit drin hat, kommt er auf eins vier, sonst auf eins drei. Nicht gerade üppig, hab ich gedacht und gesagt: Zwei wären gut – das ist eine glatte Summe – und dabei gedanklich meinem Nebenjob gedankt, der ja eigentlich mein Hauptjob ist, und mit dem ich mir einen höheren Luxus leisten kann, als nur mit meinen staatlichen Bezügen.

Apropos Nebenjob – Seit wann gibt’s denn hier Gulasch?, hab ich neulich Anja gefragt, die am Herd stand. Auch wenn er Wiener Saftgulasch heißt, weil er nur im eigenen Sud mit viel Zwiebeln und Gewürzen geschmort ist. Die Antwort wusste ich schon: Das ist dem Umstand des fehlenden Kochs geschuldet, der bisher unsere Gourmet-Kreationen gezaubert hat. Mietkoch, Probekoch, Vegan-Koch – nein, das war eine Köchin – in der letzten Zeit sind alle möglichen Köche gekommen und wieder gegangen, nur nicht geblieben …

 

Heute ist Mittwoch, der 8. Mai

Heut könnt ich nur schreiben – Blauer Himmel und Sonnenschein, Guten Morgen – wenn nicht noch was dazukommt. Und das mach ich auch erstmal …

Bei Frauen dreht sich alles nur um Liebe. Männer haben mehrere Segmente, hab ich grade gelesen: Ehe, Kinder, Familie, Karriere, Job, Arbeit, Beruf, Sport, Hobbys, Techtelmechtel, Affären – unterschieden nach mit und ohne Bedeutung.

Nicht in einem Sachbuch, es war ein Roman: „Kann denn Küssen Sünde sein?“ So kitschig wie der Titel, so sterbenslangweilig war auch der Inhalt bis zur Hälfte – aber dann wurd’s interessant – als wenn jemand anders weitergeschrieben hätte. Lass es sein, wie es will, hab ich gedacht, ich bin kein Segment – nicht mit und nicht ohne Bedeutung.

Heute ist Dienstag, der 7. Mai

In der vorigen Nacht hab ich geträumt, eine Rad-Touristin hat mich nach dem Weg gefragt. „Der geht da lang“, und ich bin mit ihr um die Straßenecke gegangen, um ihn ihr zu zeigen. Da lag mitten in der Stadt ein breiter Grasweg, der zu den Stufen einer roten Backsteinkirche geführt hat, mit einem großen Eingangsportal, das geschlossen war. Das war ein wundervoller Anblick, den ich noch nie gesehen hatte. Ich seh das Bild noch genau vor mir. Es war sehr beruhigend … Ich hab mir vorgenommen, mal dort hinzugehen.

08:00 Uhr – Ich wurde von zwei unterschiedlichen Geräuschen gleichzeitig geweckt. Vom lieblichen Glockenläuten und dem Klingeln des Handys. Es war die Einsatzleitstelle Neubrandenburg, die eine Notfall-Begleitung für Malchow angefordert hat. Das ist ca. 25 km von Waren. Ich hab diese Woche Bereitschaft und Carmen Sternchen Hintergrund-Bereitschaft. Sie arbeitet und ich fühl mich nach meinem Sonntags-Sturz noch nicht besonders einsatzfähig. Wir haben eine Kollegin direkt in Malchow. Ich hab mir sein Anliegen angehört und dann gefragt, ob er sie fragen kann. Wenn sie nicht kann, würde ich hinfahren. Aber sie hat zugesagt. Außer, dass mir noch nicht richtig wohl ist, hab ich gedacht, kann es makaber wirken, wenn ich zu einem Suizid in einer Familie fahre, wenn mein Arm aussieht, als wenn ich mir die Pulsader aufschneiden wollte.

Das sind traumhafte Sonnenuntergänge – aber kalt, kalt, eisheilig kalt …

Heute ist Montag, der 6. Mai

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind. Sir Francis Bacon

Bin ich glücklich? Seit Anfang Mai hab ich ständig Sex mit ihm im Kopf. Wo das jetzt wieder herkommt, weiß ich auch nicht. Am Morgen des 1. Mai war es, als wenn er vor mir steht und wir gleich in der Kiste landen. Da hat sich kein Verstand eingeschaltet und keine Gedanken an das, was alles war in der Vergangenheit. Ich hab mich ins Bett gelegt und hab den ganzen Vormittag geschlafen. So übermächtig war das Gefühl. Ich schreib das, um zu zeigen, wie unvorbereitet mich das getroffen hat – entgegen aller Vernunft und nach all der Zeit.

Es hat mich einfach übermannt. Als wenn er sagen will, ich bin auch noch da, seit ich merke, Lars ist wirklich ein feiner Kerl. Mehr denk ich noch nicht mal. Aber er ist nicht hier, sonst würde er hier wohnen und nicht Lars. Als er frei war, hat er sich gegen mich entschieden. Ich hab ihn so lange begleitet, wie es gedauert hat, bis seine Ehe den Bach runter gegangen ist. Das hat 12 1/2 Jahre gedauert …

Das Besondere dabei ist, er weiß gar nichts von unserer Nachbarschaft. Die kam erst, nachdem wir uns entzweit haben. Wenn, dann kann er es höchstens spüren. Aber warum, wenn er doch glücklich vergeben ist?