Donnerstag, 18. Dezember

Sterne hoch die Kreise schlingen, aus des Schnees Einsamkeit steigt’s wie wunderbares Singen – O du gnadenreiche Zeit. Joseph von Eichendorff

Heute war ich mit Christa zusammen mit Nicole und Bruni wieder in der Salzgrotte in Klink. Das hatten wir dem Umstand zu verdanken, dass Rene, Christas Schwiegersohn, krankgeschrieben und zu Hause ist. Er hat uns hingefahren, dann sind wir zu viert mit Nicoles Auto anschließend zum Fischkaufhaus zum Mittag gefahren und von dort hat er uns wieder abgeholt. Das war wieder schön nach längerer Zeit – seit ich kein Auto mehr habe – und eine unverhoffte Überraschung.

Mittwoch, 17. Dezember

Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen. Konfuzius

Ja, und gestern war es soweit, da hab ich meinem Herzen nachgegeben. Ich trag das schon eine Weile mit mir rum und hab gedacht, was ich tun kann, will ich wenigstens tun. Ich hab Andrea geschrieben, dass ihr Vater seit vorigen Freitag wieder im Krankenhaus ist, und wenn nicht einer sein Herz öffnet, dann war’s das, denke ich. Ulla hatte mir das geschrieben und dem hab ich entnommen, dass es sehr ernst ist – das Herz. Genau. Dann hab ich auch Jürgen geschrieben: ich hab deine Nummer noch von Ulla, als ihr im Sommer hier gewesen seid und ihr Akku alle war. Ich hoffe sehr, dass du das alles überstehst und weiterlebst … Es ist schade, wenn keiner den ersten Schritt zur Versöhnung machen kann oder will. Auch wenn du von Andrea nichts hörst, kannst du wissen, dass sie sich Gedanken macht und das leite ich hier so weiter. Von Herzen alles Gute.

Ulla hab ich das auch zur Kenntnis geschickt. Von den Dreien hat sich noch keiner gemeldet, muss auch nicht. Ich hab mein Gewissen erleichtert, das konnte ich nicht länger tatenlos mit ansehen.

Montag, 15. Dezember

Gehet nach dem Stern der Liebe, meine Kinder! Wilhelm Raabe

Jonte sieht auf den Fotos vom Weihnachtsmarkt nachdenklich, traurig und müde aus. Er war auch nicht so lebhaft wie sonst, hat nicht gelacht oder Späße gemacht, wie sonst. Ich glaube, er ist auch traurig, dass wir uns so selten sehen. Ich hab da noch lange drüber nachgedacht, es war aber auch der falsche Tag, um das anzusprechen. Ich vertraue auf das Neue Jahr …

Freitag, 12. Dezember

Mach nur die Augen auf; alles ist schön! Ludwig Thoma

Da unser Treffen zum Weihnachtsmarkt morgen schon mein Familien-Weihnachtsfest ist, hab ich heute die Suppe gekocht: Märchenhafte Kastaniensuppe – von der ich hoffe, dass Jonte sie auch isst … Ich hab das Rezept aus dem Hexenkochbuch und das aus der Veganen Kochbox gemischt und mutig alles reingehauen und noch paar Extras: Maronen, Kartoffeln, Kichererbsen, Schalotten in Öl angebraten, Apfel mit Kerbel gewürzt, Gemüsebrühe, Bratkartoffelgewürz, mein Kitchen-Allrounder von Gefro, Gutes aus dem Allgäu, roten Multisaft, statt Rotwein, falls Jonte nicht auf Pommes besteht, und Kokosmilch – nicht mitkochen, erst zum Schluss zugeben und leicht aufkochen lassen, wegen Gerinnungseffekt. Ach, und noch einen guten Klecks vom roten Johannisbeergelee von Martina. Und: bei dem Rezept nehm ich wirklich Schalotten, die pellen sich schlechter, tränen mehr in den Augen und schneiden sich auch schlechter als Zwiebeln – gehören gefühlsmäßig aber da rein.

Um halb 3, also einer guten halben Stunde, geh ich mit Aniko runter auf den Weihnachtsmarkt zum tschechischen Beeren-Glühweinstand mit dem Favoriten Schwarze Johanna – hab ich mir verdient, würde ich sagen …

Donnerstag, 11. Dezember

Man muss die Kraft des Körpers pflegen, um die des Geistes zu bewahren. Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues

Und als hätte sich die Karte vom Nostalgischen Weihnachtstarot mit dem Adventskalenderspruch vom 11. Dezember abgesprochen – fiel heute beim Mischen die Karte Die Kraft, die Nr. XI im Tarot, raus und hat sich zur Kraft des Körpers dazugesellt.

Beides stelle ich immer in den Status bis zum 24. Dezember – erst den Spruch, dann die Karte der Großen Arkana. Da das nur 22 sind, gibt es in dem Set noch 2 Zusatzkarten, den Engel und den Weihnachtsmann, damit wir auf 24 kommen.

Dienstag, 9. Dezember

Schöpfer, deine Herrlichkeit leuchtet auch zur Winterzeit in der wolkenlosen Luft, in dem Schnee, im Reif und Duft. Johann Kaspar Lavater

Das war sehr schön gestern, die Fahrt und der dreistündige Aufenthalt auf Gut Stockseehof. In den Tiefen der großen Weihnachtsscheune hab ich an einem Stand einen marokkanischen Zauberlippenstift gefunden. Der ist grün und verwandelt seine Farbe erst beim Auftragen in ein zartes Rosa. Bei jedem etwas anders, hat mir die märchenhafte Frau am Stand erklärt. So erleben Kinder die Magie der Weihnachtszeit …