Donnerstag, 25. August

Während ich mich an einem schwülen Tag auf den trägen Wassern des Sees treiben lasse, höre ich fast auf zu leben und fange an zu sein. Henry David Thoreau

Ja, Guti-Gutshaus hab ich abgesagt für’s Wochenende, krank. Wahrscheinlich hab ich mich bei Jonte angesteckt oder Tamina oder Michael. Auf jeden Fall fällt es aus und ich werd erstmal wieder gesund.

Mittwoch, 24. August

Wenn dein einziges Gebet Danke lautete, wäre es genug. Meister Eckhart

Als ich ich neulich so unter der Hitzewelle gestöhnt habe, hab ich gesagt: Es könnten auch 36 Grad sein, statt 30! Danke!

3 Tage mit Jonte – mit Liebe, Spiel und Spaß und ernsthaften Gesprächen. So hat er auf seine Brust gezeigt und gefragt: Was ist in mein Körper drinne? Danke!

Gestern ein schönes Sommertreffen mit Carmen und neulich ein kurzes mit Sabine, Gartenfest mit Martina und Freunden. Danke!

Manuel war auch da und wollte mir was von Maik erzählen. Ich dachte, ich fall vom Glauben ab, hat er gesagt. Dann kam es aber nicht dazu, weil er mit Nick zum Paddeln gegangen ist. Nicht, ohne vorher nochmal zu betonen, dass er mir das noch erzählen will. Was es auch ist – mein Reich ist stabil und unerschütterlich, hab ich gedacht und mir weiter keine Gedanken gemacht. Außer vielleicht, es kann nur was Verrücktes, Kopfloses sein. Und egal, was er mir dann irgendwann vielleicht noch erzählen wird, wird meine Antwort sein: Ja, das passt. Danke!

Gefühlte Abhängigkeit von Guti-Gutshaus, finanzielle, beende ich jetzt endlich mit dem auslaufenden Kalenderjahr. Danke! Danke! Danke!

Dienstag, 23. August

Wären wir ruhiger, langsamer, so ginge es schneller mit unseren Angelegenheiten voran. Robert Walser

Nach der schönen Zeit bei Heidi und mit Jonte sind die letzten Augusttage jetzt noch 3 x Guti-Gutshaus am Wochenende. Als Ausgleich dazu treffe ich mich heute mit Carmen Sternchen und wir gehen zu Asia Lotus essen. Dienstag haben mich meine Cousine Angelika und ihr Mann Bodo auf ihr neues Hausboot eingeladen, auf dem sie jetzt wohnen und schon seit Juli den Sommer auf dem Wasser verbringen. Sie haben sich ihren Traum vom Leben in der Natur erfüllt und ich freu mich schon sehr darauf.

Das ist Arbeit und Vergnügen im Verhältnis 3 : 2 – für den dritten Tag fällt mir auch noch was Schönes ein, vielleicht eine Radtour …

Montag, 22. August

Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen. Johann Wolfgang von Goethe

Das war nun doch länger als gedacht in Rostock. Von Freitag Mittag bis gestern Abend war Jonte bei mir und Heidi in Bandelstorf. Tamina war krank und er auch erkältet. Er hat viel und lange geschlafen, und die gesunde Landluft in Verbindung mit viel Spaß und Lachen und schönen Sachen hat geholfen und so konnte sich Tamina auch regenerieren. Nur Michael, der übers Wochenende mit einem Freund zu einem Schulfreund nach Leipzig gefahren ist, hat nicht viel davon gehabt. Lange Fahrt mit Stau, bei Ankunft schlimm Magen/Darm und abgeklappt – Kreislaufkollaps.

Montag, 15. August

Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall. Friedrich Dürrenmatt

Seit Juli hab ich ein vereinfachtes Verfahren. Was tut mir gut? Was tut mir nicht gut? Damit ist es viel leichter und schöner geworden. Kompromisse dazwischen geh ich nur ein, wenn ich mich dabei auch wohlfühle.

Gestern hab ich alle Blumen auf der Terrasse in den Schatten gerückt und irgendwelche Behälter gesucht, damit sie im Wasserbad stehen und ein paar Tage Hitze überleben. Heute fahr ich nach Rostock, eigentlich bis Sonntag, aber vielleicht komm ich zwischendurch nochmal her. Das hängt davon ab, ob ich Jonte nach Bandelstorf holen kann.

Sonntag, 14. August

Was gestern noch die Formel für den Erfolg war, kann schon morgen das Rezept für die Niederlage sein! (Arnold Glasgow)

Es ist alles im Wandel …

Das Gute an gestern war, dass ich nach Feierabend, als ich zum See gefahren bin, um besonders meine Füße zu kühlen, gesagt habe: Jetzt hab ich erstmal 14 Tage frei!

Wenn wir hier schon so schön beisammen sind, hab ich gedacht – die Chefin war auch anwesend – kann ich auch gleich sagen, dass ich kündigen werde. Mein Bauchgefühl hielt das aber nicht für den richtigen Zeitpunkt. Zum Herbstanfang reicht auch noch, da enden Kreisläufe natürlich.

Sonnabend, 13. August

Wir werden vom Schicksal hart oder weich geklopft, es kommt auf das Material an. Marie von Ebner-Eschenbach

100 Prozent, 50 Prozent, 25 Prozent – heute ist Tag 3/3 von Guti-Gutshaus. Bei weiteren Anfragen außer der Reihe ist meine Antwort: Mit 2 Tagen die Woche bin ich voll ausgelastet. Zu Anja hab ich gestern gesagt, es tut mir zwar für euch leid, aber ich bin nicht dafür verantwortlich, den Personalmangel hier auszugleichen. Schon gar nicht in einer Hitzeperiode – da muss sie sich paar jüngere Mitstreiter suchen. Gemeint ist die Chefin.

Freitag, 12. August

Jede Fähigkeit kommt dadurch in Gefahr, dass man sie zu übertreiben sucht. Dschuang Dsi

Alles stellen wir bei diesem Vollmond im Wassermann auf den Prüfstand, was durchaus zu Trennungen und Kündigungen führen kann. Wir erkennen im Licht des Vollmondes, was nicht mehr stimmig ist, was sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich uns zu oft weitreichenden Konsequenzen verleitet. So werden Partnerschaften beendet oder man kündigt seine derzeitige Arbeit, weil man keine Erfüllung mehr in beiden Bereichen findet. An nötigem Mut fehlt es für einen Neuanfang zumindest nicht. Mondkraft Alpenschau

Donnerstag, 11. August

Ein immenser Schaden wird durch den Glauben angerichtet, dass Arbeit eine Tugend ist. Bertrand Russel

Ich halte Faulheit für eine Tugend, oder vornehmer ausgedrückt, süßes Nichtstun. Das praktiziere ich heute reichlich …

Ansonsten glaube ich, dass die Arbeit, die Bestimmung, Lebensaufgabe und Herzensangelegenheit ist, davon ausgenommen ist. Guti-Gutshaus ist nicht meine Aufgabe, hab ich mir gestern grad wieder gesagt.

Geh da weg, geh da weg, geh da weg – hör ich nur. Heute kam die Anfrage, wie es heute und morgen bei mir aussieht. Heute sowieso nicht, weil ich nicht auf Abruf verfügbar bin und morgen hab ich widerwillens zugesagt. Nur noch wenige Tage …

Mittwoch, 10. August

Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit. Wilhelm von Humboldt

Nach meiner Café-Schicht bin ich neulich noch zum See gefahren. Der ist 3 Kilometer entfernt in Lexow-Ausbau. Da ist eine schöne kleine Badestelle, die nicht so überlaufen ist. Ich schwimm immer ein ganzes Stück raus. Als ich umgekehrt bin, hab ich ein Schwanenpaar mit Jungen am Schilf gesehen. Wo kommen denn die auf einmal her? Da hab ich an Land schon Respekt vor, erst recht im Wasser. Erst gründelten sie in sicherer Entfernung am Schilfrand rum, dann fiel ihnen auf einmal ein, auf die andere Seite vom See zu wechseln und meine Bahn zu kreuzen, in nur gut 10 Meter Entfernung. Ich kann ausdauernd schwimmen, aber nicht schnell, nur schneller. Ich hatte noch ein ganzes Stück bis zum Ufer. So hab ich drauf vertraut, dass sie meinen im Wasser schwimmenden Kopf nicht als Gefahr für ihre Jungen ansehen. Was blieb mir weiter übrig …

Als ich zurück war, war mein Kollege Chris mit Frau und Tochter im Wasser. Die hatten das beobachtet. Da wurd mir aber anders, hab ich zu ihm gesagt.

Das Bild ist noch nicht vollständig. Auf der rechten Seite, ein Stück weg von mir, war ein Ruderboot. Ein Vater mit seinen beiden Söhnen beim Angeln. Die hatten gerade einen großen Hecht gefangen. Die Kinder waren ganz begeistert. Ich und Angeln – mir tat er leid. Der hätte noch ein langes, schönes Leben in seinem See führen können. Die ruderten mit ihrem Fang erst in Richtung Ufer, drehten aber dann wieder um. Ich hab schon überlegt, ob ich sie frage, ob sie mir die Schwäne vom Hals halten können. War dann aber nicht nötig.

Heute fahr ich wieder hin nach Feierabend …