Es war schon mal zwischen uns im Gespräch, ob wir vielleicht mal zu dritt … Maik wollte nicht, dass es bei Manuel „stattfindet“, ich wollte bei Manuel, beide wollten bei mir. Das wollte ich nicht.
Jetzt, wo er hier ist, kommen wir wieder auf das Thema. Und jetzt bin ich auch bereit – denke, hier ist es ideal. Manuel sagt: „Ich will auch mit dir, aber nur zu dritt.“ Er ist natürlich mehr am gleichgeschlechtlichen Part interessiert, was ich wiederum interessant finde. Ich glaub, er ist sexuell noch in der Findungsphase, auch wenn ihn zur Zeit Männer mehr reizen. So sieht er es wohl auch. Aber er meint, er würde auch eine Frau lieben können. Und Kinder will er auch. Und einen „Freund“. Wir diskutieren über Lebens- und Liebes-Modelle.
Unsere schöne Idee zu dritt schicke ich per SMS an Maik. Er wundert sich, warum jetzt doch. Er meint, er muss es erst wirken lassen. Das wundert uns ein wenig, denn für uns ist es schon klar. Aber wir haben ja auch schon gedanklichen Vorlauf. Manuel ist sich ganz sicher, dass Maik mit dabei ist. „Und wenn nicht?“, äußere ich meine Zweifel. – „Wart‘ mal ab, wir haben ja Zeit …“
Damit es Maik ein bisschen leichter fällt, sich mit dem Gedanken anzufreunden, wollen wir ihn ein bisschen aufmuntern und simsen ihm: „Wir liegen grad in der Wanne und rauchen Pfeife Black Vanilla.“ – Antwort: „Wer hätte das geahnt! Nur Pfeife rauchend?“ – „Nee, auch Zigarette“ Und er gleich darauf: „Ist noch Platz für ’n Dritten?“ – „Das hat aber schnell gewirkt bei dir! Nur heute wird’s wohl nichts mehr?“ – Es ist kurz vor Mitternacht und Maik in seiner 100 Kilometer entfernten häuslichen Umgebung: „Leider, bis irgendwann …“ – „Bis bald, Maik“, so meine Antwort. Am nächsten Tag schreibe ich ihm: „Manuel lag in tief-tintenblauem Badewasser und nur sein Kopf war zu sehen. Er hat die ganze Flasche Sandelholz-Bad auf einmal reingekippt. Ich hatte mein blaues Licht an und saß auf dem Klodeckel.“ Ich will nicht, dass er denkt, ich hatte was mit Manuel ohne ihn.
Manuel sagt, er ist fachlich sehr zentriert – also Maik. „Ja, Manuel, fachlich sehr zentriert und sonst nichts gebacken kriegen – das nennt man Fachidioten, umgangssprachlich.