Es sind schwere, würzige, gehaltvolle Erdtage jetzt, mit Erntefest-Charakter und einer kraftvollen Sonne. Fast schon wie Oktober. Manuel ist zwei Wochen hier und verbringt seinen Urlaub bei mir. Ich hab hier noch nie so lange in so trauter WG gelebt – das geht auch nur mit ihm und nur mit ihm so gut. Wir ergänzen uns optimal und genauso verstehen wir uns. Ich lieg auf der Couch und les „Happynez“ – er fegt ganz versunken und andächtig den Fußboden. Das hat es auch noch nicht gegeben. Nicht, dass er noch’n Putz-Zwang entwickelt, was völlig atypisch für ihn wäre. Oder ich koche – und er meditiert oben im Schlafzimmer. Das sind schöne Tage mit uns. Gestern waren wir in Rostock – er zum Wäschewechsel, ich bei meiner Nageltante. Und dann gab’s Pizza bei Martina, bevor wir wieder in unser heimatliches Refugium gefahren sind. Er wird Ende des Monats 35 – jeder andere in seinem Alter würde in die Sonne fliegen oder sonstwas machen – Er fühlt sich hier wohl und zuhause. Jetzt freuen wir uns auf unsere zweite Woche. „Dann machts mal hübsch.“, schreibt Maik. Aber wenigstens mit b – und nicht – wie schon mal – mit p.
Im Auto hab ich ihm meine zusammengestelle Maik-CD vorgespielt, die er sich tapfer angehört hat, auch The Rose: „Liebe ist wie wildes Wasser … für mich ist sie eine Rose, für dich ein Dornenstrauch …“.