Herbstanfang. In einem Gedicht von Rainer Maria Rilke, „Herbsttag“, heißt es: Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr, wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben …“. Es ist am 21. September 1902 in Paris veröffentlicht worden – also vor 115 Jahren! Es beschreibt das Bild einer erfüllten oder verfehlten Lebensweise, laut Wikipedia. Verfehlt fühle ich bei mir nicht, sondern dass alles seine Ordnung hat.
Ich hab Manuel, der 2 Wochen Urlaub bei mir verlebt, meinen Traum erzählt: Ich war in einem fremden Land und hab da immer mit einem Mann getanzt. Er hatte deine (Maik) Gesichtszüge und war anders gekleidet als hier. Einmal hat er mich danach angesehen und mir seine Hände gereicht. Ich wollte sie nehmen, hab meine aber wieder sinken lassen. Es war auch eine Frau da. Das war seine. Er hat es nicht gesagt, ich wusste es so … Immer dasselbe Thema, meint Manuel. – Ja.
Martina hat mir zum Geburtstag einen Würfel mit roten Herzen geschenkt. Nach 4 Wochen ist mir eingefallen, was ich damit mache. Das ist ein einfaches mantisches System, ich würfel morgens und so viele SMS schick ich ihm an dem Tag. Damit es nicht mehr 30 werden. Also 1 bis maximal 6. Mal fällt mir bei 6 nichts ein, mal würd ich bei 1 mehr schreiben wollen. Das reguliert die Anzahl der Nachrichten, aber auch die Nähe. Wenn 6 das Limit ist, kann ich nur sieben, was ich dir zukommen lasse.
Jetzt noch mein Lex zu meinem Nebenjob im Gutshaus – Nette Betreuung für nette Gäste gesucht! Das war ein Glücksgriff! Aushelfen in Küche und Restaurant, nicht Betreuung mit Lappen und Besen, wie ich aufgrund von einschlägigen Erfahrungen dachte. Ich kann Kuchen nach meinen eigenen Rezepturen backen und meine Hausfrauen-Qualitäten einbringen. Auf die Frage, ob ich gastronomische Vorkenntnisse habe, war meine Antwort: Nein, aber ich kann Gäste bewirten! – Im Prinzip mach ich dasselbe wie zu Hause, nur dass ich es bezahlt bekomme und es mehr Spaß macht. Hier mal ein Beispiel:
Zum 3-Gang-Abendmenü gab’s gestern als Hauptgericht Saibling mit Algenzeug und ein Gast hat gefragt: „Was ist das?“ – „Da kommen Sie nicht drauf, das ist See-Spargel.“ – „Sowas haben wir vorhin auf dem Teich gesehen, der war voll davon.“ – „Das ist Enten-Grütze!“ – Als ich das Dessert serviert hab – Melonensorbet auf Grüne-Erbsen-Püree – sagt er: „Das ist jetzt aber das Zeug aus dem Teich?!“ – „Jah“ ! Ich bin lukullisch noch nie so gut versorgt worden wie da, außer siehe Tagebucheintrag vom 7.7. – und es macht noch dazu Spaß! Beides.