Sollte ein anderer mal kein Lächeln mehr zur Verfügung haben, überlasse ihm eins von deinen, denn niemand braucht so sehr ein Lächeln wie der, der keins mehr übrig hat.
Was kann ich heute schreiben, um auf 222 Wörter zu kommen und mir gar keins einfällt, und vor allem – was zu ihm und mir? Deshalb fang ich mit dem Tagesspruch an – das sind schon mal 29. Seine Hausnummer, smiley. Jetzt sind es schon 66. Mein Nummernschild, smiley. Als ich den Spruch gelesen hab, fielen mir die Fotos ein, die er mir geschickt hat. In den ersten Jahren waren sie alle kopflos, das heißt, spätestens am Hals war er abgehackt, nur alles, was darunter lag. Aber die, die er mir in jüngster Zeit geschickt hat, haben einen Kopf und ein Gesicht, sein Gesicht. Und einen Gesichtsausdruck. Soll das ein Lächeln sein?, hab ich mich beim Betrachten gefragt. – „Da guckt er gegen die Sonne“ – einmal beim Paddeln und einmal bei Siesta auf Terrasse – meinte Manuel. Ja trotzdem – es sieht aus, als würde er versuchen wollen zu lächeln und es nicht hinkriegen. Wie mit zusammengebissenen Zähnen. Vielleicht sollte es auch gar kein Lächeln sein, es sah aber so aus, als ob es eins sein oder werden sollte. Darüber musste ich lächeln. Und darüber, wie lange er dafür gebraucht hat. Jetzt noch 8:
Also – schenk ich ihm heute mein schönstes Sonntags-Lächeln …