Manchmal gipfelt meine Gelassenheit darin, dass ich mein gutes altes 12er-Ess-Service aus dem Schrank holen, auf den Küchenfußboden knallen und in 10000 Scherben zerspringen lassen würde. Da könnte er mal erleben, was Feuer-Wasser ist. Gestern war definitiv so ein Tag. Ich hab’s nicht getan, aber gut zu wissen, dass ich’s könnte. Dicke Nebelsuppe. Regen, Kalt, Sturm kann ich noch kompensieren – aber Das ist tödlich für alle Beteiligten …
Ich hab ihn mit ins Neue Jahr genommen. Das war nicht beabsichtigt. Ich wollte ihn da lassen, wo er ist. Am 6. Januar, Heilige Drei Könige, hab ich ihm geschrieben. Nach mehreren Aufforderungen, schick ihm was Nettes zum Neuen Jahr! Zu jeder hab ich Nein gesagt. – Tu es! – Warum?, er tut’s auch nicht. – Du vergibst dir nichts dabei. – Ich werd nicht immer dasselbe machen, mit dem immer selben Ergebnis. – Es ist nur eine freundliche Geste, mach es einfach! – Na gut, er antwortet sowieso nicht. – So kam es dazu. Dazu fallen mir die Worte meiner Hexenklasse-Lehrerin ein: Du musst ihn an die Hand nehmen! – Wer will schon einen Mann an die Hand nehmen? Wie ein Kleinkind. Manchmal komm ich mir wie seine „Betreuerin“ vor.
Alles Liebe in diesem Jahr – hab ich geschrieben. Das hielt ich für vertretbar. Es drückt das Motto des Venus-Jahres aus. Das hab ich nicht dazu geschrieben. Alles Liebe heißt soviel wie Alles ist Liebe …