Heute ist Freitag, der 9. Februar

Am liebsten würde ich mich hier gar nicht mehr weg bewegen, von meinem Kirchturm. Überhaupt nicht und im Winter erst recht nicht. Einmal im Monat fahre ich über die MSE-Grenze, so die Abkürzung der Kreisbezeichnung, um zu sehen, dass die Welt größer ist, als meine kleine hier, und hier nicht endet. Und um nicht schrullig zu werden.

Manchmal – gestern auch – gehe ich meiner Lieblingsbeschäftigung nach und schreibe ihm, über den Abend verteilt, die Gedankengänge in meinen Gehirnwindungen. Gestern ging es um Manuel und seine beruflichen Ambitionen: „Er hat so „viel“ Ehrgeiz wie ich, doch worauf es ankam, hab ich mit Ausdauer erreicht. Als ich in seinem Alter war, hatte ich 2 Kinder groß zu ziehen, einen ungeliebten Job und einen ebensolchen Mann. Irgendwann ist das alles vorbei, habe ich mir gesagt, und den Zeitpunkt dafür festgelegt. Was dann kam, – Maik – hatte ich nicht eingeplant. Dafür konnte ich nicht so einfach den Zeitpunkt festlegen.“ An der Stelle ist er eingeschlummert, das heißt, er hat es nicht mehr gelesen. Sonst hätte ich ihm noch geschrieben: Jetzt hab ich das Uneingeplante – ihn – in mein Leben integriert und kann weiter planen oder besser, mich ziellos treiben lassen … Aber ich denke, das weiß er.

Das ging über 2 Stunden so, von Acht bis Zehn. Vorher war es noch mehr und länger. Jetzt ist es eine gesiebte Auswahl  – ohne Erotik.

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