Heute ist Sonntag, der 6. Mai

So, jetzt zur nächsten therapeutischen Koryphäe – Manuel. Ich schilder mal das Wochenende:

Frühstück beim Bäcker. Ich hatte schon gegessen und hab ihm gesagt, ich nehm nur einen schwarzen Tee. Nachdem ich aufgeraucht hab, folge ich ihm in die Back-Stube. Er sitzt am Tisch und futtert, aber glaub mal nicht, dass er für mich mitbestellt hat. Also order ich meinen Tee – Wert 1,49 € ! – und gesell mich zu ihm.

Nächsten Morgen das Gleiche: Mein Anteil – 4,98 €. Auf die Idee, mich einzuladen, kommt er nicht. Er wohnt ja auch nur bei mir, wenn er hier ist. Nachmittags das gleiche Trauerspiel in Venezia. Macht summa summarum an 2 Tagen rund 25 €. „Das entspricht dem, was ich bei ihm jede Woche an verdorbenen Lebensmitteln in die Mülltonne schmeiße“, sagt Martina, seine „Haushälterin“, als ich es ihr erzähle.

Dazu muss ich erläutern, ich gehe nur ihm zum Gefallen und zur Gesellschaft mit – und darf selbst bezahlen. „Wir machen getrennt“, ruft er jedesmal dem Kellner zu, der mich verwundert anguckt, als es ans Bezahlen geht. Das ist ein schönes Beispiel, wie sich Worte materialisieren: Wir machen getrennt – DU NÄCHSTES MAL IM HOTEL!

Der eine behandelt brachial, der andere emotional. Von Wertschätzung, Anerkennung und Dankbarkeit haben beide noch nichts gehört. „Die ganze Welt dreht sich um mich, denn ich bin nur ein Egoist …

Was ist doch das liebliche Glockenspiel vom Kirchturm für eine Freude!

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