Heute ist Freitag, der 21. Februar

Empathie ist die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen. Das geht meiner mittleren Tao-Schwester völlig ab. Ich hatte gestern eine Auseinandersetzung in WhatsApp mit ihr, bei der mir meine Gelassenheit abhanden gekommen ist.

Ich hatte ihr erzählt, dass unsere jüngste Schwester, die mit ihrem Ehemann wie Hund und Katz lebt, Rücken hat. Ihre Reaktion: Hast du sie nicht gefragt, was sie sich zuviel aufgeladen hat? Nein, hab ich nicht, da kommt sie von selber drauf. Das war der Ausgangspunkt.

Dann hat sie gestern geschrieben: Eben hatte ich eine Erkenntnis. So wie Tine weiterhin mit Silvio mehr oder weniger schlecht zusammenlebt, so machst du es mit Maik – löst dich nicht wirklich von ihm. Ich höre dir zu und denke: „Lass doch endlich los!“ Ich hatte ihr von dem Foto erzählt, das ich am Valentinstag gesehen hatte. Da hab ich gleich an ihrem Blick gemerkt, was sie davon hält. Dann hat sie einen langen Lex geschrieben, dass andere uns spiegeln und dazu da sind, uns unsere blinden Flecken aufzuzeigen.

Meine Antwort: Lass doch einfach jeden so sein, wie er ist, in seinem Tempo und nach seinen Möglichkeiten. Ich denke, dass sich keiner ein Urteil erlauben darf, der das nicht auch so erlebt hat. Wenn jeder bei sich bleibt, haben alle genug zu tun. Sie: Es geht ja nicht um lieben oder nicht lieben, sondern um den Umgang mit der Situation. – Das sagst du mir, woher nimmst du die Ermächtigung? Ich üb jeden Tag den Umgang damit, so wie ich kann. Von Tine hör ich es mir an und wenn ich nichts dazu sage, dann deshalb, weil es mir nicht zusteht und weil manchmal einfach ein offenes Ohr und Verständnis wichtiger sind und das, was der andere gerade braucht. Keine besserwisserischen klugen Ratschläge! Dann wieder langer Text, dass das ihre Anteilnahme ist. – Bei Anteilnahme fühlt sich der andere nicht, als wenn er was falsch macht oder anders machen müsste. Außerdem ist das bei mir was völlig anderes. – Sie: Eben nicht …

Diskussion sinnlos.

2 Gedanken zu “Heute ist Freitag, der 21. Februar

  1. Loslassen meint Sein-Lassen. Und deine Bekannte hat Recht: Sie nimmt An-Teil. Sie nimmt sich einen Teil deiner Geschichte, macht ihn zu ihrem und gibt dir ein Urteil über dich zurück. Sie verhält sich, wie es der Verstand mit uns oft tut. Der Unterschied ist nur: Vor dem Prozess ist der Verstand unser Maßstab, durch den Prozess wird es unser Herz. Und wir tun gut daran, zu lernen, wichtige Teile unseres Herzens nicht mehr zu veräußern, Teile von ihm nicht mehr (weg-) nehmen zu lassen, um sie als verletzte Anteile wieder vor unsere Füße geworfen zu bekommen.

    Herzlichen Glückwunsch! Du hast den schwierigsten Part des Loslassens bewältigt – indem du dein Herz geschützt und es bei dir verwahrt hast, als jemand anderes seinen Wert in Frage stellen wollte.

    🙂

    Es grüßt dich die Soli

    Gefällt 1 Person

    1. Ich weiß, Loslassen ist Sein-lassen. Liebe Soli, das hast du schön beschrieben. Jemand anderes ist in dem Fall meine Schwester. Und „jemand“, der es versteht, wie du, ist mir in dem Moment näher, als ein Familienmitglied.
      Das hat mich sehr getriggert, und erst nachdem ich in der Nacht darüber geschrieben habe, zusammengefasst, war es mir leichter ums Herz.

      Mit Dank für deine Beiträge herzliche Grüßen zu dir ! 🙂

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s