Mittwoch, 21. Oktober

Das Wunderlichste an der Begegnung bei der Wohnungsbesichtigung hab ich noch gar nicht geschrieben.

Nachdem sie sie mir gezeigt hat und ich gleich begeistert war, weil sie genauso aussah, wie auf den Fotos im Exposé, hat Heidi – wir waren schnell beim Du – gesagt, ich koch uns mal einen Kaffee, den wir dann draußen auf der überdachten Veranda getrunken haben. Dabei haben wir uns unsere Kurzlebensläufe erzählt. So hat sie gesagt, sie war Krippenerzieherin und Zahnarzthelferin. Ich hatte ihr erzählt, dass ich bis vor 10 Jahren in Rostock-Kassebohm gewohnt habe, mich aber von meinem Mann getrennt habe und zuhause ausgezogen bin und er jetzt wieder verheiratet ist. Zahnarzthelferin war die neue Frau von meinem geschiedenen Mann auch, Renate, vielleicht kennst du sie? – Sag jetzt nicht, Renate Lemke! – Ich stutze, ja doch, genau die. – Na das ist ja ein Ding!, das muss ich gleich meinem Horst erzählen, hat sie in seine Richtung gerufen. Renate war nämlich nach ihrer Trennung bei ihnen, um da – in der größeren der beiden Wohnungen – ihren Ex unterzubringen. Werner – das war vielleicht ein Schwein, fuhr Heidi fort, der hat sie nur belogen und betrogen und hier hatte er auch ständig andere Frauen. Er hatte zu ihr, seiner Vermieterin, gesagt: Stellen Sie sich mal vor, meine Renate heiratet wieder, einen aus Kassebohm, der hat ein Haus. Ja – und die Exfrau von ihm – das bin ich.

Die Welt ist ein Taschentuch, sagt Sabinchen immer. Wenn es Eis gegeben hätte, dann wär es spätestens jetzt gebrochen.

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