Es ist eine Frage der Zeit, wann das Ideal den Namen wechseln und sich Natur nennen wird. Tania Blixen
Autor: dualseelenherzmary
Freitag, 7. April
Ich möchte die Dinge neu betrachten und meine eigene Meinung bilden, nicht nur meine Eltern simulieren, wie im Sprichwort „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Anne Frank
Was wollte mir das gestern sagen, warum zieh ich sowas an? Narzissten-Typ. Er ist nicht mal aufgestanden hinter seiner Trennscheibe bei der Verabschiedung. Nicht nur rechtlich unzureichend, auch sein Benehmen völlig daneben.
Nichts bei rausgekommen, außer den Kosten für die Beratung. Und das bei Vollmond in Waage – Ausgleich und Gerechtigkeit.
Wenn ich ein Problem hab, sag ich immer Alter Kracher, hat mir Jonte erzählt. Alter Kracher war das gestern auch. Das war wie ein Meteoriteneinschlag, oder – da wir zu zweit waren – ein Zusammenprall von zwei Kometen. Ich kann noch gar nicht fassen, was das war und wie das abgelaufen ist.
Donnerstag, 6. April
Am Ziel deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel. Marie von Ebner-Eschenbach
Oma Lena hat Jonte gestern abgeholt, ich konnte ihn nicht hinbringen. Jonte ist gesund nach Hause gefahren, jetzt bin ich erkältet, aber richtig. Kam über Nacht, ohne Vorzeichen, außer schlapp und müde am Tag vorher. Jetzt such ich die Unterlagen zu Guti-Gutshaus zusammen und geh um 12 zum Anwalt. Voriges Mal war er krank, jetzt ich, doch ich möchte das nicht nochmal verschieben. Mit Tablette werd ich wohl eine Stunde überstehen. Ich brauch ja nur über den Markt zu gehen.
Was für einen schönen Platz an der Sonne hab ich auf meiner Dachterrasse. Der Anwalt war ein Reinfall. Frauenhasser, hab ich schon nach den ersten 3 Minuten gemerkt, im allgemeinen und im besonderen in Bezug auf mich. Dazu keine Kenntnis der aktuellen Rechtslage – da weiß ich mehr alleine durch Google – und nur Monologe geführt: Wenn Sie mich denn mal ausreden lassen wollen … Er ist mir nur über den Mund gefahren, da hätte ich gleich gehen sollen. Immerhin hab ich dann das Gespräch beendet. Danke für nichts, könnte man es zusammenfassen.
Mittwoch, 5. April
Nur Dasitzen und Warten verlangt sehr viel Ausdauer und Geduld. Anne Morrow Lindbergh
Heute bring ich Jonte zurück. Den Termin bei Manja Nageltante, den ich damit verbinden wollte, sag ich ab und fahr nur hin und zurück. Ich hab mich gestern schon schlapp und k o gefühlt – jetzt ist Jonte gesund und ich bin krank. Michael arbeitet und kann ihn nicht abholen und Tamina ist auch noch krank.
Dienstag, 4. April
Was den Bäumen selbstverständlich ist – zu wachsen, zu blühen, sich zu verfärben und dann die Blätter fallen zu lassen – das kann der Mensch weder würdevoll noch schmerzfrei aushalten. Martha Gellhorn
Jonte ist ein sprechendes Buch. Opa Ralph hat Hüftschmerzen hat er mir heute erzählt. Das ist der Mann von Helena, Oma Lena, Taminas Mutter. Oh, hab ich gesagt. Ich hab ganz viele Peppa-Pig-Pflaster hat Jonte gesagt. Dann gib ihm doch welche davon. Er: Aber die reichen nicht, er hat an zwei Stellen Hüftschmerzen. Wer erzählt dem Kind so genau die Krankengeschichte von ihm, hab ich gedacht – er selbst, seine Frau oder Tamina, seine Tochter. Bis heute – Jonte wird Anfang August 4 – hab ich das Opa-Phantom nicht gesehen und kennengelernt. Dass er Schmerzen hat, ist ein Beweis, dass es ihn gibt. Er ist Sportredakteur und hat Hüfte.
Er hat mir auch erzählt, dass er ein Wissenschaftler-Kostüm hat und ist nochmal die Treppe runtergekommen, um mir den Mond zu zeigen, den er neben dem Kirchturm in fast voller Größe gesehen hat. Es sind die Menschen außerhalb des Wahrnehmungskreises der anderen, die sich mitteilen möchten und Verbündete suchen, weil sie sich unverstanden fühlen.
Oma Lena hat einen Opa und Opa Detlef – mein Exmann – hat eine Oma. Du hast keinen Mann, hat er heute festgestellt. Wobei ich noch froh sein kann, dass ich keinen Opa habe.
Montag, 3. April
Von einem Baum, der noch in Blüte steht, musst du nicht schon Früchte erwarten. Karl Gutzkow
Das Wochenende mit Jonte geht in die Verlängerung. Eigentlich bis gestern, nun bring ich ihn Mittwoch zurück. Michael und Tamina sind noch krank und Ostern wollen alle mit Taminas Eltern an die Nordsee fahren. Also hab ich jetzt schon mein vorgezogenes Osterwochenende mit ihm. Noch ein bisschen Husten, aber da hilft die gute Müritz-Luft! Sonnabend waren wir bei Christine und den Kindern, Bjarne und Franka, mit Oster-Werkstatt und Eier bemalen. Gestern bei Birgit – das hat ihm auch gefallen, mit den Matten, Bällen und Trampolins. Da gehen wir heute Nachmittag gleich wieder hin zum Kinder-Aikido. Gestern auch noch Puppentheater Hase und Igel, heute Spaziergang mit Frühstück beim Bäcker, Rossmann, Edeka und vor allem im Schaukelpferd-Spielzeugladen. Ein Auto von Lego City, 5+, hat er sich selbst ausgesucht. Da suchen wir jetzt noch einen Profi zum Zusammenbauen, ich bin’s nicht. Damit hat er die ganze Kassen-Schlange bei Edeka unterhalten. Und heute ist ein kleines Wunder passiert, er hat sich von selbst zum Mittagsschlaf hingelegt. Es war auf einmal so ruhig oben, da muss ich doch mal gucken gehen, hab ich gedacht. Da ist er mit Lothar-Teddy im Arm eingeschlafen. Sonst war an Mittagsschlaf nicht zu denken. Jetzt ist Gleichstand – sonst war nur ich k.o. …
Sonntag, 2. April
Meine Mission ist es, eine Welt zu schaffen, in der wir im Einklang mit der Natur leben können. Jane Goodall
Sonnabend, 1. April
In einem Buch müssen sich Sätze wie die Blätter im Wald bewegen, alle in ihrer Ähnlichkeit unähnlich. Gustave Flaubert
Beim Manifestieren üben war einer meiner Wünsche, immer genug Bücher zu haben. Jetzt hat Christine in der Schamanengruppe geschrieben, sie hat Krimis aussortiert und verschenkt sie. Wenn es nicht grad Krimis wären, würde ich sie gerne nehmen, hab ich geantwortet. Das hängt mit meinem beruflichen Vorleben zusammen. Heißt also, Wünsche genauer formulieren. Jetzt hat sie auch noch Romane abzugeben, von Marylin French und Jeffrey Archer. Von denen hab ich noch nichts gelesen und bin gespannt und freu mich.
Jonte schläft noch und ich trink meinen Kaffee in aller Frühe und in aller Ruhe. Als wir gestern angekommen sind, wollte Birgit, die zum Baden hier war, gerade losfahren. Coole Farbe, hat er zu ihrem Fahrrad gesagt, pink mit roten Reifen. Und dann fing er gleich an mit ihr zu erzählen, da er wie ich sehr kommunikativ ist. Sie haben sich zuletzt gesehen, als er noch ein Baby war, ich war ja immer mit ihm bei Heidi in Bandelstorf. Seine Tante, genauer gesagt Großtante, ist also neu für ihn.
Mein Fahrrad mit seinem Kindersitz stand auch draußen, war aber nass, weil es geregnet hat. Ich glaub, ich brauch auch so eine Regenplane für den Sitz, wie ihr sie zu Hause habt, hab ich gesagt. Ich kauf dir so eine Plane … Als ich ihn beim Schlafengehen gefragt habe, was er schönes träumen möchte, hat er gesagt: Dass du neben uns wohnst in Reutershagen.
Freitag, 31. März
Beachten Sie doch die Luft, die vom leidenschaftlichen Atem der Lindenblüten schwer ist, und den Glanz und die Herrlichkeit, die auf diesem Tag liegen, denn dieser Tag kommt nie, nie wieder! Rosa Luxemburg
Von der Dostojewski-Eiche zu den Luxemburgischen Lindenblüten. Sie war auch Botanikerin. Nicht nur die Sprüche sind schön, auch die Fotos dazu.
Gestern war DNA-Telefontag. Allein zwei Stunden mit Dana, nächste OP Anfang Mai, dann eine Stunde mit Nicole und noch eine Stunde mit Andrea, der einzige Kontakt zwischen Mutter und Tochter, am Telefon. Dafür hol ich Jonte heute wieder ab übers Wochenende, nach einem Frühstück bei Martina.
Donnerstag, 30. März
Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann, ohne glücklich zu sein, dass man ihn sieht. Fjodor M. Dostojewski
Es gibt einen tollen Naturfilm im Kino: Die Eiche – Mein Zuhause. Im Cinestar Waren läuft der nicht, wo wir doch hier den größten Nationalpark Deutschlands haben. Auch in Neubrandenburg und Rostock hab ich ihn noch nicht im Programm gefunden. Filmstart war 9. März.