Montag, 30. Januar

Man soll lieben, soviel man kann, und darin liegt die wahre Stärke, und wer viel liebt, der tut auch viel und vermag viel, und was in Liebe getan wird, das wird gut getan. Vincent van Gogh

Damit ist schon alles gesagt. Fast alles. Gestern hab ich gesehen, meine spezielle Freundin hat ihr Profilbild und ihr Statement geändert: Ich wurde nicht hochsensibel geboren, um mein Fühlen zu ertränken. Darauf hab ich geschrieben: Aber bestimmt auch nicht, um es zu verbrennen. Sie vögelt sich durchs Leben – in the name of love.

Damals kam es zum Knall, im vorigen Jahr ist sie wieder aufgetaucht in WhatsApp. Seither geht mal ein Satz hin und her, zuletzt zu Weihnachten. Normalerweise hätte ich gar nicht darauf reagiert, das gestern kam von Oben.

Sonntag, 29. Januar

Tu es aus Liebe – nicht für Liebe. Kühlschrank-Karte bei Christine

Da war ich gestern Nachmittag, nachdem ich mir eine Stunde for peace die Füße kaltgestanden hatte …

Dazu hätte ich einen längeren Blog-Beitrag schreiben können, was das Gesprächsthema war von 9 Frauen, die am Küchentisch versammelt waren, um Christines Geburtstag nachzufeiern, als ich ankam. Eine blonde junge Frau, links neben mir, hat sich nicht daran beteiligt und nur genickt auf die Frage Noch Sekt? Mit der rechts von mir hatte ich einen sehr guten Draht. Es ging um Schulprobleme der Kinder und Eltern. Dabei waren einige auf der Arche-Evangelischen-Schule mit Schulgeld, wie Christines Sohn Bjarne auch, und es ging um die mehr als mangelhafte Umsetzung des pädagogisch-innovativen Konzepts. Die Klassenlehrerin hat eine Rot-Grün-Ampel, wie auf der Post, wenn ich was abschicken will. Das muss man sich mal vorstellen … Bjarne sollte was abgeben, konnte es aber nicht. Christine hat erzählt, ich hab sie angerufen und gesagt – und da musste ich selber lachen – das ging nicht, Ihre Ampel war auf Rot. Die Lehrerin konnte nicht darüber lachen. Die Tochter der Mutter, die meine rechte Nachbarin war, geht auf die staatliche Schule auf dem Papenberg, was hier als sozial bemindertes Viertel gilt. Das hörte sich viel entspannter an.

War aber den ganzen Tag kein Internet, um näher darauf einzugehen. Spielzeug war auch ein Thema, dazu vielleicht andermal mehr. Ich hab nur gedacht, schön dass ich nur Gast und nicht auch Betroffene bin. Bjarne hat mir schon öfter sein Leid geklagt, wenn ich ihn mal von der Schule abgeholt hab. Dann haben wir Eierkuchen gemacht, statt Hausaufgaben …

Das war kein Hausfrauen-Verein, alles akademisch-intellektuelle Frauen von heute – nur kaum ein Stück weiter, als die Frauen meiner Generation. Die Hauptlast – Kinder, Job und Familie – bleibt an ihnen hängen. Genaugenommen, gar kein Fortschritt – bis auf das Smartphone, das logistisch einiges einfacher macht. Von den Männern fiel gar kein Wort. Sie bleiben im Hintergrund, im Untergrund, auf Tauchstation. Wann wollt ihr mal die Rolle einnehmen, die euch zusteht, wann in eure männliche Kraft kommen?

Wahrscheinlich, wenn die Frauen in ihre weibliche Kraft kommen und Kinder und Karriere nicht mehr alleine wuppen und sagen: Ich brauche dich – du bist wichtig für mich. Als Mann.

Christine war eine Woche mit schlimmen Schmerzen und Rücken krankgeschrieben und Bjarne war krank in der Schule, weil er ja kein Fieber hatte und sie sich nicht um ihn kümmern konnte. Ihre Freundin Franzi, 9jährige Zwillinge, die ich noch als kleine Kinder, Arthur und Charlotte, in Erinnerung hab, als wir noch Nachbarinnen waren, und eine große Tochter in der Pubertät, hatte ich mit dem Auto vom Zug abgeholt, weil sie nach Fuß-OP vor 5 Wochen nicht laufen konnte. Frauen Mitte Dreißig – Arthrose und Bandscheibenvorfall – muten sich mehr zu, als sie ver-tragen können. Weil die Männer schwach sind? Nein, weil ihre weibliche Seite unterentwickelt und die männliche zu stark ausgeprägt ist. Lasst euch mal fallen – und auffangen.

Ich fühl manchmal Hände auf meinen Schultern, die heilen, wenn sie weh tun – wenn es nicht mein Mann ist, ist es mein Glaube, was wohl eins ist.

Sonnabend, 28. Januar

Ich halte es nicht für das größte Glück, einen Menschen ganz enträtselt zu haben. Ein größeres ist es noch, bei dem, den wir lieben, immer neue Tiefen zu entdecken. Christian Morgenstern

Mal sehen, was sie nun bereit sind zu zahlen. Das ist es nicht wert, darüber zu streiten – jedenfalls keinen Rechtsstreit.

Heute von 10 – 11 Uhr Menschenkette für Frieden, organisiert von Menschlich-Stark-Miteinander und Müritzer Unternehmer. Birgit hat gefragt, ob ich mitkomme. Ja. Jeden Tag einen Spruch für die Liebe und möglichst auch eine Tat …

Freitag, 27. Januar

Das Beste, woran man sich im Leben festhalten kann, ist aneinander. Audrey Hepburn

Das trifft bei mir nicht zu. Den ganzen Januar war und bin ich mit Arbeitsrecht beschäftigt – und der Wohnungsübergabe. Die liegt hinter mir, das andere zieht sich noch. Das war nur aufgelockert durch Besuche von Sabine, Antje und Martina – und mein Schamanen-Seminar. Ja, und nochmal 2 Tage mit Jonte in Bandelstorf vom 6. zum 7. Januar.

Donnerstag, 26. Januar

Verliebt. Ein Gefühl, ein Daseinszustand, eine Überraschung, ein Glückstreffer, eine Sehnsucht. Liebe bringt uns zum Lachen und zum Weinen. Sie hat viele Gesichter und erzählt unzählige Geschichten. Liebe beginnt und endet … manchmal, aber nicht immer. Es gibt so viele Arten von Liebe wie Verliebte. Und jede Liebe ist einzigartig. Aus Liebe

Das war ein richtig schöner Geburtstag mit Martina gestern. Als ich vom Bahnhof zurück war, hab ich gedacht, was blinkt denn da? Sie hatte ihr Handy nochmal an die Steckdose gehängt – und vergessen. Das mach ich jetzt erstmal versandfertig und schick es ihr mit der Post nach.

Mittwoch, 25. Januar

Tanze, als würde dir niemand zusehen, liebe als wurdest du niemals verletzt. Mark Twain

Heute kommt Martina und wir feiern ihren Geburtstag hier. Mittags hol ich sie vom Zug ab, vorher Frühstück bei Birgit. Das ist gleich gegenüber vom Bahnhof …

Moneten, Prioritäten … oben das Schlafzimmer und den Flur renovieren oder den Aufbaukurs Schamanismus buchen. Als ich gestern Nacht nicht schlafen konnte, hab ich mal meine Ausbildungszeiten ausgerechnet: 20 Monate Paracelsus-Schule Psychologische Beraterin, 5 Jahre, 60 Monate, Hexenschule, der Weg zur weisen Frau, 12 Monate Grund- und Aufbaukurs Schamanismus und Naturspiritualität. Das sind zusammen 92 Monate, an Jahren macht das 7,666 Periode, gerundet 7,7 – 7.7. mein Geburststag. Die Renovierung kann noch ein Jahr warten.

Dienstag, 24. Januar

Liebe bedeutet: sich freuen am Glück des anderen. Gottfried Wilhelm Leibnitz

Kaum hab ich die Wohnungsübergabe bei Heidi hinter mir, da hab ich übermorgen schon Termin beim Anwalt. Ich hab gleich den nächsten hier am Markt genommen. 5 Sterne Bewertung und außerdem im Fokus spezial Deutschlands Top-Anwälte aufgeführt, allerdings der Anwalt für Erbrecht der Kanzlei, doch da es seine ist, wird er sich schon mit kompetenten & Kollegen umgeben.

Ich hatte nicht vor, das Jahr mit einem Rechtsstreit zu beginnen – oder überhaupt einen – doch erstmal ist es ja nur eine Rechtsauskunft, damit ich weiß, ob und inwieweit meine Forderungen berechtigt sind. Der Passus in der Mail: Du möchtest ja nicht nur die Feiertage bezuschusst wissen, sondern auch die Sonntage und das ist ja dann doch ganz schön viel – hat mich dazu veranlasst. Ich möchte das nicht bezuschusst wissen – die Sonnabende übrigens auch – sondern nur die mir rechtlich zustehenden Zuschläge in Anspruch nehmen. Der Feiertagsanteil ist mit 13 Stunden noch der Geringste, das hätte man unbürokratisch klären können. Das hätte man alles auf einfachem Weg klären können …

Sonntag, 22. Januar

Vertrauen und Achtung, das sind die beiden unzertrennlichen Grundpfeiler der Liebe, ohne welche sie nicht bestehen kann, denn ohne Achtung hat die Liebe keinen Wert und ohne Vertrauen keine Freude. Heinrich von Kleist

Eine Liebe anderer Art war heute der Abschied in Bandelstorf – es war so, dass der traurige Teil von dem glücklichen überlagert wurde. Heidi hat mir ein schönes Wundertütchen mitgegeben, mit Vanille-Winterbad, Schutzengel-Schokolade, Ostsee-Magnet-Pin und einer Karte mit einem herzlichen Text und drei schönen Sprüchen, einer davon:

Oft kommt das Glück durch eine Tür herein, von der man gar nicht wusste, dass man sie offen gelassen hatte.

Und alle waren da – Christin, Mieterin Nr. 2, jetzt Nr. 1, Meike aus dem Dorf und Heidis Familie – Karl, Stanley und Yvonne – kam zum Mittagessen. So konnte ich mich von allen verabschieden. Karl, der traurig war, hab ich versprochen: Du kommst mit Oma in den Winterferien nach Waren und Jonte hol ich auch her und dann machen wir uns einen schönen Tag zusammen. Als Jontes bester Freund und umgekehrt doch selbstverständlich. Auf der Rückfahrt vor Teterow war der ganze Acker voller Kraniche – 1000 Vögel des Glücks! Ich hab mir das ganze Wochenende da schon gesagt, ich komm ja noch öfter her und das ist nicht das letzte Mal. Wunsch oder Verheißung. Bei den Kranichen hab ich laut im Auto gesungen: For auld lang syne, my dear Should auld acquaintance be forgot and days of auld lang syne …