Freitag, 12. August

Jede Fähigkeit kommt dadurch in Gefahr, dass man sie zu übertreiben sucht. Dschuang Dsi

Alles stellen wir bei diesem Vollmond im Wassermann auf den Prüfstand, was durchaus zu Trennungen und Kündigungen führen kann. Wir erkennen im Licht des Vollmondes, was nicht mehr stimmig ist, was sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich uns zu oft weitreichenden Konsequenzen verleitet. So werden Partnerschaften beendet oder man kündigt seine derzeitige Arbeit, weil man keine Erfüllung mehr in beiden Bereichen findet. An nötigem Mut fehlt es für einen Neuanfang zumindest nicht. Mondkraft Alpenschau

Donnerstag, 11. August

Ein immenser Schaden wird durch den Glauben angerichtet, dass Arbeit eine Tugend ist. Bertrand Russel

Ich halte Faulheit für eine Tugend, oder vornehmer ausgedrückt, süßes Nichtstun. Das praktiziere ich heute reichlich …

Ansonsten glaube ich, dass die Arbeit, die Bestimmung, Lebensaufgabe und Herzensangelegenheit ist, davon ausgenommen ist. Guti-Gutshaus ist nicht meine Aufgabe, hab ich mir gestern grad wieder gesagt.

Geh da weg, geh da weg, geh da weg – hör ich nur. Heute kam die Anfrage, wie es heute und morgen bei mir aussieht. Heute sowieso nicht, weil ich nicht auf Abruf verfügbar bin und morgen hab ich widerwillens zugesagt. Nur noch wenige Tage …

Mittwoch, 10. August

Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit. Wilhelm von Humboldt

Nach meiner Café-Schicht bin ich neulich noch zum See gefahren. Der ist 3 Kilometer entfernt in Lexow-Ausbau. Da ist eine schöne kleine Badestelle, die nicht so überlaufen ist. Ich schwimm immer ein ganzes Stück raus. Als ich umgekehrt bin, hab ich ein Schwanenpaar mit Jungen am Schilf gesehen. Wo kommen denn die auf einmal her? Da hab ich an Land schon Respekt vor, erst recht im Wasser. Erst gründelten sie in sicherer Entfernung am Schilfrand rum, dann fiel ihnen auf einmal ein, auf die andere Seite vom See zu wechseln und meine Bahn zu kreuzen, in nur gut 10 Meter Entfernung. Ich kann ausdauernd schwimmen, aber nicht schnell, nur schneller. Ich hatte noch ein ganzes Stück bis zum Ufer. So hab ich drauf vertraut, dass sie meinen im Wasser schwimmenden Kopf nicht als Gefahr für ihre Jungen ansehen. Was blieb mir weiter übrig …

Als ich zurück war, war mein Kollege Chris mit Frau und Tochter im Wasser. Die hatten das beobachtet. Da wurd mir aber anders, hab ich zu ihm gesagt.

Das Bild ist noch nicht vollständig. Auf der rechten Seite, ein Stück weg von mir, war ein Ruderboot. Ein Vater mit seinen beiden Söhnen beim Angeln. Die hatten gerade einen großen Hecht gefangen. Die Kinder waren ganz begeistert. Ich und Angeln – mir tat er leid. Der hätte noch ein langes, schönes Leben in seinem See führen können. Die ruderten mit ihrem Fang erst in Richtung Ufer, drehten aber dann wieder um. Ich hab schon überlegt, ob ich sie frage, ob sie mir die Schwäne vom Hals halten können. War dann aber nicht nötig.

Heute fahr ich wieder hin nach Feierabend …

Dienstag, 9. August

Es ist ein Grundirrtum, Heftigkeit und Starrheit Stärke zu heißen. Thomas Carlyle

Eben hab ich ein Mini-Abo der Zeitschrift Landlust für 3 Monate bestellt, an die Lieferadresse von Andrea und Paul. Ich hab das aktuelle Heft Am See neulich im Presseshop-Tabakladen gesehen. Heute ist mir eingefallen, es zu kaufen und Andrea zu schicken. Ich hatte ihr schon mal ein Jahres-Abo zum Geburtstag geschenkt. Ich glaub, sie freut sich darüber. Heute hab ich das 3 x Abo online gesehen und mich dann dafür entschieden. Kleine Freuden versüßen das Leben …

Nach meinem Engelgang durch die Stadt – da werd ich da hingeführt, wo es was besonders Schönes auch noch günstig gibt, wie neulich das Hängerchen-Kleid oder heute ein Paar hübsche Schuhe – mach ich erstmal Mittagsschlaf. Wie alte Leutchen eben – oder kleine Kinder. Das tut mir gut.

Montag, 8. August

Mag dir dies und das geschehn, lerne still darüber stehn, sieh dir selber schweigend zu, bis das wilde Herz in Ruh. Christian Morgenstern

Sternschnuppen-Nächte, Sonnenfeuer-Tage, Wassermann-Vollmond, Löwenportal-Öffnung – das sind die Geschenke für diese Woche …

Das ist auch toll – ich bin zum Kaffee und Grillen eingeladen und bekomm noch eine schöne Wundertüte geschenkt, hab ich gestern zu Dana gesagt. Da waren drin: Kneipp-Bad und -Dusche, Wohlfühl-Duftkerze, Land-Eier und Blaubeer-Marmelade.

Sonnabend, 6. August

Die Waage gleicht der großen Welt: Das Leichte steigt, das Schwere fällt. Gotthold Ephraim Lessing

Gestern war Guti-Gutshaus außerplanmäßig. Grund: Die Hütte brummt – hat sie auch. Dafür war es wie von Zauberhand ein reibungsloses und vor allem harmonisches Zusammenspiel von Kollegen und Gästen, was längst nicht immer so ist. Heute wieder regulär – sonnabends wird gegrillt. Hoff ich mal, dass der gute Einfluss noch anhält …

Heute Vormittag bin ich genüsslich über den Markt unten geschlendert und hab mir die Rosinen aus dem angebotenen Kuchen gepickt. Ich sichte das Angebot erst immer von oben aus dem Wohnzimmerfenster und kann dann gezielt vorgehen bzw. runtergehen. Erstmal was Schönes aus Messing für Martina, mehr kann ich dazu nicht schreiben, sonst weiß sie es. An dem Stand lag auch ein kleiner, ovaler Jade-Stein mit besonders schöner Maserung – hätte nicht sein müssen, just for fun! Den Betrag hab ich vom Gute-Laune-Rubbel-Los, das ich im Tabak- und Presseshop immer zur Stange Zigaretten dazukaufe, gleich erstattet bekommen. Und einen einfarbig himmelblauen Badeanzug gab’s an dem Stand auch für mich. Hatte die Marktfrau gestern für ihre Tochter gekauft, der ist er zu klein. Ich denke, mir passt er.

So – und warum ich überhaupt runtergegangen bin – war ein Geschenk für Dana zu finden, um es morgen zur Einladung zum Grillen mitnehmen zu können. Von oben hatte ich einen Stand mit Türkränzen und allerlei anderem aus Holz- und Naturmaterial gesehen. War aber nicht so das passende. Was aber ist das Passende, wenn … das Leben nicht leicht wie ein Schmetterling, sondern leicht wie ein seidener Faden ist, an dem es hängt. Schmuckstand – Edelstein und Edelstahl. Da hing es: Der Baum des Lebens als Anhänger an einem Band.

Freitag, 5. August

Mit Glückstipps ist es ähnlich wie mit Diätratgebern. Wenn etwas wirklich funktionieren würde, wäre der Markt nicht voll davon. Eckart von Hirschhausen

Ich arbeite zwei Tage die Woche, ich betreu mein Enkelkind in Rostock, ich hab eine krebskranke Freundin und ich helf meiner Schwester in ihrer TAO-Schule. Gestern bei der Hitze hab ich 2 Kilo Kartoffelsalat für sie und die Kinder vom Abenteuer-Camp gemacht.

Ehrenamtliche Notfallbegleitung mit 24/7 Bereitschaft alle ein, zwei Monate hab ich nicht ohne Grund aufgegeben nach 3 Jahren. Es war mir zuviel. Kann ich dich jederzeit anrufen, auch nachts? Nein.

Manchmal sind es auch 3 Tage pro Woche, bei ad hoc Anfragen wie heute …

Donnerstag, 4. August

Wenn du dein Leben lang einsammelst, wann willst du das Gesammelte genießen? Aus Arabien

Kann ich dich jederzeit anrufen, auch nachts, und egal wie lange es dauert? – NEIN. Das hat mich Mandy heute gefragt, sie war gestern und heute auf der Terrasse, bei Lars zu Besuch. Zur Zeit ist sie krank geschrieben und in Therapie. Wir können hier mal reden, hab ich zu ihr gesagt, aber ich bin nicht telefonisch verfügbar – schon gar nicht rund um die Uhr, hab ich gedacht – wohl wissend, worauf das hinauslaufen würde.

Heute hat sie mir erzählt, sie hat auch so eine Geschichte wie ich – obwohl ich erst nach ihrer Schilderung gesagt hab, dass ich das auch hinter mir hab. Affäre. Heute hat er – nach ab und zu monatlichen Treffen, zuletzt im Juni, geschrieben: Ich sitz bei dir auf dem Hof, kann ich bei dir übernachten? Bitte! Nicht ohne sie vorher kleinzumachen: Du konntest mir nicht geben, was ich will, ich konnte dir nicht geben, was du willst. Das setzt mich unter Druck. Na klar. Mir ist der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach. Heißt: Ständig wechselnde Frauen. Kommt mir alles noch sehr bekannt vor. Klassische Rollenverteilung von Herz- und Kopfmensch.

Als er das geschrieben hatte – wie gesagt, letzter Kontakt im Juni – hat sie sofort geantwortet, ich kann höchstens in einer halben Stunde da sein – und hatte es dann sehr eilig loszukommen. Schlaf doch bei Lars, hab ich gesagt. Das hab ich noch nie gemacht. – Na, dann machst du es heute. Übernachtung bei mir hab ich ihr nicht angeboten. Heute nochmal und dann ist Schluss, waren ihre Abschiedsworte. Das wirst du sehen, wie dann Schluss ist …

Ein Buch, was ich ihr zu dem Thema geben wollte, hat sie mit der Begründung abgelehnt: Davon halte ich nichts, das ist Teufelszeug. Das hilft mir nicht weiter. Die Nacht heute mit ihm ganz bestimmt auch nicht. Damit tut sie ihm einen Gefallen, nicht sich. Ich glaub nicht, dass sie sich darüber klar ist. Bei ihr ging das 3 Jahre – bei mir noch 5 Jahre länger.

Ich hab mich gewundert, dass sie heute viel besser aussah als gestern. Jetzt weiß ich warum. Da hatte er ihr schon geschrieben.

Mittwoch, 3. August

Vieles erschien bei Betrachtung aus der Ferne fürchterlich – sobald man näher kam, erschien es lächerlich. Francesco Petrarca

Das wird heute einer in der Eliteeinheit von schönen Tagen, wie gestern auch schon. Das Heer der missmutigen Söldnertruppen lagert außerhalb des Geschehens und ist aus dem Blickfeld gerückt.

Für Birgit und die Jungs vom Abenteuer-Camp der TAO-Schule hab ich eingekauft und Kartoffeln geschält. Das war die gute Tat für vormittags. Am Nachmittag ist es Guti-Gutshaus – zu meinen gunsten. Bei 32 Grad …