Dienstag, 2. August

Und immer, wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Altdeutsche Weisheit

So ein Tag ist heute – oder so schön ist er noch geworden! Erst fing er traurig an. Ich wollte Michael erst schreiben, dass ich doch hinkomme und nur das Geschenk für Jonte bringe. Aber das wär nur Fahrerei bei der Wärme. Erst hat meine Vermieterin Heidi eine liebe Sprachnachricht geschickt, ich soll mich doch nicht ärgern und hat mir Mut gemacht, dass ich Jonte ja bestimmt bald wiedersehe. Dann hatten wir eine halbe Stunde einen Videoanruf, als ich ihm gratuliert habe. Zum Glück ging es ihm heute gut, gestern hatte er hohes Fieber. Michael und Tamina haben ihm einen schönen Geburtstagstisch gedeckt und das Zimmer geschmückt und Jonte hat mir gleich begeistert seinen Hubschrauber vorgeführt, den er geschenkt bekommen hat. So waren wir doch eine halbe Stunde zusammen. Das hat mich dann wieder versöhnt mit der Welt. Während wir telefoniert haben, hatte meine Freundin Dana geschrieben, dass sie mit Vivi und Tino nach Waren kommen und mich zum Eisessen einladen wollen. Da waren wir dann bei Tutti Frutti am Hafen, haben gelacht und erzählt und den Blick aufs Wasser und die Sonne genossen. Das ist um so wertvoller, seit Dani so krank ist. Am Sonntag haben sie mich zum Grillen eingeladen, weil ich am Sonnabend nicht kann wegen Guti-Gutshaus. Das sind gleich mehrere Lichtlein …

Als sie mich abgeholt haben, bin ich extra nochmal hochgegangen und kam mit meiner Rosa-Herzen-Sonnenbrille wieder zurück – zur Feier des Tages, hab ich gesagt! Die hatte ich mal bei Apollo bei Vivi im Laden gekauft. Meine Familie findet die unmöglich, ich finde sie herzig!

Montag, 1. August

Das Wasser ist ein freundliches Element für den, der damit bekannt ist und es zu behandeln weiß. Johann Wolfgang von Goethe

Das ist der Spruch für diesen Monat in meinem Fotokalender von Martina und zeigt mich mit hochgerafftem Rock bis über den Knien im Wasser stehend. Das Foto ist entstanden, als sie mal hier war und ich mit ihr eine Radtour um die Feisneck gemacht habe.

Morgen werde ich anrufen und Jonte zum Geburtstag gratulieren. Doch was soll ich danach sagen? Ich hab ihm gestern am Telefon gesagt, dass ich komme und mich auf seinen Geburtstag freue. Was soll er über meine Glaubwürdigkeit denken und wie soll ich es ihm erklären? Schade, dass ich nicht kommen kann, weil du krank bist? Er ist nicht krank – er ist positiv getestet. Und nicht mal das: Wir haben Jonti jetzt nochmal getestet und er ist wohl positiv. Ein nicht mal Dreijähriger, der überhaupt keine Symptome hatte, als wir telefoniert haben und Michael auf meine Frage, wie es ihnen geht, geantwortet hat: Inzwischen wieder gut. Tamina hatte C – und alle in Schwerin haben es auch, hat er geschrieben. Damit sind natürlich nicht alle in Schwerin gemeint, sondern Taminas Familie. Damit fällt die Eingewöhnungswoche im Kindergarten aus, die heute anfangen sollte, und auf die er sich auch schon gefreut hat, und auch ihr Besuch bei mir in Waren, den wir für nächste Woche geplant hatten, weil Michael 2 Wochen Urlaub hat und Tamina sowieso Ferien. Statt Besuch bei mir dann wahrscheinlich Eingewöhnung Kindergarten.

Sonntag, 31. Juli

Ein Augenblick der Seelenruhe ist besser als alles, was du sonst erstreben magst. Aus Persien

Ich fahr jetzt erst morgen nach Rostock, Jonte wird am Dienstag 3! Der kleine Löwe … Peter hat neulich, als wir mit Martina und Susanne einen Sonntagsausflug gemacht haben, gesagt: Man kann mit ihm reden wie mit ’nem Alten. Ich hab seine Geschenke schön eingepackt und kann es kaum erwarten: Einen roten Hubschrauber, Feuerwehr natürlich, den er sich gewünscht hat – steckt man ihn auf den Starter und zieht an dem Seilzug, fliegt er los in die Lüfte. Und ein schönes Kinderbuch „Im Sommer“ in kurzen Reimen und süßen, von der Autorin selbst gemalten Illustrationen, das ich hier auf dem Kunst- und Töpfermarkt gekauft hatte. Gibt es auch noch für die 3 anderen Jahreszeiten von ihr. Im anderen Leben ist sie Krankenschwester und immer, wenn sie Zeit und Muße hat, entsteht sowas Schönes von ihr, hat mir der Verkäufer dazu erklärt. Die kommen bestimmt auch noch dazu! Im Sommer hab ich genommen, weil er im Sommer Geburtstag hat, und als nächstes kauf ich Im Herbst, weil der als nächstes folgt und Herbst sein Familienname ist.

Ja, denkste … alles so schön geplant, nun wird nichts draus. Heute früh, noch bevor ich mit Michael telefoniert habe, hab ich an Heidis Spruch gedacht: Nimm dir nichts vor, dann schlägt dir nichts fehl. Und wie negativ der ist – aber hartnäckig.

Kannst du das, kannst du das alles noch verknusen?, frag ich mich heute vor dem Schlafengehen. Keine wirklich schlechten Nachrichten bei mir – nur in meinem Umfeld, ganz gehäuft. Aber auch keine wirklich guten. Dafür eine deutlich erhöhte Wahrnehmung von Spannung und Aggression – bei mir und in meinem Umfeld.

Sonnabend, 30. Juli

Eilen hilft nicht. Zur rechten Zeit fortgehen ist die Hauptsache. Jean de La Fontaine

Ja, zur rechten Zeit fortgehen … Zur Anfrage von Guti-Gutshaus für morgen Nachmittag bzw. nachmittags und abends hab ich gesagt, da kann ich nicht, weil ich morgen schon in Rostock bin. Aber auch sonst – nur nachmittags würde sich stundenmäßig nicht lohnen und beides wär mir zu lange. Da hab ich vorhin lieber noch einen Lotto-Glückstipp für heute Abend gemacht.

Bei Mondkraft.Alpenschau.com guck ich täglich in den Mondkalender und manchmal auch in die Rubrik „Spiritualität“, Unterrubrik „Leben & Lieben“ und hab da heute gefunden: Die 5 Seelenwunden der Dualseelen heilen. Im Fazit steht da unter anderem geschrieben:

Es wird einem bei der Begegnung kurz das Paradies gezeigt, um dann einen unaufhaltbaren Prozess in Gang zu setzen, der einen auffordert, sich weiter zu entwickeln und meistens erst einmal nur ohne den anderen funktionieren kann. Du als Herzmensch bist nun derjenige, der dem Prozess der Heilung vorgangeht!

Dabei ist erst einmal nur ein zeitlich ziemlich dehnbarer Begriff.

Freitag, 29. Juli

Er musste erst mit dem Kopf gegen die Bäume rennen, ehe er merkte, dass er auf dem Holzwege war. Wilhelm Busch

Zufall oder Absicht, der Spruch heute?

Wie das wieder an die Oberfläche kommt, ist unglaublich! Gestern saß ein Paar auf der Bank am Marktbrunnen, als ich mal runtergeguckt habe. Ihn habe ich von der Seite gesehen. Er sah aus wie er, sie sah aus wie ich, von hinten. Was passiert hier? Mein Milan war gestern wieder direkt über mir auf der Dachterrasse, so nah wie noch nie, bevor er dann in Richtung Kirchturm davongeflogen ist.

Donnerstag, 28. Juli

Niemand weiß, wie weit seine Kräfte gehen, bis er sie versucht hat. Johann Wolfgang von Goethe

Seit bestimmt 3 Monaten seh ich immer wieder einen Milan in der Luft fliegen. Wenn ich in Bandelstorf im Garten sitze, kreist er über dem Haus oder in Waren über dem Markt oder am Kirchturm und neulich direkt über mir auf der Dachterrasse. Und auch unterwegs, wenn ich nach Bandelstorf bzw. Rostock fahre. Wenn einem ein Tier immer wieder begegnet, hat es eine Bedeutung als Krafttier und eine Botschaft. Auf der Dachterrasse fiel mir auf einmal ein: Ein Milan hat ein M, ein i, ein a – oder ein M a i … Seit mir das aufgefallen ist, sehe ich keinen mehr, sonst fast täglich. Heute hab ich es Birgit erzählt, die zum Baden und zum Frühstück hier war. Da ist mir noch was eingefallen, drei Tage später: Das Wort hat auch ein a, ein i, ein n – wie Anita. 3 Buchstaben von seinem Namen – Maik, 3 Buchstaben von meinem. Ich glaub, das ist die Botschaft: Daran zu glauben, es ist was es ist.

Es ist jetzt 8 Jahre gewesen und 8 Jahre nicht gewesen. Damit ist es plus minus null. Es ist nu mal Zeit, den Deckel drauf zu tun und es in der Vergangenheit zu lassen, hab ich den ganzen Juli gedacht. Das Universum ist wohl anderer Meinung. Da es ja intelligent ist und weiß, dass es mich mit Namensschildern in entgegenkommenden LKWs nicht ständig beeindrucken kann, hat es mal eben den Milan herbeizitiert und ihn für sich arbeiten und fliegen lassen und mir genug Zeit eingeräumt, dahinter zu steigen.

Mittwoch, 27. Juli

Nur jene wissen das Leben wahrlich zu schätzen, die nichts tun, es zu stören. Laotse

Als ich heute zum Einkaufen gegangen bin, kam mir in der Burgstraße ein Brautpaar entgegen, das gerade aus dem Standesamt des Rathauses kam. Nur die beiden, ohne Gäste. Im Vorbeigehen hab ich sie angelächelt und Viel Glück! zu ihnen gesagt. Danke! Ich glaub, sie haben sich gefreut, dass ich an ihrem Liebesglück Anteil genommen hab. Die tiefe Traurigkeit kam dann zu Hause …

Montag, 25. Juli

Der Spaß ist unerschöpflich, nicht der Ernst. Jean Paul

Das ist die schönste Zeit jetzt – die Sommerzeit. Als ich gestern aus dem Wasser kam, hat mich eine Frau neben meinem Liegeplatz gefragt: Haste dir’n Salat mitgebracht? Die kannte ich gar nicht. Tee! – Ach so, Minze. – Ja. Ich pflück mir manchmal ein paar Stängel Wasserminze, die am Ufer wächst.

Abends, nachdem Christa weg war, hat Aniko gefragt, ob sie noch eine halbe Stunde kommen kann. Sie wollte zu Sigi und Wolfgang unten, die waren aber unterwegs. Daraus wurden dann 3 Stunden mit Rosé-Wein-Wasser auf der Dachterrasse, Lars kam auch noch dazu. Prächtigstes Wetter – happy summertime! So schön …

Und – auch sehr schön: Eben kam der Plan für Guti-Gutshaus für August. 2 x pro Woche – einmal nachmittags, das Café, einmal abends. So, wie ich es als Wunsch nach Oben abgeschickt hatte. Die dritte Augustwoche, auch wunschgemäß, ganz frei, weil ich da durchgängig in Rostock bin. Das läuft gut. Bisschen weniger Geld, dafür viel weniger Arbeit und den Sommer genießen.

Sonntag, 24. Juli

Vielleicht möchte das Leben heute nichts anderes, als dass du dich selbst für einen Moment mit den Augen der Liebe betrachtest und dich daran erinnerst, was du alles schon geschafft hast. Beatrice Tanner

Schöner Sonntag! Nachmittags hab ich Christa unter mir zum nachträglichen Geburtstagskaffee eingeladen, vormittags Telefonat mit Martina. Dann noch bei Birgit die Blumen gießen und raus ans Wasser …