Heute ist Freitag, der 25. August

Eine Seite in dem Happy-Kreativ-Eintragbuch, das mir meine Tochter zum Geburtstag geschenkt hat, heißt: Ich folge meinem Stern – Die Zahl des Menschen ist die 5 – sie steht auch für das Leben, nämlich für Wasser, Erde, Feuer, Luft und Geist. Picke die 5 wichtigsten Ereignisse in deinem Leben heraus, die dich zu dem Menschen gemacht haben, der du heute bist. Bringe deinen Stern zum Leuchten, indem du die 5 Ziffern mit farbigen Linien verbindest …

Lange hat es nicht gedauert, bis ich es wusste: 1980 – 1993 – 2006 – 2009 – 2015 – Das schreibe ich Maik: 1980 ist meine Tochter geboren, 1993 ist mein Sohn geboren, 2009 habe ich meinem Sicherheits- und Ordnungsjob Goodbye gesagt und 2015 ist mein M-Buch erschienen – 2006 weißt Du vielleicht … Da habe ich IHN kennengelernt! Meine Freundin Martina fragt: „Nicht dein Umzug an die Müritz?“ – „Nein. Auch nicht meine beiden unterschiedlich lange gedauerten Ehen.“

Die nächste Seite heißt: An den Fingern meiner Hand – man soll den Umriss seiner Hand zeichnen und den 5 wichtigsten Menschen in seinem Leben jeweils einen Finger zuweisen. Die 5 Namen waren schnell da, wer welchem Finger zugeordnet ist, hat bisschen gedauert, aber dann war es klar – von links nach rechts: Martina – Maik, der Herz- und Ringfinger natürlich – mein Sohn – meine Tochter – und Manuel, mein lieber guter Freund – der Daumen.

Das alles und noch viel mehr schreibe ich Maik und erhalte als Antwort: „Sorry, ich habe zu tun mit meinem doofen Zaaaahn.“ – „Sag nicht, dass er doof ist, sonst tut er dir gleich noch mehr weh!“ – Das fällt mir schwer, meine übersprudelnde Natur einzudämmen und zu sagen: Lass mal den Mann in Ruhe seinen Zahn kurieren …

Heute ist Freitag, der 18. August

„Sakrileg“ und „Illuminati“ von Dan Brown sind die meistverkauften Bücher des Jahres 2004. Aus gegebenem Anlass und zur mahnenden Erinnerung heute ein Zitat aus Sakrileg:

„Die Tage der Göttinnen waren vorbei. Das Pendel hatte zur anderen Seite ausgeschlagen. Mutter Erde war zu einer Männerwelt gemacht worden. Die Götter der Zerstörung und des Krieges forderten ihren Tribut. Das männliche Ego hatte Zwei Jahrtausende lang ohne den mäßigenden Einfluss seiner weiblichen Ergänzung über die Stränge schlagen können. Die Bruderschaft von Sion, die Prieuré, vertrat die Überzeugung, dass diese Ausblendung des Weiblichen aus dem modernen Leben die Ursache dessen war, was die Hopi-Indianer Nordamerikas koyanisquatsi nannten, aus dem Gleichgewicht geratenes Leben, eine instabile Situation, die gekennzeichnet ist durch Kriege, eine Überfülle an frauenfeindlichen Gesellschaftssystemen und einer wachsenden Missachtung von Mutter Erde.“

Warum aus gegebenem Anlass? Zum Bergfest der diesjährigen Vorstellungen der Müritz-Saga hab ich mir mit meiner Freundin und Mann das Stück angesehen. Wie immer auf der Freilichtbühne auch dieses Jahr die bewährte Mischung aus Liebe, Action, Intrigen, Spaß und Spannung. Fünf Sommer in Folge war ich mit Körpereinsatz selbst dabei und habe die letzten beiden Jahre als Renate meinem Lover Loddar das Leben versüßt. Dieses Jahr wollte ich Sommerurlaub machen, aber der sogenannte Sommer wollte nicht. In diesen fünf Jahren habe ich die Brutalität der Soldaten, Plünderer und Räuber im 30jährigen Krieg, auch gegenüber Frauen und Kindern, auf der Bühne hautnah miterlebt. Doch bei dem, was ich in diesem Jahr als Zuschauer gesehen habe, frage ich mich – oder vielmehr den Drehbuchautor und den Intendanten: Ist es wirklich nötig gewesen, die raue männliche Gewalt des 30jährigen Krieges durch einen K.O.-Faustschlag ins Gesicht der Freifrau zu demonstrieren? Fesseln und Knebeln – sie soll entführt, vergewaltigt und anschließend ermordet werden – hätten’s doch bestimmt auch getan. Auch nicht die feine englische Art, aber allemal besser als Das! Und es hätte möglicherweise noch einen erotischen Kick bei einigen Zuschauern ausgelöst …

Erst habe ich überlegt, ob ich mich dazu äußere. Dann stand folgender Tagesspruch im Kalender: „Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. Darauf kann man eigentlich auch alleine kommen, dazu muss man nicht LAOTSE sein. Also Ja!

Und gegebener Anlass Dualseelen? Maik habe ich dieses Zitat auch geschickt, mit der Ergänzung: Das Weibliche ohne das Männliche ist umgekehrt auch eine instabile Situation … Und als es mir an diesem Abend aufgefallen ist, schreibe ich ihm: „Du bist immer da und liest Alles.“ – „Ja. Gern sogar.“, schreibt er zurück.

 

 

Heute ist Freitag, der 11. August

Ich hab mich heute auf „Nette Betreuung für nette Gäste – Aushilfe für Gutshaus gesucht“, gemeldet. Ich vermute ja fast, dass die Betreuung mit Lappen und Besen erfolgen soll. Ich hoff ja, dass das Leben noch was anderes für mich hat, als mich hübsch anzuziehen und Liebe zu predigen oder alternativ einen Putzjob.

4 – 7 – 11 – 4 Jahre sexfreie Zone – 7 Jahre zu Hause ausgezogen – 11 Jahre Deine Begleitung – und dann schicken sie mir über facebook einen Mann und Verehrer aus Pakistan, der mein Sohn sein könnte … 4711 Echt Kölnisch Wasser – Das Universum liebt wohl Späße ?!

Heute ist Freitag, der 4. August

„Der August ist Meister der hohen Ordnung. Er hat es also in sich.“

Energie der Zeit ist überall Transformationsprozess mit hoher Intensität, hab ich für diesen Monat gelesen, und man kann sich das wie einen Umzug zwischen zwei Wohnungen vorstellen. Aus der einen noch nicht ganz weg, in der anderen noch nicht richtig angekommen. Das läuft bei mir überwiegend im Schlaf ab, Transformation. Mein Bett halt ich für den sichersten und schönsten Ort diesen Sommer. Und vor allem – da regnet es nicht!

Das die Theorie – wie sieht es praktisch aus mit der hohen Ordnung?

Kein Benehmen – neulich steh ich in der siedend heißen Frittenküche und warte bis die Herren ihre Pommes mit Wurst haben. Meine Gastfreundschaft gegenüber Manuel hat jetzt Grenzen. Ich hab ihm schon mal gesagt, dass Mann Frau den Vortritt lässt, ob Bestellung beim Italiener, durch die Tür gehen oder anderes. Zweite Station im Biergarten: Er bezahlt die Rechnung für sich und seinen Begleiter Denis. Seine Dauergastgeberin darf selbst zahlen, obwohl nicht mal 5 Eus. Er kann sich gerne wieder im Hotel einquartieren. Dann ist die Ordnung wieder hergestellt.

Und Maik? Ich schreibe ihm abends: Warmer Regen auf Haut und Haare – und ins Weinglas. Und matte Wohligkeit. Auf einmal geht es mit uns, das war vorher nicht möglich. So konnte ich noch nie mit dir …

Mein Motto für diesen Monat: Lieber nichts tun, als mit viel Mühe nichts zu schaffen! Statt Nebenjob erhöh ich den Einsatz bei SKL.

 

Heute ist Freitag, der 14. Juli

Manuel hat mir erzählt, dass Maik zum Schamanen gehen will. „Irgendwas stimmt da nicht.“ Und er hat zu ihm gesagt: „Vielleicht war sie ja mal meine große Schwester?“ – „Ja, genau“ – entfährt es mir da – „vielleicht war ich auch mal seine Großmutter oder seine Dackelhündin!“ – Er sucht eine Erklärung für – Es wird ja auch nicht besser – und er lässt Alles gelten, nur nicht, dass wir Mann und Frau sein könnten – schon immer waren und immer sein werden – jedenfalls in den höheren Sphären da oben – vor Gott.

Besser wird es Schon, nur nicht Weniger …

Heute ist Mittwoch, der 12. Juli

7.7. ist ungehört im Universum verhallt – 11 Jahre mit ihm – 4015 Tage. Seine letze Nachricht ist vom 7. Mai: „Letztendlich war ich wirklich nur das, was du tatsächlich kennen lernen durftest.“ – Von nun an schreibe ich ihm nicht mehr – das wollen meine Augen nicht mehr lesen und meine Ohren nicht mehr hören …

Meine Tochter hat mir „Happy – Was mich glücklich macht – Mein kreatives Eintragbuch“ geschenkt. Das Wichtigste darin ist ein Spruch:

Es gibt nur zwei Fehler, die man auf dem Weg zur Wahrheit machen kann:

Nicht den ganzen Weg gehen und nicht beginnen. BUDDHA

Ich habe den Weg begonnen und ich werde ihn ganz gehen!

Es gibt einige Männer, mit denen ich mir was vorstellen kann: Freizeit, Essen gehen, Tanzen, Kultur, Natur usw. usf. – nur bei Sex hört meine Vorstellungskraft auf. Ich bin auf Ihn geprägt – auf Dich, Maik …

 

 

 

 

 

Heute ist Montag, der 7. Juli

JuliKinder

Wir Kinder im Juli geboren,

lieben den Duft des weißen Jasmin,

wir wandern an blühenden Gärten hin,

still und in schwere Träume verloren.

Unser Bruder ist der scharlachne Mohn,

der brennt in flackernden roten Schauern

im Ährenfeld und auf den heißen Mauern,

dann treibt seine Blätter der Wind davon.

Wie eine Julinacht will unser Leben

traumbeladen seinen Reigen vollenden,

Träumen und heißen Erntefesten ergeben,

Kränze von Ähren und rotem Mohn in den Händen.

(Hermann Hesse, erschienen 1911)

Vor fünfzig und fünf Jahren hat die Welt das Licht des kleinen Mädchens erblickt, das heute Vormittag an einem schönen Sommertag geboren ist. An einem großen Wasser, denn es ist ein Krebslein. Das ist ein Glücksfall, denn nicht Alle werden da geboren, wo man es vermuten würde – Steinböcke, Löwen, Fische, Wassermänner … Es hat frei und ist frei und deshalb macht es heute auf diesem großen Wasser aus besonderem Anlass eine Dampferfahrt. Happy Birthday, mein Schatz! Mein blutverschmierter Mund von Kirschen genießt das fruchtige Rot des Sommers, in dem Wissen, dass es noch erlesenere Köstlichkeiten gibt. Lukullus Schwanzus – oh, wie sich meine Kirschlippen nach dir sehnen …

Bis hierher das Tagebuch – das war vor 3 Jahren. Jetzt geht es – sporadisch – in Echtzeit weiter.

Heute ist Sonntag, der 6. Juli

Minusgrade im Sommer. Stimmung unter dem Gefrierpunkt. Ich fühl mich wie unter lokaler Betäubung. Taub. Es erscheint mir wie eine Seifenblase, die weit weg irgendwo im Weltraum schwebt, und die kein Suchscheinwerfer je finden wird. Die Gamma-Strahlung da oben mutiert zu Delta, schon kurz vor Epsilon. Was habe ich für Wahlmöglichkeiten? Alle und keine: Kompromisse. Aus dem Haufen fauler Kompromisse glänzt eine goldene Kugel hervor. Nach der greife ich: Schreiben … Komm, Herr Saturn, sei unser Gast, und segne, was du uns bescheret hast!

So wie jetzt habe ich schon als Kind, besonders an den Sonntagnachmittagen, eine elementare Sehnsucht nach dir gespürt. Um zum Kern der Wahrheit zu gelangen, muss ich dem Vollmond, den Hormonen und meinem Zeigefinger die Lizenz, auf Senden zu drücken, entziehen. Kommst Du nicht zu mir, kann es nicht sein. Du suchst die Extreme. Deine Frau ist sechs Jahre jünger als Du, ich bin sechs Jahre älter als Du. Macht zusammen zwölf Jahre Altersunterschied von mir zu ihr. Am Himmel steht mein Haus in der Alle der Tierkreiszeichen genau gegenüber von ihrem. Und so, wie sich meines von ihrem unterscheidet, sollte man nicht glauben, dass Du sowohl bei ihr als auch bei mir einkehrst. Je nachdem, wie es dir beliebt und wie dir gerade ist, wechselst Du die Seiten.

Heute ist Sonnabend, der 5. Juli

Money, money, money … Etwas verspätete Halbjahresbilanz. Dreißig Prozent meines Einkommens opfere ich dafür, dass ich behaglich wohne. Zehn Prozent investiere ich in den schönen Schein meines Körpers: Frisör, Nageltante, Füßlein, Massage, Kosmetik. Weitere zehn Prozent erhält EDK jeden Monat dafür, dass es direkt vor der Tür liegt und ich mich dort wohler fühle als im Discounter. Die andere Hälfte geht so drauf. Die Banken haben Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker. Warum nicht umgekehrt – Gelddrucker und … Das wär doch mal schön!

Heute ist Freitag, der 4. Juli

Ich dachte, dass ich um die großen W-Fragen im Leben herumkomme: Wieso – Weshalb – Warum –

Die Sendung mit der Maus – wer nicht fragt, bleibt dumm! Das Eingeständnis von Henry M., wenn alle so treu wären, wie er dieser Frau, wären alle Jesus Christusse, macht ihn zu meinem Verbündeten. So weiß ich, dass ich nicht allein bin. Ich hab auch sieben Jahre Tag und Nacht an dich gedacht und hielt es fast schon für pathologisch. Manchmal schreibt er wie ein Betrunkener, oder schlimmer – wie ein Geisteskranker. Diese Passagen von Genie und Wahnsinn sind für mich schwer auszuhalten. Ein Amerikaner in Paris – 1928. Ein in der Zeit entfernter Verwandter von mir. Seine letzten Zeilen im „Wendekreis des Krebses“ gelten einem goldenen Frieden und der Seine. Einem Fluss – sein Lauf ist festgelegt …