Heute ist Sonntag, der 4. Mai

Ich hab wunderbares Eros-Gel, mit seidiger Textur. Schwarz-weiße Flasche, in der Größe eines ordentlichen Kolbens. Das nehm ich für meine Haut. Ich brauch kein Schmiermittel. Oder für Schwanzverwöhnen. Herrlich! – So was schreib ich morgens um sieben, vor dem Frühstück. Oh Gott, dafür werd ich in der Hölle schmoren, denn eigentlich müsste ich noch Staatsdiener sein, aber ich konnte es nicht mehr. Ich konnt‘ es echt nicht mehr. Ich diene dem Volk lieber so. „Have a nice sexy day!“

Gestern hatte ich noch ne schöne nächtliche Kommunikation mit Maik. Er fragt, ob Manuel einen schönen Schwanz hat und was ich am liebsten damit machen würde. – „Das weiß ich noch nicht genau.“ Im gleichen Moment denk ich, was für’n Quatsch mit Sauce schreib ich ihm da eigentlich? Vornehme Zurückhaltung ist nicht angebracht. Ich korrigiere mich: „Doch, ich weiß es: Du mit mir und er mit dir – gleichzeitig.“ Jetzt isses raus. Keine Antwort. Ich schiebe nach: „Au weia, aber träumen kann ich davon doch schon mal.“ Jetzt kommt: „Ich bin so scharf und sitze vor cam 4.“ Das ist seine Live Sex Cam. Ich antworte: „Oh Mann …“ und denke: Na, da hast Du ja alles, was Du brauchst. Ich glaube, die Umstände gestalten sich günstig. Widrige Umstände hatten wir auch lange genug. Vielleicht kann ich doch noch mein Modell der freien Liebe leben – vielleicht sogar mit zwei Männern. Jetzt sind die verfrühten Eisheiligen. Am liebsten würde ich Amor mein hellblaues Kaschmir-Strickjäckchen umlegen, weil ich Angst habe, er erfriert sonst. Ach was, Götter frieren nicht, und der Gott der fleischlichen Liebe schon gleich gar nicht! Und die Tage werden wärmer – und heißer …

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