Heute ist Mittwoch, der 21. Februar

Ich bin bei der Familie Rostov in Otradnoje, im Russland von 1810, und der Hälfte von „Krieg und Frieden“: „Geht es dir auch manchmal so“, fragte Natascha, „dass es dir vorkommt, als geschehe überhaupt nichts mehr?“ Rein gar nichts? Als sei all das, was gut ist, schon gewesen? Und dass dich das nicht etwa langweilt, sondern traurig stimmt? – „Und ob!“, erwiderte Nikolaj. „Schon manches Mal, wenn alles gut und richtig war, wenn alle anderen vergnügt waren, kam es mir plötzlich in den Sinn, dass sowieso nichts gelingt und alles sinnlos ist. Besonders dann, wenn ich früher in der Armee auch nur von ferne Musik hörte.“ – „Ganz genau! Das kenne ich, das kenne ich“, fiel Natascha ein. „Als ich noch klein war, ging es mir auch so …“

So in etwa fühle ich mich jetzt. Nur statt traurig gefühllos. Tränen wären erlösend gewesen … Sonne, Mond und Sterne sind das Schönste, was ich wahrnehme. Schöner als alles andere, was hier unten vor sich geht – siehe Maik. Heute ein strahlender Wintermorgen beim Kaffee auf Terrasse mit Sonne im Gesicht. Wenn ich nachts wach werde, gehe ich manchmal raus rauchen, so wie heute Nacht. Rechts von mir hing die zunehmende Mondsichel über dem schlafenden Markt und beim Blick nach oben habe ich gedacht, was für ein Wunder es doch ist, dass ein Himmel voller Sterne über uns glänzt …

Hinterlasse einen Kommentar