Heute ist Sonntag, der 22. April

Ja, so geschehen in meiner Kindheit – wie gestern beschrieben. Mein Papa war nicht mein Gott oder konnte es nicht sein. Seine Umsiedler- und Nachkriegsfamilie konnte ihn nicht mit dem ausstatten, was seine erste kleine Tochter von ihm hätte empfangen können und gebraucht hätte. Es gab nur strenge Blicke von ihm – bei denen ich gleich anfing zu weinen – das wurde mir öfter erzählt und es fanden wohl alle lustig. Ich nicht. Einmal hat mir meine Oma gesagt, dass meine Eltern stolz auf mich sind. Von ihnen hab ich es nicht gespürt. Es gab keine Umarmungen oder Zärtlichkeiten, fast keinen Körperkontakt, Küsse sowieso nicht, kein Lob – nichts, womit ich mich als kleine oder große Göttin hätte fühlen können. Ich kannte nur das Gefühl, nicht gut genug oder nicht richtig zu sein. Ich will kein Missverständnis aufkommen lassen – ich hab aus heutiger Sicht volles Verständnis dafür, ich nehme es meinen Eltern nicht übel oder trage es ihnen nicht nach, dass sie so waren. Ich denke, in ihrer Situation haben sie – wie alle Eltern – das beste gemacht, was sie konnten. Nur mit mir hat es was gemacht – dass sich die Gedanken eingeschliffen haben: Du bist nicht liebenswert. Das erklärt viel, im Zusammenhang mit Maik …

So, Feierabend – 14:00 Uhr. Die Sonntags-Guti-Gutshaus-Schicht ist rum. Und der Rosé liegt im Kühlschrank. Wenn um 6 die Abendglocken läuten, ist Terrassen-Time mit Sommer-Wein …

 

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