Heute ist Mittwoch, der 20. Juni

Statt Abwasch und Saubermachen hab ich mich zwei Tage nur ausgeruht und gelesen. Und das war auch gut so: Gestern kam ein Anruf, ob ich morgen nachmittag und Sonntag früh kann – Guti-Gutshaus …

Gestern hab ich „Ein ganzes Leben lang“ zu Ende gelesen. Da gingen die Schleusen auf und die letzten 100 Seiten sind in Tränen verschwommen – alle angestauten Perlen der Seele sind mir aus den Augen gekullert. Das Buch ist ein Statement für die lebenslange Liebe und die Liebe des Lebens. Aufgrund widriger Umstände können Martin und Claire sie nicht leben – doch sie treffen sich – nach nur einem halben gemeinsamen Jahr zusammen – jedes Jahr einmal am 27. Mai, ihrem Kennlerntag – in einem Pavillon mitten auf dem Markt in ihrer amerikanischen Kleinstadt – 50 Jahre lang, bis zum Ende ihres Lebens – bis zum Ende von Claires Leben, die mit 66 Jahren an Brustkrebs stirbt …

Heute war meine Lektüre „Happy“ von Doris Dörrie. Klappentext: Stimmt es wirklich, dass die meisten Männer ihre Frauen im Dunkeln nicht erkennen würden? Bei einer Party lassen sich drei miteinander befreundete Paare auf ein Spiel ein, das Folgen hat …

Seite 93: Die Liebe kann dich wahnsinnig machen. Das weiß eigentlich jeder. Und obwohl Liebe ja eigentlich ganz schön retro ist, will jeder dann doch abends, wenn er nach Hause kommt, dass jemand da ist, zu dem er sagen kann: Hallo Schatz, ich bin wieder da. Das will sogar jeder noch so abgebrühte Gangster, und entweder gibt es da jemand, den man küssen kann, oder aber nicht. Und wenn da niemand ist, muss man sich so zusammennehmen, um nicht wahnsinnig zu werden, man muss sich so anstrengen, so tapfer sein und tausend gute Bücher lesen oder endlos meditieren oder seinen Hund oder seine Katze küssen. Vielleicht gibt es ’ne Katze, die glücklich miaut, wenn du nach Hause kommst, und ich schätze, das ist dann auch okay, wenn man seine Katze küsst oder seinen Hund …“

Ich hab weder Hund noch Katze – wie Martina – und wenn ich sie hätte, würde ich sie nicht küssen. Ich hatte mal einen dschungarischen Zwerghamster, den hab ich auch nicht geküsst, doch er hat mir die erste Phase der ungewohnten Einsamkeit als Single versüßt. Als er gestorben ist – die werden nur zweieinhalb Jahre, daran hat er sich genau gehalten – kam kein Nachfolger für ihn. Ich wollte nicht immer in zehn Jahren vier Hamster zu Grabe tragen.

Endlos meditieren und tausend gute Bücher lesen – ist meine Strategie – und tapfer sein. Ich hab ein buntes, reiches Leben, das ist es nicht. Doch manchmal denke ich, es wäre einfacher, richtig Single zu sein – und nicht in so einer gefühlten Paarverbindung mit ihm. Heute hab ich grad gelesen: Der Dualseelenprozess ist ein schmerzhafter Transformationsprozess zur Meisterschaft der bedingunglsoen Liebe …

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