Heute ist Dienstag, der 31. Juli

Letzter Krebsmonat-Tag. Ich bin noch nie so viel nackt und barfuß gelaufen wie diesen Sommer. Ich hab 2 Kleider, die ich bei der Hitze tragen kann und immer wechselseitig anziehe – ein blaues und ein schwarzes. Das ist so gut wie nackt, denn auf Unterwäsche verzichte ich. Abends steck ich beide in das 15-Minuten-Programm der Waschmaschine und dann sind sie wieder frisch. Das blaue hab ich mir mal von Gran Canaria mitgebracht und ist schon über 20 Jahre alt. Darin fühle ich mich immer erotisierend. Das hatte ich an, als ich mich mit Maik zum ersten Mal am See getroffen habe. Danach hat er mir an dem Abend geschrieben: Wenn du kannst, komm morgen zu Sonnenaufgang in meine Praxis, in einem blauen Kleid mit nichts drunter …

8:30 Uhr – höchste Zeit, um Schwimmen zu fahren – im schwarzen Kleid. Jetzt schwimm ich in der Müritz. Der Dolgener See liegt weit weg und lange zurück, doch er ist so gegenwärtig wie der heutige Tag und wie alles, was mit uns war. Was mit uns ist … müsste ich eigentlich schreiben. Es gibt irgendwie keine Vergangenheitsform dafür, weil er gefühlt immer anwesend ist. Sogar jetzt, wo er sich verabschiedet hat. Könnte die Zeit nicht milde einen sanften Schleier des Vergessens weben und darüber ausbreiten? So war es bei allen anderen – warum nicht bei ihm? So kann ich ihn nicht mal vermissen …

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