Heute ist Sonnabend, der 13. Juli

Ich glaub, du wärst keine einfache Partnerin … hat Manuel gestern Abend nach der Müritz-Saga bei Wein auf der Terrasse zu mir gesagt. Das kannst du nicht einschätzen, hab ich gesagt. Was wir haben, ist Freundschaft. Ich glaube, das nimmt sich nicht viel, hat er gesagt. Oh doch, wenn man jemand mit den Augen der Liebe sieht, ist das was anderes und man verhält sich auch anders …

Wir haben eheähnliche Verhältnisse, wenn er länger bei mir ist. Ähnlich, weil ein wichtiges Kriterium fehlt. Wir haben auch über Lars gesprochen, mit dem er sich auch gut unterhält. Er ist nett, sympathisch, freundlich, hab ich gesagt – doch es funkt nicht. Glaubst du, er würde mit einer sechzigjährigen Frau was anfangen?, hat er gefragt. Ich glaube, wenn sich zwei verlieben, dann in den Menschen – nicht in sein Alter. Und sich verlieben oder mit einem was anfangen, ist grundsätzlich ein Unterschied. So, wie Manuel das dargestellt hat, klingt mein Alter wie ein Makel.

Dazu kommt, wenn ich eine Partnerin wäre, würde mein Mann mich lieben und keine nicht einfache Partnerin in mir sehen. Manuel ist über die Maßen selbstverliebt: Oh, seh ich heute wieder gut aus – höre ich jeden Morgen, wenn er im Bad ist. Komplimente an andere fallen ihm sehr schwer. Besonders an Frauen und besonders an mich. Das klingt immer wie gewollt und nicht gekonnt.

Distanzlos und vereinnahmend … mit der Kette ist sie zu weit gegangen. Ich hab mich den ganzen Tag wie  seelisch vergewaltigt gefühlt. Das sieht man dir auch an, hat Manuel gesagt. Als wir abends zur Müritz-Saga gingen, hat Wolfgang, der unten stand, gleich auf meinen Hals geguckt, ob ich sie umhabe. Ich hatte meine weiße Perlmutt-Kette um zu meinem Rosenkleid. Ich hab überlegt, wie ich es ihr erkläre, dass ich sie nicht trage, denn sie fragt – distanzlos – ganz sicher nach, warum? Von Notausflüchten wie Kontaktallergie oder: die kleine Frankie hat sie mir vom Hals gerissen, war ich nicht überzeugt.

Ich komm grad aus der Kirche, wo Christine mit zwei Freunden für eine Hochzeit geprobt hat, auf der sie spielen, während ich Frankie-Mäuschen betreut habe. Zwei Titel – Gesang mit Gitarre und Bratsche: Halleluja und Perfect … Da wusste ich, welche Antwort Sigi bekommt: Hier – Hand aufs Herz – ist der Platz für meinen Mann!

Die Goethe-Straße war wegen Festumzug zum Müritz-Fest gesperrt, so dass wir Instrumente, Verstärker und ich die kleine Mrs. Propper bis zur katholischen Kirche zu Fuß geschleppt haben bei reichlich Wärme. Jetzt bleibt noch Zeit für Badewanne und Mittagsschlaf, bevor ich schon wieder Richtung Guti-Gutshaus fahre …

Die Müritz-Saga-Vorstellung war mit Abstand die beste bisher. Kostüme, Bühnenbild, schauspielerische Leistung, Dialoge, Handlung – alles Superlative! Auf dem Weg hab ich eine kleine Eisenbahn gekauft mit JONTE-Holzbuchstaben …

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