Heute ist Sonnabend, der 18. Januar

Jetzt hat er sich doch für sie entschieden. Das freut mich für sie, waren gestern die Worte des Hausmeisters, als er hier war, um meine Heizung im Schlafzimmer zu entlüften, die wieder kalt war, als wir über die Nachbarschaft gesprochen haben. Und, hat er die junge Freundin noch?, hat er weiter gefragt, da wir grad beim Thema waren. Damit war Lars gemeint. Ja, hat er. Dann hat er nach Christines Wohnung gefragt. Da war Montag Besichtigung, ein Paar im mittleren Alter. Ob sie die nehmen, weiß ich nicht. Da will er die Vermieterin fragen. Gute Nachbarschaft ist ja wichtig, hat er gesagt.

Der Kirchturm schweigt zu allem – das Glockenspiel, die Glocken und die Kirchturmuhr. Ruhe seit fast 2 Wochen, als wenn die Zeit stehengeblieben ist. So kommt es mir auch vor. Veränderungen seh ich nur bei anderen, bei mir ist alles ein langer, ruhiger Fluss …

Die Frühstückseier sind mir heute mal gelungen. Ich nehm den Eierkocher dafür – meist werden sie zu weich oder zu hart, selten mittel.

Guti-Gutshaus war entspannt. Steffen, unser Hausmeister, hat gesagt, Anja und ich sind ein gutes Team. Sind wir auch. Im Eingangsflur liegt seit Januar ein Gästebuch. Heute fiel mein Blick drauf: Es war gaaanz toll, danke, Maik und Nicole. Ich hab heut grad gedacht, das gehört jetzt ins vergangene Jahrzehnt und schon taucht sein Name gehäuft auf.

4 Gedanken zu “Heute ist Sonnabend, der 18. Januar

  1. Gute Frage – Der Buschfunk sagt, sie zieht zu ihm nach Rostock. Da werden sie sich da eine
    gemeinsame Wohnung nehmen, denk ich. Sie arbeitet auf dem Amt, das kann sie da wie hier.
    Die näheren Umstände kenn ich nicht 🙂

    Ich hab gedacht, das ist das ganze einmal umgekehrt. Sie zieht von hier dahin, weil es mit den beiden geklappt hat, ich bin von Rostock hierher gezogen, weil es „nicht geklappt“ hat.

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  2. …jeder hat seinen Prozess, seine Aufgaben. Du schreibst, dass sich bei allen etwas verändere, bei dir ist es ein ruhiger Fluss. Sieht dein Fluss denn vor, IHM entgegen- und hinterherzugehen? Wenn Empfangen der Titel einer Aufgabe lauten sollte, steht dann bewegen, gehen, machen und tun an? Einen großen Unterschied zwischen Menschen im Prozess und Menschen, die die Idee vom weißen Gartenzaun realisieren können, den ich bisher erkennen konnte, zeigt sich an den Wegen, die gangbar bzw. nicht gangbar sind. Wir mögen auch lange Zeit vom weißen Gartenzaun (nur als plattes Symbol) geträumt haben, aber keiner der konventionellen Wege, die andere dorthin führten, sorgte dafür, dass man selbst, der man in diesem Prozess ist, ebenfalls dorthin gelangt. Die Uhren scheinen bei uns anders zu ticken und die Wege sind paradox und ausgerechnet jene, mit denen man nie rechnet. Verlässt ein Mensch im Prozess einen Ort und bricht zum nächsten auf, dann ist das kein Umzug, sondern ein Umbruch. Angefangen von Freundschaften, die hinter sich gelassen werden, gänzlich neue Berufsfelder, die erschlossen werden und ein neues Sein, das begonnen wird und durch das vergangene Freunde einen nicht mehr wiedererkennen. Ich schreibe das, weil ich nachvollziehen kann, dass eine solche Nachricht bzgl. des Umzugs deiner Nachbarin zu ihm schon nochmal an Wunden rütteln kann. Dein Satz „so kann es auch gehen“ war der Auslöser. Mag sein, dass es „so auch gehen kann“ – die Frage ist nur: Könnte und sollte es für dich in deiner Welt und mit deinen Werten „auch so gehen“? Wenn ich es richtig gelesen habe, dann hat sich dein M von seiner Frau getrennt. Er will einen Neuanfang starten, in Schwerin (wenn ich es korrekt erinnere). Nun ja, hättest du dich fragen können, was hält mich noch hier? Auf zu ihm! Nach Schwerin! Und du hättest dem Hausmeister, der dir beim Kistenpacken begegnet wäre, gesagt, dass du zu ihm ziehst, dass er sich für dich entschieden habe, denn schließlich hat er sich gegen seine Frau entschieden. Ist doch das Gleiche…oder etwa doch nicht? 😉

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  3. Du fragst, ob mein Fluss vorsieht, ihm entgegen oder hinterher zu gehen. Weder noch – er fließt einfach, wie jeder Fluss von der Quelle bis zur Mündung – der Fluss des Lebens, den meine ich ja, auch. Der „weiße Gartenzaun“ ist gut! Wenn Empfangen eine Aufgabe lauten sollte … ja, sollte sie
    nicht nur, es ist auch eine 🙂 Anders tickende Uhren, paradoxe Wege – das erleb ich auch so. Und so, wie du schreibst, haben sich auch bei mir alle Parameter geändert – Beruf, Wohnort, Familienstand, Freunde, Kollegen, so gut wie alles.

    Ja, da kam nochmal was hoch – du hast es an dem einen Satz erkannt – es kann auch anders gehen. Ich hab noch mehr gedacht, ohne es aufzuschreiben, sondern es in dem einen Satz zusammengefasst. Da hat mir das Ego wieder schön was eingeflüstert.

    Umzüge, Umbrüche, Neuanfänge … Auf zu ihm nach Schwerin!? Da musste ich lachen. Das wär ja kein Empfangen. Ich bin ja nicht sein „Groupy“ 🙂 Als ich das von Manuel gehört hab, hab ich ja auch geschrieben, das wär sein dritter „Neuanfang“ innerhalb kurzer Zeit – zwei Neuanfänge unmittelbar hintereinander mit Frauen, dazwischen die Scheidung und jetzt angedachter Ortswechsel. In einem Kommentar hast du geschrieben, dass sie sich lieber nicht dem allen stellen, die „lieben Gefühlsklärer“ 🙂 sondern da wird lieber mal das alte Muster auf eine völlig neue Frau übertragen – oder auch auf mehrere, aus meiner Sicht. Das kann er ja machen – mir ist nur wichtig, dass ich da nicht mehr dabei bin.

    Was ich noch gedacht habe, als ich die Kunde „empfangen“ habe: Er rennt immer noch vor mir weg, obwohl ich ihm gar nicht mehr nachlaufe. Gut, dass kann subjektives Empfinden sein – das würde Er ganz anders sehen und sagen, das hat mit Mir gar nichts mehr zu tun.

    Und ich hab nochwas gedacht: Für wie viele „Neuanfänge“ ist denn Platz in einem Leben? Für mich hab ich erkannt, je höher man auf einer Sprosse der Lebensleiter steht, um so weniger. Ich kann noch Details ändern, aber das bezeichne ich nicht mehr als Umbruch oder Neuanfang – es ist für mich eher „Flickschusterei“. Auch wenn behauptet wird, es ist immer alles möglich: Der Teppich ist gewebt – irgendwann. Da kann ich nur noch ausbessern.

    Ich freue mich über deine inhaltsreichen Kommentare und wünsche dir so einen vorfrühlingshaften
    Sonntag, wie er sich hier an der Müritz zeigt 🙂

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