Montag, 20. Juli

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks. Heinrich Heine

30. Kalenderwoche

Gestern hätt es mich fast erschlagen. Als ich meine Cousine Angelika samt Enkelin Leonie in Röbel zur Nachfeier von Tantchens 77. Geburtstag abgeholt habe, hatte sie 2 Taschen gesammelte Werke ihrer Vintage-Bastel-Leidenschaft für mich. Das war die Krönung. Da hat sie an Papier-Rosen nicht gespart! Unter anderem waren dabei eine Herzdose und eine Flasche, verziert mit meinem M-Tattoo. Woher kennst du das?, hab ich gefragt. Ich hab dein Buch … Das Tatoo ist das Cover-Bild.

Des weiteren ein Schmuckstück von Bild mit zwei großen rosaroten Herzen, ebenfalls üppig verziert, unter anderem mit Schlüssel und Anker. Das sind auch Symbole auf Lenormandkarten. Und Rosen, Rosen, Rosen … Für das meiste hab ich einen Ehrenplatz gefunden. Nur die Uhr – ebenfalls mit 26 Rosen und meinem Jahrgang drauf – da weiß ich wirklich nicht, wohin damit.

Dann hab ich noch meine Schwester Tine abgeholt und kurz nach 3 waren wir zum Kaffee da, auf der Terrasse im Garten. Angelikas Schwester, meine Cousine Silvia, die dort auch wohnt, war auch da. Neugier und Tratsch sind ihre Merkmale. Als ich ein Stück in den Garten ging, rief sie mir nach: Was hast du denn für ein Tattoo auf dem Rücken? Tief ausgeschnittenes Kleid. Das hab ich schon lange … Das hat ihre Frage nicht beantwortet und sollte es auch nicht. Angelika kennt meine Geschichte, Tantchen und Cousine ahnen nur was oder wissen, dass da mal was war. Was ist denn aus deiner Liebe geworden?, hat Silvia weiter gebohrt. Sie ruht … Wie, sie ruht? – Sie ruht. Da ist Angelika eingesprungen: Er muss erst noch was lernen. Im Auto hab ich mich dafür bei ihr bedankt.

Nächste Szene – Verabschiedung am Auto. Silvia guckt auf mein Nummernschild und fragt: M und A – heißt das Michael und Anita? – Nein, das heißt Michael und Andrea. Die Anfangsbuchstaben meiner Kinder schienen ihr plausibel. Nächste und letzte Frage: Und die 66? Das ist nur so … Zuhause hab ich gedacht, jetzt hab ich uns verleugnet. Nein, war der nächste Gedanke, nur beschützt.

Meine Tante ist auf dem Rückweg mit 77 – sie hat uns zum Kaffee eingeladen und nur zum Kaffee, obwohl die Feiern immer gehaltvoll waren. Sie genießt ihre Tage und hoffentlich noch Jahre auf ihrem schönen Anwesen, nachdem sie ihren Mann mit Demenz lange über ihre Kräfte begleitet hat. Sie macht nichts, was sie nicht will. Das kommt mir bekannt vor. Obwohl ich jünger bin, reiß ich mir auch kein Bein mehr aus. Leonie, die sich gelangweilt hat, hat schon seit zwei Stunden gedrängelt und die Uhrzeit angesagt. Sie ist gerade 11 geworden, aber schon viel weiter. Um halb 8 hab ich gesagt, wir fahren. An der Shell-Tankstelle hab ich mir erstmal ein Baguette geholt ….

 

 

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