Freitag, 19. März

Gestern Blumen gepflanzt – heute tanzen Schneeflocken in der Luft, mit frostigen Temperaturen in der Nacht!

In der Röhre backt ein Bananen-Marmorkuchen für unser Frühlingstreffen am Sonntag mit Birgit und Heidrun. Bei Interesse – Rezept auf GuteKueche.at

Gleich früh hab ich heute meine Pinnwand – was meine immer offenstehende Küchentür ist, leer geräumt von dem, womit ich sie über Jahre zugepflastert hab – Einladungen, Fotos, Ansichts-, Glückwunsch-, Eintrittskarten und alles mögliche, z. B. eine Reitkarte für die Zirkusarena von Zirkus Busch, die mich an Kamelreiten erinnert hat, wo ich mal mit Aniko im Sommer bei 36 Grad war.

Mit dem Frühlingsanfang fängt das astrologische neue Jahr an. Also Platz schaffen für neues … Jetzt kommt da auch mein rosa Blechschild wieder voll zur Geltung: Man widerspricht dem Einhorn nicht! Das ist wichtig.

Dann war ich noch bei Ernsting’s Family zu Happy Jonti Shopping: Seine alten Sachen sind alle verbraucht und zu klein, hat Tamina neulich gesagt. Meine Schnäppchen-Schätze sind 4 T-Shirts, 2 ohne Aufdruck, 1 x Cool wie Daddy, 1 x We are the future, 1 Sweatshirt mit ME und darunter GA, ein einteiliger Schlafanzug, dunkelblau mit weißen Sternen – ohne Füße, denn das mag er nicht – 3 Paar schöne Söckchen und einmal Leggings mit Peppa Wutz, dem Star unserer Lieblingsserie. Meist gucken wir sie in English, da heißt sie Peppa Pig. Das ist eine Schweinebande – Mama Wutz, Papa Wutz, Peppa Wutz und George = Schorschi.

Donnerstag, 18. März

Gestern hab ich vorsichtig das erste Primelchen gepflanzt, weil es noch kalt ist, und das Schwanenpaar aus dem Blumentopf von Carmen Sternchen vom Herbst mit reingesteckt. Das hat den Winter überlebt, der Topf nicht. Heute geht’s weiter. Im Paillon-Laden, das ist gleich neben Christines Wohnung in der Kirchenstraße, haben sie schöne Primeln und Schlüsselblumen aus eigener Gärtnerei des Lebenshilfswerks. Wenn ich schreibe, in der Kirchenstraße, heißt das, das sind nur 100 Meter hier vom Markt ab. Hier ist alles nah … Alles keine Entfernungen, mit ein paar Schritten zu erreichen.

Mittwoch, 17. März

Altstadt-Bäcker und -Café hat heute wieder geöffnet, mit gelben Luftballons am Eingang, seh ich grad von oben. Ich hab mir bei EDK gestern auch eine Kerze für meinen Altarschrank – das ist der alte Nussbaumschrank von Oma – gekauft. „Kauf dir mal eine gelbe …“, hab ich mir gesagt, wo ich sonst lieber alle möglichen Rottöne nehme. Ich glaub, alles sehnt sich nach Sonne! Kerzen kauf ich sonst bei Rossmann oder im Papillon, Lebenshilfswerk-Laden, aber zufällig hab ich entdeckt, als sie mal im Angebot waren, dass die von „Wir lieben Lebensmittel“ zwar genauso aussehen wie die Rustik-Kerzen von Rossmann, aber wie Lotus-Kerzen abbrennen, also der Rand in fantasievollen Formen runterbrennt.

Bjarne hat heute Geburtstag. Er wird 6 und kommt in die Schule. Nachmittags geh ich gratulieren …

Niti, ich freu mich, dass du hier bist, hat Bjarne gesagt – und die kleine Frankie hing wie eine Klette an mir. Ich hatte Ü-Eier für die Geburtstagsgäste mitgenommen und für Bjarne natürlich ein Geschenk. Mit Christine und Rainer hab ich erzählt – das war so wie mit Leuten, die man lange nicht gesehen hat und dann denkt, es wär erst gestern gewesen. Ich freu mich, dass wir so verbunden sind, über unsere jahrelange Nachbarschaft hinaus. War sehr schön …

Dienstag, 16. März

Die Sonne lacht um 8 und zum ersten Mal ist heute unten wieder Markt auf dem Markt …

Nochmal Dostojewski, Die Brüder Karamasow:

„Was redet er da von Jerusalem? Was soll das bedeuten?“ „Das ist aus der Bibel: ‚Vergesse ich dein, Jerusalem‘, das heißt, wenn ich vergessen könnte, was mir das Liebste ist, wenn ich es für etwas anderes hingeben würde, so soll meine Rechte verdorren … “ „Ich verstehe, genug!“

Meine Rechte – Hand.

Montag, 15. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Werde wieder wie ein staunendes Kind, das die Welt entdeckt. Jeden Augenblick neu. Sprichwort aus Tibet

Kirschblütenzweig dazu, hellblauer Himmel …

… Mischa wird sich, solange er lebt, daran erinnern, wie die alte Frau gestorben ist, während ihre Hand vergessen auf seiner Schulter lag; wenn dann auch er einmal stirbt, wird sich keiner mehr auf der ganzen Welt daran erinnern, und keiner wird erfahren, dass es einst – es war einmal – so eine alte Frau gab, die hundertundvier Jahre lebte, ohne dass jemand sagen kann, wie und wozu. Weshalb auch erinnern, es ist doch alles gleich. So gehen Millionen Menschen hinüber – leben unbemerkt und sterben unbemerkt. Höchstens, dass eben in der Minute, da so ein hundertjähriger Mann oder eine hundertjährige Frau stirbt, gleichsam etwas Ergreifendes und Stilles, ja sogar etwas Wichtiges und Versöhnendes beschlossen liegt – hundert Jahre, das wirkt bis heute seltsam auf den Menschen. Gott segne das Leben und das Sterben der einfachen guten Menschen! Aus: Tagebuch eines Schriftstellers

Von allen großen Schriftstellersöhnen von Mütterchen Russland ist er mir der nahestehendste, der liebste und der wundervollste – Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Ich bestell mir nochmal sein Gesamtwerk – bevor ich 104 bin!

Sonntag, 14. März

Sonntag: Ein paar WhatsApps mit Ulla hin und her, kleine Spazierrunde mit Schlemmer-Snack und tea to go vom Bäcker am Verkehrseck und dann wäre ich fast schon wieder im Warmen gewesen, wenn ich nicht noch zufällig Gabi getroffen hätte, die in gleicher Mission – Spaziergang und Bäcker – unterwegs war, kurz bevor ich auf den Hof eingebogen bin. Dann haben wir noch eine halbe Stunde auf der Bank an der Marienkirche erzählt, bis ich richtig durchgefroren war und danach lief mir noch Aniko über den Weg, die grade zu mir kommen wollte. Das verschieben wir auf’s nächste Mal, hab ich gesagt – ich will erstmal in die Wanne und dann mit Buch auf Couch …

Sonnabend, 13. März

Bitte eine gute Nachricht … ! Ich kann keinen Trost mehr spenden, ohne ein positives Lebenszeichen. Von meiner Freundin mit Hautkrebs ist gestern auch noch ihr Papa gestorben, hat sie vorhin geschrieben.

Ich hab meine Wäsche gewaschen und meine Blumen gegossen …

Cheers, my deers, auf all of us – jetzt mach ich mir meinen Crémant Rosé auf, den für den besonderen Anlass. Den trink ich auch auf das Brautpaar, das heute vormittag sein Hochzeitsbild vorm Rathaus im Regen aufgenommen hat. Dann leg ich mich ins Bett schlafen, in der Hoffnung, dass der Rosé abfärbt – auf Befinden und Gedanken, auf Träume und Wirklichkeit.

Freitag, 12. März

Bin wieder da … wie schön, nach Hause zu kommen! Auch, wenn ich die Zeit dort auch genieße – diesmal schon im sonnenausgerichteten Strandkorb im Garten. Wieder frische Haarfarbe nach 3 Monaten, Nageltante endlich auch wieder, Besuch bei Martina, Heidi Vermieterin hatte Geburtstag am Montag und Jonti natürlich wieder, diesmal sogar von den Tagesmuttis abgeholt. Michael und Tamina ja – Andrea und Paul nein. Die wollen noch keinen sehen, schade.

Zu ihnen wäre ich auch gerne gefahren. Dafür war alles andere und Zeit mit Jonte um so schöner – so ein süßer Murkelfratz! Erst hat er keine Miene verzogen, als ich ihn abgeholt hab. Als ich gefragt hab: Wollen wir Auto fahren?, hat er den Schnulli aus dem Mund genommen und gesagt AUTO … und wieder rein in’n Mund, den Seelentröster. Herrlich!

Sonntag, 7. März

Neuer Wochen-Gelassenheitsspruch:

Aber liegt nicht in jedem großen Augenblick, gleichviel, ob er hell oder dunkel, richtig oder falsch, ein Glück?

Christian Morgenstern

Diesmal am Sonntag, weil ich wieder für eine Woche weg bin …

Mail von Franzisca von Tarot-Horoskop:

Du solltest es sein lassen

Du denkst immer noch an deine Ex-Liebe. Obwohl du es nicht willst, obwohl du es nicht tun solltest.

Ihr zwei hattet etwas Besonderes, ja. Und deshalb kannst du diese Person nicht loslassen, du kannst diese Momente nicht vergessen, diese süßen Erinnerungen …

Aber, wenn etwas einmal kaputt ist, bleibt es kaputt … man kann es wieder zusammenkleben, flicken, neu streichen, aber es wird nie wieder so sein wie vorher, es wird nie wieder neu und frisch sein.

Ich möchte dir helfen, dir helfen zu verstehen, ob du deine Ex-Liebe wirklich noch brauchst oder ob es nur die Erinnerung an die Vergangenheit ist, nur die Angst, diese Gefühle nie wieder zu fühlen …

P.S: Versteh mich nicht falsch, du musst diese Erinnerungen nicht vergessen … lass sie niemals los … sie sind der wertvollste Besitz, den man haben kann … Aber du musst sie in den hinteren Teil deines Geistes verschieben. Lass mich dir beibringen, wie du dich befreien und den Weg frei machen kannst für eine neue, schöne Liebe, die nur darauf wartet, dass du sie siehst!

Zu dieser Erkenntnis bin ich schon selbst gelangt.

Sonnabend, 6. März

Sympathisches Gutshausteam sucht Verstärkung im Service und in der Küche … Das ist nicht Guti-Gutshaus, sondern eins am Tor zum Nationalpark, nur 5 Kilometer von hier.

Von Zeit zu Zeit seh ich mir die Stellenangebote bei Wir sind Müritzer an. Mit der höhersteigenden Sonne sucht die Gastronomie wieder händeringend Fachkräfte und zuverlässige Aushilfen. In einer Ausschreibung wird sogar eine Einstellungsprämie von 1500 € angeboten. In der oben genannten sind auch gute Bedingungen genannt. Auch ist der Text ansprechend und gut formuliert.

Bei dem bleiben, was man hat – oder offen sein für Neues? Ich seh und hör es mir auf jeden Fall mal an …

5 nach 12: DEHOGA-Demo auf dem Markt unter dem Motto: Die Koffer sind gepackt! Jede vertretene gastronomische Einrichtung steht mit Mitarbeitern und einem symbolisch gepackten Koffer über den Markt verteilt. Am vorigen Jahr an gleicher Stelle – nur 5 vor 12. Die Rede des MV-Chefs des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes – sehr gut und wahr gesprochen! – hab ich mir unten angehört. Dann wurde es mir zu kalt. Den Rest hör ich von oben …Wir sind Tourismusland Nr. 1 – Mecklenburg-Vorpommern. Und Waren und die Müritz ist das Herz davon. Hotel- und Gastgewerbe ist hier die Lebensgrundlage.

Wohin die Reise führt – immer nach Hause. Kursiv geschrieben sind meine letzten Gedanken des Tages.