Freitag, 5. März

Ein strahlender Morgen – heute fahr ich mit Birgit mit nach Potsdam. Sie hat um 13 Uhr einen Termin bei Yakone – da wollen wir uns die Kuppelzelte angucken, die die Klassenzimmer ihrer neuen Schule werden sollen. Nach dem geschäftlichen Teil wollen wir noch zum Kloster Lehnin fahren, das ganz in der Nähe ist. So wird das ein schöner Tag für uns, mal über die Landesgrenzen von MV hinaus …

Genauso, nur ganz anders – hat mein von mir geschiedener Ehemann oft als Gag gesagt. Der Tag heute im Brandenburgischen war so wohltuend, wie neulich mit Carmen Sternchen und Nicole – genauso, nur ganz anders.

Manchmal stand bei mir jemand vor der Tür, von dem ich wusste, er ist schneller wieder weg, als er gekommen ist. Manchmal tauchen solche Sequenzen auf – und grad nach so schönen Momenten wie heute …

Donnerstag, 4. März

Das war so ein schöner, harmonischer Nachmittag gestern mit uns zu dritt. Silvana konnte nicht, sie hatte abgesagt. Als wir unser Essen bei Asia Lotus abgeholt haben, hat sich der Chef entschuldigt, dass es länger gedauert hat. Das Feuer-Huhn – spiecy – das hatte ich bestellt – hat länger gedauert in der Zubereitung. Er hat uns noch 3 Glückskekse mit in die Tüte gelegt. Die haben wir nachher übers Erzählen vergessen, dabei hatten wir uns schon auf die Sprüche gefreut! Wir haben über Männer geredet – allgemein, denn wir sind alle drei Single … Nur ich mit Sonderstatus – ich leb nicht mit Mann und nicht ohne.

Über die Männer haben wir die Glückskekse vergessen, hab ich Nicole und Carmen geschrieben. Die warten jetzt hier bis zum nächsten Mal.

Mittwoch, 3. März

Es dauert jetzt lange, bis nach der Datumszeile der Text folgt. Was kann ich schreiben? Und nicht nur, was kann ich schreiben, sondern, was kann ich schreiben, ohne dass es ein Klagelied ohne Ende wird. Ich kann keine schlechten Nachrichten mehr hören. Das Postfach ist voll. Zu jeder brauch ich mindestens das doppelte Quantum an Gutem und Schönem, um das auszugleichen und annähernd stabil zu bleiben.

Gestern kam noch eine. Eine Freundin hat eine bösartige Diagnose bekommen. Genaugenommen kamen zwei. Tamina hat eine Absage für ihre duale Ausbildung als Erzieherin bekommen. Es gab noch zwei Bewerber, davon wurde einer genommen. Das ist aber nichts im Vergleich zur ersten. Das ist nicht schön, hab ich ihr gesagt, aber dann findet sich was anderes und wahrscheinlich besseres. Weil das ihrem ohnehin schon geringen Selbstwert noch mehr geschadet hat, hab ich gesagt: Wir haben dich alle lieb!

Heute früh war das erste Amsellied zu hören und heute Nachmittag kommen meine Guti-Gutshaus-Frauen – Carmen, Nicole und Silvana. Dank Frühlingssonne auf Terrasse …

Dienstag, 2. März

Löwen-Apotheke und ROSSMANN sind die beiden Leuchtreklamen auf dem Nebel-Markt heute früh. Schuh-Perle und Mobilcom haben geschlossen und leuchten daher auch nicht.

Wieder frozen Müritz – aber keine spiegelglatte Fläche, sondern als wenn übernacht das Wellenplätschern erstarrt ist, mitten in der Bewegung. Der Tiefwarensee genauso. Mit meiner Morgenrunde verbunden hab ich einen kleinen Gourmet-Einkauf beim roten Netto. Dabei hab ich übersehen, dass Cremant und Cremant rosé erst ab Donnerstag im Angebot sind. Den kauf ich schon für meinen Geburtstag oder einen anderen besonderen Anlass, je nachdem, was früher eintritt …

Montag, 1. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Die Blumen des Frühlings sind die Träume des Winters. Khalil Gibran

Lila Krokusblüten sind auf dem Foto. Endlich ist der hohe, steile, steinige Berg weg von voriger Woche. Jetzt ist Frühling …

Die Müritz bewegt sich wieder – die Wellen plätschern, das Eis ist getaut. Auf dem Tiefwarensee auch. Ich war erstmal draußen, frische Luft tanken. Beim Frisör Alanya stehen die Männer Schlange. Sonst hat sich noch nichts verändert.

Sonntag, 28. Februar

Es geht weiter. Wie geht’s Vaddern?, hab ich Lars vorhin auf der Terrasse gefragt. Er lag mit Endstadium Krebs im Krankenhaus. Seine Mutter hatte ihn gerade angerufen und nach der Nachtschicht aus dem Bett geklingelt. Er ist heute früh gestorben. Ist zwar 79 geworden, aber anonym und alleine – wegen Corona ohne Besuch und Abschied von der Familie – so will auch keiner enden. Gestern hat er noch mit ihm telefoniert.

Sabine war gestern und vorgestern hier. Sie hat sich gefreut über Beistand in ihrer brenzligen Lage. Die Mieter sind immer noch in Ausweichwohnungen untergebracht. So haben wir das Beste draus gemacht, da wir es nicht ändern können. Heute mach ich alles Liegengebliebene und dann restlichen Sonntag …

Sonnabend, 27. Februar

Warens Feuerwehrleute geben alles, Mieter stirbt aber in Klinik – Bürgermeister bedankt sich bei Rettungskräften und Helfern. Das sind die Berichte in Wir sind Müritzer. Schicksalsschläge um mich rum …

Aniko kennt alle und weiß alles. Von der Psychologin, die unten im Haus ihre Praxis hat, ist über nacht der Mann gestorben, hat sie erzählt. Dem Zahnarzt, bei dem ich auch bin, soll die Frau weggelaufen sein und ein Suizidversuch von ihm ist im Gerede. Das kann ich mir gar nicht vorstellen.

Angesichts solcher Nachrichten denkt man, da bin ich gut dran. Mir lacht am Valentinstag ein Doppelgänger von Maik entgegen – damit ich nicht vergesse, wie er aussieht …

Am Wochenende ist wieder Mond-Cooking dran. Jungfrau-Vollmond heißt Erde und damit Wurzel. Kartoffelsalat vom Hexenfeld heißt das Rezept in meinem vegetarischen Hexen-Kochbuch. Je weniger Zutaten, um so lieber ist mir das Rezept. Früher hab ich ihn klassisch zubereitet – mit Zwiebeln, Gurken, Äpfeln, Eiern. Dieser hier kommt mit Kartoffeln, Gewürzgurken und Petersilie aus – dazu Majo und Joghurt im Verhältnis 2 : 1, frisch gemahlener Pfeffer, fertig – einfach und gut! Mit Joghurt ist immer der mit 3,5 oder 3,8 % Fett gemeint. Fettarm kommt mir nur Buttermilch in den Einkaufskorb.

Freitag, 26. Februar

Ich war kaum zurück gestern Nachmittag, da hat Aniko gefragt, ob sie mal kommen und mir ihr Urlaubs-Fotobuch von Fuerteventura zeigen kann. Das ging dann bis um 11! Morgen treff ich mich mit Sabine aus Berlin, die seit September das erste Mal wieder hier in ihrer Ferienwohnung im Paradiesle ist, wie sie immer sagt. Da hat sie lange drauf gewartet. Zwischen und gestern und morgen mach ich mich heute an den Abwasch und Haushalt, ist alles liegengeblieben.

Sabine kam heute schon, ganz aufgelöst. Bei ihr im Haus gab es einen Wohnungsbrand. Da kommt sie nach Monaten her in ihre Ferienwohnung und alle Mieter werden evakuiert – in Ferienwohnungen. Das ist doch kaum zu glauben …

Donnerstag, 25. Februar

Als ich heute reinkam, hab ich im Wohnzimmer auf dem Fußboden gelesen „Ich wollt‘ dein Bett mit einer Rose schmücken.“ Es lag kein Zettel da, das gleichnamige Buch, das mir Martina mal zum Geburtstag geschenkt hat, war aus dem Regal gefallen, mit der Vorderseite nach oben.

Ich musste trotzdem schmunzeln – ich hab gestern gar nicht zuhause geschlafen. Ich war in meinem Zweitnest, doch nur für eine Nacht, von gestern zu heute. Der Grund war die Frage von Tamina, die gestern Nachmittag Vorstellungsgespräch für eine duale Ausbildung als Erzieherin hatte, ob ich Jonte in der Zeit nehmen und mit ihr dort hinfahren kann. Das ist im Landkreis Rostock und mit Öffentlichen ungünstig zu erreichen. Da das außerplanmäßig war, bin ich nach der Übernachtung in meiner Zweitwohnung – wie im Hotel – heute Mittag gleich wieder zurückgefahren. Das nächste Mal bin ich am 7. März wieder in Rostock, dann bleib ich auch wieder eine Woche da und dann ist auch wieder Besuchszeit für Freunde. Diesmal wollte ich nur schnell zurück.

Schön war das doch mit dem Buch – als wenn mir jemand eine Nachricht vor die Füße legen wollte. Es lag mitten im Weg …

Mittwoch, 24. Februar

Das war ein sonniger Nachmittag gestern am Aussichtsturm mit schönem Blick über den Tiefwarensee auf Waren. Birgit hatte Kaffee mitgebracht und ich Himbeer-Brownies und auf der Bank dort haben wir zu dritt mit Heidrun sehr die Zeit genossen und uns gut und angeregt unterhalten.

Dann sind wir weiter nach Neubrandenburg gefahren. Das war wie eine kleine Weltreise in der jetzigen Situation. In der Stunde, in der Birgit Training hatte, bin ich mit Heidrun Richtung Markt gegangen, wo sie bei Thalia eine Bestellung abholen wollte, was aber nicht geklappt hat. Als wir aus dem Marktplatzcenter raus waren, hab ich gesagt: Das ist Neubrandenburg, Heidrun. Eine historische Altstadt gibt es hier nicht, nur die Stadtmauer mit den Wiek-Häuschen. Mitten auf dem Markt steht der Kulturfinger, nicht schön, aber selten, ragt er in den Himmel. Doch was schön ist, ist der Radweg um den Tollense-See. Bin ich froh, dass ich in Waren wohne! Dann sind wir zu Hai Asia gegangen, um unser von Birgit vorher telefonisch bestelltes Essen abzuholen. Wir haben es nicht gleich gefunden, weil ein paar Frauen, die wir gefragt hatten, uns in die falsche Richtung geschickt hatten. Ist das Hei Asia?, hab ich nachgefragt. Ja, wir haben hier nur einen Asiaten. Wir haben mit der falschen und dann der richtigen Adresse noch einen – also insgesamt 3 gesehen. Dafür war das Essen dann aber ganz fantastisch. Birgit hat gesagt, Hai kauft selbst ein und sucht aus und verzichtet auf Geschmacksverstärker. Das war ein besonders schöner Erlebnis-Tag!