Sonnabend, 25. April

Ich hab meinen Handyvertrag aktualisiert, hier im Laden, ohne neues Telefon. O 2 Free S Boost Plus – da muss man erstmal drauf kommen. Neben den Naturgenüssen kümmer ich mich um bürokratische Angelegenheiten. So hab ich auch die Liste mit den Kontoein- und -ausgängen wieder auf dem laufenden, falls ich mal nicht mehr geschäftsfähig bin. Das hab ich gestern gemacht, wobei es ohne Guti-Gutshaus nur ein Zahlungseingang ist.

Der erste Grüne Markt am letzten Märzwochenende ist ausgefallen, aus bekannten Gründen.  Heute ist  Grünes Märktchen, wenigstens mit ein paar Ständen unten … Um 10, als ich runterging, hatte er sich dann doch zu seiner vollen Größe entfaltet. Unten hat sich das Haus getroffen: Aniko, Sigi, Wolfgang – und ich. Nachdem ich 2 Stände mit meinem Einkauf unterstützt habe, hatten wir noch einen Schnack vorm Haus und Aniko hat uns allen Tulpen geschenkt, vom Blumenfeld in Sembzin.

Oben angekommen, hab ich Wiebke mit ihrem Liebsten getroffen, die beim Auszug sind. Gute Reise, Ihr Zwei! – Ach, wir sind noch eine Weile hier, erst so nach und nach … Sie bleiben in Waren, nur eine größere Wohnung am Buchenberg. Er ist sehr sympathisch – ein feuriger Mann mit Ausstrahlung und einem Intensiv-Blick wie Maik. Er sagt: Nur schade, dass ich jetzt pendeln muss. Erst war ich froh, dass ich eine Stelle im Amt für Stadtgrün in Rostock bekommen habe – und dann kam Wiebke! Kam, sah und siegte – hab ich gesagt. Ja, so kann’s gehen, hat er gesagt. Ich hab gesagt: Es kann auch andersrum gehen – bei mir war es umgekehrt, da haben sich die Wege getrennt. Ach, dann war es vielleicht nicht das Richtige, hat Wiebke gemeint. Doch, war es, ist es noch. – Dann ist es aber schade! – Ja, sehr schade. Deshalb bin ich hier und brauch hier ein ganz schönes, weiches Nest …

Ich hab ihnen noch meinen Terrassen-Kirchturmblick gezeigt. Oh Mann, das war was …

Für ihn war es nicht das Richtige. Das war heut einer der schlimmsten Tage, daran erinnert zu werden.

Freitag, 24. April

Gestern war der Tag ein vorgezogenes Geschenk des Sommers – mit 20 Grad …

Eben hab ich meinen Kleiderschrank aufgeräumt. Aussortiert hab ich nur drei ausgeleierte Lieblingsröcke für die Schneiderin für neuen Gummizug und ein T-Shirt zum Färben, schwarz oder dunkelblau. Das war’s. Alles andere kann bleiben.

Gestern Feisnek, heute Tiefwarensee. Auch schön, doch das Wasser tiefblau wie beim Fischer und seiner Frau und windig – von 18 Grad gefühlt nur 12.

Donnerstag, 23. April

Die Welt beginnt sich langsam wieder zu drehen, nur ein Frisör ist noch nicht vorbeigekommen. Lethargie und Apathie lassen nach und waren aber dafür gut, mich mal reichhaltig auszuschlafen. Vier Tage war ich gar nicht draußen, d. h. unten, denn um draußen zu sein, brauch ich nur einen Fuß auf die Terrasse zu setzen. Ich hab mich nicht mal angezogen, viel gelesen und gedacht, das ist auch mal gut. Heute kann Sigi auch mal wieder zum Käffchen kommen und Aniko, wenn sie das Bedürfnis nach meiner Dachterrasse hat.

Vollgequasselt … so weit ging’s ja mit Sigi, bis als sie anfing, mir einen Film, den sie gesehen hat, in epischer Breite, wie Carmen immer sagt, zu erzählen. Anstatt gleich zu sagen: Oh nee Sigi, Film muss man selber gucken, da hab ich keine Andacht für. Als ich es dann gesagt hab, war es schon zu spät, um nicht genervt zu sein. Nächstes Mal unterbinde ich das von vornherein.

Jetzt erstmal raus in die Sonne und mich davon erholen …

Was ist das Leben auf einmal wieder schön! Während drei Frauen mit Coffee to go-Bechern auf den Bänken am Brunnen verteilt saßen, hab ich mir unter der Marktsonne Erdbeerbowle mit Minze, 0,3 l, schmecken lassen. Eine schöne Erfrischung tut mir gut, hab ich gedacht. U-Nautic hat sein Straßenverkaufs-Häuschen gestern vor dem Haus des Gastes aufgestellt, und es gibt sogar wieder Hausmannskost-Gerichte, wie im Winter. Damit wollen sie den Verlust in der zwangsgeschlossenen Gaststube ausgleichen.

Vorher bin ich zum ersten Mal in diesem Jahr um die Feisnek gefahren, obwohl ich gar nicht fahrradtauglich angezogen war. Aber das Wetter war so verlockend und so bin ich mit meinen Flanier-Sandalen durch das Stück Strandsand an der Badestelle gestöckelt, danach ging es. Das war so wunderschön – wie immer – nur ich hab es heute mit ganz anderen Augen und in neuem Glanz gesehen.

Mittwoch, 22. April

Der Teddy wartet schon auf der Mondtreppe … Christa unter mir schickt mir immer Bildchen zur guten Nacht und morgens zur Begrüßung. Da ich früher schlafen gehe als sie, sehe ich sie meist erst beim Aufstehen. Sie hat einen unerschöpflichen Fundus davon. Das ist auch lieb gemeint und die sind auch ganz niedlich, aber doch eher was für Dreijährige. Das fehlt noch, dass ich mit ’nem Teddy ins Bett gehe … Hier sitzt auch einer bei mir im Wohnzimmer, der ist von Martina,  und manchmal rede ich auch mit ihm, aber der ist für Jonte. Wenn er denn mal hier ist. Das war bis jetzt nur zweimal und zuletzt zu Weihnachten, also selten.

Gestern hat Carmen Sternchen angerufen und wir haben mal wieder ausgiebig erzählt. Das war erfreulich. Heute bin ich mit Martina telefonisch verabredet. Heute ist Tag der Erde, sagt sie. 22 steht auch für Paare.

Ich hab heut gleich ein gutes Werk getan und unseren Einzelhandel gefördert – Sparte Schuhgeschäfte. Und da 22 auch für Paare steht, hab ich mir gleich 2 Paar Schuhe gekauft: Trekking-Sandalen Antistress von Rieker für Guti-Gutshaus und schöne rote Velourleder-Sandaletten von Gabor für Venezia und unsere Flaniermeile am Hafen. Da waren sie vorhin schon fleißig am Aufbauen der Sonnenschirme … Doch in Venezia war ich immer nur mit Manuel zusammen, sein Stammlokal, und das sehe ich noch nicht, dass er nochmal herkommt.

Dienstag, 21. April

Verschlafener Lars auf der Terrasse, verschlafene Nachbarin. Aufgewacht nach 10, Frühstück um halb 11. Kurzer Wortwechsel, dann ist er wieder rein gegangen: So, Kaffee!

Heute ist zum erstenmal wieder Leben unten – Marktstände und die Geschäfte haben geöffnet. Die seit gestern schon, aber da war ich nur bei den beiden Normas wegen Ahornholz-Tischchen. Fehlanzeige! Dann eben Online-Bestellung – heute kam die Stornierung: Aufgrund eines Lagerfehlbestandes müssen wir Ihnen leider mitteilen …

Montag, 20. April

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Der Mensch ist umso reicher, je mehr Dinge er liegen lassen kann. Henry David Thoreau

Dampfende Kaffeetasse und ein Croissant …

Man kann alles liegen lassen, wie man jetzt sieht, und es geht auch.

Heute wär die Stundenabrechnung für Guti-Gutshaus. Dafür hab ich das geschickt:

Hallo liebe Bettina, wie geht es euch, ich hoffe doch gesundheitlich gut? Nun sind erstmal noch weitere zwei Wochen Zwangspause „verordnet“. Ich hab gestern in Wir sind Müritzer den Appell der Warener Hoteliers an die Ministerpräsidentin gelesen. Dramatisch. Eine Stundenaufstellung ist es diesmal nicht, nur der Übertrag vom Vormonat, aber den hast du ja. Mit herzlichen Grüßen zu euch, Anita

Alles ist anders, als bisher.

 

Sonnabend, 18. April

Eine lange Tafel im Grünen, umgeben von blühenden Bäumen – das war eine schöne Gemeinschaft gestern, abends mit Feuer. Zu viele Leute, hat meine Schwester Tine leise zu mir gesagt. Nein, die sind alle ganz in Ordnung, hab ich gesagt. Mir klebten die Kinder am Rockzipfel – Lucy und Maja haben mir ständig Witze erzählt und Vito, ihr kleiner Bruder, wollte das auch, kann er aber noch nicht. Das war lustig. Als ich Ostern da war, stand er wie ein kleiner Soldat am Wegrand und hat mich empfangen. Er guckt mich immer ganz groß an mit seinen dunkelbraunen Augen, als wenn ich vom andern Stern komm, und stellt mir seine wichtigen kindlichen Fragen.

Rita, die ich lange nicht gesehen habe, war auch da, zusammen mit ihrem Bruder Nikolai. Den kannte ich noch nicht. Nachdem sie nach meinem Beziehungsstatus gefragt hat, hat sie mir erzählt, dass er nach einer Trennung von Bielefeld wieder nach Waren gezogen ist. Freundlich und sympathisch, gutaussehend auch. Warum ich das erwähne, weiß ich nicht. Auf dem Foto, das einmal Lucy und einmal Maja von uns allen aufgenommen hat, damit sie beide mit drauf sind, steht er neben mir. Wer es nicht weiß, könnte denken, wir sind ein Paar.

Das Bild hab ich angeregt, weil ich es meinen Kindern schicken wollte. Michael und Tamina hatten sich nämlich gemeldet, zusammen mit einem Kurz-Video von Jonte, wie er freudig meine Tüte Hipp Hirsekringel am Wickel hat. Mein Osterpäckchen ist jetzt endlich da, nach fast 14 Tagen!

Alle anderen wollten das Foto dann auch und ich hab es gleich allen, die ich in der WhatsApp-Liste hatte, geschickt. Schöner Geburtstag!

Freitag, 17. April

So ’n süßes Zeugs trink ich sonst gar nicht und schon gar nicht nachmittags und in praller Sonne. Aber irgendwie hat das gestern gepasst, bekommen ist es mir aber nicht. Aber war ja auch nur mal die Ausnahme und mengenmäßig jetzt nicht so viel.

Es ist wieder prächtiges Wetter mit Sonne satt. Heute nachmittag ist Geburtstagsfeier von meiner Schwester bei ihrem Pilgrim-Wohnwagen, das ist traumhaft da …

Donnerstag, 16. April

Der beste Zeitpunkt für den Frühjahrsputz nach Mondkalender ist jetzt. Ich fang erstmal langsam an damit. Die nasse Hälfte heute, die trockene dann morgen …

Zur Belohnung bin ich hinterher zu Aldi gefahren – mit Fahrrad – und hab mir eine neue Frühlingsfußmatte gekauft und Solarleuchten – eine im Auftrag von Aniko und eine für mich. Sie hatte früher Feierabend und wir haben spontan eine kleine Terrassen-Party veranstaltet. Sie hat Eierlikör mitgebracht und Asti Cinzano und ich hatte noch Schokobecher und eine Flasche selfmade After-Eight-Likör von Weihnachten! Dazu knallige Sonneineinstrahlung. Später kam Lars  noch dazu – er hatte auch früher Feierabend. Der trinkt aber nix, keinen Alkohol. Das war seit langem mal wieder eine schöne Begegnung.